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Sonne und Haut

Wenn wir genug Vitamin D mit der Nahrung aufnehmen oder dieses wichtige Hormon ohne weiteres selbst herstellen könnten, hätten wohl alle Menschen sehr dunkle Haut. Helle Haut „riskiert“ der Körper nämlich nur, um in sonnenarmen Regionen ausreichend ultraviolette (UV-) Strahlung für die Bildung von Vitamin D abzubekommen. Die führt aber bekanntlich auch zu Sonnenbrand und wird mit bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht. Ginge es allein um die Gesundheit, so könnte man es für Mitteleuropa bei einem einzigen Rat belassen: Gehen Sie jeden Tag etwa zehn Minuten möglichst spärlich bekleidet in die Sonne. Das tut gut und hält gesund! Komplizierter wird es, wenn Menschen sich länger in der Sonne aufhalten müssen - oder wollen. Zum Beispiel, weil sie braun werden möchten.

Bei allen Diskussionen um das Thema Sonne und Haut gelten doch einige Grundsätze als allgemein akzeptiert:

  • Dass unsere Haut beim Sonnenbaden dunkler wird, ist nichts anderes, als eine natürliche Abwehrreaktion auf zuviel UV-Strahlung.
  • Schäden an Zellen treten auch auf, wenn es nicht zu Sonnenbrand kommt. Rot wird die Haut erst nach einer deutlichen Schädigung ihrer Zellen und auch dann oft erst Stunden später.
  • Sonnenbrand, vor allem während Kindheit und Jugend, sollte unbedingt vermieden werden.
  • Ein kompletter Schutz gegen UV-Strahlen wird mit Mitteln zum Auftragen auf die Haut nicht erreicht.

Der ADAC gibt Ihnen Tipps für einen Sonnengenuss ohne Reue. 

Oberste Regel: Lassen Sie es nicht zu Sonnenbrand kommen!


  • Verhalten

    Ihr Umgang mit Sonnenlicht muss sich natürlich an Ihrem Hauttyp orientieren. Menschen mit blauen Augen, roten Haaren und ganz heller, sommersprossiger Haut (Hauttyp I) erleiden oft schon nach wenigen Minuten Strahlenschäden. Weil die sichtbare Rötung aber viel später auftritt, wird diese sog. Eigenschutzzeit der Haut meistens überschätzt. Sehr dunkle Typen (Hauttyp IV) mit braunen Augen dagegen können schon mal eine halbe Stunde pralle Sonne ohne erkennbare Hautschäden überstehen; die Hauttypen II und III liegen irgendwo dazwischen. Für die meisten Deutschen sind also fünfzehn Minuten kein Problem – deutsche Sonne, wohlgemerkt! Für längere Aufenthalte und stärkere Sonne (näher am Äquator, in der Höhe, über Sand, Wasser, Schnee und Eis) sollten Sie sich entsprechend wappnen. Die Haut von Kindern, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sollte praller Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden und auch ältere Kinder müssen besonders sorgsam geschützt werden!
    Wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten wollen, dann sind die Stunden vor 11 und nach 15 Uhr am besten. Dazwischen sollte eine Sonnenpause in Haus oder Schatten liegen. Überhaupt ist der Schatten im Freien der optimale Aufenthaltsort. Auch wer braun werden möchte, ist dort gut aufgehoben und Schattenbräune hält sogar länger an, als die aus praller Sonne. Übrigens: Auch Gartenarbeit mit freiem Oberkörper gilt natürlich als Sonnenbad.


  • Vorbräunen im Sonnenstudio
    Ob ein Schaden an Hautzellen durch Sonnenlicht oder künstliche UV-Strahlen entsteht, spielt keine Rolle. Die Meinung der allermeisten Experten: Für gesunde Menschen gibt es keinen vernünftigen Grund, sich in eine Sonnenbank zu legen.
  • Kleidung
    Zusammen mit vernünftigem Verhalten der wichtigste UV-Schutz! Eine Faustregel: Je nach Dicke des Stoffes sind Sie mit einem trockenen, weißen T-Shirt fünf bis zehn Mal länger vor Sonnenbrand geschützt, als ohne. Es hätte demnach einen Lichtschutzfaktor (LSF, s.u.) zwischen fünf und zehn. Ist es von Wasser oder Schweiß durchnässt, sinkt dieser Wert noch einmal deutlich (Trotzdem sollte auch beim Schnorcheln ein T-Shirt getragen werden, weil ein Teil der UV-Strahlung bis in 30 cm Wassertiefe dringt.). Als einfachen Test kann man ein Kleidungsstück gegen das Licht halten: Lässt der Stoff viel Licht durch, dann lässt er auch viel UV-Strahlung durch. Das gilt auch für Hüte. Strohhüte sind zwar schick, solche aus kräftigem Stoff mit Krempe schützen aber besser. Besonders für Kinder, aber auch für empfindliche Erwachsene gibt es im Fachhandel spezielle UV-Schutzkleidung. Gute Sonnenbrille nicht vergessen! Auch die Augen brauchen Schutz.
  • Mittel zum Auftragen auf die Haut
    Gesicht, Hände und was sonst nicht von Kleidung bedeckt wird, kann mit Sonnencreme oder –milch behandelt werden. Grundsätzlich unterscheidet man physikalische und chemische Mittel sowie Mischungen aus beiden. Für die besonders empfindlichen Lippen eignen sich spezielle Fettstifte.
  • Physikalische Mittel
    Der früher verbreitete Begriff „Sunblocker“ ist irreführend und soll nicht mehr verwendet werden. Diese Mittel dringen nicht in die Haut ein, sondern bilden an der Oberfläche eine Schicht, die Sonnenlicht teilweise reflektiert. Sie haben den Vorteil, dass sie sofort nach dem Auftragen schützen und sind das Mittel der Wahl für Kinder unter 12 Jahren. Auch für empfindliche Erwachsenenhaut sind sie eher geeignet, weil sie seltener zu Allergien führen. Manko: Sie bilden einen Film und lassen einen etwas blass aussehen.
  • Chemische Mittel
    Viele Menschen bevorzugen Mittel, die in die Haut eindringen und dort einen Teil der auftreffenden UV-Strahlung in Wärme umwandeln. Sie entfalten ihre Wirkung aber erst nach etwa einer halben Stunde und stehen im Verdacht, öfters zu Allergien zu führen. Dass sie auch für ernstere Schäden verantwortlich sein sollen, wurde von Studien bisher nicht bestätigt.
  • Höhere Mathematik: Der Lichtschutzfaktor LSF
    Der LSF soll verschiedene Sonnenschutzmittel untereinander einigermaßen vergleichbar machen, ist aber absolut nicht geeignet für minutengenaue Berechnungen. Ein Beispiel: Nach Ihrer eigenen Erfahrung bekommen Sie an den blassesten Hautstellen nach 10 Minuten in praller, deutscher Mittagssonne später einen Sonnenbrand. Verwenden Sie nun ein Mittel mit LSF 20, wären Sie rechnerisch 10 x 20 Minuten, also mehr als drei Stunden, vor Sonnenbrand geschützt. Besser ist es, nur etwa die Hälfte der errechneten Schutzdauer auszunutzen. Den größten „Sicherheitsabstand“ sollten Sie in der Wüste, auf Gletschern und auf dem Wasser einhalten. Wichtig: Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Mittel das neue UVA-Siegel trägt! Da LSF-Angaben nicht weltweit einheitlich sind und die Bezeichnungen auf ausländischen Produkten sehr verwirrend sein können, sollten Sie Ihren gesamten Bedarf an Sonnenschutzmitteln von zu Hause mitnehmen. Meist ist das auch billiger als der Kauf im Reiseland.
  • Cremen - aber richtig!
    Tests beweisen: Die wenigsten Menschen cremen sich richtig ein. Rechnen Sie als Erwachsener für den ganzen Körper mit gut drei Esslöffeln UV-Schutzmittel. Muss der Schutz sofort zur Verfügung stehen, sind Kleidung und physikalische Mittel die erste Wahl. Aber egal, ob Lichtreflektor oder UV-Umwandler: Beide schützen nur dann so lange, wie es die Rechnung Eigenschutz mal LSF ergibt, wenn spätestens nach zwei Stunden nachgecremt wird und zwar überall da, wo Sonne hinkommt und nicht zu sparsam. Durch Nachcremen erreicht man also die angestrebte Schutzdauer; verlängern lässt sie sich aber keinesfalls. Spielen im Sand, starkes Schwitzen, Baden und Schnorcheln verkürzen sie auch dann, wenn es sich um sog. wasserfeste Mittel handelt. Die Schutzmittel sollten übrigens nicht zu lange und intensiv eingerieben, sondern leicht und gleichmäßig auf der Haut verteilt werden.
    Reinigen Sie nach dem Sonnenbad die Haut mit Wasser. Après-Mittel spenden Feuchtigkeit und Kühle und wirken so stresslindernd für die Haut.
    Wo es schön warm ist, gibt es meistens auch Mücken. Insektenabwehrmittel bitte immer nach dem Sonnenschutz auftragen, bei chemischen Sonnenschutzmitteln nach etwa 30 Minuten.
  • Und wenn man doch einmal einen Sonnenbrand bekommt?

    Wenn es trotz aller Vorsicht doch einmal zu Sonnenbrand kommt, mildern Salben und Cremes mit Corticoiden oder Antihistaminika das Jucken und Brennen. Auch Produkte mit Aloe vera bessern die Beschwerden. Entstandene Schäden rückgängig machen können sie aber ebenso wenig, wie Apres-Cremes.

    Besonders, wenn man viele Muttermale hat, sollte man sie einmal im Jahr von einem Hautarzt kontrollieren lassen. Sofort zum Arzt gehen sollten Sie, wenn Muttermale größer werden, die Farbe ändern, jucken oder sonst wie auffällig werden.

    Weitere Informationen zu reisemedizinischen Themen erhalten ADAC-Mitglieder kostenlos vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter 089 – 76 76 77.


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