Südafrika | Kapstadt | 12.12.2019

Südfrika: Stromengpässe treffen auch Touristen

Tafelberg in Südafrika
Fällt in Kapstadt der Strom aus, bleibt auch die Seilbahn auf den Tafelberg stehen

Südafrika hat einen Stromengpass: Wegen massiver Probleme beim staatlichen Energieversorger Eskom – hervorgerufen durch jahrelanges Missmanagement und Korruption – ächzt Südafrikas Bevölkerung unter anhaltenden Stromausfällen. Auch für Touristen ergeben sich dadurch Einschränkungen. 

Der überschuldete Monopolist Eskom schaltet seit rund einer Woche gezielt den Strom in verschiedenen Orten – etwa in Kapstadt, Johannesburg und Pretoria – für mehrere Stunden ab, um die Gesamtnachfrage zu drosseln. Dies geschieht nicht nur nachts, aber immerhin nicht in allen Städten und Stadtteilen gleichzeitig.

Die Folgen sind vielfältig: Aufzüge, Klimaanlagen, Ampeln, Straßenlichter und Mobilfunk fallen immer wieder aus, um nur einige Einschränkungen zu nennen. In Restaurants und Bars gehen die Lichter aus. Geldautomaten spucken keine Scheine mehr aus. Aber auch bei Bussen und Bahnen sowie im Flugverkehr sind Zwangsstopps und Verzögerungen möglich

Die Stadtverwaltung der Touristenmetropole Kapstadt warnt unterdessen davor, dass die Wasserversorgung leiden könnte, weil die Pumpen nicht mehr richtig arbeiteten. Die Küstenstadt hat gerade eine Jahrhundertdürre hinter sich.

Die Seilbahn an der Touristenattraktion Tafelberg hatte bereits Anfang der Woche unter dem Stromengpass gelitten. Am Montag, 9. Dezember, steckten dort Touristen fest. Das Ein- und Ausschalten des Stroms habe den Generator für die Bergbahn beschädigt, hieß es.

Ein Ende der Stromknappheit ist nicht in Sicht. Im Dezember und Anfang Januar sinkt zwar die Nachfrage, weil viele Unternehmen schließen. Die Monate sind aber die Hauptsaison für den Tourismus. Zu Beginn des Jahres hatte eine Vernachlässigung der Wartung von Kraftwerken bereits verstärkt zu großen Ausfällen geführt. Der Stromkonzern Eskom erklärte unterdessen, dass er alles versuchen werde, bis März 2020 die Probleme in den Griff zu bekommen.  


Expertentipp für Reisende 

Urlauber sollten sich über die lokalen Medien, das Auswärtige Amt* oder ihren Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten. Auch Touristen sind angehalten, Strom und Wasser zu sparen.

Sollte sich die Situation zuspitzen und sich verstärkt auf die Wasserversorgung auswirken, müssten Urlauber damit rechnen, dass auch Hotels und andere Unterkünfte mit Wasserrationierungen reagieren. Das kann beispielsweise dazu führen, dass Pools trocken bleibt oder man nur zu bestimmten Uhrzeiten fließend Wasser hat. Für die Trinkwasserversorgung dürfte aber gesorgt sein. 

 

Text: KD. Foto: iStock.com/Alexcpt.

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