Zwischen Island und der Türkei: Neun originelle Hostels in Europa

Hostel Giellajohka
Polarlichter als Heimkino: Das Hostel Giellajohka in Lappland© Hostel Giellajohka

Städtetrips sind beliebt und preiswert – sofern man in Hostels übernachtet. Für alle, die das Besondere suchen: Neun ungewöhnliche Low-Budget-Adressen in Europa.

Was ist eigentlich ein Hostel?

Hostels sind Low-Budget-Hotels, die sich ursprünglich auf Rucksackreisende spezialisiert haben. Das Konzept entstand in den 1960er-Jahren in Australien. Die Ausstattung der Unterkünfte ist in der Regel einfach. Es gibt Mehrbett-, Doppel- und Einzelzimmer. Bad und WC befinden sich häufig zur Gemeinschaftsnutzung auf dem Flur, je nach Zimmer und gegen Aufpreis aber auch zur Alleinnutzung. In gehobeneren Levels sind Handtücher und Bettwäsche inklusive. Meist bieten Hostels nur Frühstück an, warmes Essen kann jedoch fast immer in einer Gemeinschaftsküche selbst zubereitet werden. Hostels sind nicht zu verwechseln mit Youth Hostels, die im Prinzip identisch sind mit Jugendherbergen.

... und was ist der Unterschied zu Jugendherbergen?

Die meisten Jugendherbergen (JH) sind hierzulande im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) organisiert, gemeinnützig anerkannt und von diversen Steuern befreit. Traditionell besitzen sie Schlafsäle bzw. Mehrbettzimmer, da sie seit ihrer Gründung 1911 vor allem Gruppen wie Schulklassen, Vereine, Chöre und auch Familien beherbergen. Die Verpflegung ist inkludiert.

Das DJH gibt einen preisgünstigen Mitgliedsausweis aus, der zur Übernachtung berechtigt. Eine Altersbeschränkung der Gäste existiert nicht, Jugendliche unter 18 Jahren müssen allerdings eine Vollmacht der Eltern vorweisen. Es gibt auch Jugendherbergen, die nicht dem DJH angehören, da der Begriff seit 2009 nicht mehr geschützt ist. International sind Jugendherbergen unter dem Namen "Youth Hostel" bekannt und im Verband Hostelling International* organisiert.

Coronavirus: Wie reagieren die Hostels?

Mit den landesspezifischen Hygienekonzepten und Abstandsregeln zur Infektionsabwehr reagieren die Hostels auf die Corona-Krise. So werden zum Beispiel Mehrbettzimmer – sofern vorhanden – nur mit Personen belegt, die aus einem Haushalt/einer Familie stammen. Ansonsten können Einzel- bzw. Doppelzimmer mit jeweils eigenem Bad/WC bezogen werden.

Auf dem Wasser: Eastern Comfort Hostelboat, Berlin

Eastern Comfort Hostel Boat in Berlin
Zelten auf der Spree: Das Eastern Comfort Hostel Boat in Berlin © Eastern Comfort Hostel Boat

Die vermutlich originellste Art in Berlin zu übernachten, bietet das Eastern Comfort Hostel Boat, ein Hausboot auf der Spree. Es liegt zwischen den Szenevierteln Friedrichshain und Kreuzberg in Fußnähe zur Oberbaumbrücke und der S+U-Bahnstation Warschauerstraße. 24 Kajüten, wahlweise mit eigenem oder Gemeinschaftsbad, stehen für bis zu vier Personen zur Verfügung – am schönsten natürlich auf der Wasserseite. Wer möchte, kann im Sommer auf dem Deck zelten. Dort können Gäste auch frühstücken und den Abend an der Bar ausklingen lassen.

Mehr Infos gibt es hier: Eastern Comfort Hostelboat*

Hinter Gittern: Hostel Celica, Slowenien

Celica Art Hostel in Ljubljana
Kunst im Knast: Das Celica Art Hostel in Ljubljana © Hostel Celica/Miha Mally

Aus alt mach neu, lautet hier die Devise. Das Hostelgebäude in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana existiert seit gut 100 Jahren und diente früher als Militärgefängnis. Etliche Künstler haben in den einstigen Zellen ihren Schöpferdrang ausgelebt. Das Ergebnis: 20 Zimmer, alle individuell mit Farbe, Mosaiken und Holzeinbauten gestaltet und jedes ein Meisterwerk für sich. Auch ein Meditationsraum wurde eingerichtet. Und niemand braucht sich sorgen, bei Brot und Wasser darben zu müssen: Das Hostel bietet in seinem Western Café, dem Slovenian Restaurant und in Eduardo's Bar allerlei Köstlichkeiten. Bei einer Gratis-Führung haben die maximal 92 "Häftlinge" Gelegenheit, Einblicke in die Geschichte des Gefängnisses sowie in original erhaltene Zellen zu erhalten.

Mehr Infos gibt es hier: Hostel Celica*

Schöner Zug: Sleeperzzz Hostel, Schottland

Sleeperzzz Hostel in Schottland
Ruhe statt Schienenrattern: Das Sleeperzzz Hostel in Schottland © Sleeperzzz Hostel

Nicht nur für Eisenbahn-Fans bietet dieses Hostel das ganz besondere Übernachtungs-Feeling: In Rogart, einem kleinen Dorf in den Highlands von Schottland, steht mitten in der grünen Landschaft ein alter Zug, der zum Urlaubsdomizil umfunktioniert wurde. 15 Betten warten auf Gäste, verteilt in alten Eisenbahnwaggons, Güterwagen sowie im Wartesaal des Bahnhofs. Die Waggons mit Namen "Glenfiddich", "Deanston" und "Strathisla" besitzen jeweils eine Toilette, Dusche, Küchen- und Sitzecke. Neben Wandern, Vogelbeobachtung und Fischen bieten sich von hier aus Ausflüge zum Dunrobin Castle oder zur Besichtigung einer Whisky-Distillery an, zum Beispiel der Glenmorangie Distillery.

Mehr Infos gibt es hier: Sleeperzzz Hostel*

Abgehoben: Jumbo Stay Hostel, Schweden

Jumbo Stay Hostel
Übernachten im Jumbo-Cockpit: Das Jumbo Stay Hostel in Stockholm © Shutterstock/EQRoy

Wahrscheinlich haben die meisten schon mal in einem Flugzeug geschlafen, aber garantiert nicht im Cockpit. In Schweden ist dies möglich, und zwar in einem ausrangierten Jumbo 747, der zum Hostel ausgebaut wurde. Neben dem Cockpit mit seiner großartigen Panoramaaussicht auf den Flugplatz Arlanda – hier können zwei Personen im Doppelbett schlafen – gibt es insgesamt 33 Räume mit 76 Betten, vom Einzel- über Vierbettzimmer bis hin zur luxuriösen Suite wie dem Piloten-Cockpit im Oberdeck und der Black Box Suite. Die kleinen Einzelzimmer in den ehemaligen Radkästen des Flugzeugs sind separat von außen zugänglich. Viele Räume besitzen eine eigene Dusche und Toilette, alle verfügen über WiFi und Flatscreen-TV. Ein besonderes Highlight ist der Panoramabalkon auf dem linken Tragflügel. Wer will, kann hier gemütlich einen Drink oder Imbiss genießen – auch externe Gäste sind willkommen.

Mehr Infos gibt es hier: Jumbo Stay Hostel*

Süße Vergangenheit: Kex Hostel, Island

Kex Hostel in Reykjavik
Charme & viel Holz: Die Terrasse des Kex Hostel in Reykjavik © Kex Hostel

Kann man irgendwo süßere Träume haben? Das liebevoll im Vintage-Style gestaltete Hostel logiert im Herzen von Islands Hauptstadt Reykjavik in einer ehemaligen Keksfabrik. Mit zwei Gästeküchen, Fahrradverleih, beheiztem Außenbereich, einem Gemeinschaftsraum im Retrolook, nostalgischem Barbershop, Restaurant und Bar samt beeindruckender Bierauswahl lässt es sich hier fantastisch aushalten. Wenn morgens im "Saemundur" genannten Essbereich der Duft frisch gebackenen Brots das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass hier einst Kekse produziert wurden.

Mehr Infos gibt es hier: Kex Hostel*

Hoch hinaus: Kadir's Treehouses, Türkei

Kadir's Top Tree House in der Türkei
Für Wipfelstürmer: Kadir's Baumhäuser-Hostel bei Antalya © Kadir's Top Tree House

Umgeben von Baumkronen schlafen? Dieser Wunsch lässt sich in Kadir's Treehouses-Hostel nahe Antalya an der Südküste der Türkei erfüllen. In rustikalen, sehr gemütlichen Baumhäusern und Bungalows unterschiedlicher Größe stehen insgesamt 300 Betten. Die Unterkünfte sind aus Holzplanken gebaut, mit urigen Mustern bemalt und mit Holzrädern dekoriert und erwecken wahlweise Assoziationen an Grimms Märchen, Tarzan oder den Wilden Westen. Das beliebte Hostel befindet sich im Olympos Beydaglari Nationalpark nur einen Kilometer vom Strand entfernt. Der ist größtenteils geschützt, da dort die unechte Karettschildkröte (Caretta-Caretta) im Sommer ihre Eier ablegt. Baden ist dennoch möglich. Darüber hinaus bietet das Hostel viele Aktivitäten an, darunter Tauchen, Canyoning, Kanufahrten und Klettern für Anfänger und Profis. Die Bulls Bar wird auch gerne von externen Besuchern angesteuert.

Mehr Infos gibt es hier: Kadir's Treehouses*

Kunstgenuss inklusive: Hostel Mali Mrak, Kroatien

Hostel Mali Mrak in Zagreb
Klein, aber sehr kreativ: Das Hostel Mali Mrak in Zagreb © Hostel Mali Mrak

Unkompliziert und persönlich: Damit werben die vier Freunde, die gemeinsam vor mehr als zehn Jahren das kleine, nur drei Gästezimmer umfassende Hostel in Kroatien, genauer in Zagreb, ins Leben riefen. Unterstützt wurden und werden sie dabei von regionalen und reisenden Künstlern, die nicht nur die Wände der Zimmer bemalt, sondern mit ihren Gemälden und künstlerischen Fotos maßgeblich zum gemütlichen und originellen Flair des Hostels beigetragen haben. Die sanitären Einrichtungen werden gemeinschaftlich genutzt. Ein Highlight des Hostels ist die Terrasse mit einer Außenküche, die zum langen Beisammensitzen, Essen und Plaudern einlädt. Für kühlere Temperaturen gibt es noch eine Innenküche. Ins Stadtzentrum kommt man am besten mit der Tram.

Mehr Infos gibt es hier: Hostel Mali Mrak*

Lichtspektakel: Hostel Giellajohka, Finnland

Hostel Giellajohka
Lightshow: Polarlichter über dem Hostel Giellajohka in Lappland © Hostel Giellajohka

Endlose Weite, kaum Menschen, Rentiere: Wem das zusagt, der ist in Lappland, der Heimat der Samen, richtig. Das Hostel liegt am Fluss Kielajoki (Giellajohka in Sámi) zwischen den Dörfern Kaamanen und Karigasniemi. Ein aus Holz erbautes Gästehaus bietet gemütliche Einzel- bis Vierbettzimmer und eine abgeschlossene Wohnung für bis zu fünf Personen mit separatem Eingang. Küche, Bad und Wohnzimmer samt Kamin und Fernseher werden gemeinschaftlich genutzt. Dank ihrer Glasfront zum Fluss hinaus sind die Bungalows direkt am Ufer besonders beliebt. Dort befindet sich auch die Strandsauna – Abkühlung im eisigen Wasser inklusive. Im nahe gelegenen Strandhaus lassen sich die faszinierenden Nordlichter besonders gemütlich beobachten. Wer sie aufnehmen möchte, kann sich ein Kamerastativ ausleihen. Die beste Zeit, um das Himmelsspektakel zu erleben, ist von September bis März. Ansonsten stehen Wandern, Fischen, Grillen und Natur bestaunen auf dem Programm.

Mehr Infos gibt es hier: Hostel Giellajohka*

Street Art & Antike: RomeHello Hostel, Italien

Hostel Romehello in Rom
Coole Kunst statt Kolosseum & Co.: Der Innenhof des RomeHello Hostel © Hostel Romehello

Nur einen Kilometer vom Trevi-Brunnen und wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Repubblica entfernt liegt das Hostel mitten in Rom. Im Angebot sind klimatisierte, modern eingerichtete Drei- bis Zehnbettzimmer, jedes Bett versehen mit Lampe, Steckdosen, USB-Stecker und einem verschließbaren Regalschrank. Zudem gibt es in jedem Zimmer einen Schreibtisch und Sat-TV. Das Frühstücksbuffet ist gut bestückt und deutlich preiswerter als das Frühstück in einem der umliegenden Cafés. Mittag- und Abendessen kann man nebenan im Restaurant The Barrel. Im Innenhof sorgen neben hippen Sitzgelegenheiten eine Tischtennisplatte und Tischfußball für eine entspannte Atmosphäre. Anschluss zu finden, fällt hier leicht. Das Highlight des Hostels ist seine Street-Art-Gallery in den gemeinsam genutzten Räumen. Elf internationale Künstler haben sich mit Wandgemälden verewigt.

Mehr Infos gibt es hier: Hostel RomeHello*

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Elke Satzger
Redakteurin
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