DruckenPDF

ADAC-skimagazin 2011

Menschen im Schnee

Ein Tiefschnee-Profi am Bodensee, ein Freerider in Washington, ein Galopper auf dem St. Moritzsee, ein Grenzgänger in Neuseeland, Snowkiter im Oberengadin: Fotos und ihre Geschichten

DER WEISS-WEISS-FOTOGRAF

DER WEISS-WEISS-FOTOGRAF „Die größte Herausforderung bei der Skifotografie ist das Wetter“, sagt Grant Gunderson. Im November war der 30-jährige Fotograf mehr als eine Woche lang mit dem 46-jährigen Profi-Skifahrer Dean Collins auf dem Mount Baker im US-Bundesstaat Washington unterwegs. „So viel Tiefschnee auf einmal hatte ich bis dahin noch nie gesehen“, erzählt Grant. Kein Wunder, denn die Region zählt zu den schneereichsten der Welt. Der Nachteil von so viel weißer Pracht: Die Sonne bekamen die beiden Skifahrer während dieser Zeit nicht zu Gesicht. Nur am letzten Tag der Tour klarte es ein wenig auf – die Chance für den Schneefotografen. Das Duo wagte einen letzten Aufstieg und wurde mit einem gleißend hellen Sonnenuntergang belohnt. „Dean ließ für meine Kamera den Schnee dann noch einmal so richtig stauben“, erzählt Grant.

www.mtbakerskiarea.com

DER EIS-COWBOY

Skikjöring heißt die Sportart, die Fadri Casty seit mehr als zehn Jahren betreibt. Der 35-Jährige lässt sich dabei auf Skiern von einem unberittenen Vollblutpferd über den zugefrorenen St. Moritzersee ziehen. Bis zu 50 Stundenkilometer erreichen Skifahrer und Tier auf diese Weise auf der 2,7 Kilometer langen Strecke. „Nur wenn die Kommunikation zwischen Pferd und Fahrer stimmt, kann man diesen Sport erfolgreich ausüben“, erklärt Casty. 2010 reichte es für den Züricher und seinen Vollblüter Mister Vassy zum 8. Platz beim internationalen Pferderennen White Turf in St. Moritz. Das soll sich 2011 ändern. Schafft es das Duo an den insgesamt drei Rennsonntagen im Februar, die meisten Punkte zu sammeln, darf sich Casty ein Jahr lang „König des Engadins“ nennen. Neben dem Publikumsmagneten Skikjöring werden auch Trab- und Galopprennen auf dem See ausgetragen. Bereits seit 1907 findet das White Turf statt, das jährlich von bis zu 35 000 Zuschauern verfolgt wird.

www.whiteturf.ch

DER GRAT-WANDERER

Gerade noch die Kurve gekriegt: Für diese einzigartige Aussicht vom Treble Cone auf den Lake Wanaka braucht man starke Nerven: „Was der Beobachter nicht sehen kann, ist der etwa 70 Meter tiefe Abgrund, der sich nur fünf Meter weiter vorn auftut“, erinnert sich Snowboarder Orlando von Einsiedel an den fantastischen Tiefschnee-Tag auf der Südinsel Neuseelands. Präzise Schwünge hat der 30-jährige gebürtige Londoner aber drauf, schließlich war er sieben Jahre Profi-Snowboarder. Inzwischen steht er allerdings meist selbst hinter der Kamera: Seine Agentur produziert neben Sport- und Actionspots auch Werbe- und Dokumentarfilme.

DIE DRACHEN-LÄUFER

Im Winter, wenn der Wind aus Norden kommt, zieht es Stefan Popprath zum Lago Bianco am Berninapass. Der Stausee ist längst zugefroren, und auf der glatten Oberfläche hat sich eine dicke Schneeschicht gebildet. Popprath schnallt sein Snowboard unter die Füße und setzt die Segel, besser gesagt den Schneedrachen. Dann lässt er sich vom Wind über die Ebene ziehen. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, wie Popprath versichert. Seit 1992 betreibt der 47-Jährige bereits das Snowkiten. Er war es auch, der die weltweit erste Snowkite-Schule in Silvaplana im Oberengadin gründete. Aus Amerika und Skandinavien kommen seither die Besucher, um sich bei ihm über die neue Sportart zu informieren. Heute ist Snowkiten beliebter denn je. „Innerhalb von zwei Tagen kann das eigentlich jeder gute Ski- oder Snowboardfahrer lernen“, meint Popprath. Und so tanzen über dem Lago Bianco an klaren Wintertagen immer mehr bunte Drachen vor der weißen Bergkulisse.

www.kitesailing.ch

zurück zur Startseite


Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität