Hepatitis bei Kindern: Das sollten Sie wissen

Mädchen umarmt ihre junge Schwester die Schmerzen hat
Besonders jüngere Kinder sind von der schweren Form der Hepatitis bedroht© iStock.com/Dobrila Vignjevic

Ungeklärte Hepatitis-Fälle bei Kindern: Weltweit sind rund 490 Fälle aufgetreten, viele davon auch in beliebten Reiseländern. Was Eltern jetzt über die Krankheit wissen müssen.

  • Update: Hepatitis-Fälle bei Kindern nehmen zu

  • Entzündung der Leber wahrscheinlich durch Adenoviren ausgelöst

  • Das raten ADAC Reisemedizin-Fachleute

Welche Länder sind betroffen?

Derzeit geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 492 Fällen in mindestens 20 Ländern aus. Allein in Großbritannien erkrankten in den letzten Wochen mehr als 160 Kinder. Fälle wurden auch aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien und aus Spanien gemeldet. Normalerweise ist eine schwere Hepatitis-Erkrankung bei Kindern äußerst selten.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) gab es in Deutschland dieses Jahr bisher einen Fall. Ein fünfjähriges Kind erkrankte im Januar.

Hepatitis und Adenoviren: Was ist das?

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die von einer Vielzahl von Erregern hervorgerufen werden kann und die bei gesunden Kindern nur selten auftritt. Als mögliche Ursache der rätselhaften Krankheit gilt eine spezielle Variante der Adenoviren.

Adenoviren sind weit verbreitete Viren, die normalerweise nur leichte Erkrankungen wie Erkältungen und Magen-Darm-Infektionen auslösen. Es gibt über 50 verschiedene Typen dieser Viren. 70 Prozent der Kinder mit Hepatitis wurden positiv auf Adenoviren getestet.

Wer ist von der Hepatitis besonders betroffen?

Die Hepatitis-Erkrankungen treten bei Kindern im Alter von einem Monat bis 16 Jahren auf. Am häufigsten erkranken Kinder unter fünf Jahren.

Hepatitis: Übertragung und Symptome

Der Übertragungsweg ist noch unklar. Da bei vielen Patienten Adenoviren nachgewiesen wurden, gilt eine Tröpfchen-Übertragung als wahrscheinlich.

Bei dieser Form der Hepatitis kommt es häufig zu Durchfall und Erbrechen, einhergehend mit heftigen Magen-Darm-Beschwerden und Schmerzen im Bauch; selten zu Fieber. Die Leberwerte verschlechtern sich rasch. Das kann zu einer Gelbsucht führen. Sie erkennt man an den gelblich eingefärbten Augenabschnitten um die Pupillen herum.

Gibt es eine Impfung gegen die Krankheit?

Nein. Aktuell gibt es keine Impfung gegen diese Form der Hepatitis. Die Impfungen, die vor Hepatitis A und B schützen, helfen in diesem Fall nicht. Die Behandlung besteht derzeit nur in unterstützenden Maßnahmen.

Was können Eltern tun? Das rät der ADAC

Eltern sollten laut Robert Koch-Institut (RKI) die normalen Maßnahmen beachten, die auch sonst vor Viren schützen. Besonders wichtig ist die Hygiene, also richtiges Händewaschen. Wer beim Husten oder beim Niesen darauf achtet, Mund und Nase zu bedecken, verringert eine mögliche Ansteckung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Hepatitis erkrankt, ist trotz der zunehmenden Fälle noch immer äußerst gering. ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer rät: "Wenn das Kind jedoch erkrankt und man sich zuvor in einer Region aufgehalten hat, in der es Hepatitis-Fälle gibt, ist erhöhte Aufmerksamkeit ratsam. Nicht jedes Unwohlsein muss die Eltern sofort alarmieren. Sollte das Kind aber länger über Durchfall und Magenschmerzen klagen, sollte man den Kinderarzt aufsuchen und ihn darauf aufmerksam machen, dass das Kind sich in einer Region mit Hepatitis-Fällen aufgehalten hat."

Wenige Hepatitis-Fälle verliefen allerdings sehr schwer, bis hin zu Lebertransplantationen. In den USA und in Irland starben sechs Kinder.

Regina Ammel
Redakteurin
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