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Frankreich | Paris | 24.02.2020

Frankreich: Die Streikfront bröckelt

Mann wartet während Bahnstreiks
Die Streiks im Transportsektor werden auf dem Rücken von Reisenden ausgetragen

Ein Ende des Streikmarathons in Frankreich ist weiter nicht in Sicht: Obwohl die Regierung das Gesetz zur Rentenreform inzwischen auf den Weg gebracht hat, wollen die Gewerkschaften ihre Aktionen fortsetzen.Die Streikbeteiligung ist in den letzten Wochen aber abgeflaut. 

Seit Beginn der Proteste ist vor allem der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt Paris und in anderen Städten gestört. 

Störungen und Ausfälle gibt es mitunter auch

  • im Zugverkehr der französischen Staatsbahn SNCF* und der Deutschen Bahn*
  • bei der staatlichen Fluggesellschaft Air France*, der Lufthansa* und anderen Airlines
  • an den Flughäfen
  • in den Häfen bzw. im Fährverkehr 

Wird die Bahn bestreikt, hat dies mitunter auch Auswirkungen auf die internationalen Verbindungen von Thalys und TGV. Nach Informationen der Deutschen Bahn waren bislang hauptsächlich folgende Strecken betroffen:

  • ICE-/TGV-Züge Paris Ost – Saarbrücken – Mannheim – Frankfurt/Main
  • TGV-Züge Marseille – Straßburg – Mannheim – Frankfurt/Main
  • ICE-/TGV-Züge Stuttgart – Straßburg – Paris Ost
 

Auch Angestellte der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Museen und anderer touristischer Einrichtungen (z.B. Pariser Opernhäuser, Louvre, Eiffelturm), der Schulen und Müllabfuhr beteiligen sich zeitweise an den Protesttagen. Darüber hinaus könnte es für Reisende noch viel schlimmer kommen, sollten sich die Gewerkschaften anderer Sektoren anschließen. Möglich sind dann auch Streiks bei:

  • Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung (Banken, Post)
  • Geschäften 
  • Tankstellen
  • Abschleppunternehmen
  • Autobahn-Mautstationen

 

Blockaden an wichtigen Straßenverbindungen* müssen Autofahrer ebenfalls in Kauf nehmen, da zum einen die sogenannten Gelbwesten mit von der Partie sind, die 2018 aus Ärger über die Regierung Macrons monatelang für massive Behinderungen auf den Straßen gesorgt hatten.

Zum anderen sorgen seit Mitte Dezember zeitweise auch Lkw-Fahrer mit Störaktionen wie Blockaden von Lagern und anderen neuralgischen Punkten sowie Schneckentempo auf Autobahnen für Chaos auf den Straßen. Sie kämpfen mit ihren Aktionen für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Ohnehin sind die Straßen – insbesondere im Großraum Paris – wegen der Ausfälle bei Bus, Bahn, Metro und Tram seit Beginn der Protestwelle besonders voll.

Die Blockadeaktionen an den Raffinerien haben bislang keine Spritengpässe an den Tankstellen hervorgerufen.

Weitere Tipps für Reisende

Wer derzeit eine Frankreich-Reise plant, sollte sich über die Medien oder seinen Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls einen anderen Reisezeitraum wählen. Einige Veranstalter bieten kostenlose Umtauschmöglichkeiten für Tickets an. Erfreulich ist, dass es bisher keine Störungen an Autobahn-Mautstationen und Tankstellen gegeben hat. Auch die Abschleppunternehmen waren bisher im Einsatz.

Reisende tun gut daran, einen großen Bogen um Menschenansammlungen und Demonstrationen zu machen. Bereits mehrfach kam es in der Vergangenheit am Rande von Großkundgebungen zu Ausschreitungen und Krawallen. Mehrere Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Eiffelturm oder der Louvre, wurden dabei aus Sicherheitsgründen vorsorglich geschlossen. 

Ein Rat für Autobesitzer: In Deutschland versicherte Fahrzeuge, die bei einem Frankreich-Aufenthalt am Straßenrand geparkt werden, sind in der Regel nicht gegen eventuelle Krawall-Schäden abgesichert. Die meisten Versicherungen schließen Schäden durch "Aufruhr und innere Unruhen" aus. Wer nach Frankreich fährt, sollte bereits vor Fahrtantritt mit seinem Versicherer klären, wann für eventuelle Schäden aufgekommen wird.

Welche Rechte Reisende haben, wenn der Flieger am Boden bleibt oder die Fähre nicht ausläuft, erfahren Sie im ADAC Ratgeber Reiserecht.

 

Text: KD mit Material von dpa. Foto: ddp/ZUMA.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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