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Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Diese Krankheit wird von Viren hervorgerufen, die von Zecken, bei uns also meistens von Ixodes ricinus, dem Holzbock, zwischen warmblütigen Tieren und Menschen übertragen werden. 310 Fälle wurden In Deutschland 2009 gemeldet, die Zahlen steigen seit 2007 stetig.

FSME kommt in Deutschland hauptsächlich in der Mitte, im Süden und Südwesten vor, wobei Hessen, Baden-Württemberg und Bayern am stärksten betroffen sind. In Europa zieht sich der FSME-Gürtel von Ostfrankreich bis nach weit nach Russland hinein und von den skandinavischen Südküsten bis nach Italien und auf den Balkan. Allerdings ist das Infektionsrisiko regional unterschiedlich hoch und zeitlich wechselnd. Die Bezeichnung FSME als solche ist gefährlich irreführend, weil man an einem milden, sonnigen Wintertag ebenso gestochen werden kann, wie nachts im trocken-heißen Hochsommer. Die meisten Infektionen werden in Deutschland im Juli/August gemeldet.

Der Speichel des Holzbocks enthält verschiedene Stoffe, die das Blutsaugen überhaupt erst ermöglichen und wird schon sehr früh nach dem Stich in die Wunde abgesondert. Dies kommt den FSME-Viren zugute: Nach der Aufnahme in die Zecke beim Blutsaugen setzen sie sich in den Speicheldrüsen fest und gelangen so gleich zu Beginn des nächsten Saugaktes, der freilich meist erst Monate später erfolgt, in den neuen Wirt.

Eigentlich ist das Risiko dafür, sich durch einen Zeckenstich eine ernsthafte FSME-Virus-Erkrankung zuzuziehen, gering: Wie bei der Borreliose treten in den allermeisten Fällen nur grippeähnliche Krankheitszeichen auf. Weil die drohenden Schäden, z.B. durch Entzündungen des Gehirns, des Rückenmarks und ihrer Häute, aber sehr schwer, ja, sogar lebensbedrohlich sein können und es zudem keine ursächliche Behandlung gibt, raten Experten bestimmten Personen zur Schutzimpfung. Besonders Erwachsene und ältere Menschen, die sich in belasteten Gebieten viel in der Natur aufhalten, sollten diese hoch wirksame und gut verträgliche Maßnahme in Betracht ziehen. Kinder tragen zwar sehr viel seltener bleibende Schäden davon, sind aber ebenfalls oft wochenlang krank und beeinträchtigt, weshalb auch sie durchaus von einer Impfung profitieren können, wobei bei Kindern unter zwei Jahren Zurückhaltung geboten ist. Personen, die in einem Risikogebiet wohnen, erstattet die Krankenkasse die Kosten. Alle anderen Interessierten sollten sich bei ihrer Versicherung erkundigen. Hat man eine Infektion mit FSME-Viren überstanden, ist man lebenslang immun - auch gegen die Virustypen in Russland und Asien.

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