Malaria: Infos zu Symptomen und Prophylaxe

Über einem bett ist ein Moskitonetz gespannt
Der beste Schutz vor Malaria: Mückenstiche verhindern, auch durch Moskitonetze ∙ © iSock.com/stephane106

Malaria kommt in vielen Reiseländern vor und kann ernste Folgen haben. Hier die wichtigsten Infos zu Risikogebieten, Prophylaxe, Symptomen und Medikamenten.

  • Übertragung durch Mückenstiche vor allem nachts

  • Malaria tropica kann tödlich sein

  • Krankheit kann noch Monate nach der Tropenreise auftreten

Malaria wird nicht von Bakterien oder Viren hervorgerufen, sondern von Plasmodien, einzelligen Parasiten, die hauptsächlich nachts durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen werden.

Die Krankheit tritt vor allem in drei unterschiedlichen Formen auf, von denen zwei (Malaria tertiana und Malaria quartana) zwar ernsthaft und sehr beeinträchtigend sind, aber äußerst selten tödlich. Malaria tropica dagegen, hervorgerufen durch den Parasiten Plasmodium falciparum, kann einen Ungeschützten in sehr kurzer Zeit töten.

Risikogebiete: Fast überall in den Tropen und Subtropen

Die Krankheit kommt nahezu überall in den Tropen und Subtropen vor. Sie tritt eher in ländlichen Gebieten als in Städten auf – in manchen Ländern Afrikas sogar bis in Höhen von über 1800 Meter, die früher als malariafrei galten.

In Deutschland wurden (in Zeiten mit normalem Reiseverkehr) jährlich zwischen 500 und 1000 Malariafälle gemeldet, die weitaus meisten nach Aufenthalten in Afrika südlich der Sahara. Auch unter hiesigen Bedingungen stirbt etwa jeder hundertste Patient mit Malaria tropica.

Mehr Infos zu den wichtigsten Reiseländern finden Sie hier.

Malaria-Symptome: Ähnlich wie bei Grippe

Da Malaria zunächst nicht von einer Grippe zu unterscheiden ist, muss bei entsprechenden Beschwerden (Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Durchfällen) in oder nach Besuch einer entsprechenden Region immer zuerst an Malaria gedacht werden, betont ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer. Wenn das Betreten eines Risikogebietes weniger als eine Woche zurück liege, handele es sich bei einer fieberhaften Erkrankung aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Malaria.

Beim geringsten Verdacht sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden und zwar auch dann, wenn man vorsorglich Medikamente zur Malaria-Prophylaxe eingenommen hat. Wird früh genug richtig behandelt, heilt die Krankheit in der Regel folgenlos ab. Da Malaria auch noch Wochen und Monate nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet auftreten kann, sollte sie laut Dr. Schäfer bis zu zwei Jahre lang bei jeder fieberhaften Erkrankung in Erwägung gezogen werden. Der behandelnde Arzt sollte unbedingt von der Tropenreise informiert werden.

Die Malaria betrifft alle Altersgruppen, bei Kindern sind Komplikationen häufiger. Auch in der Schwangerschaft verläuft Malaria oft schwerer. Daher wird Schwangeren und Kindern unter fünf Jahren von Urlaubsreisen in Malaria-Hochrisikogebiete abgeraten.

Prophylaxe durch Mückenschutz und Medikamente

Da eine Impfung für Touristen auch weiterhin nicht in Sicht ist, stellen intensive Maßnahmen zur möglichst kompletten Vermeidung von Mückenstichen die entscheidende Schutzmaßnahme dar: Kein Mückenstich – keine Malaria. Entscheidend ist ein konsequenter Schutz gegen Insektenstiche.

Mehr Infos zum Thema Mückenschutz lesen Sie hier.

Darüber hinaus müssen Malaria-Medikamente streng nach den ärztlichen Vorgaben eingenommen werden. Vor Reisen in ein Malariagebiet ist die Beratung durch einen erfahrenen Arzt dringend angeraten, auch zu Medikamenten für die Notfall-Selbstbehandlung und zu deren Nebenwirkungen.

Die Resistenz des Erregers der Malaria tropica gegen bestimmte Medikamente nimmt zu, z.B. in Südostasien. Das hat unterschiedliche Empfehlungen von Medikamenten zur Vorbeugung bzw. Behandlung in verschiedenen Malaria-Regionen der Erde zur Folge. In den letzten Jahren sind in Südostasien auch Touristen an einer vierten Malariaform erkrankt, die vor allem bei Affen vorkommt und durch den Erreger Plasmodium knowlesi hervorgerufen wird. Sie kann ebenfalls sehr schwer verlaufen.

Kosten für die Malaria-Prophylaxe

Die Kosten für eine Malaria-Prophylaxe mit einem Medikament z.B. für eine zweiwöchige Reise liegen in etwa bei rund 100 Euro pro Person. Wie auch bei Reise-Impfungen sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären, was diese übernimmt.

ADAC Informationen zur Reisemedizin

Weitere Infos erhalten ADAC Mitglieder vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter 089 76 76 77. Auch online finden Sie umfangreiche Informationen zu reisemedizinischen Themen.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung

Wer ins Ausland reist, sollte unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland dürfen im Ausland entstandene Kosten nur nach der deutschen Gebührenordnung erstatten. Kosten für einen Krankenrücktransport werden nicht übernommen.

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Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz.

Hinweis: Der ADAC Auslandskrankenschutz leistet auch, wenn Sie wegen Corona im Ausland medizinisch behandelt werden müssen. Infos zur Auslandskrankenversicherung bei Corona.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Andrea Steichele-Biskup
Redakteurin
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