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Die besten Sommertipps für Fahrer und Fahrzeug




Wenn es heiß wird auf Deutschlands Straßen steigt der Stresspegel für Mensch und Material, und damit die Unfallgefahr für alle Verkehrsteilnehmer. An heißen Tagen sollte deshalb auf die Überprüfung der Technik und besonders auf die eigene Gesundheit geachtet werden. Die zehn besten Sommertipps für Berufskraftfahrer.


Reifenteile auf der Fahrbahn sind immer wieder Auslöser schwerer Unfälle. Als am 21. Juni vor einem Jahr das Quecksilber 37 Grad erreichte, verzeichneten die Service Agents beim ADAC Truckservice 897 Notrufe. Vor allem Lkw-Reifen machten schneller schlapp.

Reifen bei Hitze lieber einmal zu viel kontrollieren
Klettert das Thermometer für längere Zeit deutlich über 30 Grad Celsius, kann die Asphalttemperatur auf 40 bis 60 Grad Celsius ansteigen. Die Reifen werden weicher, ihre Auflagefläche vergrößert sich und sie verschleißen schneller. Ist der Druck zu niedrig, kann sich ein Balg bilden, der ohne Reifendruckkontrollsystem nicht sofort auffällt. Der Reifen walkt, überhitzt und platzt oder kann Feuer fangen.
Hitzeregel Nummer 1 ist deshalb, dass man mit dem richtigen Luftdruck unterwegs ist und spätestens alle zwei Wochen den Fülldruck am kalten Reifen und Reserverad überprüft, rät der ADAC Truckservice. Reifen und Reserverad sollten dabei regelmäßig auf Beschädigungen wie Schnitte durch Fremdkörper geprüft werden.

Richtig reagieren bei Reifenplatzern
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Platzer, kann ein umsichtiger Fahrer meist Schlimmeres verhindern. Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren. Ein Reifenplatzer am Lkw ist nicht zu überhören und versetzt selbst den erfahrensten Fahrzeuglenkern einen gehörigen Schreck. Ein lauter, explosionsartiger Knall, peitschenartig herumschleudernde Teile und reichlich Rauchentwicklung sind typisch. In diesem Fall keinesfalls vollbremsen, sondern dosiert zwischenbremsen und den Lkw ausrollen lassen.
Aus Sicherheitsgründen niemals einen Reifen auf der Fahrbahn zugewandten Seite wechseln. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen mit Todesfolge. Eine Absicherung durch die Polizei ist hier unbedingt nötig.
Im Gegensatz zum Hinterreifen kündigt sich ein Defekt am Vorderreifen in der Regel an: Verliert beispielsweise ein Vorderreifen Luft, lässt sich das Fahrzeug zunehmend schwerer lenken. Zieht der Lkw nach rechts, ist der rechte Reifen defekt und umgekehrt. Hier gilt es, sofort das Tempo zu reduzieren und die Reifen zu prüfen. Nach einer Reifenpanne ist es wichtig, Folgeschäden zu identifizieren und alle Reifen am Fahrzeug auf Beschädigungen und den richtigen Luftdruck zu checken.


Richtig reagieren bei brennenden Reifen

Lkw-Brände gehören zu den gefährlichsten Verkehrsereignissen. Durch Hitze und starke Rauchentwicklung droht auch dann Gefahr für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer, wenn der Lastzug kein Gefahrgut geladen hat.
Eine häufige Brandursache sind überhitzte Lkw-Reifen – hervorgerufen durch zu geringen Reifendruck, festsitzende Bremsen oder defekte Radlager. Weitere Brandursachen liegen im Motorwagen, wo durch Leckagen brennbare Betriebsflüssigkeiten auf heiße Fahrzeugteile tropfen können, und in der Elektronik. Hier warnen Experten davor, Kaffeemaschinen und andere Geräte unsachgemäß an die Bordelektronik anzuschließen.

Bricht ein Feuer am Lkw aus, gibt es kein Patentrezept. Je nach Situation entscheidet die richtige Reaktion des Fahrers darüber, wie gefährlich es werden kann.

Anhalten des Fahrzeugs am Straßenrand, Selbstrettung, gegebenenfalls Bergung von Verletzten, Alarmieren der Feuerwehr, Absichern der Unfallstelle, Löschversuch: Auf den ersten Blick scheint die Vorgehensweise bei einem Lkw-Brand standardisiert. Doch Gespräche mit Brandschutzexperten zeigen, dass von Fall zu Fall ganz unterschiedliche Vorgehensweisen optimal sind. Oberste Regel ist, keine Menschenleben zu gefährden.

Bei Zwillingsbereifung empfehlen Brandschutzexperten, mit Warnblinker schlingernd weiterzufahren, bis sich der brennende Reifen von der Felge gelöst hat. Hält der Fahrer sofort an, greift mit hoher Wahrscheinlichkeit das Feuer auf den ganzen Lkw über.
Hat sich der Reifen gelöst, den Lkw auf dem Standstreifen anhalten, Zugmaschine abkoppeln und rund 20 Meter entfernt abstellen. Keinesfalls sollte ein brennender Lkw unter einer Brücke oder in einem Tunnel abgestellt werden, auch dann nicht, wenn sich der Gummi bereits gelöst hat.

Bei Single-Bereifung hinten oder einem Reifenbrand an der vorderen Lenkachse gilt es abzuwägen, ob anhalten oder mit Schrittgeschwindigkeit weiterfahren die bessere Lösung ist. Aber Vorsicht: Sobald sich der brennende Reifen von der Felge löst, wird das Fahrzeug in der Regel unkontrollierbar und kann bei höheren Geschwindigkeiten mit Leichtigkeit zum Beispiel eine Leitplanke auf der Autobahn durchbrechen. Selbst wenn sich der brennende Reifen von der Felge löst, bleibt er meist unter dem Fahrzeug liegen, so dass ein Übergreifen des Feuers auf den Zug oft nicht zu vermeiden ist. Ein Entstehungsbrand lässt sich dagegen bei frühzeitigem Eingreifen meist mit dem üblichen Sechs-Kilo-Pulverlöscher kontrollieren.

Generell gilt: So früh wie möglich die Feuerwehr alarmieren, möglichst noch während der Fahrt. Sie verfügt über ein Feuerwehr-Alarmierungssystem und informiert die Autobahnmeisterei. Die Leitzentrale wird durch einen strukturierten Fragenkatalog alle Informationen anfordern, die für die Brandbekämpfung benötigt werden: Wichtig ist eine genaue Beschreibung der Fahrzeugposition und auf Autobahnen die Fahrtrichtung. Informationen zur Ladung sollte der Fahrer ebenfalls parat haben, vor allem wenn es sich um Gefahrgut handelt. Die Feuerwehr benötigt diese Information vor allem, um das richtige Löschmittel einzusetzen.

Viele Fehler werden bei eigenen Löschversuchen gemacht. Richtig ist: In kurzen Stößen und unmittelbar am Feuer von unten nach oben und in Windrichtung bekämpfen. Da explodierende Reifen zu Geschossen werden können, ist es lebenswichtig, niemals direkt vor dem Reifen, also in Achsrichtung zu stehen, sondern schräg versetzt oder in Fahrtrichtung.


Konzentration statt Routine und der Klügere gibt nach:
Berufskraftfahrer sind ausgebildete Profis hinterm Steuer, alle anderen bestenfalls trainierte Laien. Auch wenn es manchmal schwerfällt, Berufskraftfahrer müssen selbst in akuten Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren, denn sie lenken bis zu 40 Tonnen und tragen große Verantwortung.


Ablenkungen vermeiden:
Tablets, Zeitschriften und Handys gehören in die Ablage und nicht ans Steuer.


In puncto Essen und Trinken gilt:
Du bist, was du isst. Kohlehydrate fördern die Konzentrationsfähigkeit, zu schwere, zu fetthaltige und üppige Mahlzeiten machen dagegen müde. Auch wenn das XXL-Schnitzel lockt, bei Hitze sind leichte Kost, viel Obst und kleinere Portionen sowie ausreichend Flüssigkeit die deutlich bessere Wahl. Kohlenhydrathaltige und leicht verdauliche Zwischenmahlzeiten sind zum Beispiel Getreide mit Joghurt, Obst mit Quark oder Buttermilch, Müsliriegel, getrocknete Früchte, Nüsse oder ein Vollkornbrot mit Honig. Starkes Schwitzen in Kombination mit zu wenig Flüssigkeit führt schnell zu Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Konzentrations- und Reaktionsschwäche. Berufskraftfahrer sollten an heißen Tagen drei Liter Flüssigkeit trinken und zwar, bevor der Durst kommt. Wasser oder noch besser abwechslungsreiche Saftschorlen. Zitronenwasser oder ungesüßter Tee über den Tag verteilt füllen die Mineralstoffspeicher auf und beugen Kreislaufproblemen vor. Nach dem Aufstehen anstelle der heißen Tasse Kaffee lieber Wasser oder Schorle trinken. Finger weg von eisgekühlten Getränken, sie verursachen nicht nur Magenschmerzen, sondern kühlen auch nur kurzfristig und fördern sogar das Schwitzen, weil der Körper den großen Temperaturunterschied ausgleichen muss.


Ausreichend schlafen und gut einschlafen:
Für Berufskraftfahrer bedeuten extreme Temperaturen in Kombination mit starkem Verkehrsaufkommen eine hohe Belastung. Hitze und schlechter Schlaf beeinträchtigen die Konzentration und erhöhen damit das Unfallrisiko deutlich. Ausreichend Schlaf (sieben Stunden) ist wichtig und durch nichts ersetzbar. Erste Anzeichen von Schläfrigkeit sind brennende Augen, häufiges Blinzeln, Frösteln, obwohl die Temperatur konstant geblieben ist, ruckartige unwillkürliche Kopfbewegungen, Abschweifen der Gedanken. Dann ist Zeit für eine Pause. Fast jeder Fahrer hat Probleme beim Einschlafen. Bei Einschlafschwierigkeiten hilft ein regelmäßiges Schlafritual zur gleichen Zeit wie zum Beispiel Spazierengehen oder Lesen. Der Körper schaltet durch den Gewöhnungseffekt leichter in den Schlafmodus.


Klimaanlage richtig einstellen:
Eine zu starke Kühlung des Körpers verschafft nur kurzfristig Linderung und kann auf Dauer Kreislaufprobleme verursachen. Die Klimaanlage sollte auf circa sechs Grad Temperaturunterschied zur Außentemperatur eingestellt sein. Besser als die Klimaanlage auf eiskalt zu schalten ist es, vor dem Losfahren für Frischluftzufuhr im Fahrerhaus zu sorgen und zu Beginn der Fahrt die Fenster zu öffnen. Technik-Tipp: Nirgendwo trifft das Prinzip „Kleine Ursache, große Wirkung“ mehr zu als bei der Klimaanlage. Wer sie einige Monate nicht einschaltet, riskiert einen Totalausfall. Dann hilft oft nur ein neuer Klimakompressor. Deshalb die Klimaanlage auch im Winter immer wieder einmal einschalten, das hält die Dichtungen geschmeidig und garantiert, dass sie am ersten heißen Tag auch funktioniert. Das Gleiche gilt für die Standheizung, die auch im Sommer gelegentlich angeschaltet werden sollte.


Kühles Fahrerhaus:
Lässt sich Parken oder Fahren in der prallen Sonne nicht vermeiden, ist ein Sonnenschutz wie zum Beispiel eine temperaturabweisende Fensterabdeckung hinter der Windschutzscheibe hilfreich. Finger weg von nassen Tüchern im Fenster, sie erhöhen nur die Luftfeuchtigkeit, und es wird noch schwüler. Für einen erfrischenden Sofort-Effekt sorgen spezielle Körpersprays (Verdunstungskälte), ein vorgekühltes T-Shirt aus dem Kühlschrank, kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen oder die Beine mit kühlendem Gel einzucremen und in den Pausen hoch zu lagern. Beim Abladen ist eine helle Kopfbedeckung empfehlenswert.


Auf Warnzeichen des Körpers achten:
Vorsicht ist bei Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit oder Übelkeit geboten. In diesen Fällen gilt: Sofort anhalten, in den Schatten begeben, Flüssigkeit zu sich nehmen und im Notfall einen Arzt verständigen. Auf der Autobahn bieten die Notrufsäulen schnelle Hilfe, und die kostenlose Doc Stop-Hotline 00800 0362 7867 vermittelt den Kontakt zum nächstgelegenen Arzt.


Für alle Fälle – die schnellste Pannenhilfe:
Sollte es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen dennoch zu einer Panne kommen, sind die ADAC Truckservice Pannenhelfer in Deutschland rund um die Uhr unter 0800 524 8000 und in Europa unter 00800 8432 8432 zu erreichen. Wichtig für eine schnelle Pannenhilfe bei Reifenschäden ist es, neben der Reifengröße und -position eventuelle Folgeschäden an Elektrik, Stoßdämpfern, Felgen oder Luftbalg anzugeben.

Foto: ADAC Truckservice

Ihre Nummer für alle Pannen: 0800 524 80 00



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