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Grippe

Die Begriffe Erkältung, Grippe und grippaler Infekt werden umgangssprachlich oft nicht scharf von einander getrennt verwendet. Sie bezeichnen aber sehr verschiedene Krankheitsbilder.
Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt können beim Menschen von mehr als 150 Virusarten verursacht sein. Praktisch immer verschwinden die leichten bis mittelschweren Beschwerden innerhalb einiger Tage ohne bleibende Schäden.
Nicht mit diesem „banalen Infekt“ verwechselt werden darf die „echte“ Grippe (Influenza), auch wenn die Beschwerden, besonders zu Beginn der Erkrankung, praktisch die gleichen sein können. Eine Grippe ist eine ernste Erkrankung, der in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen zum Opfer fallen als Unfällen im Straßenverkehr.

Erreger
Hervorgerufen wird die echte Grippe beim Menschen von Influenzaviren und zwar in aller Regel solchen der Gruppen A und B. Innerhalb der A-Gruppe werden weitere Virusvarianten unterschieden je nachdem, welche Enzyme (Hyaluronidase (H) u. Neuraminidase (N)) sie tragen. Aus der Kombination dieser Merkmale ergeben sich die mittlerweile bekannten Bezeichnungen. Das sog. Schweingrippe-Virus ist zum Beispiel ein Influenza-A-Virus mit Hyaluronidase vom Typ 1 und Neuraminidase vom Typ 1. Es wird also mit AH1N1 bezeichnet. Allerdings gibt es weitere Unterscheidungsmerkmale, die aber in der breiten Öffentlichkeit keine Rolle spielen.

Verbreitung
Influenzaviren kommen überall auf der Welt vor. Sie können zwar prinzipiell jedes Organ befallen, sind beim Menschen aber besonders gut an die Verhältnisse angepasst, die in den Atemwegen von der Nase bis in die Lungen herrschen. Sie werden also sowohl ein- als auch ausgeatmet und natürlich beim Niesen und Husten in größeren Mengen freigesetzt. Auf den Händen, auf Oberflächen und in den Wassertröpfchen der Luft können die Viren über viele Stunden bis hin zu Tagen aktiv bleiben. Als Hauptüberträger werden allgemein Kinder angesehen. Grippeinfizierte können andere Menschen schon ein bis zwei Tage früher anstecken als die Krankheit bei ihnen selbst spür- und sichtbar wird. 
Epidemien, bei denen 15-20% einer Bevölkerung erkranken, können sowohl von Influenza-A- als auch von Influenza-B-Viren hervorgerufen werden. Dadurch, dass sich besonders Influenza-A-Viren sehr schnell teilweise verändern, werden sie in der nächsten Grippesaison nicht mehr zuverlässig erkannt und können erneut zu einer Epidemie führen. Große, weltumspannende Pandemien beim Menschen werden nur von sehr stark umgebildeten, quasi „neuen“ Viren der Gruppe A verursacht.

Krankheitsbild
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Grippe und Erkältung ist der Beginn der Erkrankung: Fühlt bei einer Erkältung manch einer, dass „etwas im Anzug ist“, so beginnt eine Grippe typischerweise regelrecht schlagartig: Binnen Stunden entwickelt sich aus relativem Wohlbefinden heraus ein schweres Krankheitsbild mit andauerndem, hohem Fieber (über 39°C), Schüttelfrost und massiven Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu können eine ausgeprägte Schwäche und natürlich alle Symptome vorhanden sein, die bei gewöhnlichen Erkältungen vorkommen. Auch Durchfall ist nicht selten.
Junge und sonst gesunde Menschen haben in der Regel nach einer Woche das Schlimmste hinter sich. Zu lebensbedrohlichen Komplikationen kann es aber kommen, wenn sich Bakterien auf den durch Viren geschädigten Schleimhäuten ausbreiten. Sie können zu Lungenentzündungen führen, die für die meisten Todesfälle verantwortlich sind. So dramatisch verläuft Grippe hauptsächlich bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen, die schon vor Beginn der Erkrankung nicht gesund waren. Ein besonders hohes Risiko tragen Menschen mit chronischen Herzkrankheiten, Krankheiten der Atemwege (z.B. Asthma) und geschwächter körpereigener Infektabwehr.

Behandlung
Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kann der weitere Verlauf nur noch schwer beeinflusst werden. Zwar gibt es Medikamente, die zumindest die Krankheitsdauer um ein oder zwei Tage verkürzen und mit denen offenbar auch schwere Komplikationen seltener auftreten. Sie müssen aber spätestens 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden gegeben werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Auch sollten sie nur angewendet werden, wenn man zuverlässig davon ausgehen kann, dass es sich um eine echte Influenza handelt. Werden sie nämlich unkontrolliert gegeben, entstehen schnell resistente Virusstämme, gegen die es dann praktisch kein Mittel mehr gibt.
Das oberste Ziel der Behandlung sollte sein, keine weiteren Personen anzustecken. In aller Regel reichen hierfür Bettruhe und Pflege zuhause im Einzelzimmer aus. Nur ein kleiner Teil der Erkrankten muss im Krankenhaus behandelt werden. Antibiotika, die gegen Viren wirkungslos sind, werden eingesetzt, um die oft parallel bestehenden bakteriellen Infektionen zu bekämpfen.

Vorsorge
Grippe tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf, in der sich Menschen gerne in warmen Räumen zusammendrängen, die wegen der Kälte draußen zudem selten gelüftet werden. Viele steigen dann auch von Fahrrad und Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um und halten sich insgesamt seltener im Freien auf als in anderen Jahreszeiten. Daneben hat die geringe Sonneneinstrahlung während der Zeit negative Folgen für das menschliche Immunsystem. Körperliche Aktivität im Freien, regelmäßiges Lüften, Meiden von Menschenansammlungen und vor allem häufiges, gründliches Händewaschen senken das Gripperisiko deutlich.
Experten raten darüber hinaus zur Grippeschutzimpfung, deren Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden..


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