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Reiserücktritt

Der Urlaub steht vor der Tür, aber plötzlich stellt eine Naturkatastrophe oder ein Terroranschlag die Reise in Frage. Sie sind betroffen und fragen sich, ob Sie die Urlaubsreise in das betroffene Zielgebiet tatsächlich antreten müssen? Lesen Sie hier, wann Sie von Ihrer Reise kostenlos zurücktreten können.


  • Rücktritt nur gegen Stornogebühr

    Vor Reisebeginn steht jedem Reisenden das Recht zu, von einer gebuchten Reise zurückzutreten. Doch der Reiseveranstalter kann in diesem Fall vom Kunden eine angemessene Entschädigung verlangen. In der Regel haben Reiseveranstalter hierfür eine pauschale Stornogebühr in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen festgesetzt. Bei Flugpauschalreisen z.B. gelten üblicherweise folgende Stornosätze:

    Bis 30 Tage vor Reisebeginn20%
    Ab 29. - 22. Tag vor Reisebeginn30 %
    Ab 21. – 15. Tag vor Reisebeginn40 %
    Ab 14. – 7. Tag vor Reisebeginn50 %

    Ab dem 6. Tag vor Reisebeginn

    55 %

  • Kostenfreier Rücktritt
    Keine Stornoentschädigung verlangen kann der Reiseveranstalter nur, wenn
    • ein Kündigungsrecht wegen eines erheblichen Reisemangels besteht und keine Abhilfe möglich ist (§ 651 e BGB)
    • eine wesentliche Leistungsänderung oder Preiserhöhung erfolgt
    • der Reisende sich auf "höhere Gewalt" berufen kann. Dies kommt vor allem bei Kriegsgefahr und Terroranschlägen im Urlaubsland in Betracht. Unter "höherer Gewalt" versteht man ungewöhnliche und unvorhersehbare Ereignisse, auf die derjenige, der sich auf höhere Gewalt beruft, keinen Einfluss hat. Kündigen kann der Reisende in diesem Fall aber nur, wenn die Reise durch dieses Ereignis vermutlich wesentlich erschwert, erheblich beeinträchtigt oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko wird (dies war z.B. der Fall bei einer Städtereise nach New York kurz nach dem 11. September 2001). Einzelne Terroranschläge gehören nach ständiger Rechtsprechung jedoch zum allgemeinen Lebensrisiko. Etwas anderes könnte nur gelten, wenn weitere Anschläge stattfinden oder angekündigt werden. Regelmäßig bejahen die Gerichte "höhere Gewalt", wenn das Auswärtige Amt vor der Einreise in ein bestimmtes Land warnt. Ob man eine Pauschalreise wegen der Auswirkungen eines Hurrikans kostenlos stornieren kann, hängt  in der Regel davon abwie stark das jeweilige Gebiet von den Verwüstungen betroffen und damit nicht erreichbar bzw. der Erholungswert für den Reisenden stark beeinträchtigt ist. Wenn also der Urlaubsort für den Reisenden aufgrund der Verwüstungen gar nicht erreichbar ist oder Aufräumarbeiten den Erholungswert stark mindern (z.B. wegen Lärm, Versorgungsschwierigkeiten oder stark eingeschränktem Angebot an Freizeitaktivitäten), kann der Pauschalreisende vom Reisevertrag kostenlos zurücktreten. Steht ein Hurrikan im Reiseland unmittelbar bevor, besteht in der Regel ein Rücktrittsrecht für den Urlauber. Denn es ist ihm in der Regel nicht zuzumuten, sich dieser drohenden Gefahr auszusetzen.

  • Reiserücktrittsversicherung
    Die Reise-Rücktritts-Versicherung ersetzt dem Reisenden im Falle des Rücktritts die Storno- und gegebenenfalls Rückreisekosten. Der Eintritt des Versicherungsfalls muss dem Versicherer unverzüglich angezeigt werden.

    Eine Reise-Rücktrittskostenversicherung verhilft jedoch nur in bestimmten Fällen zum kostenlosen Rücktritt von einer gebuchten Reise. Versicherte Risiken sind Ereignisse, die im Bereich des Versicherten liegen, z.B. Krankheit, Impfunverträglichkeit, Schwangerschaft, Tod eines nahen Angehörigen oder Unfall. Andere Risiken, wie z.B. Terrorgefahr, deckt diese Versicherung jedoch nicht.

    Entscheidend bei einer Reisestornierung ist immer, zu welchem Zeitpunkt diese erfolgt. Wurde die Reise zum fraglichen Zeitpunkt noch nicht angetreten, liegt ein Fall des Reiserücktritts vor und es besteht ein vertraglicher Anspruch auf Ersatz der angefallenen Stornokosten. Ist die Reise zum fraglichen Zeitpunkt bereits angetreten, dann handelt es sich um einen Reiseabbruch und es besteht allenfalls Anspruch auf Erstattung etwaiger Mehrkosten.


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