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Flugreisen


Reisen mit dem Flugzeug sind komfortabel, sicher und oft auch kostengünstig. Diese Reiseart hat aber durchaus Besonderheiten, mit denen man vertraut sein sollte. Der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC erklärt Ihnen, worauf es ankommt.


I: Vor dem Flug

Flugreisetauglichkeit

Als Flugzeuge noch nicht bequem mit dem Vorfeldbus oder gar über „Finger“ zu erreichen waren, galt die Regel: Wer ohne körperliche Beschwerden 100 Meter mit Handgepäck über das Flugfeld zur Maschine gehen und über die Treppe in die Kabine steigen kann, der kann auch fliegen. Heute gibt es bei den Fluggesellschaften detaillierte Richtlinien zur Frage der Flugtauglichkeit bei oder nach gesundheitlichen Problemen. Zum Beispiel sollten Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, sechs Wochen warten, bis sie wieder ohne medizinische Begleitung fliegen. Auch für manche Operationen, Infektionskrankheiten und andere medizinische Situationen bestehen Zeitgrenzen. Sie sollen helfen, medizinische Zwischenfälle an Bord zu vermeiden.

Wer also nicht sicher ist, ob er den beschriebenen „Flugfeldtest“ ohne weiteres bestehen würde oder sich generell nicht recht fit fühlt, sollte sich das auch eingestehen und mit seinem Arzt klären, ob die geplante Flugreise zu diesem Zeitpunkt wirklich ratsam ist. Das gilt insbesondere für Menschen mit Herz- oder Atemproblemen. Personen, bei denen Zweifel daran aufkommen, dass sie den geplanten Flug gut überstehen werden, können im ungünstigsten Fall noch unmittelbar vor dem Start von der Reise ausgeschlossen werden. Ein Arztbesuch einige Wochen vor Reisebeginn lässt ausreichend Zeit für eventuell notwendige Maßnahmen und Schutzimpfungen, die nicht vergessen werden sollten. Welche Impfungen für Ihr Reiseland empfohlen werden, erfahren Sie auf adac.de/tourmed oder vom Reisemedizinischen Informationsdienst Ihres ADAC (0 89 76 76 77).

  • Vorbereitung
    Schon Wochen vor dem Flug können Sie für eine angenehme Reise sorgen. Reisende, die sicher sein möchten, dass sie auf dem Flug für sie geeignetes Essen erhalten (z.B. Diabetiker, Vegetarier), können bei der Buchung eine entsprechende Notiz an die Fluggesellschaft geben.
    Packen Sie von den Medikamenten, die Sie gewöhnlich brauchen, mindestens die Hälfte mehr ein, als Sie normalerweise brauchen würden und verteilen Sie sie auf Hand- und Check-in-Gepäck. Wenn Sie schon wissen, dass Sie auf dem Flug zusätzlichen Sauerstoff brauchen werden, bestellen Sie ihn bitte rechtzeitig bei der Fluggesellschaft. Das Mitnehmen eigener O2-Flaschen in die Kabine ist in aller Regel nicht möglich. Falls Sie gerade einen leichten Schnupfen haben, denken Sie daran, abschwellende Nasentropfen ins Handgepäck zu nehmen, damit Sie schon etwa eine halbe Stunde vor dem Start freie Atemwege haben.

    Vielflieger mit chronischen Krankheiten, können sich ein entsprechendes Formular (z.B. Fremec der Lufthansa) ausstellen lassen. Das erspart lästige Schreibarbeit vor dem Flug.
    Essen Sie leicht (Salat, Gemüse, keine Hülsenfrüchte) und trinken Sie schon vor dem Flug reichlich. Personen, die Heparin spritzen müssen, sollten dies etwa zwei Stunden vor Flug tun.

  • Zeitzonenflüge, Jet lag
    Bei Flügen in Ost-West-Richtung oder umgekehrt werden oft mehrere Zeitzonen überflogen. Fliegt man z.B. von Deutschland nach Kalifornien, wird der Tag der Reise dabei ca. 8 Stunden länger: Sie fühlen sich nach zwölf Stunden Flug z.B. wie um vier Uhr nachts, es ist aber bei der Landung erst acht Uhr abends, eine Zeit also, zu der Sie normalerweise nicht ins Bett gehen. Tun Sie es dennoch, werden Sie möglicherweise nachts um eins (nach Ihrem alten Rhythmus: morgens um 9) aufwachen und leidlich munter sein, während sich rundherum die Letzten schlafen legen. Nach einer wach verbrachten restlichen Nacht werden Sie am Nachmittag schon wieder müde – und so weiter. Eine Faustregel geht von einem Tag Anpassungszeit pro Stunde Zeitdifferenz aus. Bei vielen geht es aber auch schneller.

    Vorbeugend können Sie einige Tage vor dem Flug damit beginnen, jeweils eine Stunde später als gewöhnlich schlafen gehen. Damit gleichen Sie sich dem Rhythmus am Reiseziel schneller an. Für Zeitzonenflüge in östliche Richtung gilt das gleiche Verfahren umgekehrt. Menschen, die Insulin spritzen oder wichtige Medikamente zu bestimmten Zeiten einnehmen müssen, sollten unbedingt vorher mit einem Arzt einen Medikamentenplan schriftlich fixieren. Für insulinabhängige Diabetiker gibt es regelrechte Formeln zur Anpassung der Dosis auf solchen Reisen.
    Die Einnahme von Melatoninpräparaten zur Verbesserung der Schlafqualität, besonders nach Flügen Richtung Osten, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Eine allgemeine Empfehlung kann zu diesem Thema nicht ausgesprochen werden.

  • Sicherheitsuntersuchung
    Ca. 600.000 Personen in Deutschland tragen einen Herzschrittmacher oder einen implantierten Defibrillator, viele eine implantierte Hörhilfe. Auch, wenn sie an manchen Flughäfen noch dazu aufgerufen werden, das Sicherheitspersonal vorab zu informieren, ist sich die Fachwelt weitgehend einig: Weder von den Torbögen, noch von den Handdetektoren geht eine echte Gefahr für die Einstellung der Geräte aus. Sie können trotzdem jederzeit das Personal informieren. Mehrsprachige Informationsblätter erhalten Sie u.a. beim Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC.

II. Der Flug

Grundsätzliches zu den Bedingungen in der Fluggastkabine

Für die Luftlinien ist es wichtig, dass der Platz in einem Flugzeug optimal ausgenutzt wird und die Maschine gleichzeitig möglichst leicht bleibt. Das Gepäckgewicht, wie auch jede andere Form der Zuladung (inkl. Getränke und Essen) werden begrenzt, Sitzraum und Treibstoff genau berechnet. Um Treibstoff zu sparen, fliegen moderne Verkehrsflugzeuge in großer Höhe (9.000 bis 11.000 m). Die Luft ist dort lebensfeindlich „dünn“, eiskalt und sehr trocken, was auch Folgen für das Innenraumklima hat. Ein Großteil der gesundheitlichen Beeinträchtigungen an Bord von Verkehrsflugzeugen hat irgendwie mit den Themen Druck, Sauerstoff, Flugbewegungen und Raumverhältnissen zu tun.


  • Druck
    Start
    Beim Steigflug nimmt der Luftdruck in der Kabine zunächst ab, was dazu führt, dass der Druck in eingeschlossenen Luftmengen (z.B. im Mittelohr, den Nasennebenhöhlen und dem Verdauungstrakt, evtl. unter Zahnfüllungen) relativ dazu ansteigt und diese sich ausdehnen. Finden sie problemlos Anschluss an die Umgebungsluft, spürt man allenfalls eine Art Klicken im Ohr. Ist das nicht der Fall, kann das eingeschlossene Gas durch seine Ausdehnung z.T. heftige Schmerzen verursachen, die auch über das Ende des Steigfluges hinaus anhalten.

    Reiseflug
    Da sich während dieser Phase die Flughöhe normalerweise nur wenig ändert, treten in der Regel auch keine neuen Probleme wegen des Luftdrucks auf.

    Landung
    Umgekehrt wie beim Start nimmt der Umgebungsdruck zu, sobald die Maschine in den Sinkflug übergeht. In den beschriebenen Hohlräumen entsteht jetzt ein relativer Unterdruck. Um diesen auszugleichen, muss wieder Luft einströmen. Auch hier gilt, dass es bei einwandfreier Funktion der beteiligten Strukturen zu keinen wesentlichen Beschwerden kommen sollte. Säuglinge und Kleinkinder haben jedoch eine andere Rachenform als Erwachsene und beherrschen zudem keine aktiven Druckausgleichsmanöver. Sie haben deutlich häufiger Beschwerden und sehr oft hört man bei der Landung Babys schreien, die bis dahin ruhig waren. Bei Erwachsenen gibt es große Unterschiede in der Empfindlichkeit für Druckänderungen; manche Personen haben regelmäßig heftigste Schmerzen.

    => Maßnahmen gegen Druckbeschwerden
    Wichtig: Rechtzeitig beginnen! Besonders bei Schnupfen ca. 30 min vor der Landung abschwellendes Nasenspray nehmen (Kabinenpersonal um Erinnerung bitten). Kau-, Schluck- und Gähnbewegungen machen, Säuglinge und Kleinkinder stillen oder zum Trinken anhalten. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, Druckausgleich durch Pressen bei zugehaltener Nase versuchen. 

    Hilft auch das nicht, unbedingt das Kabinenpersonal informieren; es hat sehr viel Erfahrung mit dieser Situation. Vielflieger, die schon häufiger Probleme hatten, können spezielle Ohrstöpsel ausprobieren, die bei der Landung den Anstieg des Drucks auf das Trommelfell bremsen. Personen mit akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen, Stirnhöhle) oder des Mittelohres sollten grundsätzlich nicht fliegen.

  • Kabinenluft, Sauerstoff
    Genau wie am Boden besteht die Außenluft in 10.000 m Höhe aus etwa einem Fünftel Sauerstoff und vier Fünftel Stickstoff. Weil die Erdanziehung in dieser Höhe aber schon recht schwach ist, ist dieses Gasgemisch für die menschliche Atmung nicht mehr stark genug verdichtet. Deshalb wird bei Verkehrsflugzeugen die angesaugte und erwärmte Außenluft mit Kompressoren ins Flugzeuginnere gepresst. Das Flugzeug wird sozusagen aufgepumpt. Auf diese Weise wird im Inneren ein Luftdruck geschaffen wie er auf einer Höhe von ca. 2.200 m herrscht. Das ist zwar niedriger, als es die meisten Menschen gewohnt sind, gesunde Personen haben damit aber keine Schwierigkeiten. Auch die Sorge, ungeborene Kinder könnten nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, ist unbegründet: Besondere Eigenschaften ihrer roten Blutkörperchen sorgen dafür, dass sie gut mit dem Kabinenmilieu zurechtkommen. Ganz anders ist das bei Menschen, die Lungen- oder Herzerkrankungen mitbringen.

    => Maßnahmen bei Atemnot
    Wenn Sie oder ein Mitreisender das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen, muss unbedingt sofort das Kabinenpersonal verständigt werden. Es gibt an Bord Sauerstoff für den Notfall und Medikamente, die Atembeschwerden lindern können. Notfalls wird die Crew versuchen, einen zufällig mitreisenden Arzt hinzuzuziehen.

  • Flugzeugbewegungen
    Ähnlich wie Schiffe können sich Flugzeuge gleichzeitig vorwärts, seitwärts und nach oben und unten bewegen. Dabei nimmt das Auge in der Kabine normalerweise gar keine Bewegung wahr, während das Gleichgewichtsorgan z.T. heftige Lageänderungen an das Gehirn meldet. Diese sich widersprechenden Informationen können zu allgemeiner Schwäche und Übelkeit (Reisekrankheit) bis hin zum Erbrechen führen.

    => Maßnahmen gegen Reisekrankheit
    Verhalten
    Wer weiß, dass er empfindlich ist, kann schon bei der Vorbereitung gegensteuern. Eine Maßnahme ist die Wahl eines Sitzplatzes am Fenster, am besten im Bereich der Tragflächen, aber mit Blick auf den Horizont. Hier sind die Bewegungen des Rumpfes am geringsten zu spüren. Viele Fluggesellschaften veröffentlichen so genannte Floor Panels ihrer verschiedenen Flugzegtypen, denen man geeignete Sitzreihen entnehmen kann. Sie zeigen auch an, wo die nächste Toilette liegt. Leichtes Essen und ausreichendes Trinken (Wasser, Fruchtsäfte, Tee, keinen Kaffee, keinen Alkohol) sind ebenfalls hilfreich.
    Während des Fluges bitte nicht lesen, sondern bei Helligkeit möglichst viel aus dem Fenster sehen und versuchen, den Horizont zu betrachten. Aber: nicht zu lange experimentieren und rechtzeitig das Kabinenpersonal informieren, wenn es nicht besser wird.

    Akupressur, pflanzliche Stoffe, Medikamente
    Wer nicht gleich zu Medikamenten (Antiemetika, Antivertiginosa) greifen will, kann es mit Armbändchen versuchen, die mit einem kleinen Knopf auf eine bestimmte Stelle am Handgelenk positioniert werden. Manchen Menschen hilft konzentriertes Vitamin C, nicht reisekrank zu werden, andere schwören auf Ingwer (roh oder eingelegt) als Mittel gegen Reise-, See- und Luftkrankheit. Als wirksamste Medikamentengruppe werden allgemein die Scopolamine betrachtet; auch bestimmte Calciumantagonisten und der Wirkstoff Dimenhydrinat helfen vielen Menschen zuverlässig. Bei den stark wirksamen Medikamenten sollte das Vorgehen mit einem Arzt abgesprochen werden, auch wenn man sie in vielen Ländern frei kaufen kann (Vorsicht vor Medikamentenfälschungen!).

  • Raumverhältnisse
    „Economy Class Syndrom“- wann immer die Themen Fliegen und Gesundheit aufeinandertreffen, taucht dieses missverständliche Wort auf. Es beschreibt die Neigung zu Blutgerinnseln (Thromben, Thrombosen) in Adern der Unterschenkel bei Bewegungsmangel, wie er auch bei beengtem Sitzen in der Touristenklasse vorliegen kann. Verstärkt wird diese Neigung durch weitere Faktoren, wie Rauchen, die Einnahme der „Pille“ und Wassermangel. Es gibt auch körperliche Veränderungen, die das Thromboserisiko erhöhen. Der wesentliche Faktor für ihre Entstehung ist aber der Mangel an Bewegung. Thromben haften normalerweise an der Innenwand der Venen, der Adern also, die das Blut aus dem Körper sammeln und zum Herzen zurückführen. Wenn sich Teile von ihnen lösen, schwimmen sie im Blutstrom mit, bleiben aber spätestens in der Lunge stecken und können dort zu lebensgefährlichen Gefäßverschlüssen (Lungenembolien) führen.

    Auch wenn im Flugzeug mehrere Faktoren dieses Geschehen beeinflussen, entstehen solche „Immobilitäts-Thrombosen“ auch bei langen Fahrten in Auto oder Bus und selbst bei ausgedehnten Sitzungen vor dem Bildschirm. Bei Flügen von unter vier Stunden Dauer ist ein Einfluss auf das Thromboserisiko nicht nachgewiesen.

     
    => Maßnahmen gegen Thrombosebildung
    1. Bequeme Kleidung. Vorbei die Zeiten, als im Sonntagsstaat geflogen wurde: Auf Langstreckenflügen muss die Kleidung, bis hin zu den Schuhen, vor allem bequem und zweckmäßig sein. Trainingsanzüge z.B. erfüllen diese Anforderungen (für manche: leider) in hohem Maße.

    2. Viel trinken. Die Außenluft ist vor der Erwärmung an den Triebwerken oft unter minus 50°C kalt und daher sehr trocken. Durch spezielle technische Einrichtungen erreicht die Luftfeuchtigkeit in modernen Airlinern bis zu 30%, mitunter liegt sie aber deutlich unter 20%. Zum Vergleich: Für Büroräume gelten 50 - 60% als angenehm. Die Flüssigkeit, die der Körper in dieser Umgebung durch Verdunstung und Atmung besonders reichlich verliert, wird in letzter Konsequenz dem Blut entzogen: Es „dickt ein“ und fließt schlechter. Auch hierdurch steigt das Risiko für die Bildung von Gerinnseln.

    Eine geeignete Gegenmaßnahme wäre, möglichst viel zu trinken. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Die Flüssigkeitsmenge, die mit an Bord genommen werden darf, ist aus Sicherheitsgründen begrenzt: Pro Person dürfen derzeit so viele Einzelpackungen von höchstens 100 ml mitgenommen werden, wie wiederum in einen verschließbaren 1-Liter-Beutel passen. Hätte man also Plastikbeutel zu 100-ml Getränk, könnte man theoretisch fast einen Liter zusätzlich mit an Bord nehmen. Praktikabler ist es, kleine Kunststoffflaschen leer mit durch die Sicherheitskontrolle zu nehmen und sie danach mit Trinkwasser zu füllen. In der Regel wird es keine Probleme geben. Das gilt auch für Getränke in Plastikflaschen, die in den Duty Free Shops der Wartebereiche gekauft werden. Ausnahmeregelungen gibt es für Babynahrung und flüssige Medikamente, die während des Fluges eingenommen werden müssen.

    Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, pro Stunde einen kleinen Becher Flüssigkeit zu trinken, lieber keinen Kaffe und besser keinen Alkohol, weil der entwässernd wirkt und auch sonst das Thromboserisiko eher erhöht. Reichliches Trinken sorgt natürlich auch für:

    3. Bewegung
    Wenn die Anschnallzeichen erloschen sind, öfter mal aufstehen und ein wenig auf und ab gehen, auf Zehenspitzen stehen und von den Zehenspitzen auf die Fersen wippen. Im Sitzen jede Stunde einige Minuten lang die Füße kreisen lassen, abwechselnd anziehen und wieder strecken. Wenn Sie vergessen haben, wie man es richtig macht, fragen Sie ruhig die Flugbegleiter. Sie geben Ihnen gerne Auskunft. 

    Diese drei Maßnahmen werden ausnahmslos allen Langstreckenfliegern empfohlen. Wer viel Übergewicht (BMI über 30), starke Krampfadern oder Lähmungen an den Beinen, in den letzten 6 Wochen eine ernstere Verletzung oder gar einen Herzinfarkt erlitten hat, sollte mit seinem Arzt über angepasste Kompressionsstrümpfe (Klasse II) sprechen. Mittel, die das Blut weniger leicht gerinnen lassen (z.B. Heparin) kommen in Frage, wenn schon einmal eine Thrombose aufgetreten oder eine Neigung zu Thrombosen schon bekannt ist, wenn aktuell ein Gips oder Ähnliches getragen werden muss oder in den letzten 6 Wochen eine größere Operation stattgefunden hat. Acetylsalicylsäure kann Heparin nicht ersetzen. Die Substanz hat aber eine gerinnungshemmende Wirkung und kann möglicherweise helfen, Thrombosen zu vermeiden. 

  • Flugangst
    Für viele Menschen ist der Start das schönste am ganzen Flug. Nach dem Beschleunigen auf über 200 km/h hebt die Maschine ab, geht in den Steigflug und legt sich dann oft eine elegante Kurve, bei der man auch vom Gangplatz aus den Boden sehen kann.

    Bei anderen löst allein die Vorstellung schon Herzrasen, Schweißausbrüche und nackte Angst aus. Flugangst ist viel verbreiteter, als man gemeinhin annimmt und sie kann auch über lange Jahre problemlose Vielflieger noch treffen. Spätestens, wenn Flüge nur noch unter Alkohol oder Medikamenten einigermaßen bewältigt werden, sollte man sich Gedanken über ein Flugangstseminar machen, wie es von vielen Fluggesellschaften angeboten wird. Hier wird genau erklärt, was wann passiert, woher welche Geräusche kommen und wie man sich durch spezielle Übungen zu entspannen lernt. Manchmal gehört auch ein kurzer Inlandsflug zum Programm, bei dem das Gelernte verfestigt wird.

  • Infektionskrankheiten
    Wo hunderte von Menschen auf engem Raum stundenlang zusammen sind, herrschen auch für Bakterien und andere Keime günstige Bedingungen für eine kleine Reise: Für die von einer Person zur nächsten. Zwar bemühen sich die Flugzeugbauer das Risiko mit speziellen Lüftungssystemen, Filteranlagen und Reinigungsmaßnahmen zu begrenzen; die Gefahr, sich an Bord eine Infektionskrankheit zuzuziehen, besteht aber grundsätzlich. Außer allgemeinen Hygienemaßnahmen (Hände waschen, Papiertaschentücher benutzen) gibt es hier keine Empfehlungen. Wer in Europa sich oder seine Mitreisenden mit einem Mundschutz vor Keimen schützen will, erntet bisher noch eher misstrauische Blicke.
  • Strahlung
    Unter anderem durch die dünne Atmosphäre sind Flugzeuge auf Reiseflughöhe deutlich mehr kosmischer Hartstrahlung ausgesetzt, als am Boden. Die Strahlungsdosis auf Nordatlantikrouten (z.B. von Europa nach Nordamerika) ist dabei besonders hoch. Auch wenn man bei ionisierender Strahlung nicht genau sagen kann, ab welcher Dosis sie Schäden verursacht, geht das zuständige Bundesamt davon aus, dass gelegentliche Ferienflüge auf diesen Routen auch für Schwangere und Kleinkinder ungefährlich sind. Frauen, die besonders sicher gehen möchten, sollten in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zurückhaltend mit Flügen von Europa nach Nordamerika sein. Maßnahmen gegen diese Strahlung gibt es nicht.
  • Fliegen und Tauchen
    Faustregel: Keine Tauchgänge am Tag der Ankunft und am Tag des Rückflugs. Zwischen Tauchgängen, bei denen keinerlei Probleme aufgetreten sind und einem Flug sollten mindestens zwölf Stunden liegen. Nach einem nicht völlig komplikationslosen Tauchgang und sollte mit dem nächsten Flug mindestens 48 Stunden gewartet werden. Im Zweifelsfall ist ein erfahrener Arzt zu konsultieren.

III. Nach dem Flug


Bei neu aufgetretenen Schmerzen in den Waden nach einem Langstreckenflug sollte vorsichtshalber ein Arzt um Rat gefragt werden. Der Jetlag nach Zeitzonenflügen wird sich nach einigen Tagen legen.


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