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Die 12 außergewöhnlichsten Straßen der Welt

Atlantikstrasse in Norwegen
Eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Norwegen: Die Atlantikstraße ∙ © imago images/Cavan Images

Straßen, die im Meer versinken, über ein Hochhaus verlaufen, mit 42 Ampeln verwirren oder zum Serienstar wurden: Diese zwölf Straßen rund um den Globus fallen aus dem Rahmen – und sind definitiv sehenswert.    

Dark Hedges, Nordirland

Zauberer, Feen, Kobolde – in den Dark Hedges scheint nichts unvorstellbar. Zu märchenhaft wirkt die uralte Allee aus knorrigen Buchen, deren Äste sich über der schmalen Bregagh Road zu einem Dach verflechten. Angepflanzt wurden die Bäume im 18. Jahrhundert von den Besitzern des gregorianischen Anwesens Gracehill House (heute ein Golfclub) nahe Ballymoney im County Antrim. Sie wollten ihre Besucher mit der imposanten Zufahrt zum Herrenhaus beeindrucken. Heute zählt die Allee zu den meistfotografierten Naturwundern Irlands. Sie erlangte sogar filmische Berühmtheit: In der Kultserie "Game of Thrones" war sie als "Königsweg" zu sehen. Die Kehrseite des Ruhms zeigte sich schnell. Heerscharen von Fans pilgerten zu den Dark Hedges und schreckten nicht davor zurück, Stämme und Zweige zu beschädigen. Die Straße wurde daraufhin für den Autoverkehr gesperrt. Schöner ist es jedoch ohnehin, die wenige Hundert Meter lange Allee zu Fuß zu erkunden.

Dark Hedges, Nordirland*

Highway auf Hochhaus, China

Rumpelt ein Lkw über das Dach hinweg, klirren die Fenster und wackeln die Wände. Nicht zu reden von der Lärmbelästigung im siebten Stock: Zwischen einer Wohnung in der obersten Etage des Hauses und der Autobahn darüber liegen gerade einmal eineinhalb Meter. In Wuyang im Südwesten Chinas verläuft ein sechsspuriger Highway über eine Länge von 600 Metern über einem Hochhaus. Die Autobahn ist noch dazu stark befahren, denn sie bildet die Nord-Süd-Verbindung der 4,5-Millionen-Einwohner-Stadt. Einziger Trost für die Bewohner: Der Highway ist etwas breiter als ihr Zuhause und schützt nicht nur die Fenster, sondern auch die darunter verlaufende Straße vor Regen, weshalb sich dort zahlreiche Straßenhändler tummeln. Übrigens: Die Straße war zuerst da. Das Haus wurde erst später – angepasst an den Verlauf der Autobahn – darunter gebaut. 

China-Tourism*

Magic Roundabout, England

Wer in den "Magischen Kreisverkehr" im südenglischen Swindon einfädelt, sollte schwindelfrei und nervenstark sein. Nicht umsonst lautet einer seiner Spitznamen "Traffic Circle of Hell". Bei dem 1972 erbauten Kreisverkehr gruppieren sich um einen großen zentralen Kreisel wie Blütenblätter fünf kleinere. Mit dem Bau dieses Roundabouts wurde eine einstmals staugeplagte Kreuzung, an der sich fünf Hauptstraßen treffen, entschärft. Was hochkompliziert aussieht, funktioniert in der Praxis vergleichsweise gut. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass viele Einheimische lieber Umwege fahren, statt sich in den magischen Kreisel hineinzuwagen. So ambivalent die Meinung der Einwohner über diesen Roundabout auch sein mag, so erheiternd finden sie es, Touristen zu beobachten, die verwirrt bis verzweifelt darin herumkurven.

Magic Roundabout, Swindon*


Passage du Gois, Westfrankreich

Wenn die Flut kommt, sollte man tunlichst die Straße verlassen haben. Die Passage du Gois im Westen Frankreichs führt auf der Höhe von Beauvoir-sur-Mer vom Festland mitten durch den Atlantik auf die Île de Noirmoutier – sofern Ebbe ist. Sobald die Flut zurückkehrt (sie komme so schnell wie galoppierende Pferde, heißt es), verschwindet die Piste in den Wassermassen. Das geschieht zweimal am Tag. Jährlich fahren 300.000 Autos auf der rund fünf Kilometer langen Passage du Gois Richtung Insel, bis zu zehnmal pro Jahr unterschätzen Autofahrer (meist Touristen) dabei die Flut und können weder vor noch zurück, weil sie vom Wasser eingekreist werden. Dann heißt es für die unfreiwillig Gestrandeten, schnell auf einen der Rettungspfeiler zu klettern, die aus dem Wasser aufragen, und darauf zu hoffen, dass die freiwillige Feuerwehr bald anrückt, um sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Zieht sich die Flut zurück, ist die Straße wieder befahrbar, nachdem sie von der Straßenwacht gereinigt wurde.   

Passage du Gois*

Lombard Street, San Francisco

Mit vollem Magen kurvt man die Lombard Street besser nicht hinab – genauer gesagt den einen Block umfassenden, etwa 145 Meter langen Teil zwischen Hyde Street und Leavenworth Street. Die Lombard Street verläuft quer durch San Francisco, vom Presidio, einem historischen Militärstützpunkt, bis zum Telegraph Hill und ist eine der verkehrsreichsten Straßen der Stadt. Berühmt aber ist sie für den Abschnitt auf dem Russian Hill. Er führt als Einbahnstraße mit 27 Prozent Gefälle steil bergab und windet sich dabei um acht Haarnadelkurven. Heute wird die Straße hauptsächlich von Touristen befahren. Wer sie ohne störende Autos fotografieren möchte, hat dazu frühmorgens die beste Gelegenheit. Eine gute Aussicht auf die Serpentinenpiste bieten die Aussichtsplattform des Coit Towers und die Cable-Car-Haltestelle "Hyde St & Lombard St" (Powell Hyde Line) am oberen westlichen Ende des Straßenabschnitts. Für Fußgänger verläuft neben der Fahrbahn eine Treppe.

Lombard Street, San Francisco*

Atlantikstraße, Norwegen

1989 wurde sie eröffnet, 2005 zum norwegischen "Bauwerk des Jahrhunderts" gekürt: Die Atlantikstraße (Atlanterhavsvegen) ist 8274 Meter lang und der spektakulärste Teil der Reichsstraße 64. Sie verbindet zwischen Vevang und dem Kristiansund über acht Brücken mehrere kleine Inseln miteinander und verläuft größtenteils direkt über dem nicht selten tosenden Atlantik. Das Naturerlebnis und der Blick auf die Schären und Inseln ist einzigartig, ebenso das harmonische Verhältnis zwischen unberührter Landschaft und moderner Ingenieurskunst. Auf der Strecke empfiehlt sich immer mal wieder ein Stopp, so zum Beispiel bei Askevågen, wo Glaswände vor Wind und Wellen schützen. Auf der Insel Eldhusøya eröffnen sich bei einem "schwebenden" Rundweg fantastische Ausblicke: Der Weg besteht aus einem auf Betonpfählen ruhenden Bodengitter. Und natürlich darf ein Foto der größten Brücke, der "Straße des Meeres", nicht fehlen: der markanten, an eine Achterbahn erinnernden Storseisundbrua.

Atlantikstraße, Norwegen*


Guoliang-Tunnel, China

Anfang der 1970er-Jahre reichte es den 300 Bewohnern des Dorfs Guoliang in der chinesischen Provinz Henan: Eine Straße sollte den bis dahin kilometerlangen, beschwerlichen Fußweg, der sie mit der Außenwelt verband, ersetzen. Doch die Regierung lehnte das Ansinnen ab. Damit war der Startschuss für ein spektakuläres und lebensgefährliches Baumanöver gefallen. Die 13 stärksten Männer des Dorfes machten sich auf, um in das harte, steile Felsmassiv des Taihang-Gebirges eine Straße zu schlagen. Ihr Werkzeug war denkbar schlicht: Hammer, Meißel und die bloßen Hände. Die Strapazen brachten etlichen Männern den Tod, doch fünf Jahre nach Baubeginn war es so weit: Der 1300 Meter lange, sechs Meter breite und vier Meter hohe Straßentunnel wurde eröffnet. Von außen ist er an den 35 natürlichen (Fenster-)Öffnungen im Fels zu erkennen. 

Guoliang-Tunnel, China*

Viadukt von Millau, Südfrankreich

Kein Geringerer als der britische Stararchitekt Norman Foster war an der Gestaltung dieser eleganten Brücke beteiligt. Der Viaduc de Millau führt in der Provence die Autobahn A75 in 270 Meter Höhe über den Fluss Tarn. Getragen von sieben Pfeilern, ist er mit 3460 Metern die längste Schrägseilbrücke der Welt und mit 343 Metern das höchste Bauwerk Frankreichs. Nach nur drei Jahren Bauzeit wurde der (mautpflichtige) Viadukt 2004 eingeweiht und entschärft seitdem den bis dahin stau- und unfallträchtigen Urlaubsverkehr im Tarntal. Im Schnitt rollen täglich 12.000 Fahrzeuge über die Brücke. Aussichtspunkte auf das spektakuläre Bauwerk finden sich unter anderen am Rastplatz Cazalous und in den Orten Peyre, Beffroi und Soulobres.

Viadukt von Millau*

Kolyma-Straße, Sibirien

Kolyma ist eine Region im bitterkalten Nordosten Sibiriens. Minus 50 Grad gelten hier als normal. In der Stalin-Ära wurden in Kolyma zahlreiche Gulag-Arbeitslager errichtet. Die Strafgefangenen mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen Bodenschätze schürfen, vor allem Gold, Zinn und Uran. Die Kolyma-Straße (R504), 1932 bis 1953 unter Stalin von Häftlingen erbaut, zieht sich über insgesamt rund 2000 Kilometer von Magadan nach Ust-Nera und weiter bis nach Jakutsk durch die endlosen Weiten im fernen Osten Russlands. Sie diente einst dazu, den Bergbau in Jakutien zu befördern. "Straße der Knochen" wird sie in Erinnerung an die vielen bei ihrem Bau zu Tode gekommenen Gulag-Häftlinge genannt. Im krassen Gegensatz zur traurigen Vergangenheit der Straße steht die Schönheit der Natur mit dem strahlenden Weiß der Berggipfel ringsum.

Kolyma-Straße (R 504), Sibirien*


Grovehill Kreuzung, England

Möglicherweise gab es die Ampeln im Sonderangebot, denn nirgendwo sonst in England oder dem Rest der Welt existiert solch eine Kreuzung: Sage und schreibe 42 Ampeln regeln den Verkehr an der Grovehill-Kreuzung im idyllischen Beverley in East Yorkshire. Hier blinkt es so bunt wie auf einem Jahrmarkt. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle ein Kreisverkehr. Um den Verkehr sicherer zu machen, wurde der Kreisel 2015 durch eine Kreuzung mit neun Kreuzungspunkten ersetzt – plus 42 Ampeln. Diesen verdankt der Platz den Spitznamen "The Red Light District" (Rotlichtviertel).

Beverley, Ampelkreuzung, England*

Nördliche Yungas-Straße, Bolivien

Nicht umsonst wurde die etwa 80 Kilometer lange Strecke auch "El Camino de la Muerte" genannt, Straße des Todes. Lange galt sie als eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Der Grund: Sie verläuft auf einer Höhe von bis zu 4650 Metern, oft in Serpentinen auf morastigem Untergrund, vorbei an steilen Abhängen, die zudem kaum durch Leitplanken gesichert sind. Was den Adrenalinspiegel der Fahrer zusätzlich in die Höhe schießen ließ, war das unberechenbare Wetter mit plötzlich auftretendem, dichtem Nebel oder Regengüssen. Auf dem Weg von der Hauptstadt La Paz bis zum Amazonas-Regenwald in der Region Yungas im Norden Boliviens passiert die Straße fast alle Klimazonen Südamerikas. Damit die Fahrer, früher meist Trucker, den Abgrund besser im Blick haben, herrscht auf der Yungas-Straße im Unterschied zum Rest des Landes Linksverkehr. Dennoch kamen hier alljährlich bis zu 300 Fahrer um, etliche Kreuze säumen die Straße. Seit 2006 verbindet eine neue Umgehungsstraße die Städte La Paz und Coroico. Die alte Yungas-Straße wird nun fast nur noch von wagemutigen Touristen mit Mountainbikes und Vans befahren.

North-Yungas-Straße*

Trollstigen, Norwegen

Die "Leiter der Trolle" erklimmen mitunter bis zu 2500 Fahrzeuge am Tag. Kein Wunder: Die Provinzstraße 63 ist zu einer echten Touristenattraktion geworden. Mit bis zu zwölf Prozent Steigung windet sie sich über elf Haarnadelkurven die steilen Hänge des Stegagebirges hinauf. Jede Kurve trägt einen Namen, die meisten sind nach dem Vorarbeiter des jeweiligen Bautrupps benannt, der für ihren Bau verantwortlich war. Vom Tal Isterdalen führt die 55 Kilometer lange Strecke durch die herrliche Gebirgslandschaft bis zur Passhöhe Stigrøra (858 Meter) und passiert u.a. den 320 Meter hohen Wasserfall Stigfossen. Der Trollstigen kann wegen Schnee und Lawinengefahr nur von Mitte Mai bis Oktober befahren werden. Stellenweise ist die Straße sehr eng, Haltemöglichkeiten gibt es daher erst oben am Beginn eines Hochtals auf einem großen Parkplatz. Zudem sind bei entgegenkommenden Fahrzeugen Nervenstärke und fahrerisches Geschick gefragt. Alternativ lässt sich der Trollstigen über den alten, in den letzten Jahren renovierten Bergpfad erwandern.

Trollstigen, Norwegen*


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