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Malaria

Diese Krankheit, für viele geradezu der Inbegriff einer Tropenkrankheit, befällt immer wieder auch Touristen und findet dann große Aufmerksamkeit in den Medien. Der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC fasst zusammen, was Sie über Malaria wissen sollten.
  • Was ist Malaria?
    Malaria ist eine Infektionskrankheit, die nicht durch Viren oder Bakterien, sondern durch sog. Plasmodien hervorgerufen wird. Von diesen Parasiten, die, ähnlich wie Bakterien, nur aus einer einzigen Zelle bestehen, gibt es über 150 Arten. Und von den vier Arten, die auch bei Menschen zu Krankheit führen, verursacht eine (P. falciparum) die lebensbedrohliche Malaria tropica.
  • Wie bekommt man Malaria?
    Ins Blut des Menschen gelangen die Plasmodien praktisch immer durch den Stich von Anopheles-Moskitos. Personen, die schon in der Kindheit immer wieder Malariainfektionen überstanden haben, können teilweise immun gegen den Erreger werden: Sie werden zwar weiterhin infiziert, erkranken aber weniger schwer als nicht immune Menschen. (Dieser Umstand macht es überhaupt erst möglich, Malariagebiete dauerhaft zu besiedeln.) Allerdings kann die Immunität auch wieder verloren gehen, wenn längere Zeit keine Infektion mehr stattfindet. Das ist z.B. der Fall bei Menschen aus Malariagebieten, die jetzt dauerhaft in Europa leben.
  • Wo gibt es Malaria?
    Die Krankheit kommt in Regionen vor, in denen es Anopheles-Mücken gibt und die monatliche Durchschnittstemperatur mindestens 16 Grad beträgt. Viele dieser warmen Länder zählen zu den beliebten Urlaubszielen der Deutschen. Ein gewaltiges Problem stellt die Krankheit aber in den Tropen und Subtropen dar, vor allem in Afrika südlich der Sahara, wo alljährlich mehrere hundert Millionen Erkrankungsfälle auftreten. Übrigens: Leichtere Malariaformen gab es bis 1948 auch in Deutschland vereinzelt und Anopheles lebt bei uns immer noch.
  • Woran erkennt man Malaria?
    Die Beschwerden einer Malaria sind in den ersten Krankheitstagen nicht von einer schweren Grippe oder z.B. dem Denguefieber, einer anderen von Mücken übertragenen Krankheit, zu unterscheiden. Allerdings kommt es bei Malaria häufig auch zu Bauchschmerzen und Durchfällen. Die leichteren Formen zeichnet oft alle drei oder vier Tage wiederkehrendes Fieber aus; bei der gefährlichen Malaria tropica dagegen steigt und fällt das Fieber völlig unregelmäßig. Fieber, das in der ersten Woche nach der Einreise in ein Risikogebiet auftritt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch Malaria verursacht. Andererseits kann Malaria in seltenen Fällen auch noch zwei Jahre nach Verlassen des Risikogebietes auftreten. Entscheidend ist also, bei Fieber daran zu denken, dass es sich auch um Malaria handeln könnte.
  • Kann Malaria behandelt werden?
    Eigentlich ist selbst Malaria tropica eine leicht zu beherrschende Krankheit – aber nur, wenn rechtzeitig eine gezielte Behandlung begonnen wird. Rechtzeitig bedeutet hier: Innerhalb eines Tages! Unter bestimmten Bedingungen muss der Patient die Behandlung mit einem Notfallmedikament sogar beginnen, ohne vorher einen Arzt konsultiert zu haben, weil bereits nach wenigen Tagen ohne Behandlung die Überlebenschancen bei Malaria tropica dramatisch sinken. Also: Jedes Fieber in den Tropen muss so lange als Malaria betrachtet und behandelt werden, bis ein erfahrener Arzt die Krankheit als Ursache ausschließen kann!
  • Wie kann man Malaria vermeiden?
    Malaria wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Daher gilt: Kein Mückenstich – keine Malaria. Das ADAC-Merkblatt „Schutz gegen Insekten und Zecken“ gibt Ihnen nützliche Tipps dazu, wie Sie sich die kleinen Blutsauger vom Leibe halten. Welche weiteren Schutzmaßnahmen (vorsorgliche Einnahme von Medikamenten, Mitnahme eines Medikamentes für den Notfall) für das geplante Reiseziel empfohlen werden, sollten Sie unbedingt spätestens vier Wochen vor der Reise mit einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt besprechen. Adressen und weitere Informationen zu reisemedizinischen Themen erhalten Sie ebenfalls von unserem Reisemedizinischen Informationsdienst (0 89 76 76 77).

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