So schützen Sie sich gegen Insekten

13.7.2019

Insekten und Zecken können den Urlaub verderben und ernsthafte Krankheiten übertragen. Der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC zeigt, wie Sie sich auf Reisen gegen die Plagegeister schützen. 

Frau sprüht Arm mit Moskitoschutz ein
Je tropischer das Reiseziel desto höher sollte die Konzentraion des Mückenschutzes sein.

Auch wenn sehr viele Insekten und andere Tierchen Blut saugen, sprechen wir im Folgenden der Einfachheit halber nur von Stechmücken. Die folgenden Informationen gelten aber ebenso für Stechfliegen, Zecken, Wanzen und Läuse.

Oberstes Gebot: Lassen Sie sich nicht stechen!

Die mit Abstand wichtigste Regel: Keine Stiche – denn das bedeutet keine Malaria, kein Denguefieber und so weiter. 

Versuchen Sie, Flussläufe und Sümpfe zu meiden, an denen es viele blutsaugende Tierchen gibt, besonders zu Risikojahres- und -tageszeiten. Wer in Malariagebieten nach Dämmerungsbeginn nicht mehr ins Freie geht, senkt die Übertragungsgefahr für Malaria ganz erheblich. Leider gibt es natürlich auch zu anderen Tageszeiten Überträger, die einen stechen können. 

Den besten Schutz gegen Stiche bietet eine Kombination aus vielen Maßnahmen.

Was ist der beste Schutz gegen Mücken?

Eines der wirksamsten Mittel gegen Stiche ist Kleidung. Am besten hell, nicht zu locker gewebt, an den Öffnungen dicht abschließend, aber nicht hauteng anliegend. Vor allem sollte sie möglichst viel Körperoberfläche bedecken. Es empfiehlt sich deshalb, auch einen Hut (eventuell mit Moskitonetz), geschlossene Schuhe und Socken zu tragen. Das Imprägnieren der Kleidung, etwa mit Permethrin, hilft zusätzlich. Das Mittel tötet Insekten schon bei Kontakt, ist aber für Menschen ungefährlich. Da Mückenstiche besonders in heißen Ländern riskant sind, sind diese Bekleidungsratschläge natürlich nicht sehr beliebt. 

Wichtig sind auch Mückennetze, Fliegengitter, Klimaanlage

Auch wenn engmaschige Netze die Luftzirkulation behindern, sollte eine Maschenweite von 1 bis 1,2 Millimeter nicht überschritten werden. In Gegenden, in denen mit Gnitzen, Sandmücken und Kriebelmücken zu rechnen ist, wird sogar zu 0,6 Millimetern geraten. Auch hier hilft zusätzliches Imprägnieren. Es gibt auch Netze, die ab Fabrik mit Insekten tötenden Mitteln behandelt sind. 

Egal, welche Netzform (Zelt-, Kasten-, Tunnelnetz): Wichtig ist, dass das Netz so angebracht werden kann, dass Sie es im Schlaf nicht berühren. Nehmen Sie daher Schraubhaken, Reißnägel, Schnüre und Klebeband (auch zur Reparatur von Fliegengittern) mit in den Urlaub. Das Anliegen des Netzes am Körper kann notfalls auch mit einigen Kissen und Decken verhindert werden. Das Netz sollte immer unter die Matratze gesteckt werden. Ein eigenes mitgebrachtes Netz erspart insbesondere bei Rundreisen die aufwändige Kontrolle von Hotelnetzen auf schadhafte Stellen. Kunststoffnetze sind leichter als solche aus Baumwolle. 
Wenn Sie die Wahl haben zwischen einem Hotelzimmer mit Fliegengittern und einem ohne, nehmen Sie Ersteres. Das Gleiche gilt für Klimaanlagen. Sie sollten kühl eingestellt sein, weil viele Stechmücken das nicht mögen. 

Wie sollten Mückenabwehrmittel aufgetragen werden?

Alles an Haut, was nicht von stichdichter Kleidung bedeckt ist, wird streng nach Vorschrift mit Mückenabwehrmitteln behandelt. Vor dem Kauf sollten Sie sich natürlich darüber informieren, wogegen das jeweilige Mittel in welcher Konzentration wie lange wirkt. Hier gibt es allerdings erfahrungsgemäß individuell große Unterschiede. Die Mittel sollten – egal ob als Spray, Gel und Creme – stets erst eine gute Viertelstunde nach dem Sonnenschutz und nur auf intakte Haut (nicht auf Sonnenbrand und Wunden) aufgetragen werden. 

Je tropischer das Reiseziel, desto höher die Konzentration des Mückenschutzes

Kinder unter zwei Jahren sollten möglichst nur mit Kleidung und Mückennetzen geschützt werden, bei älteren Kindern kommen niedriger konzentrierte chemische Präparate oder pflanzliche Alternativen infrage. Das gilt auch für Schwangere und Stillende, selbst wenn schädliche Wirkungen für die beiden wirksamsten Substanzen Icaridin und DEET nicht nachgewiesen wurden. 

Zu den beiden Mitteln Icaridin und DEET liegen die meisten wissenschaftlichen Informationen vor. Beide halten eine Vielzahl von Insekten auf Distanz und wirken auch in den Tropen zuverlässig. Vorsicht ist geboten bei Kunstfasern auch in Mückennetzen: Anders als DEET greift Icaridin Lacke und Kunststoffe nicht an und verursacht weniger Hautreizungen. Es scheint daher auch für Kinder besser geeignet. Weitere erwiesenermaßen wirksame Chemikalien sind Dimethylphtalat (DMP) und Repellent 3535. 

Auch eine Anzahl pflanzlicher Substanzen wie Zitronella, Kokosnuss-, Teebaum- und Eukalyptusöl schützen. In der Regel müssen diese aber viel öfter neu aufgetragen werden. Hat man mit einem Mittel unter den jeweiligen Bedingungen keine Erfahrung, sollte man zur Vorsicht immer auch eine der stark wirksamen Substanzen bei sich haben. Vorsicht: Meerwasser, Regen, Schweiß und über das Mückenmittel aufgetragene Hautpflegemittel schwächen die Mückenabwehr! Spätestens, wenn die Wirkung nachlässt, muss nachbehandelt werden.
 
Akustische Geräte, Vitaminpräparate und dergleichen werden sehr gegensätzlich bewertet und können daher ebenso wenig allgemein empfohlen werden wie Mischpräparate aus Mücken- und Sonnenschutzmitteln.
 
Da sich Inhaltsstoffe nicht überprüfen lassen, sollten Sie ihren gesamten Mückenschutz aus Deutschland mitbringen.

Wie sollten Mücken am besten vernichtet werden?

Einzelne Tierchen in Räumen kann man natürlich einfach erschlagen, aber nie mit der bloßen Hand. Breiter wirksam sind Räucherspiralen zum Anzünden oder Verdampfer für die Steckdose, die in aller Regel das unschädliche Permethrin enthalten. Trotzdem sollten sie bei chronischen Atemwegserkrankungen und in den Schlafzimmern von kleinen Kindern sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Im Freien fallen den Geräten leider auch unschädliche Insekten zum Opfer. 

Was hilft nach einem Insektenstich?

Gegen das Jucken helfen Cremes und Gels auf Corticoid- oder Antihistaminbasis aus der Apotheke.

Weitere Informationen zu reisemedizinischen Themen erhalten Mitglieder kostenlos von unserem Reisemedizinischen Informationsdienst unter +49 89 76 76 77.

Haftungsausschluss 
Die vorliegenden Informationen wurden sorgfältig recherchiert und aufgearbeitet, dienen aber ausschließlich einer allgemeinen Information interessierter Personen. Sie stellen ausdrücklich keine Handlungs- oder Behandlungsanleitungen dar und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch einen entsprechend qualifizierten Arzt! Eine Haftung des ADAC für Schäden in Zusammenhang mit diesen Informationen ist in jedem Falle ausgeschlossen!

Foto: iStock.com/Photoboyko

 

 

Das ist ein Pflichtfeld.
Bitte geben Sie Ihre Mitgliedsnummer ein.
Das ist ein Pflichtfeld.
Vorname inkl. Zusätze, z.B. Dr. Michael.
Das ist ein Pflichtfeld.
Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein.
Das ist ein Pflichtfeld.
z.B.: 10117
Das ist ein Pflichtfeld.
z.B.: München
Das ist ein Pflichtfeld.
Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein.
Das ist ein Pflichtfeld.
Noch 750 Zeichen zur Verfügung