Tipps für die Reisebuchung

17.5.2019

Der Traumurlaub ist nur einen Anruf entfernt, der Flug mit ein paar Klicks gebucht. Die Buchung über Telefon oder Internet geht schnell und bequem. ADAC Juristen erklären, was Sie dabei beachten sollten.

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  • Richtige Reisedaten: Achten Sie bei der Buchung auf richtigen Reisetermin, richtige Reisezeiten und richtigen Zielort.
  • Flugbuchung im Internet: Korrektur von Tippfehlern verursachen oft hohe Gebühren.
  • Online-Reisebuchung: Überlegen Sie genau, ob Sie wirklich buchen wollen. Ein Widerruf des Vertrages ist nicht möglich.
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Tipps zur Reisebuchung am Telefon

  • Notieren Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners, damit Sie später angeben können, mit wem Sie gesprochen haben.
  • Verfassen Sie eine kurze Aktennotiz über das Gespräch. So können Sie sich später besser daran erinnern, was gesprochen wurde.
  •  Um Missverständnissen vorzubeugen, lassen Sie sich die Daten und Zeiten Ihrer Buchung nochmals genau vorlesen.
  • Verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung Ihrer Buchung per Post, Fax oder E-Mail und überprüfen Sie genau, ob der Inhalt dem Gespräch entspricht. Bei Abweichungen sollten Sie sofort nochmals anrufen und Berichtigung verlangen!

Informationspflichten bei Buchung einer Pauschalreise

Seit dem 1.7.2018 müssen Reiseveranstalter bzw. Reisevermittler dem Reisenden vor Abschluss des Reisevertrages ein Musterformular aushändigen. Mit diesem wird der Reisende über seine wichtigsten Rechte informiert. Dies gilt bei der Buchung einer Pauschalreise oder einer vermittelten verbundenen Reiseleistung, unabhängig davon, ob diese im Reisebüro vor Ort, online oder übers Telefon gebucht wird. Ein Muster für die Unterrichtung des Reisenden bei einer „klassischen“ Pauschalreise finden Sie hier.

Unklar ist derzeit, wie die Informationspflicht bei telefonischen Vertragsabschlüssen umgesetzt wird. Denkbar ist, dass dem Kunden die erforderlichen Informationen mittels App, E-Mail oder postalisch zur Verfügung gestellt oder sie ihm am Telefon vorgelesen werden. Der Unternehmer muss im Streitfall beweisen, dass er seine Informationspflichten erfüllt hat.  Er wird daher darauf achten, einen schriftlichen Nachweis über die Erteilung der Information zu erhalten.

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Namensänderung oder -korrektur im Flugticket

Flugbuchung im Internet – achten Sie auf die richtige Schreibweise Ihres Namens. 

Bei der Buchung eines Fluges müssen Sie Ihren Namen exakt so angeben, wie er in Ihrem Ausweis geschrieben steht. Spitznamen oder abgekürzte Vornamen können bei der Flugbuchung nicht verwendet werden, ansonsten gibt es Probleme beim Einchecken. Die nachträgliche Namensänderung im Ticket oder die Korrektur von Tippfehlern kann je nach Airline hohe Servicegebühren verursachen. 

Gut zu wissen: Ist der Flug Teil einer ab dem 1.7.2018 gebuchten Pauschalreise, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz, wenn der Reiseveranstalter, Vermittler oder ein anderer Leistungserbringer für einen technischen Fehler im Buchungssystem verantwortlich ist. Dies gilt grundsätzlich auch für (Tipp-) Fehler während des Buchungsvorgangs, außer der Fehler wurde von Ihnen oder unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen verursacht.

Namensänderung durch Heirat 

Wer heiratet und danach einen neuen Namen trägt, muss bei seinem zuständigen Passamt unter Vorlage der Heiratsurkunde einen neuen Reisepass/Personalausweis beantragen. Die Anfertigung dauert meist mehrere Wochen. Wenn das zu lange dauert, gibt es die Möglichkeit, einen vorläufigen Reisepass zu beantragen, der kurzfristig ausgestellt werden kann. Damit kann bei der Buchung eines Fluges schon der neue Familienname angegeben werden. Manche Passämter gestatten auch, dass Sie den Reisepass mit dem neuen Namen schon einige Wochen vor der Hochzeit beantragen. Der neue Ausweis kann dann direkt nach der Heirat ausgehändigt werden.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass der in Ihrem Flugticket erscheinende Name mit dem in Ihrem Reisepass übereinstimmt!

Korrektur eines Tippfehlers

Sie müssen bei der Buchung des Flugtickets darauf auf jeden Fall darauf achten, dass Ihr Name auf dem Ticket genauso erscheint wie er in Ihrem Pass angegeben ist. Ist das nicht der Fall – z.B. wegen einem Tippfehler oder Buchstabendreher – wir Sie die Airline nicht mitnehmen.
Ob die Korrektur eines Tippfehlers überhaupt möglich ist und ob dafür Gebühren anfallen, hängt von den Beförderungsbedingungen der jeweiligen Airline ab. Die Bandbreite reicht hier von der kostenlosen Korrektur des Tippfehlers innerhalb einer bestimmten Zeit nach der Buchung bis hin zur Erhebung von teils hohen Gebühren für die Korrektur.

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Kein Widerruf bei Online-Buchung

Jeder kennt das Widerrufsrecht: Werden Waren im Internet oder telefonisch gekauft (sog. Fernabsatzverträge), steht dem Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. 

Achtung: Online-Buchungen sind bindend! 
Wenn Sie im Internet einen Flug, ein Hotel oder eine Pauschalreise buchen, findet das gesetzliche Widerrufsrecht keine Anwendung. Das Widerrufsrecht gilt für diese Vertragsarten nicht. Der Verbraucher braucht nicht darüber belehrt zu werden, dass ihm hier kein Widerrufsrecht zusteht. Überlegen Sie daher genau, ob Sie im Internet wirklich auf „Jetzt buchen“ klicken.

Rücktritt statt Widerruf
Wenn Sie die gebuchte Reise nicht antreten können, können Sie die Buchung stornieren oder vom Reisevertrag zurücktreten. Das ist aber nicht immer kostenlos möglich.

AG Leipzig: Widerruf eines Vermittlungsvertrages möglich

Das Amtsgericht Leipzig hat den Widerruf eines Vertrages zugelassen, der auf die Vermittlung einer Beförderungsleistung gerichtet war (Urteil vom 29.5.2015).

Darum ging es

Der Kläger hatte auf der Internetseite der Beklagten einen Flug von Frankfurt nach New York für sich und drei weitere Reisende gebucht, der zum Preis von 1.842 Euro angeboten war. Für die Buchung musste der Kläger seine Kreditkartendaten angeben. Mit der Buchungsbestätigung wurden von der Kreditkarte insgesamt 2.002 Euro abgebucht, die sich aus dem Flugpreis und einer Servicegebühr für die Kartenzahlung zusammensetzten. Daraufhin widerrief der Kläger den Vertrag und verlangte die abgebuchte Summe von der Beklagten zurück.

Die Beklagte war der Ansicht, dass kein Widerrufsrecht bestünde, weil es sich um einen Beförderungsvertrag handele, und behielt den abgebuchten Betrag ein.

So urteilte das Gericht

Das Gericht gab dem Kläger recht. Der Kläger hätte zulässigerweise den Vertrag widerrufen, weil es sich bei dem Vermittlungsvertrag zwischen Kläger und Beklagter um einen Fernabsatz- und Verbrauchervertrag im Sinne der gesetzlichen Regelungen gehandelt habe. Ein Pauschalreisevertrag, für den es kein Widerrufsrecht gibt, läge hier nicht vor. Auch ging es nicht um einen reinen Beförderungsvertrag, für den es für den Verbraucher ebenfalls keine Widerrufsmöglichkeit gibt. Vielmehr war auf die zwischen Kläger und Beklagter vereinbarte Vermittlung eines Beförderungsvertrages abzustellen. Dieser Reisevermittlungsvertrag fällt nach Ansicht der Richter nicht unter die Vertragsarten, die von den gesetzlichen Regeln über das Widerrufsrecht ausgenommen sind. Der Kläger hatte daher, so die Amtsrichter, ein Widerrufsrecht und hat dieses auch wirksam ausgeübt. Die Richter verurteilten die Beklagte zur Rückerstattung des abgebuchten Betrages von 2.002 Euro.

Hinweis des ADAC

Bitte beachten Sie, dass die Entscheidung des AG Leipzig eine Einzelfallentscheidung ist, die sich ausschließlich auf die Vermittlung einer Beförderungsleistung bezieht.

 

Weitere Informationen zum Widerruf bei Verbraucherverträgen finden Sie hier.

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Urteile zur Reisebuchung

ADAC Juristen haben interessante Urteile zur Reisebuchung zusammengestellt.

Flugbuchung im Internet: Zahlung mit Kreditkarte oder Sofortüberweisung muss kostenlos möglich sein

Ein Reisevermittler darf für die Zahlung mit Sofortüberweisung, Giropay oder Kreditkarte keine Gebühr verlangen. Dieses Verbot darf der Vermittler auch nicht durch Rabatte für wenig verbreitete Kreditkarten umgehen.

Rabatt auf den Flugpreis für Zahlung mit seltenen Kreditkarten unzulässig

Ein Reiseportal hatte im Internet für einen Flug von Berlin nach Olbia und zurück einen Preis von 239,98 Euro als günstigsten Preis angezeigt. Erst nach Eingabe der persönlichen Daten am Ende der Buchung war erkennbar, dass der Preis einen Rabatt von mehr als 40 Euro für die Zahlung Kreditkarten "Viabuy Prepaid Mastercard" und "Visa Entropay" enthielt. Diese Karten sind in Deutschland eher selten im Gebrauch. Wenn der Kunde die Zahlung mit in Deutschland üblichen Karten wie Visa, Mastercard, Giropay oder Sofortüberweisung auswählte, stieg der Preis auf 282,78 Euro. Ein Verbraucherverband klagte gegen den Reisevermittler.

Die Klage vor dem Landgericht Berlin hatte Erfolg. Nach Ansicht der Richter dürfen Unternehmen kein Entgelt für die Bezahlung mit SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und Kredit- und Girokarten verlangen. Das ergibt sich aus der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), die seit 2018 auch in Deutschland gilt. Der Reisevermittler wollte dieses Verbot auf seiner Internetseite umgehen, so die Richter. Der Reisevermittler gibt auf seiner Website nämlich nicht nur einen Rabatt bei der Bezahlung mit bestimmten Karten und alle anderen Zahlungsarten sind kostenlos. Die Kunden können nicht damit rechnen, dass der angezeigte Flugpreis nur bei Bezahlung mit einer wenig verbreiteten Zahlkarte gilt. Daher sahen die Richter den erhöhten Flugpreis als eine zusätzliche Gebühr für die Zahlung per Sofortüberweisung, Giropay oder Kreditkarte an. 

Zahlung mit Kreditkarte oder Sofortüberweisung muss kostenlos sein

Außerdem müssen Zahlungen mit Sofortüberweisung und Giropay nach der EU-Richtlinie PSD2 genauso kostenlos möglich sein wie eine SEPA-Überweisung. In beiden Fällen wird zwar ein weiterer Dienstleister eingeschaltet, die Zahlung erfolgt aber letztlich mittels einer SEPA-Überweisung.

Hinweis: Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es ist Berufung eingelegt.

LG Berlin, 21.3.2019, Az.: 52 O 2423/18

EuGH: Airlines dürfen Flugpreise nicht in jeder beliebigen Währung angeben 

Bei Flügen innerhalb der EU muss eine Airline die Preise nicht ausschließlich in Euro angeben, auch wenn ein Ziel in Deutschland angeflogen wird. So kann z.B. bei einem Abflug in London der Flugpreis auch in britischen Pfund angegeben werden. Allerdings darf die Airline die Währung nicht komplett frei wählen, sondern die Preisangabe muss an die Flugverbindung gebunden sein.

Preis für Flug von Stuttgart nach London in britischen Pfund angegeben

Im verhandelten Fall bot eine Fluggesellschaft auf ihrer Internetseite einen Flug von London nach Stuttgart an. Der Flugpreis war aber ausschließlich in britischen Pfund angegeben. Ein Verbraucherverband war der Ansicht, dass die Preise in Euro ausgewiesen sein müssten. Er hielt die Preisangabe in einer anderen Währung für ein unlauteres Verhalten gegenüber dem Verbraucher und erhob Unterlassungsklage.

Das Verfahren ging bis zum Bundesgerichtshof. Dieser legte den Fall schließlich dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg vor. Der EuGH sollte klären, ob nach der EU-Verordnung die Flugpreise in einer bestimmten Währung angegeben werden müssen.

Wahlfreiheit mit Einschränkungen

Der EuGH urteilte, dass Fluggesellschaften grundsätzlich die Wahl haben, Flugpreise innerhalb der EU in Euro oder in einer anderen Währung (z.B. in britischen Pfund) anzugeben. Allerdings gibt bei dieser Wahlfreiheit auch Grenzen, so die Richter des EuGH. Airlines, die Preise nicht in Euro angeben, müssen eine mit dem Flug verbundene Währung wählen. Das ist laut EuGH dann der Fall, wenn die angegebene Währung am Abflugort oder am Ziel gilt. Im verhandelten konnte der Flugpreis somit in britischen Pfund angegeben werden. Der BGH muss nun auf Grundlage des EuGH-Urteils über die Klage der Verbraucherschützer entscheiden.

EuGH, Urteil vom 15.11.2018 - C-330/17