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Santiago de Chile, La Paz | 18.11.2019

Ausschreitungen in Bolivien und Chile

Ausschreitungen Chile News
Unruhen in Chiles Hauptstadt Santiago

Die südamerikanischen Länder Bolivien und Chile werden derzeit von Ausschreitungen erschüttert. Wir sagen, worauf sich Urlauber einstellen müssen und geben Tipps.


Bolivien

Seit den umstrittenen Präsidentenwahlen am 20. Oktober wird Bolivien von Unruhen erschüttert. Diese sind auch nach dem Rücktritt von Präsident Morales am 10. November nicht abgeflaut. In der Millionenmetropole La Paz und anderen größeren Städten wie Sucre, Potosi, Santa Cruz, Cochabamba, Oruro und Trinidad kommt es immer wieder zu Streiks, Straßenblockaden und gewalttätigen Ausschreitungen, vielfach auch zu Vandalismus und Plünderungen.

Angesichts dieser Lage rät das Auswärtige Amt* von nicht erforderlichen Reisen nach Bolivien ab!

Reisende, die sich bereits in Bolivien aufhalten, sollten Folgendes wissen beziehungsweise beachten:

  • Die Zufahrtsstraßen zu den Flughäfen sind häufig blockiert.
  • Bei Überlandreisen ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen, viele Fernbusse können nicht planmäßig verkehren.
  • Einige Grenzübergänge nach Argentinien, Brasilien, Chile und Peru sind vorübergehend geschlossen.
  • Allgemein gilt: Wer sich in der Öffentlichkeit bewegt, sollte extrem vorsichtig sein.

Erschwert erreichbar ist auch die größte touristische Attraktion des Landes, die mehr als 10.000 Quadratkilometer große und auf rund 3600 Metern Höhe gelegene Salzpfanne von Uyuni im Grenzgebiet zu Chile. Wegen ihrer bizarren Landschaften wird sie jedes Jahr von Zehntausenden Touristen, darunter auch vielen Deutschen besucht.

Verkehrsinformationen der bolivianischen Straßenbehörde*


Chile

Die schweren Unruhen, die Mitte Oktober nach einer Preiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt Santiago ausgebrochen waren und sich rasch auf andere Städte ausgeweitet hatten, haben seit Anfang November nach Zugeständnissen der Regierung zwar nachgelassen, mit zum Teil gewalttätigen Demonstrationen ist aber weiterhin zu rechnen.

Der Ausnahmezustand, der nach Beginn der Ausschreitungen für die Städte Santiago, Valparaiso und Concepcion sowie mehrere Regionen des Landes verhängt worden war, ist mittlerweile wieder aufgehoben und auch die nächtlichen Ausgangssperren gelten nicht mehr.

Der Flugverkehr am Flughafen Santiago hat sich zwar weitgehend normalisiert, Verspätungen und Ausfälle – insbesondere im Inlandsverkehr – sind aber dennoch nicht auszuschließen. Auch die U-Bahn in der Hauptstadt fährt wieder. Aufgrund der Schäden, die die Proteste angerichtet haben, kommt es auf einzelnen Linien aber weiterhin zu Einschränkungen. Nicht auszuschließen sind zudem Störungen im überregionalen Busverkehr.

Die wichtigsten Touristenziele des Landes, Patagonien, der Nationalpark Torres del Paine, die Atacama-Wüste und die Osterinsel sind von den Unruhen bislang nicht betroffen und frei zugänglich. Zu bedenken ist allerdings, dass die Anreise aus Europa meist über die Zwischenstation Santiago de Chile führt.

Informationen der chilenischen Regierung*


Tipps für Reisende

Für beide Länder rät das Auswärtige Amt, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden und den Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt Folge zu leisten. Zudem sollte man sich über die lokalen und die sozialen Medien über die aktuelle Lage informieren.

Reisende, deren Abflug unmittelbar bevorsteht, sollten sich an ihren Veranstalter oder ihre Airline wenden und fragen, ob sie mit Einschränkungen zu rechnen haben. Touristen, die aufgrund von politischen Unruhen eine Reise nicht mehr antreten möchten, erfahren beim ADAC Ratgeber Reisen, welche Möglichkeiten sie haben.

Das empfiehlt das Auswärtige Amt*

 

Text: Norbert Prack mit Material von dpa. Foto: imago images/Agencia EFE.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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