Reisebuchungen per Handy: Akku leer - was tun?

18.4.19

Bordkarte, Bahnticket, Hotelvoucher - viele Reisebuchungen können per Handy erledigt werden. Doch was tun, wenn der Akku leer ist, die Buchungsbestätigung versehentlich nicht gespeichert oder das Handy verloren wurde? Wir zeigen Ihnen, was beim Ticketkauf per Handy schief gehen kann und worauf Sie achten sollten.

Mann zeigt Flughafenmitarbeiterin sein Online Ticket auf dem Handy
© iStock.com/Ridofranz

Die Schlange im Reisezentrum ist lang, und auch vor dem Fahrkartenautomaten warten Reisende, bis sie ihr Ticket ziehen können. Viel schneller und bequemer geht es online per Handy. Diese Art der Reisebuchung wird immer beliebter, birgt aber auch große Risiken. 

Flug

Schockmoment für jeden Flugreisenden: Beim Check-in lässt sich die E-Mail mit dem Buchungscode nicht öffnen. Muss der Passagier am Boden bleiben? Nein. Wer am Schalter seinen Personalausweis oder Reisepass vorlegen kann, darf in der Regel an Bord. Denn die Buchung ist normalerweise im System der Airline hinterlegt. Und somit besteht die Möglichkeit, sich direkt am Schalter der Fluggesellschaft das Ticket ausdrucken zu lassen. 

Trotzdem empfehlen unsere Juristen auch Online-Buchern, generell das Flugticket auszudrucken. Nur dann ist man wirklich auf der sicheren Seite, etwa wenn der Schalter der Airline geschlossen ist.

Bus und Bahn

Kann der Fahrgast bei einer Kontrolle in der Bahn oder dem Bus sein Ticket nicht vorweisen, so spielt es keine Rolle, ob er schlichtweg keines erworben, ein erworbenes Ticket zu Hause vergessen oder verloren hat. Es macht auch keinen Unterschied, ob ein Aufruf des Online-Tickets nicht möglich ist, weil beispielsweise der Akku gerade leer ist.

In diesem Fall muss der Kontrolleur mangels anderweitiger kurzfristiger Überprüfungsmöglichkeiten zunächst von einer „Schwarzfahrt“ ausgehen. Die meisten Beförderer verlangen hierfür eine zivilrechtliche Vertragsstrafe, das so genannte erhöhte Beförderungsentgelt. In den „Öffentlichen“ in München beispielsweise sind das 60 Euro. Daneben kann grundsätzlich auch noch ein strafrechtliches Verfahren wegen des Erschleichens von Leistungen eingeleitet werden.

In der Praxis zeigen sich die Verkehrsbetriebe oft kulant und verlangen nicht das gesamte „erhöhte Beförderungsentgelt“ oder erlassen dieses sogar ganz, wenn der Fahrgast nachweisen kann, dass er ein Ticket für die entsprechende Fahrt erworben hatte und lediglich der Abruf per Handy zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht möglich war. In diesem Kulanzfall fällt somit nur eine Bearbeitungsgebühr an. Für seinen Nachweis muss sich der Fahrgast direkt an die Bahn beziehungsweise die Verkehrsbetriebe wenden und den Betrag unter Hinweis auf die Sachlage zurückfordern. Dies bedeutet für den Fahrgast allerdings einigen Aufwand.

Hotel

Ein leerer Akku oder ein verlorenes Handy dürfte beim Hotel-Check-in ähnlich wie beim Flug kein allzu großes Problem sein. Auch hier ist die Buchung in der Regel im System gespeichert. Wer einen Ausweis vorzeigt, dessen Buchung kann schnell gefunden werden.

Tipp Icon

Grundregeln für Handy-Bucher

  1. Vor Reiseantritt Handyakku checken
  2. Buchungsbestätigungen ausdrucken
  3. Buchungsformular sorgfältig ausfüllen

Was tun bei Buchungsfehlern?

Nicht nur der Akku und der technische Zustand des Handys können für Reisende bei Buchungen zum Problem werden. Schwierigkeiten drohen auch, wenn der Name eines Reisenden bei der Buchung falsch geschrieben wurde - das passiert schnell auf der kleinen Touchscreentastatur des Smartphones. Für die Korrektur verlangen viele Fluggesellschaften eine Gebühr. Fällt der Fehler erst beim Check-in auf, kann die Airline im schlimmsten Fall sogar die Beförderung verweigern. Sorgfalt beim Ausfüllen der Buchungsformulare ist auch deshalb nötig, weil es bei Reise- und Beförderungsverträgen - anders als bei Onlinekäufen - kein Widerrufsrecht gibt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Zimmer online, im Reisebüro oder vor Ort gebucht wurde. Bei einem Rücktritt fallen Stornogebühren an.

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