Motorrad-Check vor größeren Reisen


Auch wenn durch einen Schutzbrief sichergestellt ist, dass bei Ausfall des Motorrades fern der heimischen Werkstatt Frau/Mann und Maschine in die Heimat zurück gebracht werden, ist das Gemüt entlastet, wenn die Maschine technisch vollkommen in Ordnung ist. Da nicht vor jeder Reise zufällig eine Inspektion fällig ist, hier einige Tipps, wie das Motorrad für die Reise fit gemacht wird. 


Erfahrungsgemäß kündigen sich viele gravierende Defekte im Betrieb an. Außerdem gibt es auch immer wieder kleine Defekte, mit denen der Motorradfahrer im Alltag leben kann, die aber auf längeren Touren und mehrwöchigen Reisen lästig werden. Vor der großen empfiehlt sich immer eine kleine Tour, bei der man auch schon mal die Befestigung von Gepäckrolle oder Tankrucksack testen kann. 


Deswegen empfiehlt es sich, Veränderungen in den Eigenschaften von Motor und Fahrwerk sowie der Elektrik vor der Reise nachzugehen, und Defekte rechtzeitig zu beheben oder beheben zu lassen.
Dies gilt besonders für Maschinen, die erst kurze Zeit vor der Reise als Gebrauchte gekauft wurden.



  • Prüfungen, die selbst durchgeführt werden können
    Folgende Prüfungen sind umso wichtiger, je länger der letzte Inspektionstermin zurückliegt (Prüfungen nur selbst durchführen, wenn ausreichende Erfahrungen und Fähigkeiten vorhanden sind. Andernfalls Fachwerkstatt mit Wartungsarbeiten betrauen!):

    • Reifenprofil und Luftdruck prüfen. Reifendruck an höhere Beladung anpassen. Geplante Fahrstrecke und zu erwartende Restprofiltiefe auf Heimfahrt abschätzen und im Zweifelsfall Reifen erneuern, da Reifen der richtigen Dimension im Ausland vielfach nicht oder nur unter hohem Aufwand erhältlich sind.
    • alle Ölstände prüfen (Motor, ggf. Getriebe und Endantrieb bei Kardanmaschinen)
    • Antriebkette prüfen, wenn vorhanden. Im Zweifel neue Kette montieren. Antriebsketten bauen bei fortgeschrittenem Verschleiß sehr schnell ab, längen sich dann rapide und können im Extremfall reißen. Kette korrekt einstellen, dabei höhere Belastung durch Beifahrer/in und Gepäck berücksichtigen.
    • Funktion der Bremsen prüfen
    • Brems- und Hydraulikflüssigkeitsstände (Hydraulische Kupplung). Falls notwendig bis zur vorgeschriebenen Füllmarke nachfüllen. Bremsflüssigkeit rechtzeitig wechseln, wenn sich diese bereits zwei Jahre oder länger im System befindet. Bremsflüssigkeitswechsel haben vielfach verblüffende positive Wirkung auf die Bremswirkung.
    • Stärke der Bremsbeläge und ihren Zustand prüfen.
    • Telegabel und Federbeine auf Dichtigkeit prüfen, ggf. Dichtringe und Gabelöl erneuern 
      Federvorspannung und Dämpfung auf erhöhte Beladung einstellen.
    • Beleuchtungsanlage prüfen.
    • Falls erforderlich Scheinwerfereinstellung an erhöhte Beladung anpassen.
    • Instrumentenbeleuchtung und übrige elektrische Anlage.
    • Zulässiges Gesamtgewicht (siehe Fahrzeugschein) beachten (ein Wiegen des Motorrades und der Gepäckstücke ist mit den meisten Personenwaagen möglich. Zur Ermittlung des Motorradgewichtes wird Vorder- und Hinterradlast getrennt auf der Personenwaage gemessen. Die Summe ergibt das Gesamtfahrzeuggewicht).

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