Infektionskrankheiten

1.5.2019

Infektionen können die verschiedensten Ursachen haben und zu ganz unterschiedlichen Beschwerden führen. Der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC informiert über die wichtigsten Infektionskrankheiten. 

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Für weitergehende Fragen und Informationen steht Ihnen der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC rund um die Uhr zur Verfügung: +49 89 76 76 77

Infektionskrankheiten auf Reisen

Borreliose

Nach unterschiedlichen Hochrechnungen kommt es in Deutschland zu 40.000 bis 120.000 neuen Erkrankungen an Borreliose pro Jahr. Ältere Zahlen einer großen deutschen Krankenkasse legen eine noch wesentlich höhere Zahl nahe. In jedem Fall ist die Borreliose die mit Abstand häufigste von Zecken übertragene Krankheit in unseren Breiten.

Anders als bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die schwerpunktmäßig in bestimmten Gegenden vorkommt, kann man sich mit Borrelien auf der gesamten nördlichen Halbkugel infizieren. Es handelt sich um Bakterien, die normalerweise im Blut von Mäusen oder Vögeln leben und Zecken wie den heimischen Holzbock (Ixodes ricinus) benutzen, um z.B. von Maus zu Maus zu gelangen. Während dieses Transportes befinden sie sich im Darm der Zecke. Beim nächsten Blutsaugen gelangt Blut in den Darm, was die Borrelien in die Lage versetzt, von dort in den Körper des gestochenen Tieres oder Menschen zu gelangen. Allerdings brauchen sie dafür meist über 12 Stunden. Man hat also gute Chancen, die Zecke vorher zu entfernen und die Übertragung von Bakterien zu vermeiden.

Krankheitsbild:

Kommt es zu einer Infektion beim Menschen, tritt in mehr als 80 Prozent der Fälle nach einigen Tagen, aber auch noch Wochen später, ein roter, scharf begrenzter und langsam wachsender Fleck um die Stichstelle herum auf. Sonst ist dieses Stadium der Erkrankung praktisch nicht von einer Grippe zu unterscheiden und hinter mancher „Sommergrippe“ dürften in Wahrheit Borrelien stecken. Besonders bei Kindern kann es aber innerhalb weniger Tage zu Lähmungen, häufig im Gesicht, kommen. Andere Krankheitszeichen und Schäden treten erst nach Monaten und sogar Jahren auf, wobei je nach Bakterien-Typ eher die Gelenke, das Herz, die Haut oder das Nervensystem betroffen sind. Schwere bleibende Schäden kommen vor.

Behandlung:

Gegen Borreliose in Europa gibt es keine Schutzimpfung und auch eine durchgemachte Erkrankung macht nicht immun gegen die Bakterien. Die Krankheit ist aber, wenn sie beizeiten erkannt wird, gut mit gängigen Antibiotika zu behandeln.
Entscheidend für die Vermeidung von Spätschäden ist also, die Borreliose möglichst früh zu erkennen.

Die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums nach jedem Zeckenstich wird aber von den meisten Experten ebenso wenig empfohlen, wie das Einsenden entfernter Zecken zur Untersuchung. Borreliose wird, wie FSME, nicht direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Zecken.


Cholera

Cholera tritt dort auf, wo eine zuverlässige Trennung von Trink- und Abwasser nicht gewährleistet ist, also meist in den Elendsvierteln großer Städte oder nach Naturkatastrophen, die z.B. das Abwassersystem beschädigt haben. Befallene Personen müssen nicht unbedingt erkennbar krank sein, scheiden die verursachenden Bakterien aber über den Darm aus. Unter schlechten hygienischen Bedingungen können sie so ins Trinkwasser und auf Nahrungsmittel gelangen und auf diesem Wege weitere Personen infizieren. Nur ein kleiner Teil (ca. 10%) der mit Cholera Infizierten wird richtig krank, die große Mehrheit hat milde oder gar keine Symptome.

Bei Hoteltouristen ist Cholera eine absolute Seltenheit!

Gefährlich für Erkrankte, sind die schweren Durchfälle, die das Bakteriengift hervorruft. Sie können zu Flüssigkeitsverlusten von 20 Litern und mehr pro Tag führen. Solche Mengen können durch Trinken natürlich nicht ausgeglichen werden, was der Grund für die extrem hohe Sterblichkeit in früheren Jahrhunderten war. Werden dagegen rechtzeitig und in großen Mengen einfache Salz-Zucker-Lösungen als Infusion gegeben, können fast alle Betroffenen gerettet werden. Oft ist nicht einmal eine Behandlung mit Antibiotika unbedingt erforderlich.
Lebenslang immun ist man allerdings nicht, wenn man die Krankheit einmal durchgemacht hat.

Vorsorge:

Die entscheidende Schutzmaßnahme gegen Cholera ist konsequente Körper-, Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. Zwar existiert eine Schutzimpfung, die aber nicht hochwirksam ist und eher für Reisende mit einem besonderen Risiko für Durchfallerkrankungen in Betracht kommt: Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn) und Personen, die Medikamente einnehmen müssen, die die Produktion von Magensäure hemmen. Die Schluckimpfung hat aber den positiven Nebeneffekt, dass sie auch gegen den weltweit häufigsten Durchfallerreger (ETEC) einen gewissen Schutz bietet.

 

Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Choleraimpfung durch die Krankenkassen.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber gilt als häufigste von Stechmücken übertragene Viruskrankheit überhaupt.
Es kommt in warmen Ländern vor, besonders in den Tropen und Subtropen, kehrt aber mit bestimmten Mückenarten auch in das Mittelmeergebiet zurück. Im Unterschied zu Malaria ist das Dengue-Fieber eine Krankheit nicht allein ländlicher Gegenden, sondern auch der großen Städte. Es kommt immer wieder zu großen Ausbrüchen mit Zehntausenden von Erkrankten.

Krankheitsbild:

Bei Auftreten der ersten Beschwerden liegt der ursächliche Mückenstich meist zwei Tage bis eine Woche zurück. Zu Beginn ist Dengue praktisch nicht von einer Grippe oder Krankheiten wie Malaria und Chikungunya zu unterscheiden: Hohes Fieber, schwere Glieder- und Kopfschmerzen („hinter den Augen“), Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl prägen in dieser Phase das Bild. Treten einige Tage später großflächige Hautrötungen und geschwollene Lymphknoten hinzu, liegt der Verdacht auf Dengue-Fieber nahe, wenn der Patient sich in einer entsprechenden Region aufgehalten hat. In den allermeisten Fällen ist das Schlimmste nach einer Woche überstanden und die Krankheit klingt ohne bleibende Schäden allmählich ab. Die seltenen schweren Erkrankungsformen können jedoch lebensbedrohend werden und erfordern intensive medizinische Betreuung. Sie betreffen in der großen Mehrzahl Kinder und hier besonders die ganz kleinen. Auch Menschen, die schon einmal an Dengue-Fieber erkrankt waren, haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

Behandlung:

Wie bei den meisten Viruskrankheiten gibt es auch keine gezielte Behandlung. Ein Mensch kann theoretisch vier- bis fünfmal im Leben an Dengue erkranken; danach ist er gegen die existierenden Virustypen immun.

Vorsorge:

Da eine Impfung noch nicht zur Verfügung steht, sind intensive Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen entscheidend. Wichtig ist unter andere die Wahl der Reisezeit, die nicht in der örtlichen Regenzeit liegen sollte. Im Reiseland sollten besonders kleine Kinder konsequent geschützt werden, wobei chemische Mittel für sie oft ungeeignet sind. Reisende in Gebieten, in denen Dengue vorkommt, sollten bei grippeähnlichen Beschwerden und Fieber keine Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. in Aspirin®) einnehmen, sondern lieber auf Paracetamol oder Ibuprofen ausweichen. Besonders wer schon einmal eine Dengue-Fieber-Erkrankung durchgemacht hat, sollte vor erneuten Reisen in Risikoländer einen Reise- oder Tropenmediziner konsultieren.


FSME

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird von Viren hervorgerufen, die von Zecken, zwischen warmblütigen Tieren und Menschen übertragen werden. Rund 300 Fälle werden in Deutschland jährlich gemeldet gemeldet, die Zahlen steigen nach einem Rückgang seit 2016 tendenziell wieder an.
 
Verbreitung:

FSME kommt in Deutschland hauptsächlich in der Mitte, im Süden und Südwesten vor, wobei Hessen, Baden-Württemberg und Bayern am stärksten betroffen sind. In Europa zieht sich der FSME-Gürtel von Ostfrankreich bis nach weit nach Russland hinein und von den skandinavischen Südküsten bis nach Italien und auf den Balkan. Allerdings ist das Infektionsrisiko regional unterschiedlich hoch und zeitlich wechselnd. Die Bezeichnung FSME als solche ist gefährlich irreführend, weil man an einem milden, sonnigen Wintertag ebenso gestochen werden kann, wie nachts im trocken-heißen Hochsommer. Die meisten Infektionen werden in Deutschland in den Monaten Juli und August gemeldet.

Der Speichel des Holzbocks enthält verschiedene Stoffe, die das Blutsaugen überhaupt erst ermöglichen und wird schon sehr früh nach dem Stich in die Wunde abgesondert. Dies kommt den FSME-Viren zugute: Nach der Aufnahme in die Zecke beim Blutsaugen setzen sie sich in den Speicheldrüsen fest und gelangen so gleich zu Beginn des nächsten Saugaktes, der freilich meist erst Monate später erfolgt, in den neuen Wirt.

Eigentlich ist das Risiko dafür, sich durch einen Zeckenstich eine ernsthafte FSME-Virus-Erkrankung zuzuziehen, gering: Wie bei der Borreliose treten in den allermeisten Fällen nur grippeähnliche Krankheitszeichen auf. Weil die drohenden Schäden, z.B. durch Entzündungen des Gehirns, des Rückenmarks und ihrer Häute, aber sehr schwer, ja sogar lebensbedrohlich sein können und es zudem keine ursächliche Behandlung gibt, raten Experten bestimmten Personen zur Schutzimpfung. Besonders Erwachsene und ältere Menschen, die sich in belasteten Gebieten viel in der Natur aufhalten, sollten diese hoch wirksame und gut verträgliche Maßnahme in Betracht ziehen. 

Kinder tragen zwar sehr viel seltener bleibende Schäden davon, sind aber ebenfalls oft wochenlang krank und beeinträchtigt, weshalb auch sie durchaus von einer Impfung profitieren können, wobei bei Kindern unter zwei Jahren Zurückhaltung geboten ist. Personen, die in einem ausgewiesenen Risikogebiet wohnen, erstattet die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Alle anderen Interessierten sollten sich bei ihrer Versicherung erkundigen, siehe dazu auch Kostenübernahme der Zeckenimpfung durch die Krankenkassen.

Hat man eine Infektion mit FSME-Viren überstanden, ist man lebenslang immun - auch gegen die Virustypen in Russland und Asien.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Zecken.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine gefährliche Viruskrankheit, die von bestimmten Stechmücken übertragen wird. Es kommt in den tropischen Zonen Afrikas und Lateinamerikas, auffälligerweise aber nicht in Asien vor, und man kann sich sowohl auf dem Land („Dschungelfieber“), als auch in Städten anstecken. 

Krankheitsbild:

Wie bei den meisten Viruskrankheiten ähnelt auch der Beginn einer Gelbfiebererkrankung zunächst einer Grippe: Ein paar Tage nach der eigentlichen Ansteckung treten hohes Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. In dieser Phase ist Gelbfieber von Krankheiten wie Malaria, Denguefieber oder Chikungunyafieber, die in den entsprechenden Regionen oft ebenfalls vorkommen, praktisch nicht zu unterscheiden. Auch eine Verwechslung mit der Pest ist möglich. Die Beschwerden halten einige Tage lang an, danach erholen sich die Patienten allmählich.

In einem Teil der Fälle kommt das Fieber jedoch nach ein, zwei Tagen zurück. In der darauf folgenden Zeit werden lebenswichtige innere Organe wie Leber und Nieren massiv angegriffen. Die Patienten entwickeln eine Gelbsucht (daher der Name) als Zeichen einer schweren Leberschädigung und erleiden vielfältige Blutungen aus Schleimhäuten und in Organen. Da es keine gezielte Behandlung gibt, sterben von den Menschen, die so schwer erkranken, zwischen 20 und 50%.

Vorsorge:

Glücklicherweise kann man sich gegen Gelbfieber sehr zuverlässig durch eine Impfung schützen. Von vielen Ländern, in denen entweder die Krankheit heimisch ist oder aber geeignete Überträgermoskitos existieren, ist der Nachweis dieser Impfung Bedingung für die Einreiseerlaubnis. 
Wenn man sich vorher in einem Land aufgehalten hat, in dem man sich theoretisch hätte infizieren können, muss man einen internationalen Impfausweis vorlegen, in dem eine Gelbfieberimpfung vor mindestens 10 Tagen verzeichnet ist. 
In der Regel erstreckt sich diese Vorschrift aber nicht auf reine Zwischenlandungen, bei denen man den Transitbereich des Flughafens nicht verlassen hat.

Junge, gesunde Personen vertragen die Schutzimpfung allgemein gut. Menschen über 60 Jahre müssen aber mit durchaus ernsthaften Nebenwirkungen rechnen; Kinder unter 9 Monaten sollten nicht geimpft werden. Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, kann ein mehrsprachiges Impfbefreiungsattest helfen, trotzdem ins Reiseland gelassen zu werden.

Nach neueren Erkenntnissen schützt die einmalige Impfung lebenslang, was aber noch nicht an allen Zollstellen zu einer entsprechenden Änderung der Handhabung geführt hat.

Gelbfieberimpfungen dürfen bisher nicht von allen Ärzten, sondern nur in sog. Gelbfieberimpfstellen vorgenommen werden. 

 Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Gelbfieberimpfung durch die Krankenkassen.

 

Grippe

Die Begriffe Erkältung, Grippe und grippaler Infekt werden umgangssprachlich oft nicht scharf von einander getrennt verwendet. Sie bezeichnen aber sehr verschiedene Krankheitsbilder.

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt können beim Menschen von mehr als 150 Virusarten verursacht sein. Praktisch immer verschwinden die leichten bis mittelschweren Beschwerden innerhalb einiger Tage ohne bleibende Schäden. 

Nicht mit diesem „banalen Infekt“ verwechselt werden darf die „echte“ Grippe (Influenza), auch wenn die Beschwerden, besonders zu Beginn der Erkrankung, praktisch die gleichen sein können. Eine Grippe ist eine ernste Erkrankung, der in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen zum Opfer fallen als Unfällen im Straßenverkehr.

Erreger:

Hervorgerufen wird die echte Grippe beim Menschen von Influenzaviren und zwar in aller Regel solchen der Gruppen A und B. Innerhalb der A-Gruppe werden weitere Virusvarianten unterschieden je nachdem, welche Enzyme (Hyaluronidase (H) u. Neuraminidase (N)) sie tragen. Aus der Kombination dieser Merkmale ergeben sich die mittlerweile bekannten Bezeichnungen. Das sog. Schweingrippe-Virus ist zum Beispiel ein Influenza-A-Virus mit Hyaluronidase vom Typ 1 und Neuraminidase vom Typ 1. Es wird also mit AH1N1 bezeichnet. Allerdings gibt es weitere Unterscheidungsmerkmale, die aber in der breiten Öffentlichkeit keine Rolle spielen. 

Verbreitung:

Influenzaviren kommen überall auf der Welt vor. Sie können zwar prinzipiell jedes Organ befallen, sind beim Menschen aber besonders gut an die Verhältnisse angepasst, die in den Atemwegen von der Nase bis in die Lungen herrschen. Sie werden also sowohl ein- als auch ausgeatmet und natürlich beim Niesen und Husten in größeren Mengen freigesetzt. Auf den Händen, auf Oberflächen und in den Wassertröpfchen der Luft können die Viren über viele Stunden bis hin zu Tagen aktiv bleiben. Als Hauptüberträger werden allgemein Kinder angesehen. Grippeinfizierte können andere Menschen schon ein bis zwei Tage früher anstecken als die Krankheit bei ihnen selbst spür- und sichtbar wird.
 
Epidemien, bei denen 15-20% einer Bevölkerung erkranken, können sowohl von Influenza-A- als auch von Influenza-B-Viren hervorgerufen werden. Dadurch, dass sich besonders Influenza-A-Viren sehr schnell teilweise verändern, werden sie in der nächsten Grippesaison nicht mehr zuverlässig erkannt und können erneut zu einer Epidemie führen. Große, weltumspannende Pandemien beim Menschen werden nur von sehr stark umgebildeten, quasi „neuen“ Viren der Gruppe A verursacht.

Krankheitsbild:

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Grippe und Erkältung ist der Beginn der Erkrankung: Fühlt bei einer Erkältung manch einer, dass „etwas im Anzug ist“, so beginnt eine Grippe typischerweise regelrecht schlagartig: Binnen Stunden entwickelt sich aus relativem Wohlbefinden heraus ein schweres Krankheitsbild mit andauerndem, hohem Fieber (über 39°C), Schüttelfrost und massiven Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu können eine ausgeprägte Schwäche und natürlich alle Symptome vorhanden sein, die bei gewöhnlichen Erkältungen vorkommen. Auch Durchfall ist nicht selten.

Junge und sonst gesunde Menschen haben in der Regel nach einer Woche das Schlimmste hinter sich. Zu lebensbedrohlichen Komplikationen kann es aber kommen, wenn sich Bakterien auf den durch Viren geschädigten Schleimhäuten ausbreiten. Sie können zu Lungenentzündungen führen, die für die meisten Todesfälle verantwortlich sind. So dramatisch verläuft Grippe hauptsächlich bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen, die schon vor Beginn der Erkrankung nicht gesund waren. Ein besonders hohes Risiko tragen Menschen mit chronischen Herzkrankheiten, Krankheiten der Atemwege (z.B. Asthma) und geschwächter körpereigener Infektabwehr. 

Behandlung:

Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kann der weitere Verlauf nur noch schwer beeinflusst werden. Zwar gibt es Medikamente, die zumindest die Krankheitsdauer um ein oder zwei Tage verkürzen und mit denen offenbar auch schwere Komplikationen seltener auftreten. Sie müssen aber spätestens 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden gegeben werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Auch sollten sie nur angewendet werden, wenn man zuverlässig davon ausgehen kann, dass es sich um eine echte Influenza handelt. Werden sie nämlich unkontrolliert gegeben, entstehen schnell resistente Virusstämme, gegen die es dann praktisch kein Mittel mehr gibt. 
Das oberste Ziel der Behandlung sollte sein, keine weiteren Personen anzustecken. In aller Regel reichen hierfür Bettruhe und Pflege zuhause im Einzelzimmer aus. Nur ein kleiner Teil der Erkrankten muss im Krankenhaus behandelt werden. Antibiotika, die gegen Viren wirkungslos sind, werden eingesetzt, um die oft parallel bestehenden bakteriellen Infektionen zu bekämpfen.

Vorsorge:

Grippe tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf, in der sich Menschen gerne in warmen Räumen zusammendrängen, die wegen der Kälte draußen zudem selten gelüftet werden. Viele steigen dann auch von Fahrrad und Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um und halten sich insgesamt seltener im Freien auf als in anderen Jahreszeiten. Daneben hat die geringe Sonneneinstrahlung während der Zeit negative Folgen für das menschliche Immunsystem. Körperliche Aktivität im Freien, regelmäßiges Lüften, Meiden von Menschenansammlungen und vor allem häufiges, gründliches Händewaschen senken das Gripperisiko deutlich. Experten raten darüber hinaus zur Grippeschutzimpfung, deren Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden.


Hantaviren

Diese Viren wurden nach einem Fluss in Korea benannt, in dessen Umgebung in den 50er Jahren viele amerikanische Soldaten an Fieber mit Nierenversagen erkrankten.
Zwei Verwandte dieses Virus kommen auch in Deutschland vor: Das Puumala-Virus ist für fast alle bekannten Krankheitsfälle hierzulande verantwortlich, das Dobrava-Virus wird vereinzelt gefunden. Schwerpunkte sind im Süden der Bayerische Wald und die Schwäbische Alb, im Norden das Münsterland und die Gegend um Osnabrück. Verteilung und Häufigkeit hängen eng mit der Verbreitung und Entwicklung bestimmter Mäuse und Ratten zusammen: Gibt es z. B. viele Rötel- oder Brandmäuse, werden in der Regel auch viele Fälle von Hantavirusinfektionen gemeldet. 

Mit Hantavirus infizierte Mäuse werden selbst nicht krank, scheiden die Viren aber mit Speichel, Urin und Kot aus. In getrocknetem Mäusekot bleiben die Viren tage- bis wochenlang infektiös. Sie werden mit aufgewirbeltem Staub oder angeknabberter Nahrung vom Menschen aufgenommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Insekten und Zecken spielt in Deutschland keine Rolle.
 
Krankheitsbild:

Meist zwei bis vier Wochen nach der Aufnahme von Puumalaviren zeigen etwa 10% der Betroffenen Grippesymptome mit Fieber. Diese oft als Sommergrippe gedeutete Episode vergeht meist nach einigen Tagen ohne Schäden zu hinterlassen. 
Bei einem Teil der Patienten kommt es aber zu einem Krankheitsverlauf mit schwerem Befall der Nieren, der eine Dialyse erforderlich machen und dessen Beschwerden sich wochenlang hinziehen können. Todesfälle sind glücklicherweise äußerst selten. Ist die Krankheit überstanden, besitzt man vermutlich lebenslange Immunität gegen diesen speziellen Virustyp.

Behandlung:

Eine ursächliche Behandlung gibt es wie bei den meisten Viruskrankheiten nicht. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können nur noch lebenswichtige Funktionen gesichert und Beschwerden gelindert werden.

Vorsorge:

Da es gegen Hantaviren keine Schutzimpfung gibt, besteht die wichtigste Schutzmaßnahme darin, nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Besonders bei Reinigungsarbeiten in Räumen, zu denen Mäuse Zugang haben können (Schuppen, Gartenhäuschen, Jagd- u. Berghütten etc.) sollten Staubschutzmasken und Handschuhe getragen werden. Feuchte Reinigung ist vorzuziehen, weil dabei weniger Staub aufgewirbelt wird. Auch wenn von Hausmäusen und –ratten offenbar keine Gefahr ausgeht, sollten Nager mit aller Konsequenz aus Wohn- und Vorratsräumen verdrängt und entfernt werden. 


Hepatitis A und B

Unter den vielen verschiedenen Ursachen einer Leberentzündung (Hepatitis) sind Hepatitis-Viren die häufigsten. Zu einer Gruppe zusammengefasst wurden die so bezeichneten fünf Virusarten, weil sie alle ein sehr ähnliches Beschwerdebild hervorrufen; näher untereinander verwandt sind sie nicht.
Das gilt auch für Hepatitis-A-Virus (HAV) und das Hepatitis-B-Virus (HBV). An dieser Stelle werden sie nur deshalb zusammen betrachtet, weil sie eine wichtige Gemeinsamkeit haben: Es gibt gegen beide eine wirksame Schutzimpfung.

Hepatitis A:

Das Hepatitis-A-Virus trägt in seinem Inneren RNS als Erbsubstanz, die es bei einer Infektion in Leberzellen einschleust. Die befallene Zelle produziert fortan, statt ausschließlich körpereigener Substanzen, hauptsächlich Virusteile, die teils zu kompletten Viren zusammengesetzt und über den Darm ausgeschieden werden. Entweder über Trinkwasser und Nahrung oder durch direkten Kontakt (Schmierinfektion) gelangen diese Viren in den nächsten Wirtsorganismus und haben die Chance, sich erneut zu vermehren. Sie sind sehr widerstandsfähig gegen hohe wie niedrige Temperaturen und gegen viele Substanzen in Desinfektionsmitteln. Da sie häufig mit Abwässern ins Meer gelangen, sind Meeresfrüchte wie Muscheln und Garnelen bekannt und berüchtigt als Infektionsquelle.

Krankheitsverlauf:

Wer an Hepatitis A erkrankt, merkt anfangs meist wenig Typisches: Man fühlt sich krank, hat möglicherweise leichtes Fieber und wechselnde Beschwerden im Bauchraum über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu gut einer Woche. Spätestens die Gelbfärbung der Haut (Ikterus), die üblicherweise zuerst an den Augen auffällt, zeigt an, dass die Leber im Zentrum des Krankheitsgeschehens steht. Zu den beschriebenen allgemeinen Beschwerden tritt in dieser Phase oft Jucken an Händen und Füßen oder sogar am ganzen Körper. Bei manchen Betroffenen hält die Gelbfärbung nur wenige Tage, bei anderen mehrere Wochen lang an. 
Höchstens einer von tausend Erkrankten stirbt an einer schweren Verlaufsform, praktisch alle anderen werden wieder ganz gesund. Bei Kindern fällt meist gar nicht auf, dass eine Infektion stattgefunden hat.

Behandlung:

Die Möglichkeiten, auf eine einmal ausgebrochene Hepatitis A einzuwirken beschränken sich darauf, die kranke Leber nach Möglichkeit zu schonen (Ruhe, Verzicht auf Alkohol, fettarme Kost). Hat man die Erkrankung überstanden, ist man lebenslang immun gegen dieses Virus.

Hepatitis B:

Diese Virusinfektion gehört zu den verbreitetsten beim Menschen überhaupt: Es gibt Anzeichen dafür, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung zumindest schon einmal Kontakt mit dem Erreger hatte. Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist ein DNS-Virus, das nur dann von Mensch zu Mensch übertragen wird, wenn infektiöses Material (meist Blut oder Blutbestandteile) über Verletzungen der Haut oder die Schleimhaut Zugang zum neuen Wirt bekommen. Dies findet seinen Niederschlag auch in den Risikogruppen: Personen, die von Drogen abhängig sind, die gespritzt werden, medizinisches Personal, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Prostituierte u.a. Aber auch unter der Geburt kann es zur Übertragung kommen, sodass manche Menschen praktisch ihr gesamtes Leben mit dem Virus im Körper verbringen. 

Krankheitsverlauf:

Auch eine Hepatitis-B-Infektion ist anfangs nicht von anderen Virusinfektionen, wie z.B. einer Grippe, zu unterscheiden und nur etwa jeder dritte Infizierte wird überhaupt erkennbar krank. Einige Tage nach dieser Anfangsphase, die durch Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Übelkeit und ähnliche Symptome gekennzeichnet ist, färbt sich die Haut gelb, der Urin wird dunkel und der Stuhl blass. Die bis dahin bestimmenden Beschwerden werden nun eher leichter. Bis alle Krankheitszeichen verschwunden und auch die Laborwerte wieder normal sind, vergehen oft mehrere Monate.
Bei etwa jedem hundertsten Infizierten verläuft die Erkrankung jedoch so explosionsartig, dass sie tödlich endet, wenn nicht eine transplantierte Leber die Funktion des weitgehend zerstörten ursprünglichen Organs übernimmt. Auch ist, ganz im Gegensatz zur Hepatitis A, der Anteil der Infektionen, die über Jahre nicht ausheilen (chronische Hepatitis) bei Infektionen mit Hepatitis-B-Virus mit 3 – 5% bei Erwachsenen (ca. 90% bei Neugeborenen!) hoch. Häufig kommt es zu jahrelang fortschreitender Zerstörung von Leberzellen und einem narbigen Umbau des Organs, der Leberzirrhose. In einigen Fällen droht sogar eine Krebserkrankung.

Behandlung:

Neben allgemein leberschonenden Maßnahmen wie bei Hepatitis A gibt es bei solchen Hepatitis-B-Erkrankungen, die nicht von selbst ausheilen, die Möglichkeit, mit Medikamenten Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf zu nehmen. In den letzten beiden Jahrzehnten ist es so gelungen, die Zahl schwerer Komplikationen zu senken. Jedoch muss man davon ausgehen, dass auch nach einem völligen klinischen Ausheilen HBV-Erbmaterial in Leberzellen überdauert, was unter bestimmten Umständen zu einem Wiederaufflammen der Erkrankung führen kann.

Schutzimpfung:

Die gute Nachricht zu beiden Hepatitisarten: Es gibt wirksame und gut verträgliche Impfstoffe gegen sie. Die Schutzimpfung gegen Hepatitis B wird heute in vielen entwickelten Ländern schon für Kleinkinder generell empfohlen, gegen Hepatitis-A sollte man sich impfen lassen, wenn man in Regionen reist, die niedrigere Hygienestandards haben, als man sie in Mitteleuropa erwarten darf. Auch ein Impfstoff, der gegen beide Krankheiten schützt, steht zur Verfügung. Da es sich bei allen um sogenannte Totimpfstoffe handelt, besteht keine Gefahr, durch eine Impfung an Hepatitis zu erkranken.

Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Impfung gegen Hepatitis A und B durch die Krankenkassen.

 

Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis wird von einem Virus verursacht und tritt in ganz Asien, bevorzugt in ländlicheren Gebieten, auf. Das Virus, das hauptsächlich in Wasservögeln, (z.B. Reihern), Reptilien und Schweinen vorkommt, wird, besonders während Regenzeiten, von verschiedenen Stechmückenarten übertragen. Von den Personen, die so mit JE infiziert wurden, erkrankt zwar nur ein sehr kleiner Teil und auch von diesen leiden die meisten nur an grippeähnlichen Beschwerden. Bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen kommt es jedoch zu einer Entzündung des Zentralnervensystems. Jedes Jahr werden mehrere zehntausend solcher schweren Fälle gemeldet, von denen bis zu einem Drittel, meist Kinder, an den Folgen versterben. Bei einem weiteren Drittel bleiben dauerhafte nervliche und seelische Störungen zurück. 

Gegen die einmal ausgebrochene Viruskrankheit ist eine gezielte Behandlung nicht mehr möglich.

Vorsorge:

Größte Bedeutung kommt daher der Vorsorge zu: Zur Vermeidung einer Infektion mit Japanischer Enzephalitis ist konsequenter Schutz vor Mückenstichen entscheidend. Es gibt auch eine Schutzimpfung, die für alle Länder empfohlen wird, in denen die Krankheit vorkommt. Der 2009 in Deutschland eingeführte Totimpfstoff ist seit 2013 auch für Kinder ab dem dritten Lebensmonat zugelassen. Für Schwangere muss auf einen älteren Wirkstoff zurückgegriffen werden, der über internationale Apotheken zu beziehen ist. Das kann einige Wochen dauern. Für eine gute Schutzwirkung sind bei Erwachsenen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen (oder einer Woche = Kurzschema) erforderlich.

 Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Impfung gegen Japanische Enzephalitis durch die Krankenkassen.

 

Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) wird von Bakterien ausgelöst, die mit kleinsten Tröpfchen beim Niesen und Husten von Mensch zu Mensch übertragen werden. 

Krankheitsverlauf:

Die hoch ansteckende Krankheit verläuft typischerweise in drei Stadien: Während der ersten ein oder zwei Wochen ist sie nicht von einer gewöhnlichen Erkältung zu unterscheiden. Danach wird der Husten aber so schnell („Stakkato-Husten“) und die Anfälle so häufig und heftig, dass die betroffenen Kinder in schwere Atemnot geraten können. Das typische Keuchen, von dem die Krankheit ihren Namen hat, tritt bei etwa der Hälfte der kleinen Patienten auf. Oft kommt es nach den Hustenanfällen mit Herauswürgen von sehr zähem Schleim auch zu Erbrechen. 

In der dritten Phase, die mehrere Wochen lang dauern kann, nehmen die Beschwerden allmählich ab. Lebensbedrohliche Verläufe mit schweren Lungen- und Gehirnentzündungen kommen vor.  
Bei Jugendlichen und Erwachsenen besteht oft nur gewöhnlicher, aber wochenlang anhaltender Husten.

Behandlung:

Obwohl in Deutschland recht gute Durchimpfungsraten erreicht werden, muss man immer noch mit mehr als 150.000 Fällen pro Jahr rechnen – vor allem bei Erwachsenen, die, anders als früher, mittlerweile 60% der Patienten ausmachen. Dies hängt damit zusammen, dass die Schutzimpfung nach ca. 10 Jahren ihre Wirkung verliert und auch die Immunität nach durchgemachter Krankheit nicht viel länger anhält. 

Zwar kann Keuchhusten auch mit Antibiotika behandelt werden, allerdings nur, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird, was selten der Fall ist. 

Da die Krankheit sehr leicht übertragen wird, sollen Patienten in Einzelzimmern isoliert und Personen aus der engeren Umgebung vorsorglich geimpft werden. 

Malaria

Malaria wird nicht von Bakterien oder Viren, sondern von Plasmodien, einzelligen Parasiten, hervorgerufen, die hauptsächlich nachts durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen werden. Die Weitergabe von Mensch zu Mensch spielt für Touristen praktisch keine Rolle. Die Krankheit tritt in drei unterschiedlichen Formen auf, von denen zwei (M. tertiana und M. quartana) zwar ernsthaft und sehr beeinträchtigend sind, aber äußerst selten tödlich. 

Malaria tropica dagegen, hervorgerufen durch Plasmodium falciparum, kann einen Ungeschützten in sehr kurzer Zeit töten!

Verbreitung:

Die Krankheit kommt überall in den Tropen und Subtropen vor und hier wiederum eher in ländlichen Gebieten als in Städten - in machen Ländern Afrikas sogar bis in Höhen von über 1.800 m, die früher als malariafrei galten. In Deutschland werden jährlich zwischen 500 und 1.000 Malariafälle gemeldet, die weitaus meisten nach Aufenthalten in Afrika. Auch unter hiesigen Bedingungen verstirbt jeder hundertste Patient mit Malaria tropica.

Krankheitsbild:

Da Malaria zunächst nicht von einer Grippe zu unterscheiden ist, muss bei entsprechenden Beschwerden (Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Durchfällen!) in oder nach Besuch einer entsprechenden Region immer zuerst an Malaria gedacht werden. Liegt das Betreten eines Risikogebietes weniger als eine Woche zurück, handelt es sich bei einer fieberhaften Erkrankung aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Malaria. 

Beim geringsten Verdacht sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden und zwar auch dann, wenn man vorsorglich Medikamente eingenommen hat! Wird früh genug richtig behandelt, heilt die Krankheit in der Regel folgenlos ab. Da Malaria auch noch Wochen und Monate nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet auftreten kann, sollte sie bis zu zwei Jahre lang bei jeder fieberhaften Erkrankung Erwägung gezogen werden. Der Arzt sollte unbedingt von der Tropenreise informiert werden.

Schutzmaßnahme:

Da eine Impfung für Touristen auch weiterhin nicht in Sicht ist, stellen intensive Maßnahmen zur möglichst kompletten Vermeidung von Mückenstichen die entscheidende Schutzmaßnahme dar: Kein Mückenstich – keine Malaria. Entscheidend ist ein konsequenter Schutz gegen Insektenstiche. Darüber hinaus müssen Malariamedikamente streng nach den ärztlichen Vorgaben eingenommen werden. Vor Reisen in ein Malariagebiet ist die Beratung durch einen erfahrenen Arzt dringend angeraten.

Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Malariaprophylaxe durch die Krankenkassen.

Masern

Masern sind im Bewusstsein der meisten Menschen eine reine Kinderkrankheit, die zwar hohes Fieber und den bekannten Hautausschlag hervorruft, ansonsten aber harmlos ist. Diese Einschätzung ist nicht gerechtfertigt: Das Virus kann auch ein sehr schweres Krankheitsbild verursachen, das dann lebensgefährliche Lungen-, Hirnhaut- und Nervenentzündungen einschließen kann. Erwachsene Patienten sind von solchen Komplikationen besonders oft betroffen. Bei kleinen Kindern kann es noch viele Jahre nach der Erkrankung zu schweren Gehirnschädigungen kommen. 
Dass bestimmte Krankheiten als Kinderkrankheiten bezeichnet werden, hat seinen Grund darin, dass sie extrem ansteckend sind und daher meist schon in der Kindheit durchgemacht werden. Es bedeutet durchaus nicht, dass es sich bei ihnen um Bagatellen handelt.

Krankheitsbild:

Normalerweise sind Masern in den ersten drei, vier Tagen nicht von einer Grippe zu unterscheiden. Erst mit Auftreten roter Flecken am Kopf (z. B. hinter den Ohren), die sich im Laufe von einigen Tagen über den ganzen Körper ausbreiten, wird auch der Laie den Verdacht auf Masern äußern. Auf einige Tage mit hohem Fieber folgt in der Regel die Erholung und die Rötungen werden blasser. 
Zehn bis zwölf Tage nach Beginn der Beschwerden fühlen sich die allermeisten Patienten wieder wohl.

Behandlung:

Da keine ursächliche Behandlung von Masern existiert, beschränken sich die Maßnahmen darauf, das Fieber zu senken und den Patienten in einem eher dunklen Raum zu pflegen.

Vorsorge:

Glücklicherweise gibt es eine gut verträgliche und wirksame Schutzimpfung gegen Masern. Sie wird in Deutschland für alle Kinder, ebenso aber für Jugendliche und solche Erwachsenen empfohlen, die keinen sicheren Schutz (komplette Impfung, sicher durchgemachte Erkrankung) vor der Krankheit haben. 
Die Impfung (in aller Regel zusammen mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln) schützt nicht nur den Geimpften, sondern auch seine Umgebung und hilft so die Krankheit insgesamt wirksam einzudämmen. Wer zwei Impfungen erhalten hat, ist lebenslang zuverlässig geschützt. Auch wenn man sich irrtümlich trotz durchgemachter Erkrankung impfen lässt, sind Schäden nicht zu befürchten

Abgesehen von der Impfung bleibt Ungeschützten in Risikogebieten nur die Möglichkeit, jeden engeren Kontakt zu anderen, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Menschenaufläufen, zu meiden. 

Mumps

Mumpsviren sind weltweit verbreitet und führen in unseren Breiten hauptsächlich in der kalten Jahreszeit zu Infektionen. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, die sich über Tröpfchen beim Niesen oder Husten anstecken, wobei aber in etwa einem Drittel der Fälle keinerlei Beschwerden auftreten.

Krankheitsbild:

Erkrankte leiden unter Symptomen wie bei einer Grippe, bevor sich im typischen Fall die Schwellung der Speicheldrüsen vor den Ohren einstellt. Nach etwa einer Woche ist die Erkrankung in der Regel überstanden. Ihren Ruf als harmlose Kinderkrankheit hat die Mumps aber zu Unrecht: Bei schweren Verläufen kann es zu einer Beteiligung der Hirnhäute wie auch des Gehirns selbst kommen. Dann sind dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen. Solche Komplikationen betreffen Erwachsene häufiger als Kinder. Als Komplikation gefürchtet ist auch eine Entzündung der Hoden (Mumpsorchitis), die zu Sterilität führen kann.

Vorsorge:

Gegen Mumps gibt es eine Schutzimpfung, die außerdem auch Impfstoffe gegen Masern und Röteln enthält (MMR). Kinder sollen in den ersten beiden Lebensjahren zweimal geimpft werden; Erwachsene bei denen unklar ist, ob sie geschützt sind, erhalten eine einzige Dosis. Durchgemachte Krankheit und komplette Impfung schützen lebenslang vor Neuerkrankung.

Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis) wird von einzelligen Parasiten (Trypanosomen) hervorgerufen. Von den vielen existierenden Arten sind nur wenige für Menschen gefährlich und diese kommen nur in ländlichen Gebieten im tropischen Afrika und Lateinamerika vor. 

Krankheitsbild:

Von Tieren auf den Menschen übertragen werden die afrikanischen Erreger durch den Stich der Tsetsefliege. Teilweise kommt es zu einer Schwellung an der Stichstelle und nach wenigen Wochen zu Symptomen wie Fieber und vergrößerten Lymphknoten. In dieser Phase wird meist nicht an die Schlafkrankheit als mögliche Ursache gedacht. Die Erkrankung verläuft sehr langwierig und endet, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, nach Monaten und Jahren tödlich. 

Behandlung:

Eine medikamentöse Therapie ist umso erfolgversprechender, je früher sie begonnen wird. Die verfügbaren Medikamente haben aber z.T. erhebliche Nebenwirkungen.

Eine Schutzimpfung existiert nicht, entscheidend ist konsequenter Schutz gegen Insektenstiche.


Tollwut

Diese gefährliche Krankheit ist in Deutschland mittlerweile äußerst selten, stellt aber in vielen Ländern eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Erreger der Tollwut sind Viren, die, meist über infizierten Speichel, auch durch kleinste Verletzungen in den Körper von Mensch und Tier gelangen. Das übertragende Tier muss nicht erkennbar krank sein, eine Übertragung über Blut, Urin oder Milch gilt aber als ausgeschlossen. Während in vielen Ländern streunende Hunde, Füchse und Waschbären zu den häufigen Überträgern zählen, sind dies in Mitteleuropa meist Fledermäuse.

Krankheitsbild:

Von den infizierten Menschen erkranken bis zu zwei Drittel; die Angaben hierzu schwanken aber in weiten Grenzen. Erste Krankheitszeichen können etwa 10 Tage, aber auch erst viele Wochen nach dem auslösenden Ereignis auftreten, das dann häufig längst vergessen ist. Neben unverdächtigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten und Durchfall werden dann oft Schmerzen, Jucken oder Kribbeln in der Nähe der ursächlichen Verletzung bemerkt. In den folgenden Tagen treten zunehmend Wesensveränderungen (Reizbarkeit, Unruhe, Angst), Krämpfe, Speichelfluss aus dem Mund bei gleichzeitiger Scheu vor Wasser und andere Krankheitszeichen hinzu.

Im Endstadium der Erkrankung werden die Patienten ruhiger und die Krämpfe weichen Lähmungen, die sich bei vollem Bewusstsein über den Körper ausbreiten. Werden die lebenswichtigen Funktionen Atmung und Kreislauf nicht durch intensivmedizinische Maßnahmen unterstützt, tritt der Tod frühestens 4, längstens ca. 20 Tage nach Auftreten der ersten Symptome ein.

Verbreitung:

Während das Erkrankungsrisiko in Deutschland minimal ist, kommt Tollwut in vielen Ländern Osteuropas, besonders aber in Asien, Afrika und Südamerika häufig vor. Ein besonderes Gefahrenpotenzial für Reisende stellen Affen oder streunende Hunde dar – und das nicht nur in ländlichen Gebieten: Auch in der Millionenstadt Bangkok ist ein beachtlicher Teil der Straßenhunde mit Tollwut infiziert.

Vorsorge:

Die wichtigste Regel zum Schutz vor Tollwut auf Reisen lautet: Streicheln und Füttern verboten! Meiden Sie in Risikogebieten jeden Kontakt zu Tieren (auch zu Haustieren!) und lassen Sie mitreisende eigene Tiere auch dann vor der Reise impfen, wenn dies nicht ausdrücklich verlangt wird!

Reisende die länger als vier Wochen in einer Region mit Tollwutrisiko bleiben und sich viel auf dem Land aufhalten, sollten sich ebenso gegen Tollwut impfen lassen, wie solche, die dort unter einfachen Bedingungen unterwegs sein wollen (z.B. Rucksack- u. Fahrradtouristen). Auch Höhlenforschern und anderen Personen, die in Kontakt mit Fledermäusen kommen können, ist eine Impfung zu empfehlen.

Vor Reisen in gefährdete Regionen, von denen aus nicht innerhalb eines Tages eine Großstadt erreicht werden kann, sollte großzügiger geimpft werden. Moderne Impfstoffe und vor allem das wichtige Hyperimmunglobulin stehen in ländlichen Gegenden in der Regel nicht zur Verfügung.

Kinder schließlich sollten eher geimpft werden; sie sind häufiger betroffen.

Werden Sie ohne Impfschutz in einem Risikogebiet von einem Tier verletzt, sollten Sie alles daran setzen, so schnell wie möglich kompetent behandelt zu werden. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, besteht keine Hoffnung auf Rettung.

Hier finden Sie Informationen zur Kostenübernahme der Tollwutimpfung durch die Krankenkassen.

 

West-Nil-Fieber

Die Krankheit hat ihren Namen von einem Distrikt im Norden Ugandas an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, wo sie in den 1930er Jahren erstmals festgestellt wurde. In den folgenden Jahrzehnten breitete sie sich entlang der Vogelzugrouten aus: Neben Nahem und Mittlerem Osten sind auch Russland, Indien und Indonesien betroffen. Besonderes Medieninteresse fand die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, wo die Krankheit, von New York ausgehend, seit 1999 das gesamte Land erfasst hat. In Europa wurden im letzten Jahrzehnt Fälle aus Südfrankreich, Italien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Portugal und zuletzt auch Griechenland gemeldet. Im Ausland stecken sich die meisten Europäer in den USA oder Israel an. 

West-Nil-Fieber ist eigentlich eine Vogelkrankheit, die von verschiedenen Stechmückenarten von Vogel zu Vogel übertragen wird. Die Übertragung auf Säugetiere (vor allem Pferde) und Menschen wird als „Versehen“ betrachtet, da sie für die Viren eine Art Sackgasse darstellen.

Krankheitsbild:

80% aller Infektionen beim Menschen verursachen keinerlei Beschwerden, 20% der Befallenen erleben die Infektion als heftige Sommergrippe von drei bis fünf Tagen Dauer. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten und rote Flecken, vor allem an Bauch, Brust und Rücken, bestimmen dann das Bild. In dieser Phase kann West-Nil-Fieber leicht mit Dengue-Fieber verwechselt werden, mit dem es sich manche Verbreitungsgebiete teilt.
In seltenen Fällen (unter 1%) kommt es zu Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten und Herzmuskel, die lebensbedrohlich werden können. Hiervon sind ganz überwiegend alte Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem betroffen.
 
Vorsorge:

Da eine Schutzimpfung nicht zur Verfügung steht, bleibt nur, sich konsequent vor Mückenstichen zu schützen. Dies gilt besonders für wasserreiche Vogelparadiese (Mündungsdeltas) und Gegenden mit Bewässerung in der Landwirtschaft (Reisanbau). Wertvolle Infos, wie Sie sich am besten gegen Stechmücken wehren, erfahren Sie unter Schutz gegen Insekten.

 
Haftungsausschluss 
Die vorliegenden Informationen wurden sorgfältig recherchiert und aufgearbeitet, dienen aber ausschließlich einer allgemeinen Information interessierter Personen. Sie stellen ausdrücklich keine Handlungs- oder Behandlungsanleitungen dar und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch einen entsprechend qualifizierten Arzt! Eine Haftung des ADAC für Schäden in Zusammenhang mit diesen Informationen ist in jedem Falle ausgeschlossen!

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