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Italien | Genua | 01.07.2019

Verkehrsbehinderungen an eingestürzter Morandi-Brücke

Morandi-Brücke

Nach dem Einsturz der vierspurigen Morandi-Brücke in Genua im August 2018 ist die italienische Autobahn A 10 (Genua – Savona) zwischen dem Autobahnkreuz mit der A 7 (Mailand - Genua) und Genua-Flughafen in beiden Richtungen auf unbestimmte Zeit gesperrt. Der Verkehr quält sich seither auf Ausweichstrecken und durch lange Staus.

Die Verkehrssituation vor Ort

Von der Autobahnsperre betroffen sind vor allem Verkehrsteilnehmer auf dem Weg von und zum Flughafen sowie Reisende, die über Genua in Richtung Nizza/Savona und umgekehrt fahren wollen. Nicht unmittelbar tangiert sind Reisende aus Richtung Norden mit dem Ziel Fährhafen. Dieser ist weiter über die A 7 zu erreichen, es besteht aber erhöhte Staugefahr.

Tipps für Autourlauber

Die Brücke „Ponte Morandi“ - oder auch Polcevera-Viadukt genannt - verbindet nicht nur den Osten mit dem Westen der Hafenstadt. Sie ist Teil der Urlauberautobahn A 10 "Autostrada dei Fiori", einer wichtigen Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in die Toskana, den Piemont und die Lombardei. Somit reißt die Unterbrechung dieses Abschnitts ein Riesenloch in den Verkehr. Auswirkungen auf andere Hauptverkehrsrouten durch Ausweichverkehr sind an der Tagesordnung. Urlaubsheimkehrer aus Südfrankreich sollten die Region Genua meiden und großräumig (z.B. über Ostfrankreich oder Turin) ausweichen.

Von einer Fahrt über die Küstenstraße 1 (Via Aurelia), die südlich der A 10 verläuft, ist wegen hoher Staugefahr dringend abzuraten.

Umleitungen im Detail

Der Verkehr auf der A 10 aus Richtung Nizza/Savona nach Genua beziehungsweise weiter in Richtung La Spezia wird ab Voltri (km 13) auf die A 26 (Voltri - Gravellona Toce) umgeleitet. Bei Predosa (km 72) besteht Anschluss zur Verbindungsautobahn A26/ A7 nach Bettole di Tortona, wo man auf die A 7 in Richtung Genua auffahren kann. Von hier aus kann man entweder über die A 7 nach Genua fahren oder nordwestlich der Stadt auf die A 12 in Richtung La Spezia wechseln. In der Gegenrichtung erfolgt die Umleitung entsprechend umgekehrt.

Autofahrer, die über den Mont Blanc- bzw. Frejus-Tunnel und Turin nach La Spezia wollen, sollten Genua meiden und ab Alessandria über die A 21 bis Piacenza, weiter über die A 1 bis Parma und die A 15 fahren.

Wer auf der A 7 (Mailand - Genua) von Norden kommend zum Flughafen oder in Richtung Savona/Nizza will, sollte bei Bettole di Tortona auf die Verbindungsautobahn A26/ A7 nach Predosa wechseln und von dort über die A 26 zum Kreuz mit der A 10 bei Voltri (km 13) fahren. Dort besteht Anschluss nach Osten zum Flughafen oder nach Westen in Richtung Savona/Nizza. Auch hier erfolgt die Umleitung in Richtung Mailand entsprechend entgegengesetzt. Auch möglich: Bei Tortona auf die A 21 in Richtung Alessandria wechseln und von dort über die A 26 weiter fahren.

Auf den Umleitungsstrecken sollte man aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens längere Fahrzeiten einkalkulieren. Dies gilt insbesondere für Passagiere des Flughafens Genua bei der An- und Abreise. Im Stadtgebiet von Genua sind zudem Rückstaus auf die A 7 (Mailand – Genua) und A 12 (Genua – La Spezia) nicht auszuschließen.

Hintergrund

Beim Brückeneinsturz am 14. August 2018 kamen mehr als 40 Menschen ums Leben. Das Bauwerk war seit langem umstritten. Regierungsmitglieder machten den privaten Betreiber der Autobahn für die Katastrophe verantwortlich. Der Brückenneubau wird frühestens 2020 fertig.

Italienische Verkehrsinfo

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Foto: Shutterstock/Luca Rei