Kreuzfahrt: Infos zu Schiffshygiene, Seekrankheit & Co.

1.5.2019


Auf hoher See mit starkem Seegang
  • Infektionen können sich auf Schiffen schnell ausbreiten
  • Hygiene-Einmaleins für Kreuzfahrtpassagiere
  • Tipps und Tricks gegen die Seekrankheit
  • Wichtige Infos zur medizinischen Ausstattung an Bord

Welche Krankheiten kommen auf Kreuzfahrten häufig vor?

Viele Menschen auf engem Raum – ein Schiff ist die ideale Brutstätte für Infektionen. Zu den Spitzenreitern gehören Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall. Auslöser für Schnupfen, Husten und Co. sind oft kühle, klimatisierte Räumlichkeiten. Häufiger unerwünschter Passagier ist der Norovirus, der sich in kurzer Zeit verbreiten und sogar eine Epidemie auslösen kann, weil sich Urlauber vor allem an Büfetts sehr sorglos verhalten. 

Wichtig für Allergiker: Kreuzfahrten sind für sie in der Regel kein Problem. Betroffene sollten ihre Unverträglichkeiten oder Diätwünsche der Crew frühzeitig mitteilen. Oft gibt es Köche an Bord, die Passagiere speziell beraten.

Wie können sich Passagiere vor Infektionen schützen?

Frau wäscht sich die Hände
Regelmäßiges Händewaschen beugt der Ausbreitung von Infektionen vor
  • Lassen Sie sich frühzeitig vor Reiseantritt reisemedizinisch beraten und über mögliche Impfungen informieren 
  • Ins Gepäck gehören ausreichend Sonnen- und Mückenschutzmittel
  • Vor Betreten des Schiffs, des Restaurants und nach jedem Toilettengang die Hände desinfizieren. Entsprechende Spender stehen bereit
  • Regelmäßig und ausgiebig die Hände einseifen und waschen – und zwar mindestens 20 Sekunden. Tipp: Wer nicht mitzählen will, kann alternativ zwei Mal das Lied "Happy Birthday" summen. Das dauert ungefähr genauso lang
  • Bei jedem Gang zum Büfett frisches Geschirr benutzen. Besteck und Zangen nur an den Griffflächen berühren
  • Lieber keine Stofftaschentücher, sondern Einwegprodukte benutzen. Diese entsprechend entsorgen
  • Bei gesundheitlichen Problemen jeglicher Art sofort den Schiffsarzt aufsuchen!

Bei weiteren Fragen helfen die ADAC Reisemediziner gerne weiter. Auch auf der Website des Auswärtigen Amts* gibt es hilfreiche Informationen.

Was ist eigentlich Seekrankheit?

Es handelt sich um eine Bewegungskrankheit, auch Kinetose genannt. Seekrankheit tritt auf, wenn die Sinnesorgane widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des Körpers an das Gehirn senden. Betroffene sehen beispielsweise in ihrer Kabine einen starren Raum, fühlen aber die Bewegungen der Wellen. Das passt nicht zusammen.

Typische Symptome sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und verschwindet in der Regel nach zwei bis drei Tagen.

Was hilft gegen Seekrankheit?

Frau ist seekrank
Typische Symptome von Seekrankheit: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen

Bei den ersten Anzeichen von Übelkeit gehen Sie am besten nach draußen an Deck, richten ihren Blick in Richtung Horizont oder schauen nach vorne

Zudem gibt es viele einfache Hausmittel, die die Symptome lindern können. Kaugummis und leichte Snacks, zum Beispiel Zwieback, können helfen. Auf fettiges Essen, Alkohol und Lesen sollten Sie verzichten. Viel Schlaf und Entspannungsübungen beruhigen zusätzlich. Intensive Gerüche, etwa von Salami oder Thunfisch, verschlimmern die Symptome eher. Wenn das alles nicht hilft, können Sie auf spezielle Tabletten und Pflaster zurückgreifen.

Im Laufe der Jahrhunderte haben verschiedene Länder ihre eigenen Tricks gegen Seekrankheit entwickelt. Die Griechen setzen bis heute auf Zitrusfrüchte, die Briten schwören auf Ingwer und die Asiaten riechen an Minzöl. Bei den Dänen sollte heilendes Meerwasser helfen, dagegen war bei den Franzosen früher Rotwein an Bord verboten. 

Wie sauber sind Kreuzfahrtschiffe?

Die Räume und Kabinen müssen hohe Hygienestandards erfüllen und werden regelmäßig gereinigt. Viele Toiletten neuerer Schiffe sind zum Beispiel mit Türen ausgestattet, die sich automatisch öffnen. Keime können sich so weniger ausbreiten. 

Staatlich autorisierte Stellen, zum Beispiel hafenärztliche Dienste, kontrollieren und bewerten unangekündigt alle sechs Monate die Hygiene an Bord. Dabei gelten die weltweit verbindlichen Internationalen Gesundheitsvorschriften

Vom Whirlpool bis zum Kühlraum – die Inspekteure vergessen keinen Winkel des Schiffes. Wer weniger als 86 von 100 Bewertungspunkten erhält, fällt durch und muss die Mängel umgehend beseitigen. Wer die Vorschriften einhält, besteht und bekommt das Schiffshygienezertifikat. 

Gibt es auf jedem Kreuzfahrtschiff einen Arzt?

Eine frau sitzt auf ihrem Bett auf der Krankenstation
Kreuzfahrtschiffe sind medizinisch bestens ausgestattet

Ab 100 Personen – inklusive Crewmitglieder – muss ein Schiffsarzt mit an Bord sein, ab 800 Personen sind zwei Ärzte Pflicht. Anderenfalls müssen der Kapitän oder Schiffsoffizier medizinisch ausgebildet sein.

Zudem befindet sich auf jedem Kreuzfahrtschiff eine Krankenstation mit umfangreicher medizinischer Ausstattung. Wie in einer Notambulanz gibt es unter anderem EKG-, Röntgen- und oftmals auch Dialysegeräte

Übrigens hat die medizinische Versorgung auf Kreuzfahrtschiffen eine lange Tradition: Schon auf der Titanic gab es drei Bordhospitäler – für jede Klasse eins. Unsinkbar waren die allerdings auch nicht...

Tipp Icon

Ostseekreuzfahrt - lassen sie sich inspirieren

Auf entspannte Weise Nordeuropa und seine attraktiven Metropolen kennenlernen – das bietet eine Ostseekreuzfahrt. Je nach Dauer der Reise erleben Sie die alten Hansestädte des Baltikums, das russische St. Petersburg und die Hauptstädte Skandinaviens. Zwischendurch lassen Sie sich an Deck die frische Luft um die Nase wehen und genießen die Freizeitangebote und Annehmlichkeiten des Schiffs. 

Text: Sarah Kurz. Fotos: Shutterstock (3), imago. 

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de

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