Was tun bei Krankheit im Urlaub?

23.7.2019

Krank, verletzt oder ein Unfall im Urlaub? Das wünscht sich niemand - und teuer kann es außerdem werden. Wie man sich vor hohen Arztkosten im Urlaub schützen kann, wie man sich in Krankheitsfällen verhält und wo es am schnellsten Hilfe gibt, haben wir zusammengestellt.

Kind liegt krank im Bett
Foto: iStock.com/Imgorthand

Bevor es in den Urlaub geht, müssen Koffer gepackt und die Reiseapotheke gecheckt werden, klar! Aber sich Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn man richtig krank wird? Was passiert, wenn die eingepackten Schmerzmittel nicht mehr reichen und man tatsächlich ärztliche Hilfe braucht oder gar ins Krankenhaus muss? Kein Problem - man ist ja zu Hause krankenversichert! Das ist zwar richtig, aber im Urlaub bringt das im Krankheitsfall leider nicht viel. Private Arztrechnungen im Ausland oder eine Operation können schnell mehrere tausend Euro kosten. 

Was also tun, um nicht in unnötige Kostenfallen zu tappen und trotzdem im Ernstfall gut versorgt zu sein?

Vor der Reise sollte man sich über die medizinische Versorgung in der Ferienregion informieren. Wo sind im Zweifelsfall die richtigen Ärzte? Vor allem, wenn man mit Kindern reist, ist es wichtig zu wissen, wo es geeignete Kinderärzte, Kinderkliniken oder Fachmediziner gibt. Bei uns gibt es für Mitglieder die Möglichkeit, sich eine Liste mit deutschsprachigen Ärzten zu besorgen. Ein Gespräch mit dem Hausarzt oder Reisemediziner ist vor dem Urlaub ebenfalls zu empfehlen, denn dann kann man klären, ob eventuell Impfungen notwendig sind. Eine gut bestückte Reiseapotheke sollte unbedingt mit ins Gepäck. 

Mit das Wichtigste: eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Denn die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt innerhalb von Europa oft nur einen Bruchteil der Behandlungskosten, außerhalb von Europa grundsätzlich überhaupt nichts. Nicht abgedeckt ist generell ein Krankenrücktransport in eine Klinik in Deutschland. Rechnungen und Belege sollten Patienten gut aufbewahren. Nur dann kann die Auslandskrankenversicherung schnell und unbürokratisch die Kosten der Behandlungen erstatten.

Krank im Ausland: So gehen Sie vor

  • An wen wendet man sich zuerst? Auf Tipps, z.B. von Hotelangestellten oder Ferienhausvermietern, sollte man sich nicht (immer) verlassen, die lotsen einen unter Umständen nicht an die richtigen Stellen. Denn mit ausländischen Patienten lässt sich gutes Geld verdienen und so kann es passieren, dass erkrankte Touristen in manchen Urlaubsregionen - unabhängig von Qualität und Standard - nur zu bestimmten Ärzten oder Kliniken gebracht werden.
  • Reichen die Medikamente aus der Reiseapotheke im Krankheitsfall nicht mehr, sollte ein geeigneter Mediziner - am besten aus der mitgebrachten Liste der deutschsprachigen Ärzte - aufgesucht werden. 
  • Wer eine Auslandskrankenversicherung hat, sollte sich auch unbedingt an diese wenden, damit eine zeitnahe Beratung bzw. geeignete Maßnahmen erfolgen können.

Mit unserer Reisecheckliste geht garantiert nichts mehr schief.

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ADAC Ambulanz Service

Damit im Falle des Falles schnell reagiert werden kann, gewährleistet der ADAC Ambulanz Service eine Erreichbarkeit rund um die Uhr. Verletzte und Erkrankte, die ADAC Plusmitglied sind oder im Besitz eines gültigen ADAC Auslandskrankenschutzes sind, werden gebeten, sich unmittelbar nach einer Erkrankung, Verletzung oder Aufnahme im Krankenhaus bzw. einer Notfallambulanz unter +49 89 76 76 76 zu melden, damit eine zeitnahe Beratung und Einleitung von weitergehenden Maßnahmen erfolgen kann. Zudem hilft die Hotline des ADAC Ambulanz Informationsservice unter +49 89 76 76 77 weiter, nennt deutsch- und englischsprachige Ärzte und Krankenhäuser in der Nähe des Reiseziels. 

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de