Einreisebestimmungen, Ausweise & Co für Tiere

4.7.2019 

Ob mit Auto, Flugzeug oder Bahn: Wer seine Haustiere mit in den Urlaub nehmen möchte, sollte sich gut vorbereiten. Für Reisen innerhalb der EU brauchen Tiere einen Heimtierausweis, den der Tierarzt vorab ausstellt. Wichtig ist auch, an rechtzeitige Impfungen gegen Tollwut zu denken.

 

Junges Paar sitzt mit ihrem Hund im Kofferraum
Viele Länder haben spezifische Einreisebestimmungen für Hunde und auch Katzen. 

Urlauber sollten sich rechtzeitig schon vor der Abreise über die länderspezifischen Besonderheiten bei der Einreise mit Tieren informieren. Besonders Hundebesitzer sollten wissen, dass die Vorschriften für die Leinen- und Maulkorbpflicht bei Reisen mit Hunden, die Listen mit verbotenen Hunderassen sowie die erforderlichen Behandlungen gegen Parasiten von Land zu Land variieren können.

Jedes Land hat andere Regeln

Viele Tiere müssen für Reisen innerhalb der Europäischen Union "gechippt" sein. Die Chip-Pflicht gilt in Ländern der EU für alle Tiere, die ab dem 3. Juli 2011 das erste Mal gekennzeichnet wurden. Wenn das Tier vor diesem Stichtag bereits eine Tätowierung als Kennzeichnung hatte, die noch gut lesbar ist, muss es nicht neu "gechippt" werden. In dem Fall reicht die Tätowierung aus. Allerdings verblassen Tätowierungen auf der Haut der Tiere mit der Zeit, der Code im Fell kann dann nicht mehr mit dem Eintrag im Heimtierausweis verglichen werden. In Finnland, Großbritannien, Irland und Malta ist bei Hunden zusätzlich eine Behandlung gegen Bandwürmer vorgegeben.

Bei der Reise in ein Nicht-EU-Land sollten Tierbesitzer zudem die Wiedereinreisebedingungen in die EU kennen. Wer aus bestimmten Ländern zurück in die EU will, muss bei der Einreise für Tiere, die im Urlaub dabei sind, einen Antikörpernachweis für Tollwut erbringen. Das gilt zum Beispiel für Länder wie Albanien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Thailand oder Südafrika, die einen anderen Tollwutstatus haben wie das Heimatland in der EU. Hier müssen Urlauber bereits vor der Abreise daran denken, bei ihrem Tier einen Tollwutantikörpertest durchführen zu lassen – und zwar 30 Tage nach der Tollwutimpfung.

Bei vielen Nicht-EU-Ländern wie Bosnien-Herzegowina, Weißrussland, Russische Föderation, Australien, Neuseeland, USA, Kanada, Mazedonien, Hongkong oder Singapur brauchen Tiere allerdings auch keinen extra Antikörpernachweis für Tollwut bei der Wiedereinreise in die EU.

Generell haben Nicht-EU-Länder länderspezifische Besonderheiten, über die sich Reisende stets vor dem Start in den Urlaub informieren sollten.

Nur die Schweiz und Liechtenstein haben die EU-Regeln übernommen. Hier genügen Mikrochip, Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis.

Auch Tiere brauchen Reisedokumente

Bei Reisen mit Tieren innerhalb der EU ist der EU-Heimtierausweis erforderlich. Er muss Angaben zum Tier und seinem Besitzer sowie den Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung enthalten. 

Achtung: Wer seinen Hund oder seine Katze mit auf Reisen nehmen möchte, muss das Tier bei der Erstimpfung zudem mindestens 21 Tage vor Abreise gegen Tollwut impfen lassen und einen Heimtierausweis als Reisedokument mitnehmen. Bei fristgerecht durchgeführten Auffrischimpfungen muss diese Wartezeit von 21 Tagen nicht eingehalten werden. 

Der Ausweis enthält Angaben zum Tier, seinem Besitzer und den Nachweis zur Tollwutimpfung. Für andere Haustiere wie zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen gibt es keine einheitlichen EU-Bestimmungen. Für sie gelten die Vorschriften der jeweiligen Reiseländer.

Bei Autoreisen sollten Tiere richtig gesichert sein

Unsere Tests mit Hunde-Dummies zeigen, welche dramatischen Folgen ein Unfall mit ungesicherten Tieren haben kann: Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h ist der 22 Kilogramm schwere Spielzeughund nach vorne geflogen und mit dem rund 25-fachen seines Eigengewichts zunächst gegen die Windschutzscheibe geprallt. Die Wucht entsprach einem Gewicht von über 500 Kilogramm. Die Folgen für alle Beteiligten wären bei einem echten Vorfall fatal.

Für den sicheren Transport eignen sich gesicherte Transportboxen. Die sicherste Möglichkeit, Tiere im Auto zu befördern, sind Transportboxen im Fußraum der Rücksitze oder im Laderaum direkt hinter den Sitzlehnen, kombiniert mit einem Trenngitter oder -netz.

Flugreisen mit Vierbeinern

Grundsätzlich gilt: Nicht bei jeder Airline sind Tiere erlaubt. Urlauber müssen sich also vor der Buchung informieren. Je nach Fluggesellschaft gibt es unterschiedliche Bestimmungen für die Mitnahme im Kabinenraum, für den Transport im Frachtraum gibt es spezielle Transportboxen. Auch die Kosten variieren natürlich. Zudem ist die Anzahl der Tiere pro Flug begrenzt: Vierbeiner müssen früh angemeldet werden. Für den Transport von Tieren im Flugzeug macht der Airline-Dachverband IATA einige allgemeine Vorgaben. 

Text: Andrea Piechotta. Foto:©iStock.com/kate_sept2004

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