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Hantaviren

Diese Viren wurden nach einem Fluss in Korea benannt, in dessen Umgebung in den 50er Jahren viele amerikanische Soldaten an Fieber mit Nierenversagen erkrankten. Zwei Verwandte dieses Virus kommen auch in Deutschland vor: Das Puumala-Virus ist für fast alle bekannten Krankheitsfälle hierzulande verantwortlich, das Dobrava-Virus wird vereinzelt gefunden. Schwerpunkte sind im Süden der Bayerische Wald und die Schwäbische Alb, im Norden das Münsterland und die Gegend um Osnabrück. Verteilung und Häufigkeit hängen eng mit der Verbreitung und Entwicklung bestimmter Mäuse und Ratten zusammen: Gibt es z.B. viele Rötel- oder Brandmäuse, werden in der Regel auch viele Fälle von Hantavirusinfektionen gemeldet.

Mit Hantavirus infizierte Mäuse werden selbst nicht krank, scheiden die Viren aber mit Speichel, Urin und Kot aus. In getrocknetem Mäusekot bleiben die Viren tage- bis wochenlang infektiös. Sie werden mit aufgewirbeltem Staub oder angebissener Nahrung vom Menschen aufgenommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Insekten und Zecken spielt in Deutschland keine Rolle.

Ein bis sechs (meist zwei bis vier) Wochen nach der Aufnahme von Puumalaviren zeigen etwa 10% der Betroffenen Grippesymptome mit Fieber über 38°C. Diese oft als Sommergrippe gedeutete Episode vergeht meist nach einigen Tagen ohne Schäden zu hinterlassen. Bei einem Teil der Patienten kommt es aber zu einem Krankheitsverlauf mit schwerem Befall der Nieren, der eine Dialyse erforderlich machen und dessen Beschwerden sich wochenlang hinziehen können. Todesfälle sind glücklicherweise äußerst selten. Ist die Krankheit überstanden, besitzt man vermutlich lebenslange Immunität gegen diesen speziellen Virustyp.

Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht; ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können nur noch Vitalfunktionen gesichert und Beschwerden gelindert werden.

Da es gegen Hantaviren keine Schutzimpfung gibt, besteht die wichtigste Schutzmaßnahme darin, nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Besonders bei Reinigungsarbeiten in Räumen, zu denen Mäuse Zugang haben könnten (Schuppen, Gartenhäuschen, Jagd- u. Berghütten etc.) sollten Handschuhe und Staubschutzmasken getragen werden. Feuchte Reinigung ist vorzuziehen, weil dabei weniger Staub aufgewirbelt wird. Auch wenn von Hausmäusen und –ratten offenbar keine Gefahr ausgeht, sollten Nager mit aller Konsequenz aus Wohn- und Vorratsräumen verdrängt und entfernt werden.


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