Großbritannien | London | 10.09.2019

Was bedeutet der Brexit für Reisende?

Allgemeine Reise- und Sicherheitshinweise Großbritannien

Großbritannien-Reisende müssen wegen des Brexits bis zum 31. Oktober keine Einschränkungen befürchten. Im April haben sich die EU und die Regierung in London darauf geeinigt, den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches auf diesen Termin zu verschieben. Was danach auf Reisende zukommt, ist unklar.

Was geschieht nach dem 31. Oktober?

Für die Zeit nach dem 31. Oktober gibt es im Wesentlichen drei Szenarien:

  • Die EU und Großbritannien einigen sich auf einen überarbeiteten Austrittsvertrag:

In diesem Fall ist anzunehmen, dass die bereits bisher geltenden Einreise- und Zollbestimmungen sowie alle übrigen bestehenden Regelungen, insbesondere die Freikontingente beim Warenverkehr und die Bestimmungen zur Mitnahme von Haustieren, noch längere Zeit, vermutlich bis mindestens Ende 2020, in Kraft bleiben. Für Reisende würde sich dadurch vorerst so gut wie nichts ändern. Ein Vertrag würde zudem beinhalten, dass es an der Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland auch in Zukunft keine sichtbaren Kontrollen geben soll. Reisende auf der Grünen Insel müssten daher nicht mit Einschränkungen rechnen.

  • Es kommt zu einem harten Brexit:

Dieser hätte für Reisen nach Großbritannien gravierende Konsequenzen. Auf der Insel würde dadurch kein EU-Recht mehr gelten. Zu den konkreten Folgen für Reisende hat der ADAC eine Liste mit Fragen und Antworten zusammengestellt.

  • Großbritannien und die EU einigen sich auf eine erneute Verschiebung:

Bei diesem Szenario ist die weitere Entwicklung völlig unklar. Denkbar ist unter anderem ein harter Brexit oder ein Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt oder auch ein zweites Referendum, das zu einem dauerhaften Verbleib Großbritanniens in der EU führen könnte.

Neues Unabhängigkeitsreferendum in Schottland?

Langfristige Folgen für Reisende könnte zudem die Entwicklung in Schottland haben. Falls es zum Brexit kommt, will die schottische Regionalregierung bis 2021 ein neues Unabhängigkeitsreferendum durchführen (eine erste Abstimmung war 2014 gescheitert). Im Gegensatz zum übrigen Großbritannien hat sich die schottische Bevölkerung bei der Brexit-Abstimmung mit deutlicher Mehrheit (62 Prozent) für eine EU-Mitgliedschaft ausgesprochen. Ein unabhängiges Schottland würde daher eine neue EU-Mitgliedschaft anstreben.

Informationen der EU-Kommission

Auswärtiges Amt

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