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Tipps für Badeurlauber

Hydrobiologe Dr. Knut Eichstaedt beantwortet Ihre Fragen rund um Tiere und Pflanzen an Meer und Strand.
  • Was tun bei Quallenmeldungen im Mittelmeerraum?

    Sommer für Sommer überschlagen sich die Medien mit Warnungen vor Quallen. Und so sicher wie die alljährlichen Nachrichten über invasionsartige Quallenplagen rund ums Mittelmeer erscheinen, treten die Glibbertiere dort auch auf. Viele Badeurlauber fragen sich deshalb zu Recht, ob sie ihren Urlaub absagen sollen. Hydrobiologe Dr. Knut Eichstaedt erklärt das Phänomen Quallen am Mittelmeer:

    Es gibt keinen Grund, als Badegast auf einen Urlaub am Mittelmeer zu verzichten. Quallen kommen dort zu allen Zeiten vor und sind kein Grund, einen Badeurlaub abzusagen. Strände, an denen gehäuft Quallen auftreten, werden normalerweise kurzzeitig gesperrt, um die Badegäste vor den unangenehmen Folgen einer Berührung der Nesselfäden zu schützen. Jedoch kann niemand eine Garantie dafür geben, dass Sie während Ihres Strandurlaubs nicht in Konflikt mit einem natürlich im Meer vorkommenden Tier kommen. Panikmache, wie sie jedoch aktuell in den Medien betrieben wird, ist unangebracht.

    Im Allgemeinen ist das Auftreten von Quallen (im Mittelmeer handelt es sich meist um die Leuchtqualle "Pelagia noctiluca") ein völlig normales Phänomen, das leider oft und zudem fälschlicherweise mit Meeresverschmutzung sowie anderen Umweltproblemen in Verbindung gebracht wird. Quallen bevölkern die Meere schon immer und sind weder ein Beweis für schmutziges noch für sauberes Wasser.

    Daten darüber, ob sich die Quallenpopulationen im Mittelmeer in der Vergangenheit vergrößert haben, liegen der Meeresforschung noch nicht vor. Es scheint jedoch, dass die Quallen von den hohen Temperaturen im Mittelmeer und den immer weiter zurückgehenden Fressfeinden wie z.B. Schildkröten, Thunfischen profitieren und sich deshalb besonders gut vermehren.

    Es ist unmöglich, das Auftauchen von Quallen vorauszusagen. Quallen gehören trotz ihrer Größe zum Meersplankton und werden mit den Meeresströmungen in Badebuchten getrieben. Wann und wo dies vorkommt, ist langfristig nicht prognostizierbar.

    Die Berichterstattung über betroffene Küstenabschnitte ist wenig hilfreich, da das Auftauchen von Quallen meist nur von kurzer Dauer ist. Zudem erscheint die offizielle Meldung oft erst dann in den Nachrichten, wenn das Phänomen vor Ort wieder verschwunden oder deutlich abgeschwächt ist. Gleichzeitig können Quallen am Nachbarstrand auftauchen, so dass Berichte dieser Art immer der eigentlichen Situation hinterherhinken und so permanent vor Quallen an Stränden warnen, an denen sie längst verschwunden sind.
     

    Badegäste sollten folgende Regeln beherzigen:

    • Schwimmen Sie nicht in Buchten, in denen Quallen gesichtet wurden oder Quallen am Strand liegen.

    • Falls Sie sich unsicher sind, ob Quallen im Wasser sind, wenden Sie sich an die örtliche Badeaufsicht.

    • Halten Sie sich strikt an die Badeverbote, die bei größeren Quallenaufkommen kurzzeitig ausgesprochen werden, auch wenn Sie die Glibbertiere selbst nicht sehen.

    • Sollten bei Ihnen schmerzhafte Vernesselungen auftreten, dann können Sie sich an den meisten Stränden an die Strandaufsicht wenden, die für solche Fälle gut ausgerüstet ist. Bewährt hat sich das Begießen der betroffenen Hautpartien mit handelsüblichem Essig, weil dadurch das aus Eiweißstoffen aufgebaute Quallengift zerstört wird. Viele Badeaufsichten halten auch schmerzlindernde Salben bereit. 
       


  • Haar-, Leucht-, Ohren- und Würfelqualle: Harmlose oder gefährliche Glibbertiere?

    Egal ob in der Nordsee, in der Ostsee oder im Mittelmeer - Quallen kommen in allen Meeren vor. Doch Qualle ist nicht gleich Qualle. Es gibt harmlose und gefährliche.

    Quallen werden auch Medusen genannt. Sie gehören zur Gruppe der Nesseltiere. Ihr Körper ähnelt einem flachen oder glockenförmigen Schirmchen aus Gallerte. Sie sind sehr einfach aufgebaut, bestehen zum überwiegenden Teil aus Wasser und verfügen über effektive Mechanismen zur Verteidigung und zum Beutefang. In Zellen auf ihrer Körperoberfläche und v. a. auf ihren meist zahlreichen Tentakeln tragen sie winzige Nesselkapseln mit einem Auslösemechanismus. Berührt ein Feind oder ein Beutetier diese Kapseln, schießen explosionsartig winzige harpunenartige Fortsätze heraus, bohren sich in die Haut und entladen durch ihren hohlen Schaft ein Gift in den Körper des Opfers. So werden entweder Feinde abgeschreckt oder Beutetiere gelähmt. Die Beute wird dann mit den Tentakeln zur Mundöffnung geführt und verdaut.

    Die weiße Ohrenqualle "Aurelia aurita" ist häufig in der Nord- und Ostsee anzutreffen. Sie kann beachtliche Ausmaße annehmen und erreicht einen Schirmdurchmesser von fast einem Meter. Ihre Nesselkapseln sind jedoch nicht stark genug, die menschliche Haut zu durchschlagen, so dass sie als nicht nesselnd gelten. Diese in der Regel für den Menschen völlig ungefährlichen Quallen sind weiß und leicht an den vier, durchscheinend weißen Ringen auf dem Schirm zu erkennen.

    Neben der ungefährlichen Ohrenquallen gibt es in der Nord- und Ostsee auch die meist gelblich oder rötlich gefärbte Haarqualle "Cyanea capillata". Sie kann zu ernsthaften Vernesselungen führen, die an Verbrennungen erinnern. Hier heißt es Abstand halten, da Ihre nesselnden Tentakeln bis zu 10 Meter lag werden können.

    Die Leuchtqualle "Pelagia noctiluca" und die Würfelqualle "Carybdea marsupialis" kommen im Mittelmeer vor und können äußerst unangenehme Vernesselungen verursachen. Ihre Tentakel sind ebenfalls oft meterlang und beim Baden nur schwer zu erkennen.

    Badegästen wird daher empfohlen, nicht zu Baden, wenn nesselnde Quallen im Meer gesichtet wurden. Zudem sollten sie sich strikt an Badeverbote halten. Sollte es zu Vernesselungen gekommen sein, kann man sich an den meisten Stränden an die Strandaufsicht wenden, die für solche Fälle ausgerüstet ist. Bewährt hat sich das Begießen der vernesselten Hautpartien mit handelsüblichem Essig, weil dadurch das aus Eiweißstoffen aufgebaute Quallengift zerstört wird.


  • Grünalge, Seegras und Seegraswiesen: Was grünt in und am Mittelmeer?

    Nach Stürmen türmen sich im Spülsaum des Mittelmeers an vielen Stränden große Haufen von Pflanzenmaterial, die fälschlicherweise oft als Algen bezeichnet werden. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Blätter des Seegrases "Posidonia oceanica".

    Seegras, von dem kleinere Vertreter auch in der Nord- und Ostsee vorkommen, gehört zu den höheren Pflanzen. Es besitzt Blätter, Blüten, Früchte, Stängel und Wurzeln. Das Seegras bildet im Mittelmeer dichte Bestände von der Wasseroberfläche bis in 40 m Tiefe.

    Die Bedeutung des Seegrases ist für das gesamte Küstenökosystem immens. Seegras dient als Nahrung für viele Fischarten sowie als Kinderstube von Krebsen, Fischen und Weichtieren. Zudem liefern die im Herbst abgeworfenen Seegrasblätter Nachschub an Biomasse.

    Durch menschliche Einflüsse sind die Bestände in den letzten Jahren jedoch dramatisch zurückgegangen. Früher war das Mittelmeer rundum von saftigen Seegraswiesen gesäumt. Um Ballungsgebiete stehen heute nur noch Reste. Auch an anderen Orten gehen die Bestände stetig zurück. Höhere Wassertrübung durch Abspülungen vom Land und die Belastung durch chemische Substanzen führen zu einem schleichenden Rückgang der Pflanze. Ankernde Boote, Baumaßnahmen und Aufschüttungen zerstören die empfindlichen Strukturen zusätzlich. Eine Chance zur Regeneration besteht für das Seegras kaum.

    Eine weitere Bedrohung stellt seit einigen Jahren die ins Mittelmeer eingeschleppte tropische Grünalge "Caulerpa taxifolia" dar, da sie aufgrund eines wesentlich schnelleren Wachstums die Seegraswiesen überwuchert.


  • Geht von Mikro- und Makroalgen am Strand eine Gesundheitsgefahr aus?

    Den Mikroalgen gegenübergestellt werden die Makroalgen, die hauptsächlich im Meer lebenden, festgewachsenen Großalgen.

    Die meisten dieser Pflanzen bestehen entweder aus einem verzweigten oder unverzweigten Zellfaden oder einem blattähnlichen Gebilde, das verzweigt oder unverzweigt sein kann. Merkmale wie bei uns von Land her bekannten Pflanzen wie Wurzel, Stängel, Blüten oder Früchte gibt es bei diesen einfachen Pflanzen nicht.

    Wie die Mikroalgen sind auch die Makroalgen zu ihrem Gedeihen auf Phosphate und Nitrate aus dem Wasser angewiesen. Deshalb reagieren sie auch auf Überdüngung mit verstärktem Wachstum.

    Da die meisten Makroalgen nur auf festem Untergrund wie Felsboden oder künstlichen Materialien wie Betonmauern, Stahlpfeilern oder Holzpfählen siedeln können, ist ihr Vorkommen eingeschränkt. In der westlichen Adria treten sie beispielsweise gehäuft an den Blockschüttungen und Steinmolen der Wellenbrecher auf. An Felsküsten bestimmen sie maßgeblich die Unterwasserlandschaft. In den flachen Sand- und Schlickbereichen des Nordseewatts treten ebenfalls Makroalgen auf. Wenige Arten verankern sich im lockeren Boden oder sind an Muschelschalen festgeheftet.

    Sichtbare Makroalgen sind für Badeurlauber ungefährlich. Das gilt auch für die Killeralge "Caulerpa taxifolia". Diese aus den Tropen stammende Grünalge wird Killeralge genannt, weil sie durch ihr extrem schnelles Wachstum den gesamten Meeresboden an einigen Stellen im Mittelmeer überwächst und so anderen Lebewesen ihre Siedlungsräume raubt und auch die Existenzgrundlage entzieht. Für den Menschen ist sie jedoch ungefährlich.

    Ein Problem erwächst aus Anhäufungen von verschiedenen im Sturm abgerissenen Algenarten, die im Badebereich umher treiben können. An den Strand geschwemmt, kann dieses Algenmaterial nach einigen Tagen durch Zersetzungsprozesse zu einer Geruchsbelästigung führen. Bei der Zersetzung werden Schwefelverbindungen frei, die nicht nur unangenehm riechen, sondern in hohen Konzentrationen auch gesundheitsschädlich sein können. Von verrottenden Algenhaufen am Strand und an der Wasserlinie sollte also Abstand gehalten werden.


  • Stellt es ein Risiko dar, in Algenteppichen zu baden?

    Ähnlich wie bei den Algenblüten handelt es sich beim Algenschleim um ein Phänomen, das durch eine Massenvermehrung von Mikroalgen ausgelöst wird und zu dicken Algenschleimteppichen auf der Wasseroberfläche führen kann. Der Algenschleim ist eine Absonderung bestimmter Algenarten, der sich bei massenhafter Entstehung im Meer zu einer zähen Schleimschicht verbinden kann, in der neben den Algen und den Schleimabsonderungen selbst auch Meeresplankton und Schmutzpartikel zusammenbacken.

    Der Schleim entsteht nicht an der Oberfläche, sondern in tieferen Meeresschichten. Dort produzieren die vielen hunderttausend Algenzellen pro Liter Wasser zunächst kleine Flocken, die auch als „Meeresschnee“ bezeichnet werden. Diese Flocken können, wenn die Algenentwicklung anhält, zu Fäden oder kleinen netzartigen Gebilden von mehreren Zentimetern Länge zusammenkleben. Schließlich bilden sich meterlange watteartige Gebilde, die im Wasser schweben und in denen sich wie in einem Netz viele Planktonorganismen verfangen.

    Nach einiger Zeit entstehen durch die Verwesung der Planktonorganismen im Schleim und durch die Photosynthesetätigkeit der Algen Gasblasen in diesen Schleimwatten, und das Material treibt an die Meeresoberfläche. An der Oberfläche zersetzen sich die Organismen und verbreiten einen unangenehmen Geruch.

    1989 waren ganze Buchten an der Oberen Adria mit diesen bräunlichen, gärenden Algenschleimmatten bedeckt. Wissenschaftler konnten damals bei Überwachungsflügen lange Bänder aus dem Material entlang der Küste erkennen. Diese weithin sichtbaren Verschmutzungen fügten dem Tourismus großen Schaden zu. Für den unter den Algenmatten befindlichen Lebensraum war die Situation jedoch noch verheerender: An manchen Stellen sank nach stärkerem Wellengang ein Großteil des Algenschleims ab und überdeckte den gesamten Meeresboden. Die Folge waren Sauerstoffmangelsituationen, die in Folge der bakteriellen Zersetzung des Materials auftraten.

    Trotz einiger, sehr warmer Sommer in den vergangenen Jahren traten die Algenschleimteppiche an der Adria nur lokal und in geringerem Ausmaß als 1989 auf. Hohe Temperaturen und wenig bewegtes Meer führen nicht zwangsläufig zum Auftreten von Algenschleim. Die Bedingungen, die zu einer Überproduktion von Biomasse führen, sind komplizierter. Bis heute gibt es keine eindeutigen Erklärungen für das Auftreten des Algenschleimes.

    Entgegen der Berichterstattung in der Boulevardpresse kann bezüglich der vom Algenschleim ausgehenden Gefahren Entwarnung gegeben werden. Der Algenschleim ist für den Menschen ungefährlich und stellt vielmehr ein ästhetisches Problem dar. Wer will schon in dicken braunen Algenteppichen baden? Wenn überhaupt, dann ist eine gesundheitliche Gefährdung allenfalls durch sekundär im Algenschleim angereicherte Schadstoffe, die von den darin enthaltenen Mikroorganismen und Verschmutzungen herrühren, denkbar.

    Abzuraten ist vom Baden im Bereich von Algenschleimansammlungen. An angrenzenden Stränden, auf denen sich keine Algenteppiche befinden, kann jedoch bedenkenlos gebadet werden. Grundsätzlich kann man sich in EU-Ländern und in Kroatien darauf verlassen, dass die Wasserqualität an offiziellen Stränden überwacht wird und dass bei Belastungen Badeverbote ausgesprochen werden.


  • Sind Algentoxine für Badeurlauber gefährlich? Ist vom Verzehr von Meeresfrüchten abzuraten?

    Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine Algenblüte keine Blüte, sondern eine massenhafte Vermehrung von Mikroalgen. Zu erkennen ist diese an der Verfärbung des Wassers. Algen enthalten Farbstoffe. Steigt der Gehalt von Algenzellen im Wasser stark an, färbt sich das Wasser in der entsprechenden Farbe. Grüne, beige und braune Farbtöne herrschen vor, eine besondere Algengruppe "blüht" sogar in kräftigen roten Farbtönen und hat deshalb den Begriff "Rote Tide" geprägt.

    Für Badeurlauber sind Algenblüten bis auf wenige Ausnahmen ungefährlich. Manche Algenarten tragen jedoch Giftstoffe - sogenannte Algentoxine - in sich, die Fische oder andere Meerestiere schädigen können. Auch für den Menschen können diese Giftstoffe gefährlich werden, da z. B. Muscheln die Algen als Nahrung aus dem Wasser filtrieren und deren Gift in ihrem Körper einlagern, ohne selbst davon betroffen zu werden.

    So kann das Verzehren von Meeresfrüchten zu Gesundheitsproblemen führen. Die Auswirkungen verschiedener Algengifte reichen von Durchfallerkrankungen bis hin zu Lähmungen und Kreislaufversagen. Damit es nicht soweit kommt, werden Muscheln vor dem Verkauf regelmäßig auf Algentoxine untersucht. Tritt in einem Meeresgebiet eine Algenblüte auf, wird die Muschelfischerei besonders streng überwacht und mit einem befristeten Fang- und Verkaufsverbot belegt.

    Zu massenhaften Vermehrungen von Mikroorganismen, die für den Menschen direkt gefährlich sind, kommt es selten. Für Kleinkinder und Haustiere kann das Gift der Blaualgen und Dinoflagellaten jedoch durch Verschlucken eine Bedrohung darstellen. Vergiftungserscheinungen mit Schwindel und Erbrechen sind die Folgen.

    An der Ligurischen Küste bei Genua kam es zuletzt in den Jahren 2005 und 2006 zu einer Massenvermehrung der Dinoflagellaten "Ostreopsis ovata", die sogar durch das bloße Einatmen der Meeresgischt für den Menschen gefährlich werden konnte. Hunderte Urlauber mussten im Krankenhaus behandelt werden, da sie die von den Meereswellen versprühten Mikroorganismen eingeatmet hatten. Bei einer solchen Algenbelastung werden die Strände gesperrt und Hinweisschilder aufgestellt. Ob es diesen Sommer wieder zu einer solchen Belastung kommen wird, ist nicht vorauszusagen.


  • Sind Killeralgen im Mittelmeer für Tiere, Pflanzen und Menschen eine Gefahr?

    Die Killeralge „Caulerpa taxifolia“ ist für den Menschen ungefährlich. Ihren furchteinflößenden Namen erhielt die eingeschleppte, tropische Alge, weil sie den angestammten Arten im Mittelmeer den Lebensraum raubte. Die schmucke Alge mit den federartigen Blättern und der frischen, grünen Farbe, um die sich in vielen Aquarien tropische Fische tummelen, war lange Zeit unbekannt. Doch 1984 gelangte sie aus dem Abwasser der Aquarien des Ozeanographischen Institutes von Monaco ins Mittelmeer.

    Die Killeralge überlebte die fremde Umgebung und tolerierte die untropischen Temperaturen von unter zwölf Grad im Winter. Sie breitete sich langsam aus. Zunächst unbemerkt, dann gering beachtet. Erste Alarmmeldungen einzelner Wissenschaftler, die vor dem Fremdling warnten, wurden belächelt. Da sich die Killeralge aus kleinen abgerissenen Bruchstücken regeneriert,  trat sie rasch an verschiedenen Stellen vor der Côte d'Azur auf. Sie wuchs so gut, dass sie die einheimischen Pflanzen geradezu überrollte, verdrängte und sich rasant ausbreitete. Da die Alge überaus widerstandsfähig ist und tagelang im Dunkeln an feuchter Luft überleben kann, wird als Verbreitungsmechanismus der Anker von Sportbooten und die Netze von Fischern angenommen. Nur so ist die sprunghafte Ausbreitung über viele hundert Kilometer zu erklären.

    Heute stellt die Killeralge eine ökologische Gefahr für die küstennahen Lebensräume dar. Alle Versuche, sie zu bekämpfen, schlugen bisher aufgrund fehlender Maßnahmen fehl. Nur kleine Flächen von wenigen Quadratmetern konnten durch Taucher ausgerissen und nachhaltig gesäubert werden. Die zukünftigen Folgen für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt sind unklar.


  • Greifen Fuchs- und Blauhaie im Mittelmeer Badeurlauber an?

    Filme wie "Der Weiße Hai" haben das Image der selten gewordenen Meeresbewohner als blutrünstige Monster und menschenfressende Ungeheuer tief in der menschlichen Psyche verankert. Aufgrund von Meldungen über Haisichtungen bricht bei vielen Badegästen Angst aus, die sich bis zur hysterischen Panik steigert.

    Dabei gehören Haie zur Fauna des Mittelmeers und sind in der Regel ungefährlich. Hochseeangler fangen in der Oberen Adria regelmäßig Fuchshaie "Alopias vulpes". Ab und zu gehen den Fischern auch verschiedene andere Arten in die Netze. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass sich in der Oberen Adria fernab der Küste die Kinderstuben der Blauhaie "Prionace glaucus" befinden. Wie viele andere Haiarten sind auch sie lebendgebärend. Und für die Geburt der Nachkommen wählen die Muttertiere günstige Meeresgebiete aus.

    Italienische Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv mit der Erforschung dieser Raubfische. Durch Markierungsversuche fanden sie heraus, dass Haie weite Wanderungen unternehmen. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, die Umweltverschmutzung und manche Fischereimethoden sind einige Haiarten in ihrem Bestand bedroht.

    Bei den meisten Haiarten handelt es sich um Raubfische, die Fische und andere Meeresbewohner fressen. Einige Haie können aufgrund ihrer Größe auch für den Menschen gefährlich werden. In europäischen Meeren sind Haiangriffe aber äußerst selten. Zuletzt gab es einen vor über 20 Jahren in Italien und dieser gilt als sehr zweifelhaft - also kein Grund zur Beunruhigung.


  • Welches Verhalten ist bei Meeresströmungen richtig?

    An europäischen Küsten führen gefährliche Unterströmungen und Rip-Strömungen zu den meisten Rettungseinsätzen. Da sie für Badegäste vom Strand aus oft nicht zu erkennen sind, kommt es immer wieder zu ernsten Auseinandersetzungen zwischen Aufsicht und Badeurlaubern, die trotz roter Flagge ins Wasser gehen.

    Falls Sie dennoch in eine heftige Strömung geraten, sind Sie höchstwahrscheinlich in eine heimtückische Rip-Strömung geschwommen. Diese entsteht, wenn Strömungen aus zwei entgegen gesetzten Richtungen aufeinander treffen. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie, nicht gegen die Strömung in Richtung Land zu schwimmen. In der Regel können Sie der Strömung viel leichter entgehen, wenn Sie im rechten Winkel zu ihr, also parallel zum Strand, schwimmen und sich erst nach Abreißen der Strömung wieder in Richtung Strand bewegen. Wenn Sie gegen die Strömung nicht ankommen sollten, dann lassen Sie sich treiben, um Kräfte zu sparen. Sollte dies alles nichts helfen, drehen Sie sich zum Land, winken Sie mit beiden Armen und rufen Sie laut um Hilfe.
     
    Wenn Sie jemanden retten müssen, unterrichten Sie vorher Rettungskräfte und weitere Strandbesucher. Gehen Sie nur mit einem geeigneten Auftriebskörper ins Wasser. Denn viele Menschen ertrinken, während sie versuchen, eine andere Person vor dem Ertrinken zu retten!

    • Befolgen Sie Badeverbote, auch wenn Sie die Gefahr selbst nicht erkennen können.

    • Falls Sie nicht wissen, ob Baden sicher ist, bleiben Sie lieber am Strand.

    • Wenn eine Aufsicht vor Ort ist, fragen Sie diese um Rat.

    • Gehen Sie nicht alleine Schwimmen und unterrichten Sie andere Strandbesucher von Ihrem Vorhaben, damit sie nach Ihnen Ausschau halten.


  • An welchen Stränden sind Hunde erwünscht? Wie sollten sich Hundehalter am Meer verhalten?

    Hunde spielen und toben gerne am Strand. Ausgewiesene Hundestrände gibt es jedoch nicht wie Sand am Meer. Die meisten Strände in Europa sind für Vierbeiner tabu, was man unschwer an den Verbotsschildern an den Strandzugängen erkennen kann. Deshalb sollten sich Hundehalter vor dem Badeurlaub informieren, wo Bello und Wauwau erwünscht sind.

    Zahlreiche Interessengemeinschaften unterhalten im Internet Informationssammlungen, die Hundebesitzern bei der Urlaubsplanung nützlich sein können. Auf diesen Internetseiten können Sie gezielt erste Informationen über ausgewiesene Hundestrände sammeln. Da diese jedoch oft nicht auf dem aktuellen Stand sind, empfiehlt Ihnen der ADAC, sich an die örtliche Touristinformation zu wenden. Diese kann Ihnen genaue Auskunft geben, wo Hunde am Strand zugelassen sind und wo nicht. 

    Wie sich Hundehalter an hundefreundlichen Stränden verhalten sollten, zeigen im Folgenden die wichtigsten Verhaltensregeln:

    • Gehen Sie mit Ihrem Hund vorm Strandbesuch Gassi!

    • Leinen Sie am Strand aktive und aggressive Hunde an!

    • Bringen Sie für die Entsorgung der Hinterlassenschaften Ihres Hundes einen Beutel bzw. eine Plastiktüte mit!

    • Schütten Sie die „Ausgrabungen“ Ihres Hundes vor dem Verlassen des Strandes wieder zu!


  • Was ist Badedermatitis? Woher kommt der juckende Hautausschlag an vielen deutschen Badeseen?

    Hautentzündungen quälen Badefreunde fast jeden Sommer an zahlreichen Seen in Deutschland. Denn in diesen Seen leben parasitische Egel, deren Larven sich in die Haut bohren, dort absterben und kleine lokale Entzündungen verursachen.

    Die mikroskopisch kleinen Wurmlarven, die Entenzerkarien, parasitieren in bestimmten Wasserschnecken und Wasservögeln. Bei hohen Wassertemperaturen scheiden die befallenen Wasserschnecken Wurmlarven ins Freiwasser ab. Die ca. 0,5 mm großen, frei schwimmenden Parasiten befallen Enten und dringen über deren Haut in die Blutgefäße ein.

    Auch Badende, die sich in unmittelbarer Nähe von Schilfbeständen oder in pflanzenbewachsenen Flachuferbereichen aufhalten, können zur Hauptschwärmzeit der Zerkarien von Parasiten befallen werden. Die Larven werden in der menschlichen Haut rasch abgetötet. Zurück bleibt jedoch ein stark juckender Hautausschlag mit roten Pusteln, die sogenannte Badedermatitis, die mit einer allergischen Hautreaktion nach Mückenstichen vergleichbar ist.

    Badedermatitis trat in den vergangenen Jahren nach längeren Schönwetterperioden im Hochsommer gehäuft an verschiedenen Binnengewässern Mitteleuropas wie dem Bodensee und dem Gardasee auf, aber auch in Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Meist verläuft die Hautreizung ohne weitere Komplikationen, die Hautrötungen und der lästige Juckreiz nehmen nach dem Befall ab dem dritten Tag rasch wieder ab. Am Bodensee ist bei Wassertemperaturen von über 21 Grad mit einem lokalen Auftreten von Zerkarien zu rechnen.

    Zur Vorbeugung gegen Badedermatitis empfiehlt der ADAC, schlammige, schilfbewachsene Uferareale nur kurz zu betreten und nicht im flachen Uferbereich zu verweilen, da dort die Hauptparasitenträger - die Schlammschnecken - siedeln. An Schotter- und Kiesstränden sowie im Freiwasser außerhalb des unmittelbaren Uferbereichs kommen Zerkarien in der Regel nicht vor.


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