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Tollwut

Diese gefährliche Krankheit ist in Deutschland mittlerweile äußerst selten, stellt aber in vielen Ländern eine ernst zu nehmende Bedrohung dar. 

Erreger der Tollwut sind Viren, die, meist über infizierten Speichel, auch durch kleinste Verletzungen in den Körper von Mensch und Tier gelangen. Das übertragende Tier muss nicht erkennbar krank sein, eine Übertragung über Blut, Urin oder Milch gilt aber als ausgeschlossen. Während in vielen Ländern streunende Hunde, Füchse und Waschbären zu den häufigen Überträgern zählen, sind dies in Mitteleuropa meist Fledermäuse. 

Von den infizierten Menschen erkranken bis zu zwei Drittel; die Angaben hierzu schwanken aber in weiten Grenzen. Erste Krankheitszeichen können etwa 10 Tage, aber auch erst viele Wochen nach dem auslösenden Ereignis auftreten, das dann häufig längst vergessen ist. Neben unverdächtigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten und Durchfall werden dann oft Schmerzen, Jucken oder Kribbeln in der Nähe der ursächlichen Verletzung bemerkt. In den folgenden Tagen treten zunehmend Wesensveränderungen (Reizbarkeit, Unruhe, Angst), Krämpfe, Speichelfluss aus dem Mund bei gleichzeitiger Scheu vor Wasser und andere Krankheitszeichen hinzu. Im Endstadium der Erkrankung werden die Patienten ruhiger und die Krämpfe weichen Lähmungen, die sich bei vollem Bewusstsein über den Körper ausbreiten. Werden die lebenswichtigen Funktionen Atmung und Kreislauf nicht durch intensivmedizinische Maßnahmen unterstützt, tritt der Tod frühestens 4, längstens ca. 20 Tage nach Auftreten der ersten Symptome ein.

Während das Erkrankungsrisiko in Deutschland minimal ist, kommt Tollwut in vielen Ländern Osteuropas, besonders aber in Asien, Afrika und Südamerika häufig vor. Ein besonderes Gefahrenpotenzial für Reisende stellen Affen oder streunende Hunde dar – und das nicht nur in ländlichen Gebieten: Auch in der Millionenstadt Bangkok ist ein bedeutsamer Teil der Straßenhunde mit Tollwut infiziert. 

Die wichtigste Regel zum Schutz vor Tollwut auf Reisen lautet: Streicheln und Füttern verboten! Meiden Sie in Risikogebieten jeden Kontakt zu Tieren (auch zu Haustieren!) und lassen Sie mitreisende eigene Tiere auch dann vor der Reise impfen, wenn dies nicht ausdrücklich verlangt wird! Reisende die länger als vier Wochen in einer Region mit Tollwutrisiko bleiben und sich viel auf dem Land aufhalten, sollten sich ebenso gegen Tollwut impfen lassen, wie solche, die dort unter einfachen Bedingungen unterwegs sein wollen (z.B. Rucksack- u. Fahrradtouristen). Auch Höhlenforschern und anderen Personen, die in Kontakt mit Fledermäusen kommen können, ist eine Impfung zu empfehlen.

Vor Reisen in gefährdete Regionen, von denen aus nicht innerhalb eines Tages eine Großstadt erreicht werden kann, sollte großzügiger geimpft werden. Moderne Impfstoffe und vor allem das wichtige Hyperimmunglobulin stehen in ländlichen Gegenden in der Regel nicht zur Verfügung.

Kinder schließlich sollten eher geimpft werden; sie sind häufiger betroffen. 

Werden Sie ohne Impfschutz in einem Risikogebiet von einem Tier verletzt, sollten Sie alles daran setzen, so schnell wie möglich kompetent behandelt zu werden. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, besteht keine Hoffnung auf Rettung.

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