Vulkanausbruch auf Island: Fagradalsfjall spuckt Asche und Lava

Vulkanausbruch in Geldingadalur auf Island
Naturschauspiel: Der Vulkanausbruch des Fagradalsfjall ∙ © dpa/AA/Anton Brink

Der Vulkan Fagradalsfjall – 30 Kilometer von der isländischen Hauptstadt Reykjavik entfernt – spuckt Lava und Asche in die Luft. Hat das spektakuläre Naturschauspiel Auswirkungen auf den Tourismus oder den Flugverkehr?

  • Ausbruch stellt keine größere Bedrohung für Touristenziele dar

  • Keine Einschränkungen im Flugverkehr

Nach einer Reihe von Erdbeben im Südwesten Islands zeigt der Vulkan Fagradalsfjall weiterhin heftige Aktivitäten. Laut Geologen besteht durch den neuesten Vulkanausbruch auf Island aber keine größere Gefahr für Menschen. Der nächste bewohnte Ort ist zehn Kilometer vom Vulkan entfernt.

Vulkanausbruch keine Gefahr für Blaue Lagune

Die Lava fließt verhältnismäßig langsam in zwei Strömen in die benachbarten – aber unbewohnten – Täler. Giftige Gase wie Schwefeldioxid werden laut Vorhersagen bewohntes Gebiet nicht erreichen. Die nahe Umgebung der Eruption ist aber unbedingt zu meiden. Am Ostersonntag (4. April) musste die Polizei unvorsichtige Schaulustige mit dem Hubschrauber in Sicherheit bringen.

Die Blaue Lagune, ein beliebtes Touristenziel, kann auch weiterhin ohne Einschränkungen besucht werden.

Erdbeben als Vorwarnung

Bereits seit einem Jahr wird die Reykjanes-Halbinsel südwestlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik von Erdbeben erschüttert. Diese hatten sich seit Ende Februar massiv verstärkt. Die tektonischen Aktivitäten konzentrieren sich vor allem auf die Gegend zwischen den Bergen Litli Hrútur und Keilir.

Die tektonischen Aktivitäten ließen Erinnerungen an 2010 aufkommen, als der Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach. Damals verteilte sich eine riesige Aschewolke in der Atmosphäre und führte zu wochenlangen gravierenden Behinderungen im Flugverkehr.

Ansprüche bei Flugausfällen

Sollte ein Flug aufgrund eines Vulkanausbruchs annulliert werden, erhalten die Passagiere von den Fluggesellschaften den kompletten Ticketpreis zurück. Alternativ können sie eine kostenlose Umbuchung auf einen anderen Flugtermin verlangen. Ein Recht auf Ausgleichszahlungen besteht wegen außergewöhnlicher Umstände allerdings nicht.

Diese Rechte haben Reisende bei Naturkatastrophen

Island: kein Corona-Risikogebiet

Als einziges Land Europas gilt Island derzeit nicht als Corona-Risikogebiet. Es gibt daher auch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Ein Urlaub auf der Vulkaninsel ist derzeit dennoch schwierig:

  • Alle Reisenden sind verpflichtet, bei der Einreise einen maximal 72 Stunden alten negativen Covid-19-Test (PCR-Test) vorzulegen.

  • Bei der Ankunft in Island muss man einen weiteren PCR-Test durchführen lassen und sich dann in häusliche Quarantäne begeben. Nach fünf bis sechs Tagen wird ein dritter PCR-Test fällig. Erst wenn auch dieser negativ ist, darf die Quarantäne beendet werden.

  • Personen, die eine komplette Corona-Impfung* belegen können oder nachweisbar von einer Corona-Infektion* genesen sind, sind von der Quarantäne, aber nicht von der Testpflicht befreit.

Urlaub in Corona-Zeiten: Einreisebestimmungen in Europa

Island: Aktive Vulkaninsel im Atlantik

Island ist durch vulkanische Aktivitäten entstanden und bietet Urlaubern faszinierende Landschaften und spektakuläre Naturphänomene wie Geysire und heiße Quellen. Von insgesamt 140 Feuerbergen sind 31 noch aktiv.

Für Menschen bedeuten die Vulkane aber auch eine immer wiederkehrende Gefahr. Beim Ausbruch des Laki im Jahr 1783, der schlimmsten Eruption der neueren isländischen Geschichte, kam rund ein Fünftel der damaligen Insel-Bevölkerung ums Leben.

Reiseziel Island – Informationen und Tipps

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Dr. Norbert Prack
Redakteur
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