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Ratgeber

Frühjahrskur für den Lkw


Schalten Sie einfach mal die Klimaanlage ein. Noch sollte sie funktionieren, in ein paar Monaten könnte das schon anders aussehen. Mit zu den teuersten Winterschäden am Lkw gehören defekte Dichtungen bei der Klimaanlage. Wird sie nämlich einige Monate nicht eingeschaltet, hilft oft nur ein neuer Klimakompressor. Kostenpunkt: rund 1.500 Euro. Die besten Tipps für den Start in den Frühling.


Endlich Frühling. Wer jetzt einige Regeln beachtet und sich Zeit nimmt, die Schäden des Winters zu beseitigen, startet sicher in die warme Jahreszeit und vermeidet teure Langzeitschäden. Kälte, Schneematsch und Salz bedeuten Stress für das Material. Werden Salz und Rost nach dem Winter nicht gründlich entfernt, geht es langfristig meistens richtig ins Geld.


Beim Acht-Punkte-Check für das Frühjahr stehen deshalb Reifen und Bremsen, Dichtungen, Unterboden, Scheinwerfer und das Fahrerhaus ganz oben auf der Liste. Dazu gehört auch, die Dichtigkeit von Planenaufliegern zu überprüfen, da durch hohe Schneelasten immer wieder Schweißstellen gerissen oder Verschlüsse beschädigt sind.


Erzfeind Nummer 1:

Salz Ob im Lack, am Unterboden, in Kanten oder Hohlräumen: Salz ist der Erzfeind Nummer 1. Es frisst sich in jedes Material und führt in Kombination mit Kälte, Nässe und Steinschlag zu zahlreichen kleinen und großen Leckagen, Roststellen oder kaputten Dichtungen. Auch die schlechte Infrastruktur nach dem Winter setzt dem Fahrzeug zu. Löcher im Straßenbelag und umherschleudernde Asphaltreste verursachen Schlagschäden am Unterboden, die auf den ersten Blick nicht auffallen.


Das sorgfältige Prüfen der Frontscheibe auf Risse, Steinschläge und andere Beschädigungen sollte im Frühjahr ebenfalls auf der Checkliste stehen. Hier ist es ratsam, die Scheibe zu reinigen, eine Sichtprüfung durchzuführen und mit der flachen Hand darüberzufahren. Frühzeitig erkannt, lassen sich Risse und kleinere Beschädigungen oft für wenig Geld reparieren. Wer aber den richtigen Zeitpunkt verpasst, muss bis zu 1.000 Euro für eine neue Frontscheibe hinblättern, bei Bussen sogar deutlich mehr. Wischerblätter gegebenenfalls erneuern und Wischwasser nachfüllen ist ebenfalls Standard.


Zeit für neue Reifen
Bei den Bremsen sollte man eine Sichtprüfung vornehmen und gegebenenfalls auf den Bremsenprüfstand fahren. Da Reifen im Winter deutlich stärker „mahlen“ und auch der beste Fahrer auf Schnee und Eis mit dem einen oder anderen Bordstein in Kontakt geraten kann, sollten Spur und Radlager geprüft und die Pneus sorgfältig auf Beschädigungen wie zum Beispiel Schnitte oder Druckstellen gecheckt werden.


Der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel hängt von der Großwetterlage und den Einsatzbedingungen ab. Wichtig ist jedoch, dass die Radmuttern nach maximal 100 Kilometern nachgezogen werden müssen. Nimmt man es damit nicht so genau, kommt es durch immer stärkeren Abrieb zu einem verschlissenen Achsstumpf. Dieser besonders teure Schaden fällt in die Kategorie: kleine Ursache, große Rechnung.


Kaputte Dichtungen können teuer werden 

Die Dichtungen an Türen, Stoßdämpfern oder Scheinwerfern leiden bei Frost besonders, was schleichend zu einem kapitalen Schaden führen kann. Obendrein sind sie ein Sicherheitsrisiko. Sind zum Beispiel Gehäuse und Scheinwerferdichtungen defekt, kann Feuchtigkeit eindringen. Die Folge: Streuscheiben beschlagen und Reflektoren erblinden. Die Lichtleistung kann sich so um bis zu zwei Drittel vermindern. Ein neuer Scheinwerfer ist mit rund 900 Euro nicht nur teuer, richtig gefährlich wird es, wenn die Feuchtigkeit einen Kurzschluss auslöst und zum Ausfall der Beleuchtung führt.


Was für die Klimaanlage im Winter gilt, ist im Sommer für die Standheizung ratsam. Sie gelegentlich ein bis zwei Stunden laufen zu lassen, reinigt die Brennkammern und Düsen. Defekte Standheizungen werden erfahrungsgemäß aus Zeitmangel selten sofort repariert und der Fahrer muss im Winter notgedrungen den Motor im Stand laufen lassen, um das Fahrerhaus zu heizen. Schlecht für Umwelt und Geldbeutel, denn dabei gehen leicht einige Liter Diesel in Rauch auf – pro Stunde.


Wellness für das Fahrerhaus 

Für frischen Frühlingsduft und den optimalen Pollenschutz für Allergiker sorgt schließlich ein Austausch der Innenraumluftfilter, die je nach Hersteller zwischen 20 und 100 Euro kosten: Wellness für das Fahrerhaus und gut angelegtes Geld für einen gesunden Start in die warme Jahreszeit.



Die ADAC TruckService Acht-Punkte-Checkliste für das Frühjahr


1. Bremsanlage prüfen: Eine Sichtprüfung oder Kontrolle auf dem Bremsenprüfstand ist nach dem Winter ratsam.
2. Reifen checken: Der ADAC TruckService empfiehlt, nach dem Winter die Reifen auf Luftdruck, Beschädigungen und Verschleiß zu kontrollieren.
3. Salz und Rost entfernen: Fahrzeug von Salz reinigen und auf Roststellen überprüfen. Lackschäden mit einem Lackstift versiegeln.
4. Frontscheibe prüfen: Ein sorgfältiges Prüfen der Frontscheibe auf Risse, Steinschläge und andere Beschädigungen sollte im Frühjahr auf der Checkliste stehen. Wischerblätter gegebenenfalls erneuern und Wischwasser nachfüllen. Kleine Einschläge sofort ausbessern lassen.
5. Konservierung und Dichtungen prüfen: Fahrzeugkonservierung, vor allem am Unterboden, an Kanten, Türen und in Hohlräumen prüfen. Tipp: Eine Elaskon-Versiegelung schützt wirkungsvoll vor Korrosion und verlängert das Leben von stark beanspruchten Fahrzeugen wie Baufahrzeugen oder Winterdienstfahrzeugen deutlich.
6. Scheinwerfer prüfen: Beleuchtungen auf Wassereintritt prüfen. Dichtungen an Scheinwerfern prüfen, trocknen, gegebenenfalls erneuern.
7. Wellness für das Fahrerhaus: Funktionsfähigkeit der Klimaanlage prüfen und Innenraumfilter tauschen. Tipp: Klimaanlage im Winter und Standheizung im Sommer regelmäßig einschalten, das hält Dichtungen geschmeidig bzw. reinigt Brennkammern und Düsen.
8. Pannenhotline notieren: Denn sollte es trotz vorbeugender Maßnahmen zu einer Panne kommen, ist der TruckService rund um die Uhr unter der Hotline 0800 5248000 zu erreichen.



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