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Frankreich | Paris | 12.12.2019

Frankreich: Streiks im Reiseverkehr reißen nicht ab

Mann wartet während Bahnstreiks
Die Streiks im Transportsektor werden auf dem Rücken von Reisenden ausgetragen

Der Streikmarathon geht weiter: Reisen von und nach Frankreich sind in nächster Zeit mit großer Unsicherheit verbunden. Die Gewerkschaften wollen ihre Protestaktionen, die sich gegen die geplante Rentenreform richten, auf unbestimmte Zeit fortsetzen. Ihr Ziel: die gesamte Infrastruktur lahm zu legen.  

Die Streikbeteiligung ist aktuell allerdings nicht mehr ganz so groß wie zu Beginn der Streikwelle. Der Großkampftag am Dienstag, 10. Dezember, hat deutlich weniger Verkehrsprobleme verursacht als der Protesttag am Donnerstag, 5. Dezember. Dennoch ist weiterhin auch der internationale Reiseverkehr beeinträchtigt. Premier Édouard Philippe hatte die Reformpläne am Mittwoch, 11. Dezember, vorgestellt und dabei auch Zugeständnisse gemacht. Diese Zugeständnisse reichen den Gewerkschaften aber nicht.

Zu erwarten sind Ausfälle vor allem
  • beim öffentlichen Nahverkehr
  • im Zugverkehr der französischen Staatsbahn SNCF* und der Deutschen Bahn*
  • bei der staatlichen Fluggesellschaft Air France*, der Lufthansa* und anderen Airlines
  • an den Flughäfen
  • im Fährverkehr

Wird die Bahn bestreikt, hat dies auch Auswirkungen auf die internationalen Verbindungen von Thalys und TGV. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, drohen auf folgenden Strecken Verspätungen und Ausfälle: 

  • ICE-/TGV-Züge Paris Est – Saarbrücken – Mannheim – Frankfurt (M)
  • TGV-Züge Marseille – Strasbourg – Mannheim – Frankfurt (M)
  • ICE-/TGV-Züge Stuttgart –Strasbourg – Paris Est


Auch Angestellte der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Museen und anderer touristischer Einrichtungen (z.B. die Pariser Opernhäuser, Louvre), der Schulen und Müllabfuhr beteiligen sich an den Protesttagen. Darüber hinaus könnte es für Reisende noch viel schlimmer kommen, sollten sich die Gewerkschaften anderer Sektoren anschließen. Möglich sind dann auch Streiks bei:

  • Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung (Banken, Post)
  • Geschäften 
  • Abschleppunternehmen
  • Tankstellen
  • Autobahn-Mautstationen

Auch Blockaden an wichtigen Straßenverbindungen* können nicht ausgeschlossen werden, da auch die sogenannten "Gelbwesten" mit von der Partie sind, die 2018 aus Ärger über die Regierung Macrons monatelang für massive Behinderungen auf den Straßen gesorgt hatten. Ohnehin werden die Straßen  insbesondere im Großraum Paris – wegen der Ausfälle bei Bus, Bahn, Metro und Tram besonders voll sein.

Reisende tun gut daran, einen großen Bogen um Menschenansammlungen und Demonstrationen zu machen. Bereits mehrfach kam es in der Vergangenheit am Rande von Großkundgebungen zu Ausschreitungen und Krawallen. Auch am 5. Dezember war dies der Fall, vor allem in der Hauptstadt Paris. Einige Sehenswürdigkeiten, wie z.B. der Eiffelturm oder der Louvre, wurden dabei aus Sicherheitsgründen vorsorglich gesperrt. 


Weitere Tipps für Reisende

Wer derzeit eine Frankreich-Reise plant, sollte sich über die Medien oder seinen Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls einen anderen Reisezeitraum wählen. Einige Veranstalter bieten kostenlose Umtauschmöglichkeiten für Tickets an. Erfreulich ist, dass es bisher keine Störungen an Tankstellen und Autobahn-Mautstationen gegeben hat. Auch die Abschleppunternehmen waren bisher im Einsatz.

Noch ein Rat für Autobesitzer: In Deutschland versicherte Fahrzeuge, die bei einem Frankreich-Aufenthalt am Straßenrand geparkt werden, sind in der Regel nicht gegen Krawall-Schäden abgesichert. Die meisten Versicherungen schließen Schäden durch "Aufruhr und innere Unruhen" aus. Wer nach Frankreich fährt, sollte bereits vor Fahrtantritt mit seinem Versicherer klären, wann für eventuelle Schäden aufgekommen wird.

Welche Rechte Reisende haben, wenn der Flieger am Boden bleibt oder die Fähre nicht ausläuft, erfahren Sie im ADAC Ratgeber Reiserecht.

 

Text: KD mit Material von dpa. Foto: ddp/ZUMA.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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