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Schutz gegen Insekten

Sie können einen Urlaub verderben und ernsthafte Krankheiten übertragen: Blutsaugende Insekten und Zecken. Der reisemedizinische Informationsdienst des ADAC sagt Ihnen, wie Sie sich auf Reisen gegen die Plagegeister schützen.

Auch wenn sehr viele Insekten und andere Tierchen Blut saugen, sprechen wir im Folgenden der Einfachheit halber nur von Stechmücken. Das Gesagte gilt aber ebenso für Stechfliegen, Zecken, Wanzen und Läuse.


  • Oberstes Gebot: Lassen Sie sich nicht stechen!
    Die mit Abstand wichtigste Regel! Keine Stiche - keine Malaria, kein Denguefieber … Den besten Schutz gegen Stiche bietet eine Kombination aus folgenden Maßnahmen.
  • Sich von Mücken fernhalten
    Versuchen Sie Flussläufe und Sümpfe zu meiden, an denen es  viele blutsaugende Tierchen gibt, besonders zu Risikojahres- und -tageszeiten. In Malariagebieten nach Dämmerungsbeginn nicht mehr ins Freie zu gehen, senkt die Übertragungsgefahr z.B. ganz erheblich – für Malaria, wohlgemerkt. Leider gibt es für jede Tageszeit einen Überträger, der einen stechen kann.
  • Mücken nicht anlocken
    Mücken werden von den verschiedensten natürlichen und künstlichen Düften angelockt. Häufiges Waschen von Körper und Kleidern kann ebenso hilfreich sein, wie der Verzicht auf Parfums und duftende Kosmetika.
  • Mücken fernhalten

    Kleidung
    Eines der wirksamsten Mittel gegen Stiche ist Kleidung. Am besten hell, nicht zu locker gewebt, an den Öffnungen dicht abschließend, aber nicht hauteng anliegend, um durchgehende Stiche zu verhindern. Vor allem sollte sie möglichst viel Körperoberfläche bedecken - also: Hut (evtl. mit Moskitonetz), geschlossene Schuhe und Socken tragen. Imprägnieren der Kleidung, etwa mit Permethrin, hilft zusätzlich. Das Mittel tötet Insekten schon bei Kontakt, ist aber für Menschen ungefährlich. Da Mückenstiche besonders in heißen Ländern riskant sind, erfreuen sich die Kleiderratschläge keiner allzu großen Beliebtheit.

    Mückennetze, Fliegengitter, Klimaanlage
    Zwar behindern engmaschige Netze die Luftzirkulation, eine Maschenweite von 1-1,2 mm sollte aber nicht überschritten werden. In Gegenden, in denen mit Gnitzen, Sandmücken und Kriebelmücken zu rechnen ist, wird sogar zu 0,6 mm geraten. Auch hier hilft Imprägnieren zusätzlich, es gibt aber auch Netze, die ab Fabrik mit solchen Mitteln behandelt sind. Egal welche Netzform (Zelt-, Kasten-, Tunnel-) Sie wählen: Wichtig ist, dass das Netz so angebracht werden kann, dass es zu keiner Zeit am Schlafenden anliegt. Nehmen Sie daher Schraubhaken, Reißnägel, Schnüre und Klebeband (auch zur Reparatur von Fliegengittern) mit. Anliegen am Körper notfalls mit Wall aus Kissen und Decken verhindern, Netz immer unter die Matratze einstecken. Das mitgebrachte eigene Netz erspart, besonders bei Rundreisen, die aufwändige Kontrolle von Hotelnetzen auf schadhafte Stellen. Kunststoffnetze sind leichter als solche aus Baumwolle. Haben Sie die Wahl zwischen einem Hotelzimmer mit Fliegengittern und einem ohne, nehmen sie das erstere. Das gleiche gilt für Klimaanlagen, die schön kühl eingestellt sein sollten, weil viele Stechmücken das nicht mögen.

    Mückenabwehrmittel (Repellents, Repellentien)
    Alles, was an Haut nicht von stichdichter Kleidung bedeckt ist, wird streng nach Vorschrift mit Mückenabwehrmitteln behandelt. Vor dem Kauf darüber informieren, wogegen das jeweilige Mittel in welcher Konzentration wie lange wirkt (allerdings gibt es hier erfahrungsgemäß große Unterschiede zwischen einzelnen Personen). Die Mittel, als Spray, Gel und Creme im Angebot, werden stets eine gute Viertelstunde nach dem Sonnenschutz und nur auf intakte Haut (nicht auf Sonnenbrand und Wunden) aufgetragen.

    Faustregel: Je tropischer das Reiseziel, desto höher die Konzentration.
    Kinder unter zwei Jahren sollten möglichst nur mit Kleidung und Mückennetzen geschützt werden, bei älteren kommen niedriger konzentrierte chemische Präparate oder pflanzliche Alternativen in Frage. Das gilt auch für Schwangere und Stillende, selbst wenn schädliche Wirkungen für die beiden wirksamsten Substanzen, Icaridin und DEET, nicht nachgewiesen wurden.

    Zu Icaridin und DEET liegen die meisten wissenschaftlichen Informationen vor: Beide halten eine Vielzahl von Insekten auf Distanz und wirken auch in den Tropen zuverlässig. Anders als DEET greift Icaridin Lacke und Kunststoffe nicht an (Vorsicht bei Kunstfasern, auch in Mückennetzen) und verursacht weniger Hautreizungen. Es scheint daher auch für Kinder besser geeignet. Weitere erwiesenermaßen wirksame Chemikalien sind Dimethylphtalat (DMP) und Repellent 3535.
    Auch eine Anzahl pflanzlicher Substanzen wie Zitronella, Kokosnuss-, Teebaum- und Eukalyptusöl schützen. In der Regel muss aber viel öfter neu aufgetragen werden. Hat man mit einem Mittel unter den jeweiligen Bedingungen keine Erfahrung, sollte man zur Vorsicht immer auch eine der stark wirksamen Substanzen bei sich haben. Vorsicht: Meerwasser, Regen, Schweiß und über das Mückenmittel aufgetragene Hautpflegemittel schwächen die Mückenabwehr! Spätestens, wenn die Wirkung nachlässt, muss nachbehandelt werden.
    Akustische Geräte, Vitaminpräparate und dergleichen werden sehr gegensätzlich bewertet und können daher ebenso wenig allgemein empfohlen werden, wie Mischpräparate aus Mücken- und Sonnenschutzmitteln.
    Da sich Inhaltsstoffe nicht überprüfen lassen, sollten sie ihren gesamten Mückenschutz aus Deutschland mitbringen.


  • Mücken vernichten
    Einzelne Tierchen in Räumen kann man natürlich auch einfach erschlagen (nie mit der bloßen Hand!). Mehr in die Breite wirksam sind Räucherspiralen zum Anzünden oder Verdampfer für die Steckdose, die in aller Regel das schon erwähnte, unschädliche Permethrin enthalten. Trotzdem sollten sie bei chronischen Atemwegserkrankungen und in den Schlafzimmern von kleinen Kindern sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Im Freien fallen den Geräten Lästlinge und unschädliche Insekten leider ohne Unterschied zum Opfer.
  • Und wenn Sie doch einmal gestochen werden sollten:
    Gegen das Jucken helfen Cremes und Gels auf Corticoid- oder Antihistaminbasis aus der Apotheke.

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