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München | 12.06.2019

Die schlimmsten Staufallen im Ausland

Stau auf dem Brenner

Wer seinen Urlaub im Ausland verbringt und mit dem Auto anreist, bleibt auch diesen Sommer vielerorts im Stau stecken. Besonders an den Wochenenden wird es auf wichtigen Hauptverkehrsrouten eng. Die Gründe: Überlastung und Baustellen. Wir geben einen Überblick über die kritischsten Abschnitte.

Österreich/Schweiz/Italien

Österreich

Problemstrecken sind wie jedes Jahr vor allem die wichtigsten Transit- und Urlauberrouten:

  • West-Autobahn A 1 (Salzburg – Wien)
  • Ost-Autobahn A 4 (Wien – Nickelsdorf/Budapest)
  • Tauernautobahn A 10 (Salzburg – Villach)- Inntalautobahn A 12 (Kufstein – Innsbruck)
  • Brennerautobahn A 13 (Innsbruck – Brenner)
  • Fernpass-Route B 179 (Füssen – Reutte – Nassereith).

Deutlich weniger Staus muss man befürchten, wenn man für die Fahrt nach Süden die Strecke durch den Felbertauerntunnel wählt.

Schweiz

In der Schweiz werden Urlauber auf der Gotthard-Route A 2, vor allem vor dem Gotthardtunnel, auf der San Bernardino-Route A 13 sowie auf den wichtigen Durchgangsautobahnen A 1 (St. Gallen – Zürich – Bern) und A 3 (Basel – Zürich – Chur) warten müssen. Eine gute, wenngleich nicht ganz billige Alternative zur Gotthard-Route ist die Lötschberg-Autoverladung.

Italien

Über ein großes Zeitpolster verfügen sollte auch, wer nach Italien will. Häufig dicht sind folgende Autobahnen:

  • A 22 Brennerautobahn (Brenner – Bozen – Modena)
  • A 23 (Villach – Udine)
  • A 4 (Verona – Venedig – Triest) und der anschließende, schmale slowenische Küstenstreifen bis zur kroatischen Grenze bei Dragonja - Besondere Staugefahr besteht im Abschnitt Venedig – Triest wegen einer Großbaustelle zwischen Portogruaro und Palmanova.
  • A 7 (Mailand – Genua)
  • A 9 (Chiasso – Mailand) sowie allgemein der Großraum Mailand
Tipp Icon

Hinweis für Reisende nach Genua

Nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua im August 2018 ist die Autobahn A10 (Genua – Savona) zwischen dem Autobahnkreuz mit der A7 (Mailand – Genua) und Genua-Flughafen in beiden Richtungen auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Folge sind lange Umleitungen und Staus. Autofahrer, die nicht zwingend nach Genua wollen, sollten die Region meiden und großräumig ausweichen. Einzelheiten erfahren Sie hier.

Westeuropa

Belgien

Autofahrer in Belgien sollten aufgrund des in der Ferienzeit hohen Verkehrsaufkommens vor allem auf folgenden Autobahnen mehr Fahrzeit einplanen:

  • A 1 Antwerpen – Brüssel
  • A 3 GÜG Eynatten-Aachen/D - Lüttich – Brüssel
  • A 10 Brüssel – Oostende
  • A 14 Antwerpen - Gent – Kortrijk
  • A 21 GÜG Ersel/NL - Antwerpen

 

Niederlande

Auch in den benachbarten Niederlanden sind Staus programmiert: Am stärksten belastet sind erfahrungsgemäß die folgenden Strecken:

  • A 1 GÜG Bentheim/D – Amsterdam
  • A 4 Amsterdam – Den Haag – Rotterdam
  • A 7 GÜG Bunde/D - Groningen – Amsterdam
  • A 12 GÜG Emmerich/D – Utrecht - Den Haag
  • A 67 GÜG Venlo/D - Eindhoven - GÜG Ersel/B

 

Frankreich

In Frankreich wird – wie in den Jahren zuvor – vor allem die Fahrt auf den Hauptferienrouten in Richtung Mittelmeer und an der Küstenautobahn nach Spanien zum Geduldsspiel:

  • A 36 / A 39 / A 7 (Mühlhausen – Dole – Lyon – Orange)
  • A 9 (Orange – Nimes – Montpellier – spanische Grenze)
  • A 8 an der Côte d`Azur von Monaco nach Aix-en-Provence

Tschechien/Ungarn

Tschechien

Viel Geduld sollten Autofahrer auf der D 1 (Prag – Brünn) haben. Der Grund: Die Autobahn ist in die Jahre gekommen und wird derzeit komplett erneuert. Die Folge sind längere Baustellenabschnitte, die bei hohem Verkehrsaufkommen zwangsläufig zu Staus führen. Die Sanierung soll noch bis 2021 andauern.

Ungarn

In Ungarn müssen Autofahrer vor allem auf der A 1 (Wien/Nickelsdorf – Budapest) sowie der Südumfahrung Budapest (M 0) zwischen den Anschlüssen von der A1 aus Richtung Wien und der A 5 in Richtung Szeged mit Engpässen rechnen. Darüber hinaus kann es insbesondere an den Wochenenden auf der M 7 (Budapest – Balaton) sowie auf den Landstraßen rund um den Balaton zu längeren Staus kommen.

Südosteuropa

Slowenien

Auch in Slowenien braucht man starke Nerven und viel Zeit. Chronisch überlastet sind die Autobahnen A 2 (Karawankentunnel – Ljubljana – Zagreb) und A 1 (Ljubljana – Koper). Ein Lichtblick: Seit Ende 2018 gibt es eine direkte Autobahnverbindung von Spielfeld (Österreich) über Maribor und Ptuj zur kroatischen Grenze bei Macelj. Die Staus der letzten Jahre dürften hier deutlich kürzer werden. Und noch ein Hinweis: Die Adria-Küstenstraße zwischen Koper und Izola ist östlich von Izola bereits seit 2017 dauerhaft gesperrt. Ausweichroute ist die mautpflichtige H 6.

Kroatien

Kroatien-Urlauber müssen sich auf dem Weg ans Meer ebenfalls durch manchen Engpass quälen: Die schlimmsten Staufallen sind die Verbindungen Triest – Rijeka, die A 1/A 6 (Zagreb – Rijeka), die Transitroute A 3 Zagreb – Belgrad sowie generell die Küstenstraßen in Dalmatien. An den Mautstellen ist ebenfalls mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Serbien

Transitreisende in Richtung Griechenland oder Türkei sollten im Bereich der serbischen Hauptstadt Belgrad die Südumfahrung E75 neu meiden (diese ist ab dem Kreuz Dobanovci westlich von Belgrad ausgeschildert) und stattdessen die Stadtautobahn E 70/E 75 nützen. Der Grund: Die Südumfahrung ist bislang nur zum Teil ausgebaut und durch starken Lkw-Verkehr belastet. In den Spitzenzeiten bilden sich immer wieder lange Blechlawinen. Auf der Stadtautobahn sind zwar auch Verzögerungen einzuplanen, insgesamt ist diese Route aber günstiger. Wer in Richtung Bulgarien (Sofia) fährt, sollte folgendes wissen: Die Autobahn A 4 (Nis – GÜG Kalotina) wird frühestens zum Jahresende durchgängig sein.

Deutlich entspannter als noch im letzten Sommer ist man in Richtung Griechenland unterwegs. Mit der Fertigstellung des 26 km langen Autobahnabschnittes Grdelica – Vladicin Han (südlich von Nis) Mitte Mai besteht nun eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen Belgrad und Thessaloniki.

Grenzen

Auch Grenzen sind regelmäßig Staufallen. Besonders betroffen ist der Reiseverkehr von Österreich nach Deutschland sowie von und nach Südosteuropa. Detaillierte Informationen findet man in unserer Meldung Grenzkontrollen: Worauf sich Urlauber einstellen müssen.

ADAC Verkehrsinfo

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

Fotocredit: © iStock.com/Edwardward