Motorrad-Kurzcheck vor jeder Tour


Wer auf seiner Motorradtour keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, der sollte vor jedem Start einen Kurzcheck machen. Die ADAC Motorradexperten haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Schon beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule wurde die Wichtigkeit der Überprüfung der "3 großen B" ins Hirn der künftigen Motorradfahrer eingebrannt: Beleuchtung, Bereifung und Bremsen.


  • Sehen und gesehen werden

    Sehen und gesehen werden ist eine wichtige Voraussetzung für sicheres Motorradvergnügen: Daher muss vor dem Losfahren unbedingt überprüft werden, ob alle Lampen leuchten. Fern- und Abblendlicht, Brems- und Rücklicht, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung sowie die dazugehörigen Schalter können auch alleine getestet werden. Man muss vom Motorrad absteigen und die Bremshebel mit kleinen Tricks betätigen: Den Handbremshebel notfalls per Gummizug, die Fußbremse mit einem Gewicht. 


  • Entscheidende Reifen-Fragen

    Weil die Reifen den Kontakt zur Straße herstellen und eine kaum postkartengroße Fläche über das Gelingen selbst schwieriger Fahrmanöver entscheidet, sollten sie zwingend vor jeder Fahrt überprüft werden. Die entscheidenden Fragen sind:

    • Ist die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorhanden? (Mehr Millimeter sind mehr Sicherheit)
    • Ist der Luftdruck im fürs Modell vorgeschriebenen Bereich?
    • Sind Beschädigungen am Reifen sichtbar? (Fremdkörper im Gummi, Risse in der Karkasse etc.)
    • Sind beide Ventilkappen vorhanden? 


  • Bremsen als Lebensversicherung

    Natürlich fasziniert beim Motorradfahren die Beschleunigung. Das Gegenteil ist allerdings eine Lebensversicherung – und zur „Entschleunigung“ sind funktionierende Bremsen nötig. Vor einer Ausfahrt müssen deshalb unbedingt die Leitungen und Schläuche auf Dichtheit oder Scheuerstellen geprüft werden und die Bremsbeläge auf Abnutzung. Der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichbehälter kann per Augenschein geprüft werden, die Qualität der Bremsflüssigkeit nicht. Da sie auch Alterungsprozessen unterliegt, sollte sie – unabhängig von der Fahrleistung – jedes Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre getauscht werden. 

    Die Bremswirkung muss vor dem Fahrtantritt gecheckt werden, indem Hinterrad und Vorderrad möglichst abseits des Verkehrs (Parkplatz, Hof) bis zur Blockiergrenze gebremst werden. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach Lösen der Bremse ebenso schnell ab, ist die Bremsfunktion in Ordnung. Ob neben den Bremshebeln auch der Kupplungshebel und der Gasgriff leichtgängig sind, kann dabei ebenfalls getestet werden. 


  • Die Spannung muss stimmen

    Die Antriebskette sollte bei jeder Fahrt ausreichend mit Schmierstoff versorgt sein. Eine entsprechende Sprühdose gehört deshalb zur Fahrer-Grundausstattung, schließlich können Regenfahrten Schmierung kosten. Für die richtige Kettenspannung gilt die alte „Biker“-Faustregel: Die Kette sollte sich rund zwei Fingerbreit auf und ab bewegen lassen. 

    Die Prüfung des Motorenöl-Standes und – sofern vorhanden – des Kardanöls sowie das Nachfüllen sollte vor dem Start und bei Tankstopps auf größeren Touren zum Programm gehören. 

    Ob die Seitenständer-Feder genügend Rückholkraft besitzt, kann leicht geprüft werden. Wenn der „Killschalter“ des Seitenständers zum Verdrecken neigt, sollte dessen Reinigung gekonnt sein. Nach einer Rast im Nirgendwo deshalb vom Anlassen gehindert zu werden, ist ein wenig schönes Erlebnis. 

    Dass die Spiegel nicht zu locker sind und überdies richtig eingestellt werden gehört zu den rituellen Vorbereitungen jeden Motorrad-Vergnügens.

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