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Spanien | Barcelona | 06.11.2019

Katalonien: Vorsicht vor Demonstrationen!

Proteste in Katalonien
Auf Kataloniens Straßen kann es derzeit heiß hergehen

Flugausfälle, Streiks, Straßenschlachten und verbrannte Autos: Darauf müssen sich Besucher der Touristen-Metropole Barcelona und anderer Städte der nordspanischen Region Katalonien derzeit einstellen.

Anlass für diese Unruhen sind die Proteste gegen die jüngsten Gerichtsurteile für neun Separatistenführer, die immer wieder auch in Zusammenstößen mit der Polizei und Krawallen enden. Wer nach Katalonien will, sollte um Menschenansammlungen einen großen Bogen machen, die Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt befolgen und sich über die lokalen Medien auf dem Laufenden halten.  Sollte sich die Lage zuspitzen, ist nicht ausgeschlossen, dass Reiseveranstalter in Katalonien ihre Städtetrips anpassen oder sogar ganz aus dem Programm nehmen. Autofahrer können sich über die Homepage des spanischen Verkehrsministeriums* über die aktuelle Verkehrslage in Spanien informieren. Informationen zum Flugstatus in Barcelona finden Reisende auf der Homepage des Airports*. Verkehrsinformationen über die Straßenlage Barcelonas stellt die Stadtverwaltung bereit.

Für den Wahlsonntag, 10. November, plant die spanische Regierung ein besonders großes Sicherheitsaufgebot. Neben rund 8000 Beamten der Regionalpolizei Mossos d'Esquadra sollen bis zu 4500 Einsatzkräfte der Nationalpolizei und der Zivilgarde für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Aufgrund der politischen Entwicklungen im Rahmen der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens sind größere Demonstrationen seit Jahren keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Störungen im Flugverkehr, weil die Demonstranten die Zufahrtsstraßen zum Flughafen versperren. 

Bei den Demonstrationen und Ausschreitungen werden immer wieder auch die Zugänge zu Sehenswürdigkeiten (z.B. die weltberühmte Basilika Sagrada Familia), U-Bahnhöfen oder zum Hauptbahnhof versperrt. Parkende Autos wurden ebenfalls beschädigt. Dazu ein Hinweis für Autobesitzer: In Deutschland versicherte Fahrzeuge, die bei einem Katalonien-Aufenthalt am Straßenrand geparkt werden, sind in der Regel nicht gegen Krawall-Schäden abgesichert. Die meisten Versicherungen schließen Schäden durch "Aufruhr und innere Unruhen" aus. Wer  mit dem eigenen Auto nach Spanien fährt, sollte bereits vor Fahrtantritt mit seinem Versicherer klären, wann für eventuelle Schäden aufgekommen wird. 

Das Auswärtige Amt weist noch darauf hin, dass Reisende sich bei Problemen an die Hotline der Tourismusbehörde der Stadt Barcelona unter der Telefonnummer +34 93 2853834 wenden können. Übrigens: ADAC Mitglieder, die im Ausland in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (+49 89 22 22 22) wenden.

Hintergrundinfo: Das Oberste Gericht in Madrid hatte im Zuge des illegalen Abspaltungsreferendums von Oktober 2017 am Montag, 14. Oktober, lange Haftstrafen für frühere katalanische Spitzenpolitiker verhängt. Bereits unmittelbar nach Verkündung der Urteile war es zu Krawallen gekommen. Inzwischen gehen aber auch viele Katalanen auf die Straße, die sich für die Einheit Spaniens einsetzen.

Hier erfahren Sie, welche Rechte Reisende in Krisengebieten haben.

Die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes finden Sie hier*.

Text: kd. Foto: imago images/Enric Fontcuberta

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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