Olympia 2024 in Paris: Anreise, Tickets, Kosten, ÖPNV, Parken

Visualisierung der Opening Ceremony der Olympischen Spiele 2024 in Paris
Einmalig: Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris wird als Bootsparade auf der Seine stattfinden© Paris 2024/Pawel Gaul

Auf zu Olympia 2024 in Paris: Vom 26. Juli bis 11. August zieht es Sportbegeisterte aus aller Welt in die französische Hauptstadt. Hier finden Sie Infos zu Anreise, Parken, ÖPNV, Kosten und Beschränkungen.

  • Anreise: So kommen Sie am besten nach Paris

  • Vor Ort: So können Sie sich von A nach B bewegen

  • Aktuelle Infos zu Fan-Festen, Unterkünften, Kontrollen, Beschränkungen

  • Bildergalerie: So spektakulär sind die Sportstätten

Paris ist ab 26. Juli im Ausnahmezustand: Über die ganze Stadt verteilt finden Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2024 statt. Nur wenige Sportarten müssen auf andere Orte in Frankreich ausweichen, etwa Segeln und Surfen (Marseille) oder Fußball (u.a. in Bordeaux und Nantes). Hier finden Sie einen Überblick über die Spielorte und wichtige Infos für die Anreise, Tickets und das Fortkommen vor Ort.

Olympia 2024: Noch gibt es Tickets

Gute Nachrichten für Kurzentschlossene: Noch kann man Tickets für Olympia erwerben. Die finale Verkaufsphase ist noch nicht beendet und für manche Wettkämpfte gibt es auch noch Karten. Ein Blick auf die offizielle Seite lohnt sich, denn teilweise gibt es sogar wieder Tickets für Sportarten, die zuvor ausverkauft waren. Nach der Registrierung auf der Webseite kann man die Eintrittskarten online ordern und sich schon bald in Richtung Paris aufmachen!

Anreise mit dem Auto: Kosten und Parken

Mautregeln und Kosten

Fast alle Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig. Die Höhe der Maut richtet sich nach den gefahrenen Kilometern. Eine Pkw-Fahrt von Saarbrücken nach Paris (400 Kilometer) kostet beispielsweise 33,50 Euro, eine Fahrt von der deutschen Grenze bei Straßburg nach Paris (490 Kilometer) 43,70 Euro.

Die Bezahlung der Maut erfolgt entweder an Mautstationen (Bargeld bzw. Kreditkarte) oder elektronisch mit einem Transponder wie der ADAC Mautbox. Der Vorteil der ADAC Mautbox: Hier wird die gefahrene Strecke automatisch erfasst und die anfallende Gebühr per Rechnung beglichen. An den Mautstationen fährt man einfach ohne zu stoppen auf einer mit einem "t" (für télepéage) gekennzeichneten Spur durch.

Alle Infos zur Maut in Frankreich

Verkehrsinfos

Aktuelle Verkehrsinformationen zu Frankreich findet man auf der Internetseite des Centre National d'Information Routière (CNIR). Die Infos stehen nur in französischer Sprache zur Verfügung. Die zoombare, interaktive Karte erleichtert aber die Nutzung auch für Reisende, die kein Französisch beherrschen.

Parken in Paris

Bezahlbare Langzeitparkplätze in Paris zu finden, ist schwierig. Reist man mit dem eigenen Pkw an, ist es am bequemsten, eine Unterkunft zu buchen, die über eigene (meist gebührenpflichtige) Stellplätze verfügt. Darüber hinaus gibt es in Paris zahlreiche rund um die Uhr geöffnete Parkhäuser. Die Preise variieren je nach Standort beträchtlich (Tagesticket i.d.R. 15 bis 40 Euro).

Kostenfreies Langzeitparken am Straßenrand ist in der französischen Hauptstadt für Besucher nicht möglich. Vom Abstellen des Fahrzeugs in Pariser Vorstädten, den sogenannten Banlieues, ist eher abzuraten.

Sperrzonen und Umweltzonen

Während der Olympischen Spiele werden in Paris Sperrzonen eingerichtet. Diese betreffen die unmittelbare Umgebung der Wettkampfstätten, die Strecken des olympischen Marathons und der Radrennen sowie die Bereiche entlang der Seine während der Eröffnungsfeier. In den Sperrzonen ist der motorisierte Individualverkehr generell verboten. Der rote Bereich wird an jedem Wettkampftag zweieinhalb Stunden vor Beginn der ersten Veranstaltung aktiviert und eine Stunde nach Ende der letzten Prüfung wieder aufgehoben.

Außerdem sollten Autofahrende sich vor ihrer Frankreichreise unbedingt erkundigen, ob ihre Route durch eine Umweltzone führt. So benötigt man beispielsweise für den Großraum Paris innerhalb des äußeren Autobahnrings A86 und des Bois de Boulogne die französische Umweltplakette. Die Crit'Air-Vignette kann ausschließlich online bestellt werden.

Per Bahn zu den Olympischen Spielen

Paris ist von fast allen großen Städten Deutschlands gut und schnell mit dem Zug erreichbar. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV verbindet Deutschland auf zwei Routen mit Paris:

  • Die nördliche Strecke führt von Frankfurt über Mannheim, Kaiserslautern und Saarbrücken in die französische Hauptstadt.

  • Die südliche Strecke führt von Stuttgart über Karlsruhe und Straßburg nach Paris.
    Die Fahrtdauer zwischen Frankfurt bzw. Stuttgart und Paris beträgt weniger als vier Stunden.

  • Außerdem fährt der Eurostar (früher Thalys) mehrmals täglich in weniger als dreieinhalb Stunden von Köln nach Paris.

Zu Sonderzügen liegen noch keine Informationen vor. Auskünfte zu Verbindungen und Tickets erhält man bei der Deutschen Bahn.

Die wichtigsten Anlaufstellen für Züge aus dem Ausland sind die zentral gelegenen Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l'Est. Weitere große nationale und internationale Bahnhöfe sind Gare Saint-Lazare , Gare Montparnasse , Gare de Lyon , Gare de Bercy und Gare d'Austerlitz.

Alle Bahnhöfe sind bestens an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden, die Innenstadt ist von dort aus leicht zu erreichen.

Mobil in Paris: ÖPNV-Tickets, Nahverkehr, Anreise

Mit dem Flugzeug zu Olympia 2024

Die französische Hauptstadt verfügt über drei internationale Flughäfen. Für den Reiseverkehr aus Deutschland spielen aber nur zwei eine Rolle:

Wichtig: Am Tag der Eröffnungsfeier (Freitag, 26. Juli) sind beide Flughäfen aus Sicherheitsgründen von 19 Uhr bis Mitternacht geschlossen.

Flugausfall und Verspätung: Das sind Ihre Rechte

Hilfe für ADAC Mitglieder

Wer im Ausland in Not gerät und ADAC Mitglied ist, erhält Hilfe vom ADAC. Die Notrufstation für Frankreich befindet sich in Lyon. Die Deutsch sprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über den zentralen Auslands-Notruf +49 89 22 22 22 erreichbar.

Panne im europäischen Ausland? Alles, was man wissen muss

Grenzkontrollen und Ausweisdokumente

Wie bei früheren Großveranstaltungen ist davon auszugehen, dass Frankreich für die Dauer der Olympischen Spiele das Schengener Abkommen aussetzen und an den Land-, Luft- und Seegrenzen Personenkontrollen durchführen wird. Diese sind auch vor dem Hintergrund der erhöhten Terrorgefahr zu sehen.

Autoreisende müssen sich daher bei der Einreise nach Frankreich gegebenenfalls auf Wartezeiten einstellen und sollten stets gültige Ausweispapiere (Personalausweis oder Reisepass) mit sich führen. Auch Flug- und Bahnreisende dürften bei der Einreise entsprechend kontrolliert werden.

Kontrollen und Wartezeiten an Deutschlands Grenzen

Mit dem ÖPNV zu den Spielstätten

Eine kostengünstige Möglichkeit die olympischen Spielstätten zu besuchen, bieten die öffentlichen Verkehrsmittel. Das Nahverkehrsnetz von Paris ist bestens ausgebaut. Die Métro fährt beispielsweise während der Hauptverkehrszeit im 2-Minuten-Takt, sonst im 4- bis 5-Minuten-Takt. Am Wochenende und vor Feiertagen fährt sie bis etwa zwei Uhr morgens.

Weitere Verkehrsmittel sind Busse, Straßenbahnen (Tramway) und die Standseilbahn Funiculaire de Montmartre. Auf der Seine fahren die Wassertaxis von Batobus. Zudem wird es für die Dauer der Olympischen Spiele sogenannte "Point à point"-Busse zu den Spielstätten geben.

Mit dem ÖPNV ist es möglich, 25 Austragungsorte (13 in Paris und zwölf in der Petite und Grande Couronne) anzufahren. Aber trotz des gut ausgebauten ÖPNV-Netzes und zusätzlichen Bussen und Bahnen während Olympia muss auf den Linien, die zu den Spielstätten führen, mit sehr hohem Besucheraufkommen gerechnet werden. Reisende sollten das einplanen. So wird beispielsweise für die Station Gare du Nord eine Wartezeit von bis zu 15 Minuten für den Zugang zum Bahnsteig erwartet. Zudem wird es U- und Straßenbahnstationen geben, die während der Spiele geschlossenen sind.

Das müssen Sie bei Bussen und Bahnen beachten

Fahrscheine müssen vor Fahrtantritt gekauft werden. Sie sind an den Schaltern und Fahrscheinautomaten an allen Métrostationen, Bushaltestellen, den RER- und SNCF-Bahnhöfen sowie via App Bonjour RATP erhältlich und gelten für alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb von Paris, mit Ausnahme der Wassertaxis und der Sonderverbindungen zum Flughafen.

Einzelfahrscheine müssen vor Beginn der Fahrt an der Station entwertet und bis zum Verlassen des Stationsbereichs aufbewahrt werden.

Während der Spiele wird die Einzelfahrt vier Euro kosten. Das erhöhte Beförderungsgeld soll die Kosten für den Mehraufwand des ÖPNV während der Spiele decken.

Um sich während der Spiele problemlos mit dem ÖPNV fortbewegen zu können, ist die vom Betreiber des Pariser ÖPNV entwickelte Anwendung "Transport public Paris 2024" hilfreich. Die kostenlose App zeigt die Frequentierung der einzelnen Transportlinien in Echtzeit an, um Wartezeiten zu vermeiden. Die App ist in sechs Sprachen – darunter auch Deutsch – verfügbar und wird zukünftig auch Ticketart und die entsprechenden Fahrtkosten anzeigen.

Während der Olympischen und Paraolympischen Spiele soll es einen speziellen Metro-Paris-Olympia-Pass geben. Der Paris-Visite-Pass und ähnliche Angebote gelten zwischen dem 20. Juli und dem 8. September nicht.

Hier finden Sie weitere nützliche Infos zu Tarifzonen

Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten

Die Olympischen Spiele locken viele in- und ausländische Gäste in die Seine-Metropole. Spontanurlaubende könnten daher Schwierigkeiten haben, günstige Unterkünfte zu finden. Aber noch ist es möglich, Hotelzimmer oder Appartements zu buchen. Und wie immer gilt: Je zentraler, desto teurer.

Die französische Tourismusbehörde rät Reisenden, die während der Spiele 2024 in Paris übernachten möchten, ihre Unterkunft so schnell wie möglich zu buchen. Sie hat eine Paris-Karte veröffentlicht, die bei der Suche hilft.

Auch die Top-Sehenswürdigkeiten werden zeitweise sehr voll sein. Es ist auf jeden Fall ratsam, Museen mit Vorab-Online-Reservierungen frühzeitig zu buchen. Kurz vor dem Großevent könnte es zu Engpässen kommen.

Gut zu wissen: Das sportliche Großevent findet in den französischen Sommerferien statt. Also in einer Zeit, in der die Innenstädte normalerweise leerer als sonst sind. Manche Pariser Familie wird wohl trotz– oder gerade wegen Olympia – die Ferien wie gewohnt am Meer verbringen.

Camping während Olympia

Auch Camping-Touristinnen und -Touristen müssen sich auf hohe Preise und eine geringe Verfügbarkeit von Stellplätzen einstellen. Einen guten Überblick zu allen Campingplätzen rund um und in Paris (Region Île de France) findet man auf den Internetseiten des ADAC Partners PiNCAMP.

Buchungstipp: Einfach das gewünschte Reiseziel und den Reisezeitraum eingeben und schon werden alle freien und sofort buchbaren Plätze angezeigt. Für die Zeit der Olympischen Spiele ist das Platzangebot auf Campingplätzen rund um Paris bereits sehr limitiert. Aktuell findet man nur noch vereinzelt Plätze, wenn man eine längere Anfahrt zu den Wettkampfstätten in Kauf nimmt (zwischen 50 und 70 Kilometern).

Gut zu wissen: Bei einigen, besonders stadtnahen Campingplätzen sind die Kosten bereits Monate vor den Olympischen Spielen stark erhöht. Allerdings ist die Preisgestaltung der Campingplätze in und um Paris sehr uneinheitlich. Viele Plätze reagieren mit tagesaktuellen Preisen, die sich an der Nachfrage orientieren. Andere wiederum haben ihre festen Saisonpreise und weichen nicht davon ab.

Urlaubstipps und Reiseinspirationen. Kostenlos vom ADAC

Fan-Feste: Feierstätten in Paris kostenlos

Die Maskottchen der Olympischen Spiele in Paris laufen über einen Rasen
Maskottchen der Olympischen Spiele 2024 sind zwei phrygische Zipfelmützchen: Sie symbolisieren die bürgerliche Freiheit© imago images/ABACAPRESS

Für die Olympischen Spiele werden 25 Fan-Festzonen in Paris eingerichtet. Der Eintritt ist kostenlos. Die Wettkämpfe werden hier auf Großbildschirmen übertragen. Außerdem wird es Animationen, Essensstände, Spielplätze und Ruhebereiche geben. Die wichtigsten Fanfestzonen:

  • Champions Park am Trocadéro: Hier kann man jeden Tag die Athleten sehen, die am Vortag eine Medaille gewonnen haben.

  • Club France im Parc de la Villette

  • Parvis de l‘Hôtel de Ville

Eine Übersicht aller Fan-Feste findet man auf der Internetseite des Pariser Fremdenverkehrsamtes.

Terrorgefahr und Einschränkungen

Derzeit gilt in Frankreich die höchste von insgesamt drei Terrorwarnstufen. Die Bevölkerung ist aufgerufen, an öffentlichen Orten, insbesondere bei Sportveranstaltungen, Demonstrationen und bei Versammlungen, erhöhte Wachsamkeit und Vorsicht walten zu lassen. Die Sicherheitskontrollen wurden verstärkt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Warnung bis über die Olympischen Spiele hinaus andauern wird.

Auswärtiges Amt: Reise und Sicherheitshinweise zu Frankreich

Texte: Regina Ammel, Katharina Dümmer, Dr. Norbert Prack