Neuseelands traumhafte Nationalparks

1.3.2020

Das kleine Land am anderen Ende der Welt punktet mit 14 Nationalparks: Vulkane und Regenwälder, Gletscher und Fjorde, Klippen und Strände faszinieren Naturliebhaber und sportlich Aktive. Wir stellen sie von Nord nach Süd vor.

Gletscher spiegeln sich im Lake Matheson in Neuseeland
Im Lake Matheson spiegeln sich die Berggipfel des Westland Tai Poutini National Park
Besuchermagnete und Schätze der Nordinsel sind Vulkane wie der formvollendete, schlafende Mount Taranaki oder die drei aktiven Vulkane des Tongariro-Nationalparks, brodelnde Geysire und Thermalquellen, endlose Sandstrände, Inseln und Inselchen.

Te Urewera National Park und Tongariro National Park

Überquerung des Mount Tongariro mit Kraterseen in Neuseeland
Mondlandschaft und Kraterseen: Wanderung im Tongariro-Nationalpark

Der mit 2127 km² größte Nationalpark auf der Nordinsel ist ein Paradies für Wanderer und Ornithologen. In dem zerklüfteten Waldgebiet des Te Urewera National Park sind fast alle Vogelarten Neuseelands beheimatet. In seiner Mitte liegt der glasklare Lake Waikaremoana, den es mit Kajaks und Kanus zu entdecken lohnt. Durch die grüne, oft in Nebel gehüllte Wildnis führen gute Wanderpfade. 46 km lang ist die Tour auf dem Lake Waikaremoana Track am See entlang durch Regenwald und Buschland, die drei bis vier Tage dauert. 

Neuseelands erster Nationalpark, der Tongariro National Park, ist mit Mount Ruapehu, Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro gleichzeitig die aktivste Vulkanregion des Landes. Die Überquerung des Mount Tongariro (1968 m) bietet spektakuläre Landschaften: schroffe Felshänge, weiche Aschefelder, türkisblaue Kraterseen und dampfende Thermalquellen. Die etwa siebenstündige Wanderung erfordert gute Kondition. Gemütlicher geht’s auf den Vulkanberg Ruapehu (2797 m): mit dem Sessellift bis zur Bergstation. Wer möchte, unternimmt von dort eine geführte Tour zum Kratersee. 

Te Urewera National Park*

Tongariro National Park*

Whanganui National Park und Egmont National Park

Vulkan Taranaki im Egmont National Park in in Neuseeland
Der Mount Taranaki ist der zweithöchste Berg der Nordinsel

Das hügelige, dicht bewaldete Terrain am Whanganui River umfasst 724 km2. Spannend ist es, den Whanganui National Park auf dem Fluss zu durchqueren. Für die 145 km lange Strecke von Taumarunui, wo zwischen Oktober und April viele Kanu- und Kajaksafaris beginnen, flussabwärts bis Pipiriki benötigt man fünf Tage, ab Whakahoro drei Tage. In Pipiriki am Südeingang des Parks starten Jet-Boote zur flotten Fahrt flussaufwärts. 

Der 2518 m hohe Vulkan Taranaki (früher auch Mount Egmont) schläft im Egmont National Park seit über 240 Jahren, meist in Wolken gehüllt. Drei gut ausgebaute Straßen führen ein Stück hinauf, etwa zum Stratford Plateau mit fantastischen Rundblicken und zu den Dawson Falls. Neben einem 55 km langen, anspruchsvollen drei- bis fünftägigen Wanderweg um den Berg gibt es auch kürzere Pfade durch die grüne Wildnis, die wegen ihrer knorrigen Bäume und Moosteppiche "Goblin Forest" (Koboldwald) genannt wird. 

Whanganui National Park

Egmont National Park*

Karte Neuseeland
Alle wichtigen Orte auf einen Blick
Auf der Südinsel beeindrucken schneebetupfte Hochgebirge, tiefgründige Fjorde und Gletscherseen, schroffe Klippenküsten und undurchdringliche Regenwälder, geschützt in zehn Nationalparks. Eine der schönsten Wanderungen, der Milford Track, führt an die herrliche Fiordland-Küste. Nur auf Wanderpfaden oder auf dem Wasser sind die Traumstränden des Abel Tasman National Park zu erreichen. 

Abel Tasman National Park und Kahurangi National Park

Strand in Abel Tasman in Neuseeland
Kajaktouren im Abel Tasman National Park enden an bezaubernden Stränden

Üppig grüner Regenwald, Baumfarne so ausladend wie Sonnenschirme und Badestrände mit feinem Sand, dazu eine unglaubliche Vielfalt an Vögeln und Fischen: Der Abel Tasman National Park ist ein populäres Wanderparadies. Der reizvolle 51 km lange Coast Track durch das Walddickicht führt in drei bis fünf Tagen zu traumhaften Badebuchten und fantastischen Aussichtspunkten. Dank vielfältiger Boottransfers sind aber auch Tages- oder Halbtagesetappen möglich. In Marahau starten Kajaktouren entlang der Regenwaldküste. 

Mehr als 570 km Wanderpfade führen durch den Kahurangi National Park im Nordwesten der Südinsel. Durch Regenwald und auf Höhen mit überwiegend alpiner Vegetation gelangt man auf dem abwechslungsreichen 78 km langen Heaphy Track. Das Westende dieses "Great Walks" überrascht mit Palmenhainen in subtropischem Mikroklima – und mit dem Küstenort Karamea, der wie geschaffen für lässiges Nichtstun ist.

Abel Tasman National Park*

Kahurangi National Park*

 

Nelson Lakes National Park und Paparoa National Park

Pancake Rocks im Paparoa National Park in Neuseeland
Wind und Wetter schufen die Pancake Rocks im Paparoa National Park

Lake Rotoiti und Lake Rotoroa sind das Herzstück des Nelson Lakes National Park. Während auf dem Lake Rotoiti Motorboote und Wasserski zugelassen sind, ist der größere Lake Rotoroa nebenan ein Garant für Stille, Unberührtheit und Einsamkeit. Forellenfischer können an beiden Bergseen ihr Glück versuchen. In den Ausläufern der Southern Alps gibt es Wanderungen für jedes Niveau: Bis zu sieben Tage dauert der 80 km lange, anspruchsvolle Travers-Sabine Circuit, lediglich 45 Minuten hin und zurück der schöne Honeydew Walk.

Der Paparoa National Park ist mit nur 300 km2 zwar der kleinste des Landes, doch ist er reich an Highlights: An der Küste stapeln sich die Pancake Rocks wie riesige Pfannkuchen aufeinander. Canyons und Höhlen sind bedeckt von dichtem Regenwald, in dem kerzengerade Nikau-Palmen aufragen. Eine Taschenlampe und festes Schuhwerk sind unbedingt erforderlich, wenn man die Punakaiki-Höhle erkunden will. Auf die Spuren der Goldgräber begibt sich, wer zwei Tage dem Inland Pack Track folgt. 

Nelson Lakes National Park*

Paparoa National Park

Arthur's Pass National Park und Westland Tai Poutini National Park

Besucher am Franz Josef Gletscher im Westland National Park in Neuseeland
Geführte Tour auf die Gletscherzungen im Westland Tai Poutini National Park

Der Arthur's Pass, mit 900 m der höchste Gebirgspass mit der höchstgelegenen Ortschaft Neuseelands, ist eine der wenigen Verbindungen zwischen Ost- und Westküste. Verblüffend im Arthur's Pass National Park sind seine ganz verschiedenen Seiten: Durch das unterschiedliche Klima gibt es im Osten nur spärliche Vegetation in breiten, mit Geröll gefüllten Flusstälern, an der Westseite bedeckt üppiger Regenwald tiefe Schluchten und Täler. Bergsteiger brechen hier zu anspruchsvollen Kletterpartien in schroffem Felsgelände auf. 

Hauptattraktionen des großartigen Westland Tai Poutini National Park sind die massigen Gletscher "Franz Josef" und "Fox", zu denen ein jeweils einstündiger Fußweg ab Parkplatz führt. Ihr grün schimmerndes Eis reicht fast bis an den Regenwald. Bei Windstille und wolkenlosem Himmel lohnt frühes Aufstehen für einen Abstecher zu dem kleinen Lake Matheson. Dann spiegeln sich die Hochgebirgsgipfel im Wasser – ein herrlicher Anblick vom "View of Views", einem Aussichtspunkt 20 Gehminuten vom Parkplatz entfernt. 

Arthur's Pass National Park*

Westland Tai Poutini National Park*

Aoraki Mount Cook National Park und Mount Aspiring National Park

Blue Pools im Mount Aspiring Nationalpark in Neuseeland
Über eine Hängebrücke zu den Blue Pools im Mount Aspiring National Park

Der Aoraki Mount Cook National Park, der mit dem Aoraki Mount Cook (3724 m) den höchsten Berg Neuseelands schützt, ist eine einschüchternde Landschaft aus Fels und Eis. Immerhin 23 Gipfel ragen über 3000 m hinaus und 40 Prozent der Fläche sind von Gletschern bedeckt. Der längste ist mit etwa 27 km der Tasman Glacier. In Mount Cook Village am Fuß des Berges endet der vom Lake Pukaki kommende Highway 80. Hier beginnen kurze, gut begehbare Wanderpfade. 

Das nach seinem höchsten Berg (3033 m) benannte Schutzgebiet ist ein Wanderparadies. Hauptverkehrsader im Mount Aspiring National Park ist der SH 6, der über den Haast Pass führt. Zu den reizvollen, am Straßenrand ausgeschilderten Kurzwanderungen zählt die 1,5 km lange zu den Blue Pools, eisigen Seen. Geübte Wanderer gehen in 3 Tagen den Routeburn Track. Teilnehmer der vierstündigen in Makarora zu buchenden Exkursion "Siberia Experience" erleben einen Panoramaflug, eine Wanderung und eine Jetboot-Fahrt. 

Aoraki Mount Cook National Park*

Mount Aspiring National Park*

Fiordland National Park und Rakiura National Park

Mann fährt Kajak im Fiordland National Park in Neuseeland
Im Kajak durch die Wasserlandschaft des Fiordland National Park

Der Fiordland National Park, mit 12.500 km2 der größte Neuseeland, ist zugleich der wildeste: ein unwegsamer Urwald, dessen schroffe Fjordküste weitgehend nur vom Wasser aus zugänglich ist. Wer die Ruhe des Doubtful Sounds erleben will, macht einen Tagesausflugs mit Schiff und Bus ab Manapouri. Die 120 km lange Zufahrt zum fantastischen Milford Sound beginnt In Te Anau, wo auch Transfers zu Wanderrouten wie Routeburn oder Milford Track angeboten werden. 

85 Prozent der Fläche von Stewart Island sind als Rakiura National Park geschützt. Nur knapp 20 km asphaltierte Straße gibt es hier, dafür aber rund 240 km Wanderwege durch dicht bewaldete Wildnis und 1600 km Küste mit vielen Buchten, die man nur vom Wasser aus erreicht. Von Oban brechen die Touristen auf zu Wanderungen oder zu einer geführten Tour auf der Suche nach dem Kiwi, einem nachtaktiven Laufvogel. Zu den "Great Walks" gehört der Rakiura Track. Die 36 km sind in drei Tagen zu schaffen. 

Fiordland National Park*

Rakiura National Park*

Text: Cornelia Schubert; Fotos: Shutterstock/pooooom/Maridav/Ivo Antonie de Rooij/Martin Valigursky, iStock.com/Martin Vlnas/anothersteph, Tourism New Zealand/John Doogan, imago images/ingimage; Karte: ADAC
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