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"Achterbahn macht auch mit Maske Spaß"

Die Sky Wheel Achterbahn im Skyline Park in Bad Wörishofen
Achterbahn "Sky Wheel" im Allgäu Skyline Park: Jetzt gilt Maskenpflicht ∙ © Allgäu Skyline Park

Diana Edmaier, 49, Sprecherin des Allgäu Skyline Parks, über die neue Normalität in Freizeitparks in Corona-Zeiten und hoch fliegende Zukunftspläne trotz Einbußen.

Über 60 Attraktionen von der Überkopf-Achterbahn bis zum Riesenrad bietet der Allgäu Skyline Park an der A96 bei Bad Wörishofen – nach eigenen Angaben Bayerns größter Freizeitpark auf einer Fläche von 50 Fussballfeldern.

Seit der Übernahme durch die Betreiberfamilie Löwenthal vor 20 Jahren ist der Park um das Zehnfache gewachsen. Viel Platz also fürs Freiluftvergnügen, für das aber auch viele neue Corona-Regeln gelten, so Skyline Park-Sprecherin Diana Edmaier.

ADAC Redaktion: Welche Folgen hatte Corona für den Allgäu Skyline Park?

Diana Edmaier: Wir hatten 68 Tage geschlossen, bis wir am 30. Mai wieder öffnen durften. Den Shutdown haben wir genutzt, um ein Hygienekonzept mit den Behörden zu erstellen und uns darüber auch auf Social Media mit Gästen auszutauschen. Die Besucherzahl ist begrenzt, statt anfangs 20 Quadratmetern Mindestfläche pro Gast sind jetzt aber nur noch zehn Quadratmeter vorgeschrieben.

In die Berechnung haben wir nur die Laufwege einbezogen, unsere großen Rasenflächen kommen noch hinzu. Durch die Lockerung können Besucher derzeit auch spontan zu uns kommen, so lange die Kapazität nicht ausgeschöpft ist. Dann geht es wieder nur mit vorher reservierten tagesdatierten Online-Tickets. Auf jeden Fall sollte man sich vorher auf der Website informieren.

Welche Corona-Regeln gelten jetzt im Park?

Das Formular zur Kontaktverfolgung muss jeder Gast ausfüllen, die meisten machen das schon vorab online. Durch Corona hat man eben gelernt, sich vorher zu informieren. Am Eingang und in Wartebereichen gibt es Markierungen und Einbahnstraßenregelungen, damit möglichst wenig Kontakt entsteht.

Wir haben zahlreiche Hygienestationen im Skyline Park installiert, an denen sich unsere Gäste die Hände kontaktlos desinfizieren und auch waschen können. Alle 15 Minuten erinnert eine Durchsage an die Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Wartebereichen, Gastronomie, sanitären Einrichtungen und während der Nutzung der Attraktionen.

Achterbahn mit Maske an – wie reagieren die Gäste darauf?

Viele Reaktionen sind durchaus positiv. Unsere Gäste halten sich an die Schutzmaßnahmen und sind auch sehr froh, endlich wieder im Freien was Schönes unternehmen zu dürfen. Wir haben hier viele Familien mit Kindern, Eltern wollen da meist ein gutes Vorbild sein. Unsere Mitarbeiter kontrollieren auch.

Während der Fahrt ist man abgelenkt, empfindet die Maske im Freien als gar nicht so lästig. Beim Spaziergang durch den weitläufigen Park darf man sie ja dann wieder abnehmen. Die Nasen-Mund-Bedeckung ist wichtig, um seine Mitmenschen zu schützen. Der Spaßfaktor überwiegt, trotz Maske.

Wir hatten auch über die Alternative nachgedacht, nur Besucher aus einem Haushalt nebeneinander zu platzieren. Doch dann hätten wir sie bereits vor dem Eintritt zum Beispiel mit Bändchen markieren müssen. Durch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung dürfen die Gäste in den Attraktionen nebeneinander sitzen und das ist der größtmögliche Schutz für sie und für die Mitarbeiter.

Welche Attraktionen müssen jetzt geschlossen bleiben?

Die Kartbahn, weil wir sonst die Helme ständig wieder desinfizieren müssten. Und unser kleines Spaßbad, weil wir da nur acht Personen gleichzeitig reinlassen dürften. Sonst gibt es keine Schließungen aufgrund von Corona, bei unserer Motorrad-Achterbahn "Sky Dragster" warten wir vielmehr auf eine Lösung der Technikprobleme durch den Hersteller.

Wir haben sogar eine zusätzliche Attraktion zu Gast: den Freefalltower "Sky Fall", sonst unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest im Einsatz. Um der befreundeten Schaustellerfamilie angesichts des Corona-Ausfalls aller Volksfeste etwas zu helfen, hat Betreiber Joachim Löwenthal ihr einen Platz im Allgäu Skyline Park angeboten. Der Freifall-Turm kostet extra, aber der Fahrpreis ist reduziert.

Wie sind die Aussichten für die Saison?

Wir sind optimistisch und wollen noch das Beste aus der Situation machen. Es gibt bereits Umsatzeinbußen von rund drei Millionen Euro. Zudem fehlen viele Schüler- und andere Gruppen. Das Defizit lässt sich in dieser Saison auch nicht mehr aufholen. Wir hoffen auf den Sommer, einen schönen Herbst und viele Tagesgäste bis zum geplanten Saisonende am 8. November.

Und wir wollen es trotz allem schaffen, im August eine neue Attraktion zu eröffnen: Den Allgäuflieger, das welthöchste Flugkarussell, das sich mit maximal 50 Stundenkilometern um einen 150-Meter-Turm dreht.

Allgäu Skyline Park*

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