Richtig Helfen nach einem Motorradunfall


Motorradfahren ist ein reizvolles Hobby. Selbst mit der richtigen Ausrüstung und einer entsprechenden Fahrweise bleibt aber das Risiko eines Sturzes und Unfalls. Und dann ist es gut, wenn sich alle Kollegen an den Lenkern in der Ersten Hilfe bei einem Motorrad-Unfall auskennen.

Natürlich haben alle Verkehrsteilnehmer bei Führerschein-Erwerb den Kurs Sofortmaßnahmen am Unfallort absolviert. Der liegt aber oft länger zurück und hatte nicht zwingend spezielle Motorrad-Themen zum Inhalt. Deshalb hat der ADAC die wichtigsten Fakten zusammengestellt, die allerdings einen Erste-Hilfe-Kurs bei einer der Hilfsorganisationen keineswegs ersetzen. Schließlich sollte die gesetzliche Pflicht zur Hilfeleistung durch Souveränität ergänzt werden. Je weniger Zeit bei der Erstversorgung verloren geht, desto besser: Dadurch kann ein Verletzter vor Tod oder bleibenden Schäden bewahrt werden.


  • Die Rettungskette

    Jeder Ersthelfer ist wichtiges Glied in der so genannten Rettungskette, deren Ablauf für alle Unfälle gilt: 

    • Sofortmaßnahmen – Absichern der Unfallstelle, Rettung von Verletzten
    • Notruf – Rettungsdienst alarmieren und genaue Angaben
      machen: Unfallort, Unfallhergang und –umstände, Zahl der
      Verletzten, Art der Verletzungen, Name des Melders
    • Erste Hilfe – lebensrettende Maßnahmen wie Atemwege
      freimachen, bei Bedarf Beatmung, Kreislauf
      in Gang bringen, Blutungen stillen; ansprechbare
      Verletzte in stabile Seitenlage bringen
    • Rettungsdienst – Verletzte werden transportfähig gemacht
      und ins Krankenhaus gebracht
    • Krankenhaus – weitere Untersuchungen und Behandlung 

    Wer als verantwortungsbewusster Motorradfahrer bei der Kollegenhilfe gut ausgerüstet sein will, der hat neben der vom Institut für Zweiradsicherheit e.V. (ifz) entwickelten Warnhaube (über den Helm gezogen ersetzt sie ein Warndreieck) auch ein speziell für Motorradfahrer entwickeltes Erste-Hilfe-Set im Gepäck. In manchen Ländern ist eine solche Verbandstasche längst Vorschrift.


  • Helm ab – aber richtig

    Wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig bewiesen, dass die Lehre aus früherer Zeit überholt ist, einem bewusstlosen Motorradfahrer den Helm auf dem Kopf zu lassen: Das Erstickungsrisiko ist weitaus größer als das Risiko, beim Helmabnehmen Schäden zu erleiden. Weil jedoch immer die Gefahr einer Halswirbelverletzung besteht, sollte das Helmabnehmen richtig - mit großer Vorsicht und nach einer genau definierten Abfolge und von zwei Helfern - geleistet werden. Diese kann und sollte bei Kursen der Hilfsorganisationen oder bei großen Motorrad-Veranstaltungen oder Verkehrssicherheitstagen gelernt werden.

    Weil es immer wieder zu Irritationen kam, wie die verschiedenen Verschlüsse von Motorradhelmen zu öffnen sind, ist es für Ersthelfer gut, wenn ein Helmaufkleber die Betätigung des jeweiligen Systems veranschaulicht. Piktogramme für Drucktasten- oder Steckschlösser, Klapphelme oder andere Verschlusstypen wurden ebenfalls vom Institut für Zweiradsicherheit entwickelt und sind dort wie bei einigen Motorrad-Versandhändlern zu bekommen.


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