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Die 11 ausgefallensten Tankstellen der Welt

Tankstelle in Matuskovo in der Slowakei
Überirdisch: Tankstelle in Matúškovo, 60 Kilometer von Bratislava entfernt ∙ © Tomas Soucek

Teekessel, Tempel, Kiefernwald oder gar Raumschiff: Rund um den Globus gibt es erstaunlich fantasievolle Tankstellen zu entdecken. Die folgenden Anlagen sind besonders sehenswert.

In den Anfangsjahren des Automobils gab es Kraftstoff nur in Apotheken und Drogerien. Bald tauchten einzelne per Hand betriebene Zapfsäulen vor Läden und Werkstätten auf. Die Firma Olex, Vorläufer der deutschen BP, errichtete in den 20er-Jahren die ersten Tankstellen in Deutschland. Weltweit etablierte sich nun zusehends der Aufbau mit Kassenhäuschen und Vordach. Der Kreativität von so manchem Erbauer hat das nicht geschadet – zum Glück.

Pops Gas Station in Arcadia, Oklahoma, USA

Schon von Weitem ist die überdimensionale Flasche zu sehen, die neben dieser Tankstelle, der Pops Gas Station im US-Bundesstaat Oklahoma, in den Himmel ragt. 66 Fuß – gut 20 Meter – ist die LED-Installation hoch, was kein Zufall ist, befindet sie sich doch direkt an der legendären Route 66. Die Tankstelle punktet außerdem mit einem Diner und der sogenannten Soda-Ranch, einem begehbaren Limonadenuniversum mit Hunderten Erfrischungsgetränken aus der ganzen Welt. Damit niemand diesen Ort übersieht, leuchtet die Flaschenskulptur im Außenbereich nachts in poppig bunten Farben.

Weitere Infos auf der Website von Pops 66*.

Tankstelle Skovshoved in Charlottenlund, Dänemark

Dieser Bau im Örtchen Skovshoved am Øresund war der Prototyp einer Serien-Tankstelle, die Arne Jacobsen in den 30er-Jahren für Texaco entwickelt hatte. Die geradlinige, modernistische Formensprache ist typisch für den berühmten Architekten und Designer, der auch mit dem Egg-Chair, dem Hamburger Vattenfall-Gebäude oder dem SAS Royal Hotel in Kopenhagen Ikonen schuf. Die Tankstelle Skovshoved wird mittlerweile von der Firma UNO-X betrieben und steht unter Denkmalschutz. Im Innern werden Bio-Eiscreme, Burger und Sandwiches serviert. Tanken ist aber nach wie vor möglich – per Selbstbedienung.

Nähere Infos gibt es bei Visit Kopenhagen* und auf der Website des Cafés Olivers Garage*.

Red Hill Filling Station in Birstall, Großbritannien

Die Red Hill Filling Station im nordenglischen Birstall gilt als letzte noch erhaltene Tankstelle im futuristischen Pegasus-Design, welches der US-Amerikaner Eliot Noyes in den 60er-Jahren für Mobil kreiert hatte. Charakteristisch sind die runden Vordächer, die möglicherweise von Arne Jacobsens Tankstelle Skovshoved (siehe oben) inspiriert waren. Eliot Noyes gehört zu den bedeutenden Architekten und Designern des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete etwa mit Eero Saarinen, Mies van der Rohe und Marcel Breuer zusammen. Die ikonische Tankstelle nahe Leicester ist seit 2012 denkmalgeschützt.

Weitere Informationen bei der englischen Denkmalschutzbehörde*.

Teapot Dome Service Station in Zillah, Washington, USA

Dieses sonderbare Bauwerk in Teekesselform mutet wie das Requisit eines Disneyfilms an: Die Teapot Dome Service Station im Städtchen Zillah im US-Bundesstaat Washington wurde 1922 eröffnet. Auf humorvolle Weise spielte sie auf den Teapot-Dome-Skandal an, der die USA in den 1920er-Jahren erschütterte. Der damalige Innenminister hatte sich von der Ölindustrie bestechen lassen und staatliche Ölfelder – eines hieß „Teapot Dome“ – für Geld billig an Konzerne verpachtet. Heutzutage beherbergt die Teekessel-Tankstelle ein Besucherzentrum und ist ins Nationale Register der schützenswerten historischen Stätten eingetragen. Tanken kann man dort seit 2006 allerdings nicht mehr.

Weitere Infos auf der Website der Stadt Zillah*.

Rest Area Niemenharju nahe Pihtipudas, Finnland

Bei dieser finnischen Tank- und Raststätte, der Rest Area Niemenharju an der E75 nahe Pihtipudas, wurde besonders viel Wert auf Regenerationsmöglichkeiten für Reisende gelegt. Zum Angebot gehören neben der Tankstelle und einem Restaurant unter anderem zehn Hotelzimmer, teilweise mit Aussicht auf den nahe gelegenen See, außerdem Meetingräume, ein Campingplatz, ein Saunabereich sowie eine Ruhezone für Lkw-Fahrer. Das 2016 eröffnete Gebäude wurde komplett aus Holz errichtet. Die vertikalen Holzpfeiler der Tankstelle zitieren den lokalen Kiefernwald.

Weitere Informationen auf der Website der Rest Area Niemenharju*.

Gasolinera Acapulco in Havanna, Kuba

Ein Relikt aus den 50er-Jahren ist diese Tankstelle in Havanna auf Kuba. Mit ihren mintfarben gekachelten Pfosten, dem leuchtend roten Schriftzug und dem Dach mit Betonwelle wirkt die Gasolinera Acapulco wie der Drehort eines Roadmovie. Die fotogene Zapfstation liegt an der Avenida Kohly, Ecke Calle 26 im sehenswerten Stadtteil Vedado. Bei einem Spaziergang durch das Viertel bekommt man eine Ahnung von den glamourösen Zeiten der Stadt.

Allgemeine Informationen beim Kubanischen Fremdenverkehrsbüro*.

Tankstelle in Matúškovo, Slowakei

Dieses Betonbauwerk in Matúškovo im Westen der Slowakei sieht aus wie ein Ufo, das jeden Moment auf der Erde aufsetzt. Erdacht und umgesetzt wurde die außergewöhnliche Konstruktion von den Architekten des Atelier SAD aus Prag sowie dem slowakischen Ingenieurbüro Visia. Besonderer Clou: Unterhalb des erstaunlich filigran wirkenden Betondachs sind Beleuchtungsringe angebracht, die das Dach in der Dunkelheit optisch schweben lassen – wie ein Raumschiff im Weltall.

Weitere Infos erhältlich bei Atelier SAD*, bei Visia* sowie beim Betreiber Gas*.

Redwood Tree Service Station in Ukiah, Kalifornien, USA

Bei dieser früheren Tankstelle in Ukiah wurde das Kassenhäuschen im riesigen, etwa 1500 Jahre alten Stumpf eines Mammutbaums untergebracht. Der sogenannte Küstenmammutbaum ist der Staatsbaum Kaliforniens; ein Exemplar im dortigen Redwood-Nationalpark gilt mit imposanten 115,55 Metern als höchster Baum der Welt. In dem umfunktionierten Stumpf an der North State Street in Ukiah werden heute Relikte der Automobil-Geschichte und historische Fotos präsentiert. Der jüngere Zweckbau nebenan dient als Autowerkstatt.

Mehr Infos finden Sie auf der Website der Redwood Tree Service Station*.

Here After in London, Großbritannien

Tankstellen, die nicht mehr benötigt werden, kann man verfallen lassen, abreißen oder, wie hier geschehen, kurzerhand anmalen. Die ehemalige Petrol Station in der Londoner Wood Lane jedenfalls wurde vom Künstlerduo Craig & Karl kreativ umgemünzt. Die farbenfrohe, flächige Gestaltung ist dabei vom Fernseh-Testbild inspiriert, befand sich doch die BBC-Zentrale viele Jahre lang in direkter Nähe. „Here After“ nennt sich die Installation, die Teil einer größer angelegten Offensive ist, welche das White-City-Viertel wiederbeleben und zum Kreativquartier machen will. Offenbar mit Erfolg: Soul-Ikone Chaka Khan jedenfalls drehte an der bunten Kunst-Tankstelle bereits das Musikvideo zu ihrem Song „Like Sugar“.

Nähere Informationen auf der Website von Craig & Karl* sowie der Internetpräsenz des London Borough of Hammersmith and Fulham*.

Tankstelle in Thimphu, Bhutan

Eine Tankstelle, die wie ein traditioneller Tempel aussieht, steht in Thimphu, der Hauptstadt des Himalaya-Königreichs Bhutan. In der 115.000-Einwohner-Stadt geht es generell anders zu als in den meisten Kapitalen der Welt: Ampeln etwa sucht man in Thimphu vergebens, stattdessen regeln Verkehrspolizisten den Hauptstadtverkehr. Besucher müssen sich davon aber nicht verunsichern lassen ­– Mietwagen können in Bhutan ohnehin nur mit Fahrer angemietet werden.

Allgemeine Informationen zu Bhutan beim Auswärtigen Amt* und bei der Tourismus-Organisation Tourism Council of Bhutan*.

Helios House in Los Angeles, USA

Eine solarbetriebene Tankstelle mit reduziertem Energie- und Wasserverbrauch sowie weniger CO2-Emissionen – das ist Helios House im kalifornischen Los Angeles. Die Architekten von Johnston Marklee & Associates haben bei dem Bau unter anderem Materialien einer älteren Tankstelle recycelt, die früher an dem Ort stand. Besonderer Hingucker ist das Dach, gefertigt aus zahllosen dreieckigen Stahlpaneelen. Solarfelder stecken in der Außenhaut und produzieren Strom. Das spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch die CO2-Emissionen um jährlich 2,27 Tonnen. Das Gebäude erhielt das Zertifikat „Leadership in Energy and Environmental Design“ (LEED), eine Auszeichnung für ökologisches Bauen.

Weitere Informationen gibt's beim Architekturbüro Johnston Marklee.*

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