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Reisethrombose: Stau - in den Venen

Kaum Beinfreiheit, stundenlang zur Bewegungslosigkeit verdammt – woher kennen Sie das?
Flugreisen und lange Bus- und Autofahrten, vor allem wenn´s richtig heiß ist, können gefährlich werden, denn wer länger als  vier bis fünf  Stunden sitzend unterwegs ist, hat ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko warnt der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC.

Stundenlanges Sitzen  ohne Bewegungspausen kann den Blutfluss in den Venen so beeinträchtigen, dass sich Blutpfropfen (Gerinnsel) bilden, die auch größere Adern ganz verschließen können. Weil im Sitzen besonders die Venen in den Kniekehlen dauerhaft abgeknickt sind, betrifft dies vor allem die Unterschenkel, aus denen das Blut nicht mehr ungehindert abfließen kann. Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, Alkohol und Kaffee (beide harntreibend) machen das Blut zusätzlich „dicker“ und verschlimmern das Problem ebenso, wie die fehlende „Muskelpumpe“ die normalerweise durch Muskelanspannung den Blutfluss unterstützt. Ist eine tiefe Venenthrombose an sich schon ein ernstzunehmendes und schmerzhaftes Ereignis, wird es  wirklich gefährlich, wenn ein Thrombus oder Teile davon sich lösen, via große Bauchvene und rechte Herzhälfte ihren Weg in die Lunge finden und dort zum Verschluss von Gefäßen führen. Das Ergebnis kann eine Lungenembolie sein, die in seltenen Fällen zum Tod führt. Und all das muss nicht auf der Reise, sondern kann auch noch ein paar Tage nach Ankunft passieren.

Besonders gefährdet: Raucher, Übergewichtige, Frauen die die Pille nehmen, Schwangere, Tumorkranke, Frischoperierte und alle, die zu Krampfadern neigen oder schon mal eine Venenerkrankung hatten und unter einer Blutgerinnungsstörung leiden. Personen mit mehreren dieser Risikofaktoren haben ein vielfach höheres Risiko.

Und so beugen Sie vor:


  • Halten Sie Ihre Beine fit!
    • Auf Autoreisen sollte alle 1 1/2 bis zwei Stunden eine Bewegungspause eingelegt werden, im Flugzeug ist alle halbe Stunde Fußgymnastik angesagt. (siehe Übungen).
    • Pro Stunde einen guten Becher (0,2 bis 0,5 Liter) trinken und zwar lieber keinen Kaffee. Auf Alkohol sollten Sie sogar schon am Vorabend verzichten.
    • Wenn irgend möglich keine Einnahme von Beruhigungsmitteln, die die Muskelspannung herabsetzen und Ihre Bewegungen einschränken.
    • Die Beine nicht übereinander schlagen und die Knie nicht zu stark beugen.
    • Bequeme Baumwollkleidung und Stützstrümpfe oder Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTS, gibt’s im Sanitätshaus) tragen.
    • Den Fußraum nicht unnötig (durch Gepäck) einschränken.
    • Flache, leichte Schuhe tragen, beim Laufen richtig abrollen im Sitzen gerne ausziehen.
    • Bei hohem Risiko nach Absprache mit dem Arzt gerinnungshemmendes Heparin spritzen oder spritzen lassen. Rückreise nicht vergessen!

  • Übungen
    • Auf der Stelle laufen, leicht federn, Füße dabei von der Ferse auf die Zehen rollen, Tempo steigern, mind. 3 Minuten alle 2 Stunden. Kniebeugen machen, Rücken gerade halten, so weit Sie hinunter kommen und so oft Sie können.
    • Eine Fußspitze am Boden aufsetzen, das jeweils andere Bein nach vorne anheben, den Fuß strecken und anziehen, je 15 Mal.
    • Abwechselnd mit sanftem Druck von den Fersen auf die Ballen abrollen und umgekehrt, 20-30 Mal.
    • Beide Fersen bleiben am Boden, Fußspitzen anheben und kräftige Drehbewegungen nach innen und außen machen, 20-30 Mal Füße abwechselnd mit der ganzen Fußsohle am Boden fest heranziehen und wieder vorstrecken.
    • Falls Sie sich die Beschreibungen nicht merken wollen, fragen Sie Ihr Kabinenpersonal. Das kennt alle Tipps und Kniffe.

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