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  • Einstieg

    Wo das historische Herz Frankreichs schlägt

    Mit ihren Wäldern, Tälern, Schlössern und Kathedralen entlang der Seine ist die Île-de-France ein lebendiges Bilderbuch der Geschichte und Kunst und das liebste Naherholungsgebiet der Pariser.
    Die Île-de-France umfasst den Ballungsraum von Paris und sieben Départements rund um die französische Hauptstadt. Sie ist zwar flächenmäßig eine der kleinsten Regionen des Landes, zugleich aber die am dichtesten besiedelte.
    Ihre Reize als Naherholungsgebiet mit riesigen Waldgebieten und malerischen Landschaften, die sich als Standort eleganter Schlösser bestens eigneten, erkannte die Aristokratie bereits im 16. Jh. Imposante Anlagen wie Versailles und Fontainebleau sind berühmte Zeugnisse königlicher Prachtentfaltung, ein ganzer Reigen weiterer prunkvoller Schlösser stellt Reisende in dieser Region vor die Qual der Wahl.
    Pilgerfahrt ins Grüne
    Nicht minder imponierend sind Meisterwerke gotischer Sakralarchitektur wie die Kathedralen von Chartres, Troyes und Reims. Letztere liegen östlich der Île-de-France in der Champagne, wo Rebhänge die Ufer der Marne säumen und sich die Kalkstufen der Montagne de Reims erheben.
    Mehrere Naturparks wie Vexin français, Haute Vallée und Gâtinais français mit einem reichen Angebot an Aktivitäten, Lehrpfaden, Museen und historischen Denkmälern bewahren den landschaftlichen Charme und kulturellen Reichtum der Region.
    Deren Schönheit zog im 19. und 20. Jh. auch zahlreiche Künstler in ihren Bann: Die naturalistischen Maler von Barbizon, Impressionisten und Wegbereiter der Moderne, haben uns ein grandioses Bilderbuch ihrer Zeit hinterlassen.
  • Typisch / Gut zu wissen

    Vom Kommen und Gehen der Kaiser und Könige

    Im Laufe der Jahrhunderte war die rund um Paris liegende Île-de-France eine Spielwiese der Mächtigen. Was König und Kirche hier hinterließen, begeistert heute die Touristen.
    Die historische Bedeutung der Île-de-France begann mit Hugo Capet (940-96). Dessen Krönung zum König im Jahr 987 in Noyon begründete die Dynastie der Kapetinger und löste die der Karolinger ab. Groß war sein Reich noch nicht: Er konnte es an einem Tag zu Pferde durchreiten.
    Unter den nachfolgenden Kapetingerkönigen wurden die Reichsgrenzen ausgedehnt, erlebten Wissenschaft, Bildung und Technik einen enormen Aufschwung. Handel und Gewerbe blühten, in Troyes und Provins fanden die großen Messen des Mittelalters statt, Paris wurde zu einer der wichtigsten Städte Europas und das Französische avancierte zur Landessprache. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die gotische Baukunst, die riesige Kathedralen in den Himmel wachsen ließ.
    Bewegte Zeiten
    Als die Kapetinger keinen direkten Nachfolger mehr hatten, kamen unruhige Zeiten. Der Hundertjährige Krieg (1339-1453) mit England begann und brachte Hungersnöte und Aufstände mit sich. Es folgten mehrere Jahre unter britischer Herrschaft.
    Die Wende des Krieges leitete 1429 Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orléans, ein. Paris wurde 1436 befreit, 1470 erreichte Ludwig XI. aus dem Hause Valois eine Friedensregelung mit England. In der Folge wurde die Île-de-France Mittelpunkt des Königreichs und Ausgangspunkt für den Aufbau der absolutistischen Monarchie Ludwigs XIV. und damit auch zu einer privilegierten Region für Schlossbauten.
    Stadtflucht der Könige
    König Franz I. (1494-1547) ließ Fontainebleau rund 60 km südlich von Paris und die Tuilerien in der Hauptstadt errichten. Dem Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638-1715) war Fontainebleau jedoch zu weit von Paris entfernt, die Tuilerien dagegen zu nah am Volk, weshalb er schließlich Versailles in Auftrag gab. Es wurde zum größten und prächtigsten Schloss der Welt und die Bedeutung der Île-de-France als politisches Zentrum Frankreichs war gesichert.
    Nach der Französischen Revolution stand das 19. Jh. im Zeichen der Bonaparte-Kaiser, die von den Schlössern der Île-de-France aus regierten. Seit Napoleon III. 1870 gestürzt wurde, ist Frankreich eine Republik mit Regierungssitz in Paris.
    Eine so wechselvolle Geschichte hinterlässt natürlich zur Freude heutiger Touristen viele Spuren, die es zu entdecken lohnt. Dazu zählen mittelalterliche Städtchen wie Provins und Troyes, die Kathedralen von Beauvais und Chartres, diverse Prunkschlösser, impressionistische Gemälde sowie herrliche Wälder und Naturparks.

    Himmelstrebende Zeugen aus Stein und Frömmigkeit

    Die erste gotische Kathedrale entstand um 1130 in Saint Denis und löste einen Bauboom aus. Laon, Chartres, Paris, Troyes, Reims und Amiens waren die Nachfolger.
    Staunend steht man heute vor der Kunst der mittelalterlichen Baumeister, die das Streben nach Höherem in Spitzenwerk aus Stein verwandelten. Die Gotik entstand im 12. Jh. in der Île-de-France. In dieser Epoche herrschten ideale Bedingungen für die Errichtung dieser großartigen, überdimensionalen Gotteshäuser.
    Kirche im Höhenflug
    Es war eine Zeit relativen Friedens, guter Ernten, steigenden Wohlstands und Bevölkerungswachstums. Es war auch die Zeit der Kreuzzüge und einer erstarkenden Kirche, die Zeit, in der das Heilige Römische Reich langsam zerfiel und das französische Königshaus immer mächtiger wurde.
    Monarchie und Kirche waren eng verbunden, was an den Königsgalerien der Fassaden sichtbar wird und auch daran, dass die Könige in der Kathedrale von Reims gekrönt und in der Kathedrale von St-Denis beigesetzt wurden.
    Die gotische Baukunst entwickelte sich aus dem romanischen Stil mit seinen massiven Wänden, Rundbögen, schweren Gewölben und dunklen, gleichsam geduckten Innenräumen. Jetzt wollte man höher hinaus, dem göttlichen Licht entgegen. Die Baumeister verlegten das Strebewerk nach außen. Auf diese Weise konnte es das von Kreuzrippen getragene Gewölbe optimal abstützen, wodurch dessen Druck besser verteilt und aufgefangen wurde. Damit wurden auch allmählich die Emporen als stützende Elemente überflüssig.
    Das neue Raumgefühl verlangte jedoch nicht nur nach Höhe, sondern auch nach Licht und sanfter Helligkeit. Deshalb wurde die kompakte Mauer gleichsam aufgelöst und von hohen Fenstern und riesigen Fensterrosetten zwischen den Strebepfeilern durchbrochen.
    Glasmalerei und Steinmetzkunst entwickelten sich zu hoher Blüte. Feingliedrige Strebepfeiler, Ziergiebel (Wimperge), Türmchen (Fialen) und gotisches Dekor wie Maßwerk und Kreuzblumen lassen die Fassaden wie steinernes Spitzenwerk erscheinen. Religiöse Figuren zieren Giebelfelder (Tympana) und Bogenläufe (Archivolten), Gewändefiguren wie Engel und Heilige lösen sich erstmalig aus der Mauer heraus.
    Hochmut der Baukunst
    Doch die neue Technik stieß auch an ihre Grenzen, als man Mitte des 13. Jh. in Beauvais eine alles überragende Kirche schaffen wollte. Das Schiff erreichte eine Höhe von 48 m, das Dach war gedeckt, die Kirche eingeweiht - doch 1284 stürzte ein Teil des Gewölbes ein. Im 15. Jh. brach auch noch der 153 m hohe Turm in sich zusammen - die Gotik war an ihre baulichen Grenzen gestoßen

    Malerglück mit Lichtflimmern und Spiegelungen

    Lange Jahre mussten sie um ihre Anerkennung kämpfen, aber schließlich waren sie berühmt: Monet, Degas, Pissarro, Sisley, Cézanne, Renoir und van Gogh
    Zwischen 1860 und 1870 leitete eine Gruppe französischer Künstler, die später unter dem Namen Impressionisten berühmt werden sollte, eine neue Ära in der Kunstgeschichte ein. Sie kehrten der statischen Ateliermalerei mit ihren künstlichen Lichtquellen den Rücken und gingen hinaus in die Natur, um dort das flimmernde Licht einzufangen.
    Aufbruch zu neuen Ufern also, und die fanden die ›jungen Wilden‹ jener Zeit an den idyllischen Ufern von Seine und Oise. Es entstanden leichte, duftige Landschaftsbilder, von denen viele schon die Zeichen einer sich zaghaft verändernden Zeit trugen: die stählerne Seine-Brücke bei Argenteuil, Fabrikschornsteine am Oise-Ufer bei Pontoise, gewaltige Hafenanlagen und schnaufende Eisenbahnen.
    Zerlegung der Farbtöne
    Die Künstler malten erst im Wald von Fontainebleau in der naturalistischen Art der Schule von Barbizon, später gaben sie sich dem Zauber des Wassers an Seine, Oise und am Ärmelkanal hin. Die Zerlegung der Farbtöne, die nötig war, um die Reflexe des Wassers in Malerei zu übersetzen, wurde schließlich zum allgemeinen Prinzip der impressionistischen Technik. Im Auge des Betrachters setzen sich diese kleinen und kleinsten Farbflecken dann wieder zusammen.
    Die hübschen Plätzchen in und um Argenteuil, an denen Monet, Manet und Degas einst ihre Staffeleien aufstellten und malten, sind heute längst von der Trostlosigkeit der Häuserschluchten Pariser Vorstädte überwuchert. Doch an manchen Stellen sind die Spuren der Impressionisten noch erkennbar.
    Auf einer Seine-Insel mitten im Städtchen Chatou 10 km westlich von Paris befindet sich das Vergnügungslokal Maison Fournaise, das bei Malern, Schriftstellern und Musikern sehr beliebt war und dessen Stimmung Renoir in seinem Werk ›Frühstück der Ruderer‹ festhielt. In Bougival malte Monet die Seine vor den Resten der alten Brücke. Sisley brachte die Boote an der Schleuse und weiter flussabwärts die Häuser an der überschwemmten Uferstraße bei Port Marly auf die Leinwand.
    In Pontoise verbrachte Pissarro einige Jahre seines Lebens. Im dortigen Musée Tavet-Pissarro finden Wechselausstellungen statt.
    Wenn man dem Flüsschen Oise folgt, kommt man zum Impressionisten-Dorf Auvers-sur-Oise, das eng mit dem Namen van Goghs verknüpft ist. Er schuf dort seine letzten Bilder und ist auf dem örtlichen Friedhof begraben. Ziel der Besucher ist der bei den Künstlern seinerzeit sehr beliebte Gasthof, die Auberge Ravoux, in dem man damals wie auch heute noch speisen kann. Van Gogh wohnte und starb hier. Im musealen Teil der Auberge, der Maison de van Gogh, ist das Zimmer des Malers zu sehen.
    Rosa Fassade und Seerosen
    In Giverny schließlich findet man das wunderbar erhaltene Haus von Monet mit seiner altrosa Fassade, den grünen Fensterläden und dem blühenden Garten samt Seerosenteich. Immer wieder hielt Monet sein privates Paradies auf Leinwand fest - für Kultur-Touristen der Höhepunkt einer Reise auf den Spuren der Impressionisten.
  • Essen & Trinken

    Leckeres aus Wald und Feld

    Die Nähe zu Paris sorgt für höchste Gaumenfreuden im Herzen Frankreichs.
    Da das Gesicht der Île-de-France von dichten Wäldern geprägt ist, wundert es nicht, dass vieles, was auf den Teller kommt, zuvor unter Baumkronen lebte und gedieh. Standard auf den Speisekarten sind z.B. Rehkotelette (Côte de Chevreuil), Kaninchenfrikassee in Weißwein (Lapin en gibelotte) oder Morcheln (Morilles).
    Sehr verbreitet sind zudem Kalbsragout mit Tomaten, Zwiebeln und Weißweinsauce (Veau Marengo) oder gegrillte Kalbsleber mit Kräuterbutter (Foie de Veau Bercy).
    Daneben wandert auch Geflügel in den Kochtopf, z.B. Jungente mit weißen Rüben (Canneton aux navets) und Poularde aus Houdan mit Weißwein und Crème fraîche.
    Fisch in Champagner
    Überall, wo Wein angebaut wird, gibt es auch Weinbergschnecken (Escargots) - so auch in der Champagne. In den vielen Wasserläufen und Seen der Region tummeln sich allerlei Fische und so auch in Pfannen und Kochtöpfen, z.B. als in Champagner gegarter Hecht (Brochet braisé au Champagne). Der perlende Göttertrank kommt hier nicht nur im edlen Glas auf den Tisch, sondern findet durchaus auch Verwendung in der Küche.
    Ob in der Île oder der Champagne: Käse als Dessert ist überall beliebt, allen voran Kuhmilchkäse aus Brie - mal mild, mal kräftig, mal sahnig.
  • Tipps

    Wie, wo, was

    Informationen und Adressen, die Ihren Aufenthalt am Urlaubsort erleichtern.
    Tourist-Infos
    Auf der offiziellen Website über Tourismus in Frankreich finden Sie viele nützliche Informationen:
    Informationen zur Region Yvelines (rund um Versailles)
    Comité départemental du Tourisme des Yvelines
    2, Place André Mignot
    78000 Versailles
    Tel.: +33 (0) 139 07 78 78
    http://tourisme.yvelines.fr
    Informationen zur Region rund um Evry
    Comité départemental du Tourisme de l'Essonne
    19, Rue des Mazières
    91000 Evry
    Frankreich
    Tel.: +33 (0)1 64 97 35 13 
    www.tourisme-essonne.com
    Informationen zur Region um Fontainebleau
    Seine et Marne Tourisme
    11, Rue Royale
    77300 Fontainebleau
    Frankreich
    Tel.: +33 (0)1 60 39 60 39 
    www.tourisme77.fr
    Informationen zum Oise-Tal
    Comité Départemental du Tourisme et des Loisirs du Val d'Oise
    5, Avenue de la Palette
    95300 Cergy-Pontoise
    Frankreich
    Tel.: +33 (0)1 30 73 39 20
    www.valdoise-tourisme.com
    Reisezeit
    Das Klima in der Île-de-France gleicht dem in Deutschland: warme Sommer, kalte Winter und über das ganze Jahr hinweg verteilt Niederschläge. Die beste Reisezeit ist Mai bis Mitte Oktober. Hochsaison ist im Juli und August.
    Öffnungszeiten
    Viele Museen und Schlösser haben dienstags oder mittwochs geschlossen. Versailles kann von Nov.–März am ersten Sonntag des Monats gratis besichtigt werden.

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