Thrombose: Stau in den Venen

13.7.2019

Flugreisen, lange Bus- oder Autofahrten können gefährlich werden. Denn wer länger als vier bis fünf Stunden sitzend unterwegs ist, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Thrombose. Was können Sie zur Vorbeugung auf Reisen tun? Unser Reisemedizinische Informationsdienst gibt Tipps.

 
Thrombose auf Reisen
Wer auf Reisen lange sitzt, sollte die Risiken für Thrombose kennen.  

Stundenlanges Sitzen ohne Bewegungspausen kann den Blutfluss in den Venen beeinträchtigen. Es können sich Blutpfropfen (Gerinnsel) bilden, die auch größere Adern ganz verschließen können. Weil im Sitzen besonders die Venen in den Kniekehlen dauerhaft abgeknickt sind, betrifft dies vor allem die Unterschenkel, aus denen das Blut nicht mehr ungehindert abfließen kann. 

Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, Alkohol und Kaffee (beide harntreibend) machen das Blut zusätzlich „dicker“ und verschlimmern das Problem ebenso wie die fehlende „Muskelpumpe“, die normalerweise durch Muskelanspannung der Beine den Blutfluss unterstützt. 

Eine tiefe Venenthrombose an sich ist schon ein ernstzunehmendes und schmerzhaftes Ereignis. Wirklich gefährlich wird es jedoch, wenn ein Thrombus oder Teile davon sich lösen, via große Bauchvene und rechte Herzhälfte ihren Weg in die Lunge finden und dort zum Verschluss von Gefäßen führen. Das Ergebnis kann eine Lungenembolie sein, die in seltenen Fällen zum Tod führt. All das muss nicht auf der Reise, sondern kann auch noch ein paar Tage nach Ankunft passieren. 

Besonders gefährdet sind Raucher, Übergewichtige, Frauen, die die Pille nehmen, Schwangere, Tumorkranke, Frischoperierte und alle, die zu Krampfadern neigen, schon mal eine Venenerkrankung hatten oder unter einer Blutgerinnungsstörung leiden. Personen mit mehreren dieser Risikofaktoren haben ein vielfach höheres Risiko. 

So beugen Sie einer Thrombose auf Reisen vor

  • Auf Autoreisen sollte alle 1 1/2 bis zwei Stunden eine Bewegungspause eingelegt werden, im Flugzeug ist alle halbe Stunde Fußgymnastik sinnvoll
  • Pro Stunde einen guten Becher (0,2 bis 0,5 Liter) trinken - allerdings keinen Kaffee. Auf Alkohol sollten Sie sogar schon am Vorabend verzichten
  • Wenn irgend möglich keine Einnahme von Beruhigungsmitteln, die die Muskelspannung herabsetzen und Ihre Bewegungen einschränken
  • Die Beine nicht übereinanderschlagen und die Knie nicht zu stark beugen
  • Bequeme Baumwollkleidung und Stützstrümpfe oder Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe tragen (MTS, erhältlich im Sanitätshaus) 
  • Den Fußraum nicht unnötig einschränken zum Beispiel durch Gepäck
  • Flache, leichte Schuhe tragen und beim Laufen richtig abrollen. Im Sitzen die Schuhe eher ausziehen
  • Bei hohem Risiko nach Absprache mit dem Arzt gerinnungshemmendes Heparin spritzen oder spritzen lassen. Auch bei der Rückreise an diese Maßnahme denken

Diese speziellen Übungen für die Beine helfen

  • mindestens drei Minuten alle zwei Stunden auf der Stelle laufen, leicht federn, Füße dabei von der Ferse auf die Zehen rollen, Tempo steigern. Kniebeugen machen, Rücken gerade halten, so weit Sie hinunterkommen und so oft Sie können
  • je 15 Mal eine Fußspitze am Boden aufsetzen, jeweils das andere Bein nach vorne anheben, den Fuß strecken und anziehen
  • 20 bis 30 Mal abwechselnd mit sanftem Druck von den Fersen auf die Ballen abrollen und umgekehrt
  • 20 bis 30 Mal Fußspitzen anheben und kräftige Drehbewegungen nach innen und außen machen, beide Fersen bleiben am Boden, Füße abwechselnd mit der ganzen Fußsohle am Boden fest heranziehen und wieder vorstrecken
  • Wer im Flugzeug unterwegs ist, kann auch das Kabinenpersonal nach Übungen fragen

 

Weitere Informationen zu reisemedizinischen Themen erhalten Mitglieder kostenlos vom Reisemedizinischen Informationsdienst unter +49 89 76 76 77.

Haftungsausschluss 
Die vorliegenden Informationen wurden sorgfältig recherchiert und aufgearbeitet, dienen aber ausschließlich einer allgemeinen Information interessierter Personen. Sie stellen ausdrücklich keine Handlungs- oder Behandlungsanleitungen dar und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch einen entsprechend qualifizierten Arzt! Eine Haftung des ADAC für Schäden in Zusammenhang mit diesen Informationen ist in jedem Falle ausgeschlossen!

Foto: Shutterstock/Breslavtsev Oleg

 

 

 

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