Fliegen mit Baby und kleinen Kindern

25.7.2019

Wie viel kostet ein Flugticket fürs Kind? Wie fliegt ein Baby am sichersten und bequemsten? Und wie viel Gepäck darf für einen Säugling mit in den Flieger? Wir haben alles Wissenswerte zu Flugreisen mit kleinen Kindern zusammengefasst.

Kind im Flugzeug
Mit der richtigen Vorbereitung verläuft ein Flug meist recht entspannt. Foto: iStock.com/kieferpix

Ab welchem Alter Babys fliegen dürfen, regeln die Airlines unterschiedlich. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass Babys schon sehr jung ihre erste Flugreise antreten können: Bei einigen Fluggesellschaften dürfen sie das (mit ärztlichem Attest) schon im Alter von 48 Stunden. Ab einem Alter von ein bis zwei Wochen dürfen sie dann bei fast allen Airlines an Bord.

Informationen wie diese finden Sie meist auf den Internetseiten der jeweiligen Fluggesellschaft. Viele Fluggesellschaften bieten extra Websites, auf denen sie über alle Services und Anforderungen beim Fliegen mit Kindern informieren. Ebenso haben viele Flughäfen spezielle Internetseiten mit Infos über Einrichtungen und Angebote des Airports für Kinder, zum Beispiel wo es eine Spielecke oder Wickeltische gibt. An vielen Flughäfen stehen auch Leih-Buggys zur Verfügung.

Wichtig: Für Reisen ins Ausland benötigen Kinder einen eigenen Reisepass – egal, wie jung sie auch sein mögen. Daher unbedingt vor der Reise das entsprechende Dokument ausstellen lassen! Fliegt ein Kind mit keinem oder nur einem seiner Sorgeberechtigten ins Ausland, muss es bei Reisen in bestimmte Länder eine Reisevollmacht der Erziehungsberechtigten mit sich führen.

Kosten der Flugtickets für Babys und Kleinkinder

Kinder dürfen bis sie zwei Jahre alt sind auf dem Schoß eines Erwachsenen reisen. Ihr Flug kostet dann in der Regel nur eine geringe Pauschale. Soll das Kind hingegen einen eigenen Sitzplatz bekommen, müssen Sie den Kinderpreis bezahlen. Der variiert je nach Fluggesellschaft und beträgt etwa zwischen 75 und 100 Prozent des Tarifs für einen Erwachsenen.

Kinder ab zwei Jahren benötigen zwingend einen eigenen Sitzplatz. Wenn Ihr Nachwuchs während der Reise zwei Jahre alt wird, müssen Sie bei vielen Fluggesellschaften bereits auch schon für den Hinflug den Preis für ein Kinderticket bezahlen.

Aus Sicherheitsgründen darf beim Fliegen auf dem Schoß eines Erwachsenen nur jeweils ein Kind sitzen. Wenn ein Erwachsener allein mit zwei Kindern unter zwei Jahren reisen möchte, hat er aber bei manchen Fluggesellschaften die Möglichkeit, für eines der Kinder einen Sitzplatz zu buchen und darauf ein entsprechendes Kinderrückhaltesystem zu nutzen, z.B. eine Babyschale oder einen Autokindersitz (s.u.)

Schoß, Babybettchen oder eigener Sitzplatz?

Kinder unter zwei Jahren, die auf dem Schoß eines Erwachsenen fliegen, werden mit einem Zusatzbeckengurt gesichert, der am Gurt des Erwachsenen befestigt ist, dem sogenannten Loop Belt. Sicherer und bequemer ist es allerdings, dem Kind einen eigenen Sitzplatz zu buchen und bis zu einem Alter von etwa sieben Jahren ein Kinderrückhaltesystem wie eine Babyschale oder einen Autokindersitz zu verwenden. Das Label „For use in aircraft“ zeichnet für Flugzeuge geprüfte und zugelassene Modelle aus. Die Firma Cares bietet ein spezielles Gurtsystem zur Kindersicherung im Flugzeug für Kinder zwischen einem und vier Jahren, zehn bis 20 Kilo Gewicht und einer Größe bis 100 cm an. Wichtig: Klären Sie bei der Buchung mit der Airline, ob und welche Kindersicherungssysteme im Flieger verwendet werden dürfen und zu welchen Konditionen.

Viele Fluggesellschaften bieten auf Langstreckenflügen Babybettchen an, die an die Wand vor bestimmten Sitzplätzen montiert werden können. Wenn die Kinder darin liegen, wird ein Gurt darüber gespannt, um sie zu sichern. Die Anzahl der Bettchen ist allerdings begrenzt, deswegen sollten Sie sie unbedingt vorher reservieren! Es kann sein, dass dann eine Gebühr für die Sitzplatzreservierung an den Plätzen vor den Wänden nötig wird. Achtung: Die Grenzen für die Nutzung der Bettchen unterscheiden sich teilweise sehr von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft (z.B. bei Lufthansa buchbar für Kinder bis 11 kg oder 67 cm Körpergröße, bei Thai Airways für Kinder bis 6 Monate, 10 kg oder 67 cm, bei Emirates für Kinder bis 2 Jahre oder 11 kg).

Wie viel Gepäck darf ein Kind kostenlos dabeihaben?

Was Gepäck für Babys betrifft, sind die meisten Fluggesellschaften großzügig: Oft gelten für die kleinen Reisenden die gleichen Freigepäckmengen wie für Erwachsene, selbst dann, wenn für sie kein eigener Sitzplatz gebucht wurde. Auch hier gilt: Vorab bei der Airline informieren, die Regelungen unterscheiden sich von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft. Für Kinder ab zwei Jahren gelten immer die gleichen Gepäckmengen wie für Erwachsene. Eine Ausnahme bilden Billigtarife und Fluglinien, bei denen für Erwachsene genauso wie für Kinder das Gepäck hinzugebucht werden muss. Reisebettchen, Babyrückentrage und anderes notwendiges, sperriges Reisegepäck können Sie als Sperrgepäck aufgeben. Je nach Fluggesellschaft ist das sogar für das ein oder andere Teil kostenlos möglich.

Wohin mit dem Kinderwagen?

Ein Kinderwagen darf eigentlich immer kostenlos mit auf die Reise. Nur wenige Airlines gestatten es allerdings, ihn als Handgepäck mit in die Kabine zu nehmen, und das dann auch nur unter bestimmten Bedingungen (z.B. wenn der Buggy sich auf Handgepäckgröße zusammenfalten lässt etc.). In der Regel können Sie aber einen faltbaren Kinderwagen bis zum Gate oder gar bis zur Flugzeugtür mitnehmen. Hier wird er dann vom Bodenpersonal entgegengenommen und verstaut. Direkt nach der Landung können Sie ihn – je nach den Gegebenheiten am Flughafen – an der Flugzeugtür, am Gate oder am Gepäckband wieder in Empfang nehmen. Größere und sperrige Kinderwagen gelten als Sperrgepäck und sollten am Sondergepäckschalter abgegeben werden. Falls Ihr Kinderwagen beschädigt wird oder abhandenkommt, haben Sie – wie bei anderem Reisegepäck auch – Anspruch auf Schadensersatz.

Was darf im Handgepäck mit in die Kabine?

Babygläschen, -milch und -brei unterliegen nicht den strengen Handgepäckbestimmungen und dürfen mit ins Handgepäck. Genauso wie für dringend benötigte persönliche Medikamente gibt es hier eine Sonderregelung. Die Babynahrung darf sich demnach in der Regel auch in Behältern befinden, die mehr als 100 ml fassen, und sie muss auch nicht in einen 1-Liter-Plastikbeutel verpackt werden wie andere Flüssigkeiten. Um Komplikationen beim Sicherheitscheck zu vermeiden, sollten Sie allerdings nur so viel Babynahrung mitnehmen, wie Ihr Kind realistischerweise während des Fluges benötigt.

Versorgung in der Kabine

Bei manchen Fluggesellschaften können Sie für den Flug Babynahrung oder auch Kindermenüs vorbestellen. Viele Fluggesellschaften haben auch ohne vorherige Bestellung Babynahrung an Bord, allerdings ist das Angebot begrenzt. Daher empfiehlt es sich immer, genug eigene Babynahrung mitzubringen. Wickeltische befinden sich üblicherweise in den Waschräumen der Flugzeuge.

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