Neuseelands Nationalparks: Die schönsten Touren

Im Lake Matheson spiegeln sich die Berggipfel des Westland Tai Poutini National Park
Im Lake Matheson spiegeln sich die Berggipfel des Westland Tai Poutini National Park© Shutterstock/pooooom

Nach zweijähriger Abschottung empfängt Neuseeland wieder Reisende. Zu den Klassikern jeder Neuseeland-Tour gehören die Nationalparks – mit ihren Vulkanen, Regenwäldern, Gletschern, Fjorden und Stränden. Die besten Tipps.

Neuseelands Nordinsel wartet mit vier Nationalparks auf. Zu den Höhepunkten hier zählen etwa der formvollendete, schlafende Mount Taranaki oder die drei aktiven Vulkane des Tongariro-Nationalparks. Auch brodelnde Geysire und Thermalquellen, endlose Sandstrände, Inseln und Inselchen gibt es auf der Nordinsel zu entdecken.

Auf der Südinsel gibt es zehn Nationalparks. Hier beeindrucken schneebetupfte Hochgebirge, tiefe Fjorde und Gletscherseen, Klippenküsten und Regenwälder. Eine der schönsten Wanderungen, der Milford Track, führt an die Fiordland-Küste. Nur auf Wanderpfaden oder auf dem Wasser sind die Traumstrände des Abel Tasman National Park zu erreichen. 

Te Urewera National Park und Tongariro National Park (Nordinsel)

Mondlandschaft und Kraterseen: Wanderung im Tongariro-Nationalpark © Shutterstock/Maridav

Der mit 2127 Quadratkilometern größte Nationalpark auf der Nordinsel ist ein Paradies für Wanderfans und Ornithologen. In dem zerklüfteten Waldgebiet des Te Urewera National Park sind fast alle Vogelarten Neuseelands beheimatet. In seiner Mitte liegt der glasklare Lake Waikaremoana, den es mit Kajaks und Kanus zu entdecken lohnt. Durch die grüne, oft in Nebel gehüllte Wildnis führen gute Wanderpfade. Die Tour auf dem Lake Waikaremoana Track führt am See entlang durch Regenwald und Buschland. Für die 46 Kilometer braucht man drei bis vier Tage.

Neuseelands erster Nationalpark, der Tongariro National Park, ist mit Mount Ruapehu, Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro die aktivste Vulkanregion des Landes. Die Überquerung des Mount Tongariro (1968 Meter) bietet spektakuläre Landschaften: schroffe Felshänge, weiche Aschefelder, türkisblaue Kraterseen und dampfende Thermalquellen. Die etwa siebenstündige Wanderung erfordert gute Kondition. Gemütlicher geht’s auf den Vulkanberg Ruapehu (2797 Meter): mit dem Sessellift bis zur Bergstation. Wer möchte, unternimmt von dort eine geführte Tour zum Kratersee. 

Whanganui National Park und Egmont National Park (Nordinsel)

Der Mount Taranaki ist der zweithöchste Berg der Nordinsel © iStock.com/Martin Vlnas

Das hügelige, dicht bewaldete Terrain am Whanganui River umfasst 724 Quadratkilometer. Spannend ist es, den Whanganui National Park auf dem Fluss zu durchqueren. Für die 145 Kilometer lange Strecke von Taumarunui, wo zwischen Oktober und April viele Kanu- und Kajaksafaris beginnen, flussabwärts bis Pipiriki benötigt man fünf Tage, ab Whakahoro drei Tage. In Pipiriki am Südeingang des Parks starten Jet-Boote zur flotten Fahrt flussaufwärts. 

Der 2518 Meter hohe Vulkan Taranaki (früher auch Mount Egmont) ruht im Egmont National Park* seit über 240 Jahren, meist in Wolken gehüllt. Drei gut ausgebaute Straßen führen ein Stück hinauf, etwa zum Stratford Plateau mit fantastischen Rundblicken und zu den Dawson Falls. Neben einem 55 Kilometer langen, anspruchsvollen Wanderweg, für den man drei bis fünf Tage benötigt, gibt es auch kürzere Pfade durch die grüne Wildnis, die wegen ihrer knorrigen Bäume und Moosteppiche "Goblin Forest" (Koboldwald) genannt wird. 

Abel Tasman National Park und Kahurangi National Park (Südinsel)

Kajaktouren im Abel Tasman National Park enden an bezaubernden Stränden © iStock.com/anothersteph

Üppig grüner Regenwald, Baumfarne so ausladend wie Sonnenschirme und Badestrände mit feinem Sand, dazu eine unglaubliche Vielfalt an Vögeln und Fischen: Der Abel Tasman National Park ist ein populäres Wandergebiet. Der reizvolle 51 Kilometer lange Coast Track durch das Walddickicht führt in drei bis fünf Tagen zu Badebuchten und fantastischen Aussichtspunkten. Dank vielfältiger Boottransfers sind aber auch Tages- oder Halbtagesetappen möglich. In Marahau starten Kajaktouren entlang der Regenwaldküste. 

Mehr als 570 Kilometer Wanderpfade führen durch den Kahurangi National Park im Nordwesten der Südinsel. Durch Regenwald und auf Höhen mit überwiegend alpiner Vegetation gelangt man auf dem abwechslungsreichen 78 Kilometer langen Heaphy Track. Das Westende dieses "Great Walks" überrascht mit Palmenhainen in subtropischem Mikroklima – und mit dem Küstenort Karamea, der wie geschaffen für lässiges Nichtstun ist.

Nelson Lakes National Park und Paparoa National Park (Südinsel)

Wind und Wetter schufen die Pancake Rocks im Paparoa National Park © Shutterstock/Ivo Antonie de Rooij

Lake Rotoiti und Lake Rotoroa sind das Herzstück des Nelson Lakes National Park. Während auf dem Lake Rotoiti Motorboote und Wasserski zugelassen sind, ist der größere Lake Rotoroa nebenan ein Garant für Stille, Unberührtheit und Einsamkeit. Forellenfischer können an beiden Bergseen ihr Glück versuchen. In den Ausläufern der Southern Alps gibt es Wanderungen für jedes Niveau: Bis zu sieben Tage dauert der 80 Kilometer lange, anspruchsvolle Travers-Sabine Circuit, lediglich 45 Minuten hin und zurück der schöne Honeydew Walk.

Der Paparoa National Park ist mit nur 300 Quadratkilometern zwar der kleinste des Landes, doch ist er reich an Highlights: An der Küste stapeln sich die Pancake Rocks wie riesige Pfannkuchen aufeinander. Canyons und Höhlen sind bedeckt von dichtem Regenwald, in dem kerzengerade Nikau-Palmen aufragen. Eine Taschenlampe und festes Schuhwerk sind unbedingt erforderlich, wenn man die Punakaiki-Höhle erkunden will. Auf die Spuren der Goldgräber begibt sich, wer zwei Tage dem Inland Pack Track folgt. 

Arthur's Pass National Park und Westland Tai Poutini National Park (Südinsel)

Geführte Tour auf die Gletscherzungen im Westland Tai Poutini National Park © Tourism New Zealand

Der Arthur's Pass, mit 900 Meter der höchste Gebirgspass mit der höchstgelegenen Ortschaft Neuseelands, ist eine der wenigen Verbindungen zwischen Ost- und Westküste. Verblüffend im Arthur's Pass National Park sind seine ganz verschiedenen Seiten: Durch das unterschiedliche Klima gibt es im Osten nur spärliche Vegetation in breiten, mit Geröll gefüllten Flusstälern, an der Westseite bedeckt üppiger Regenwald tiefe Schluchten und Täler. Bergsteiger brechen hier zu anspruchsvollen Kletterpartien in schroffem Felsgelände auf. 

Hauptattraktionen des Westland Tai Poutini National Park* sind die massigen Gletscher "Franz Josef" und "Fox", zu denen ein jeweils einstündiger Fußweg ab Parkplatz führt. Ihr grün schimmerndes Eis reicht fast bis an den Regenwald. Bei Windstille und wolkenlosem Himmel lohnt frühes Aufstehen für einen Abstecher zu dem kleinen Lake Matheson. Dann spiegeln sich die Hochgebirgsgipfel im Wasser – ein herrlicher Anblick vom "View of Views", einem Aussichtspunkt 20 Gehminuten vom Parkplatz entfernt. 

Aoraki Mount Cook National Park und Mount Aspiring National Park (Südinsel)

Über eine Hängebrücke zu den Blue Pools im Mount Aspiring National Park © Shutterstock/Martin Valigursky

Der Aoraki Mount Cook National Park, der mit dem Aoraki Mount Cook (3724 Meter) den höchsten Berg Neuseelands schützt, ist eine einschüchternde Landschaft aus Fels und Eis. Immerhin 23 Gipfel ragen über 3000 Meter hinaus und 40 Prozent der Fläche sind von Gletschern bedeckt. Der längste ist mit etwa 27 Kilometern der Tasman Glacier. In Mount Cook Village am Fuß des Berges endet der vom Lake Pukaki kommende Highway 80. Hier beginnen kurze, gut begehbare Wanderpfade. 

Das nach seinem höchsten Berg (3033 Meter) benannte Schutzgebiet ist ein Wanderparadies. Hauptverkehrsader im Mount Aspiring National Park ist der SH 6, der über den Haast Pass führt. Zu den reizvollen, am Straßenrand ausgeschilderten Kurzwanderungen zählt die 1,5 Kilometer lange zu den Blue Pools, eisigen Seen. Geübte Wanderer gehen in drei Tagen den Routeburn Track. Teilnehmer der vierstündigen in Makarora zu buchenden Exkursion "Siberia Experience" erleben einen Panoramaflug, eine Wanderung und eine Jetboot-Fahrt. 

Fiordland National Park und Rakiura National Park (Südinsel)

Im Kajak durch die Wasserlandschaft des Fiordland National Park © imago images/ingimage

Der Fiordland National Park, mit 12.500 Quadratkilometern der größte Neuseelands, ist zugleich der wildeste: ein unwegsamer Urwald, dessen schroffe Fjordküste weitgehend nur vom Wasser aus zugänglich ist. Wer die Ruhe des Doubtful Sounds erleben will, macht einen Tagesausflug mit Schiff und Bus ab Manapouri. Die 120 Kilometer lange Zufahrt zum Milford Sound beginnt In Te Anau, wo auch Transfers zu Wanderrouten wie Routeburn oder Milford Track angeboten werden. 

85 Prozent der Fläche von Stewart Island sind als Rakiura National Park* geschützt. Nur knapp 20 Kilometer asphaltierte Straße gibt es hier, dafür aber rund 240 Kilometer Wanderwege durch dicht bewaldete Wildnis und 1600 Kilometer Küste mit vielen Buchten, die man nur vom Wasser aus erreicht. Von Oban brechen die Touristinnen und Touristen auf zu Wanderungen oder zu einer geführten Tour auf der Suche nach dem Kiwi, einem nachtaktiven Laufvogel. Zu den "Great Walks" gehört der Rakiura Track. Die 36 Kilometer sind in drei Tagen zu schaffen. 

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