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Borreliose

Dem Robert-Koch-Institut wurden 2009 (Januar bis November) rund 5.200 Fälle von Borreliose aus den östlichen Bundesländern gemeldet, womit die reinen Meldezahlen seit 2007 in etwa stabil geblieben sind. Viele Experten gehen allerdings von 50 – 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus und die Zahlen einer großen deutschen Krankenkasse legen eine noch sehr viel höhere Erkrankungsrate nahe. In jedem Fall aber bleibt die Borreliose die mit Abstand häufigste von Zecken übertragene Krankheit in unseren Breiten.

Im Gegensatz zur FSME, die nur in bestimmten Gegenden vorkommt, kann man sich mit Borrelien auf der gesamten nördlichen Halbkugel infizieren. Es handelt sich um Bakterien, die normalerweise im Blut von Mäusen oder Vögeln leben und Zecken wie den Holzbock (Ixodes ricinus) benutzen, um von Maus zu Maus zu gelangen. Während dieses Transportes befinden sie sich im Darm der Zecke. Beim nächsten Blutsaugen gelangt Blut in den Darm, was die Borrelien in die Lage versetzt, von dort in den Körper des gestochenen Tieres oder Menschen zu gelangen. Allerdings dauert dieser Vorgang meist über 12 Stunden. Man hat also gute Chancen, die Zecke vorher zu entfernen und eine Übertragung der Bakterien zu vermeiden.

Kommt es zu einer Infektion beim Menschen, tritt in etwa der Hälfte der Fälle nach einigen Tagen, aber auch noch Wochen später, ein roter, scharf begrenzter und langsam wachsender Fleck um die Stichstelle herum auf. Sonst ist dieses Stadium der Erkrankung praktisch nicht von einer Grippe zu unterscheiden und hinter mancher „Sommergrippe“ dürften in Wahrheit Borrelien stecken. Besonders bei Kindern kann es aber innerhalb weniger Tage zu Lähmungen, häufig im Gesicht, kommen. Andere Krankheitszeichen und Schäden treten erst nach Monaten und sogar Jahren auf, wobei je nach Bakterien-Typ eher die Gelenke, das Herz, die Haut oder das Nervensystem betroffen sind. Schwere bleibende Schäden kommen vor.

Gegen Borreliose in Europa gibt es keine Schutzimpfung und auch eine durchgemachte Erkrankung macht nicht immun gegen die Bakterien. Die Krankheit ist aber, wenn sie beizeiten erkannt wird, gut mit gängigen Antibiotika zu behandeln.

Entscheidend für die Vermeidung von Spätschäden ist also, dass die Borreliose möglichst früh erkannt wird.

Die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums nach jedem Zeckenstich wird von den meisten Experten ebenso wenig empfohlen, wie das Einsenden entfernter Zecken zur Untersuchung. Borreliose wird, wie FSME, nicht direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben.

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