Urlaub mit Hund: Tipps & Infos für die Fahrt und das Reiseziel

5.4.2019

Von der Auswahl des Urlaubsziels über Einreisebestimmungen, Hundestrände, Hotels und etwaige Beschränkungen. Alles Wissenswerte zum Verreisen mit Hund.

Hund Urlaub Transport Reise Auto
Für Hunde ein Urlaubs-Highlight: Wandern mit der Familie

Ob nach Süden oder Norden, mit dem privaten Pkw oder dem Flieger, in ein Hotel, eine Ferienwohnung oder auf den Campingplatz: Urlaub mit einem Hund ist ein Projekt, das gut durchdacht und organisiert sein will. Viele Faktoren spielen eine Rolle – viel hängt vom gewählten Reiseziel ab, von der Entfernung über das Klima bis hin zu Tierärzten vor Ort. Daher ist die erste Frage: Wohin soll’s denn gehen?

Sie wollen Ferien in Deutschland machen?

Am unkompliziertesten gestaltet sich der Urlaub mit Hund natürlich im eigenen Land – in heimischen Gefilden ist vieles vertraut. Überall lassen sich tierfreundliche Unterkünfte finden, von den Alpen bis zu Nord- und Ostsee. Gerade dort gibt es viele Vierbeiner-freundliche Badestellen, die das Toben am Strand erlauben. So wurden beispielsweise in Dagebüll und Friedrichskoog, auf Sylt oder im Naturpark Westensee eigens Hundestrände ausgewiesen.

Hier finden Sie eine Übersicht beliebter Hundestrände in Deutschland, aber auch im europäischen Ausland*.

Sie möchten ins europäische Ausland reisen?

Holland, Norwegen, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien oder Dänemark sind gut auf die Bedürfnisse von Urlaubern mit Hunden eingestellt. Neben zahlreichen tierfreundlichen Unterkünften* werden hier sogar spezielle Hotels mit Futterservice und Agility-Parcours angeboten.

Wer sportlicher urlauben möchte, kann, zum Beispiel Fahrradtouren* oder Wanderrouten* für Zwei- und Vierbeiner buchen. Und wer Schiffe mag, sollte mal eine Hundeflusskreuzfahrt* ausprobieren.

Es gibt inzwischen viele Reiseanbieter, die spezielle Urlaubsangebote für Hundebesitzer haben wie zum Beispiel ADAC Reisen.*

Welche Einreisebestimmungen gelten?

Für Reiseziele innerhalb der EU müssen sowohl die Einreisebestimmungen des Urlaubsziels als auch die der Durchreiseländer beachtet werden. In aller Regel reicht der EU-Heimtierausweis. Er wird vom Tierarzt ausgestellt und enthält u.a. Infos über den Tollwut-Impfschutz und die Registrierung des Tieres durch Mikrochip (ab Geburtsjahr 2012) oder Tätowierung.

Der Tierarzt sollte schon Wochen vor dem Start in den Urlaub konsultiert werden, um genügend Zeit für eventuell erforderliche Impfungen zu haben –  der Tollwut-Impfschutz zum Beispiel wird erst nach 21 Tagen wirksam! Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten sich Hundehalter vor der Abreise erkundigen, worauf sie im Urlaubsland* achten müssen.

Hier finden Sie ADAC Informationen zu den Einreisebestimmungen vieler Länder.

Wohin darf man Hunde mitnehmen?

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Hund liegt am Strand im Sand
Hundestrände: An Nord- und Ostsee gibt es viele, in Südeuropa eher wenige

In vielen Ländern gibt es abgesehen von den jeweiligen Einreisebestimmungen auch Einschränkungen im Urlaubsalltag. Oft herrscht Leinenzwang, so zum Beispiel in Italien und Spanien und auch in Dänemark bei Waldspaziergängen. In Spanien dürfen Hunde offiziell nicht mit ins Restaurant, und auch in Italien sind Vierbeiner dort unerwünscht.

In Portugal dürfen Hunde nicht in Busse und Straßenbahnen, und Finnland verlangt den Nachweis einer Behandlung gegen Bandwürmer. Selbstverständlich sollte jeder Hundebesitzer ebenso wie zu Hause auch im Urlaubsland die Hinterlassenschaft seines Tiers in einem entsprechenden Kotbeutel entsorgen.

In den meisten Anrainerstaaten am Mittelmeer sind Hunde während der Hauptsaison zumindest an den touristisch stark frequentierten Stränden* nicht erlaubt. Doch häufig bieten die Urlaubsorte spezielle Hundeabschnitte an. Detaillierte Infos dazu gibt es vor Ort in den jeweiligen Tourist-Infos.

Tipps für die Anreise im Auto

Das Gros der Hundehalter bevorzugt für die Anreise das eigene Auto. Dabei ist es unerlässlich, das Tier mittels Transportbox, Trenngitter oder Gurt zu sichern, um gegebenenfalls Schäden für das Tier bzw. die Insassen und auch drohendes Bußgeld zu vermeiden.

Für den Hund am angenehmsten ist es, im Sommer abends und nachts zu fahren, um Hitze zu vermeiden. Schon 15 Minuten im Auto bei Temperaturen um die 40 Grad können für Hunde tödlich sein.

Auch Zugluft tut dem Tier nicht gut – vor allem nicht das Fahren mit geöffnetem Fenster, die Schnauze im Wind. Die Folge können Augenentzündungen sein. Je nach Hund sollte mindestens alle zwei bis drei Stunden eine Pause eingeplant werden, in der Ihr vierbeiniger Begleiter zu trinken, eventuell Futter oder Leckerlis und Auslauf bekommt.

Verträgt der Hund das Autofahren nicht so gut, helfen entsprechende naturheilkundliche Mittel vom Tierarzt. Empfindliche Tiere sollten während der Fahrt nicht gefüttert werden.

Weißer Schäferhund steht im offenen Kofferraum eines Autos

Hundetransport-Systeme im Vergleich

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Produkte. Im ADAC Vergleich: Die gängigen Hundetransport-Systeme mit Vor- und Nachteilen, Kosten, Handhabung. Plus: Ergebnisse aus Crashtests

Hund sicher transportieren
   

Hund im Flugzeug

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Hund mit Stewardess vor Hundebox am Flughafen
Ab einer bestimmten Größe müssen Hunde in den Frachtraum des Flugzeugs

Eine Flugreise ist wohl die größte Herausforderung für Tierbesitzer und ihre Lieblinge. Solange Hunde bei ihren Menschen in der Kabine bleiben dürfen, kommen sie klar damit, so Hundetrainer Martin Rütter. Die meisten Airlines erlauben dies, wenn Tier und Transportbehältnis ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten – bei der Lufthansa* sind es acht Kilo.

Transport im Frachtraum

Muss das Tier in den Frachtraum, sollte man den Gepäckschein an der Box genau überprüfen und diese mit Life Animal beschriften, sofern die Airline nicht über eigene Boxen verfügt. Ist ein Nonstop-Flug nicht möglich, muss der Weitertransport in die Anschlussmaschine geklärt werden.

Eiswürfel zum Lecken versorgen das Tier mit Flüssigkeit, ohne die Box zu fluten. Die Mehrkosten für den Flug eines Hundes betragen je nach Distanz und Tiergröße 35 bis 300 Euro.

Transport mit der Bahn

Ein Tier darf umsonst mit der Bahn* reisen, wenn sein Transportbehältnis so klein ist, dass es in die Ablage über dem bzw. unter dem Sitz passt. Für größere Hunde ist der halbe Ticketpreis fällig. Außerdem müssen sie einen Maulkorb tragen und angeleint sein.

Tipp Icon

Checkliste

  • Einreisebestimmungen des Urlaubslands überprüfen und erfüllen
  • Heimtierausweis und Impfungen überprüfen (Tierarzt)
  • Passende Transportbox besorgen und das Tier daran gewöhnen
  • Reiseapotheke: Mücken-/Zeckenschutz, z. B. gegen die in südlichen Ländern auftretende Sand- oder Schmetterlingsmücke (Leishmaniose), ggf.  Beruhigungsmittel, Sonnenschutz
  • Futter- und Wassernäpfe (evtl. faltbar), Decke, Körbchen, Spielzeug, Leine und Halsband (mit Adressanhänger), Kotbeutel, Fellbürste, ggf. Maulkorb
  • Kontaktdaten Deutsch sprechender Tierärzte (Tourismusverband)
  • Evtl. Trocken- und Dosenfutter sowie Snacks (Kauknochen) mitnehmen, um 
    eine Futterumstellung zu vermeiden
  • Bei Flugreise: Airline rechtzeitig konsultieren (Nonstop-Flug!)
  • Mit dem Auto abends und nachts fahren, um Hitze zu vermeiden
  • Hund nie allein im Auto lassen!

Text: Elke Satzger. Fotos: iStock.com/Paolo Cipriani, shutterstock/Palo_ok, Deutsche Lufthansa AG.

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