Fußball-WM in Katar: Alles zur Einreise und wichtige Regeln vor Ort

Die WM in Katar wird in acht Stadien ausgetragen. Das Al-Janoub-Stadion in Doha ist eines davon
Die WM in Katar wird in acht Stadien ausgetragen. Das Al-Janoub-Stadion in Doha ist eines davon© Shutterstock/Tomacrosse

Zur Fußball-WM 2022 in Katar werden auch deutsche Fans anreisen. Damit Fußballfreunde, die die deutsche Nationalmannschaft in das Wüsten-Emirat begleiten, nicht ins Abseits geraten: Infos zu Einreise- und Corona-Regeln vor Ort.

  • Update: Alkoholverbot rund um die Stadien

  • Noch bis 22. Dezember Einreise nur mit Hayya-Card

  • Impfnachweis und Corona-Test sind bei der Einreise nicht nötig

  • Ausländische Gäste sollten eine extra Krankenversicherung haben

  • Mit dem Mietwagen in Katar: Das ist zu beachten

Die Fußball-WM in Katar (20. November bis 18. Dezember 2022) wird auch deutsche Fans in das Wüsten-Emirat locken. Um ein gutes Fußballfest vor Ort zu erleben, sollten sich Reisende gründlich informieren.

Fußball-WM in Katar: Wichtig für die Einreise

Die Einreise ist über den Internationalen Flughafen der Hauptstadt Doha* möglich. Touristinnen und Touristen aus Deutschland brauchen generell einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass. Normalerweise erhalten sie am Flughafen kostenlos ein Visum-Waiver, mit dem sie bis zu 90 Tage am Stück im Land bleiben dürfen. Doch für die WM wurden die Einreisebestimmungen geändert. Alle Visa-Verfahren sind für diesen Zeitraum ausgesetzt.

Bis einschließlich 22. Dezember gilt:

Die Einreise ist nur möglich, wenn Reisende ein Ticket für ein WM-Spiel, eine Hotelunterkunft gebucht und anschließend eine Fan-ID, die sogenannte Hayya-Card* erworben haben. Für Inhaber der Hayya-Card ist eine Vorab-Registrierung* bei den katarischen Behörden nicht notwendig. Es wird kein Covid-19-Impfnachweis benötigt. Auch der Nachweis eines negativen Corona-Tests ist aktuell für Einreisende nicht vorgeschrieben.

Die katarische Corona-Tracking-App Ehteraz* müssen Reisende ab 18 Jahren auch während der WM installieren. Sie wird allerdings nur noch für den Besuch von Gesundheitseinrichtungen benötigt. Für diese App benötigt man laut Auswärtigem Amt eine internationale Sim-Karte, die auch in Katar eine mobile Internetnutzung möglich macht. Alternative: Man kauft am Airport in Katar eine katarische Sim-Karte.

Ausländische Gäste sollten bei der Einreise nach Katar eine Krankenversicherung abschließen, die die Kosten für mögliche medizinische Behandlungen in staatlichen Einrichtungen deckt. Die Kosten hierfür liegen bei 50 Katar-Riyal (ca. 14 Euro). Der Abschluss der zusätzlichen Krankenversicherung wird laut Auswärtigem Amt derzeit empfohlen.

Wichtige Info für Weiter- und Rückreise in andere Golfstaaten

Fußball-Fans, die nur für einen Tag und für ein bestimmtes WM-Spiel aus anderen Golfstaaten wie Dubai, Bahrain oder dem Oman nach Katar reisen, sollten wissen: Bei einem Passverlust in Katar ist eine Rück- oder Weiterreise in die Nachbarländer Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Kuwait und Saudi-Arabien nicht möglich, da dort nur biometrische Reisepässe für die Einreise akzeptiert werden. Darauf weist das Auswärtige Amt hin.

Reisepass im Urlaub verloren – was tun?

Flydubai* und Quatar Airways* bieten seit 20. November Shuttle-Flüge von Dubai nach Doha für WM-Besucher an, die ein Ticket für den Spieltag haben. Während der WM soll es täglich bis zu 30 Hin- und Rückflüge geben. Für alle Shuttle-Flüge gilt eine maximale Aufenthaltsdauer von 24 Stunden. Eine Verlängerung oder Übernachtung sind nicht möglich. Passagiere können nur mit Handgepäck reisen.

Nähere Infos und der "Leitfaden zur Fußball-WM" sind bei der Deutschen Botschaft* erhältlich.

Dubai-Urlaub 2022: Einreise, Inzidenz und Corona-Regeln

Infos im Überblick


Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

NEIN

Einreiseformular nötig

Von 1.11. bis 22.12.: Hayya-Card, aber keine Vorab-Registrierung

Corona-Test für Geimpfte und Genesene vor Einreise

NEIN

Corona-Test für Ungeimpfte vor Einreise

NEIN

Quarantäne-Pflicht

NEIN

Aktuelle Corona-Inzidenz in Katar

Die Inzidenz in Katar liegt aktuell bei 72,9 Infizierten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen (Stand: 30. November, Quelle: Johns Hopkins University) – das ist ein niedrigeres Niveau als derzeit in Deutschland.

Katar: Corona-Regeln im Land

  • Im öffentlichen Nahverkehr muss kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Maskenpflicht gilt nur in Gesundheitseinrichtungen.

  • Geschäfte und Restaurants sind unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln geöffnet.

  • Die aktivierte katarische Covid-19-Tracking-App "Ehteraz App" wird am Eingang von Gesundheitseinrichtungen geprüft.

Verstöße gegen die Corona-Regeln können mit hohen Strafen (bis zu ca. 50.000 Euro und drei Jahren Haft) geahndet werden.

Kein Alkohol rund um die Stadien

In Katar ist der Ausschank von Alkohol stark eingeschränkt – in erster Linie auf Bars und Restaurants bestimmter Hotels. Trunkenheit und Alkoholkonsum sind in der Öffentlichkeit verboten, ebenso wie die Einfuhr von Alkohol ins Land. Um ihn zu trinken, muss man in Katar mindestens 21 Jahre alt sein.

Entgegen den ursprünglichen Plänen hat die Regierung von Katar beschlossen, dass nicht nur in den Stadien – dies stand bereits vorher fest –, sondern auch im Umkreis der Fußball-Arenen kein Alkohol verkauft werden darf. Diesen gibt es nur nach 18.30 Uhr auf dem offiziellen Fanfest in Doha. Während der Spiele müssen sich Besucher mit alkoholfreien Getränken begnügen.

Für stark angetrunkene Fußballfans soll es eigene Bereiche zur Ausnüchterung geben. Wie genau die Zonen für betrunkene Fans gestaltet werden und wann genau die Fußballanhänger sich dort aufhalten müssen, ist derzeit nicht bekannt.

Katar: Was außerdem wichtig ist

In Deutschland unbedenkliche Äußerungen zu Religionsfragen können in Katar als Beleidigung des Islam mit Geld-, eventuell sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Im Gegensatz zu anderen islamischen Staaten gibt es für Frauen keine speziellen Beschränkungen oder Verbote.

LGBTIQ-Hinweis vom Auswärtigen Amt: Es sollte Reisenden bewusst sein, dass der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, homosexuelle Handlungen und nichtehelicher Geschlechtsverkehr verboten sind und strafrechtlich geahndet werden, da das Strafrecht in Katar durch islamische Moralvorstellungen geprägt ist. Es sind bisher aber keine Fälle von Verhaftungen von LGBTIQ-Personen bekannt geworden.

Katar ist ein sicheres Land, die Kriminalitätsrate gering.

  • Medizinische Versorgung: Sie genügt im Allgemeinen den europäischen Ansprüchen. Die meisten Ärzte sprechen Englisch. Tipp: unbedingt eine Auslandsreisekranken- und -rückholversicherung abschließen.

  • Geld/Kreditkarten: Die Landeswährung ist der Katar Riyal (QAR). Sowohl das Abheben von Bargeld an Geldautomaten mit Kredit- und Bankkarten als auch die Bezahlung mit Kreditkarten ist vielerorts möglich.

  • Öffentliche Verkehrsmittel: In Doha gibt es ein U-Bahn-Netz mit drei Linien. Eine der Metros verbindet den modernen Hamad-Airport mit der Innenstadt. Reguläre Buslinien sind laut Auswärtigem Amt unzuverlässig. Besser: Taxis, Limousinen-Service oder Mietwagen.

  • Tempolimit: Die Höchstgeschwindigkeit auf mehrspurigen Straßen beträgt 80 km/h, auf Autobahnen in Richtung Norden und Süden 100/120 Km/h

Fußball-WM in Katar: Hotels buchen

Für Inhaber eines WM-Spiel-Tickets gibt es ein zentrales Buchungsportal* mit Zugriff auf Hotels, Apartments und Ferienhäuser sowie Fan-Dörfer ("Fan Villages") mit zeltähnlichen Unterkünften.

Außerdem ankern Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Hotels. Die Reederei MSC Cruises beispielsweise wird die "MSC Opera", die "MSC World Europa" und die "MSC Poesia" während der WM vor Ort als Hotelschiffe einsetzen. Nach Angaben der Tourismusbehörde werden die Preise zentral überwacht. Das soll Wucherpreise für Unterkünfte verhindern.

Reguläre Kreuzfahrten mit Station Doha sind während der WM und bis 15. Januar nicht möglich. Kreuzfahrtgesellschaften müssen ihre Routings für Orient-Reisen anpassen, weil die Behörden von Katar ihnen keine Anläufe gestatten.

Kreuzfahrten und Corona: Impfung, Masken und Co.

Mit dem Mietwagen in Katar

Sieben der acht Fußballstadien befinden sich in oder in der Nähe von Doha. Die achte Spielstätte liegt in Al-Chaur, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

Hinweis für Mietwagen-Reisende: Wer mit dem Touristenvisum einreist, darf mit dem deutschen Führerschein für eine Dauer von bis zu sieben Tagen ab Einreise fahren. Wer mehr als sieben Tage Auto fahren möchte, muss eine vorläufige und für drei Monate gültige katarische Fahrerlaubnis beantragen. Diese kann verlängert werden.

Ein Mietwagen kann allein mit dem Internationalen Führerschein nicht gemietet werden; es ist zusätzlich die Vorlage des nationalen Führerscheins notwendig. Ein Internationaler Führerschein ist in jedem Fall empfehlenswert und sollte bei der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde in Deutschland rechtzeitig beantragt werden.

Sicherheit auf den Straßen in Katar

Vorsicht ist beim Autofahren geboten. Dort, wo es die Straßen zulassen, wird oft sehr schnell und riskant gefahren. Wer im Emirat unterwegs ist, sollte umsichtig und defensiv fahren und wildes Gestikulieren unterlassen.

Hohe Geldbußen bei Verkehrsverstößen: Telefonieren während der Fahrt, Alkohol am Steuer und auch beleidigende Gesten werden mit zum Teil hohen Geldstrafen geahndet. Ein Beispiel: Das Überfahren einer roten Amel schlägt mit 1000 bis 1500 Euro zu Buche.

Richtiges Verhalten bei Autounfällen

Das Verlassen des Unfallorts ist verboten, bis die Polizei eintrifft und dies gestattet. Man muss also bei einem Unfall unbedingt bei seinem Fahrzeug bleiben. Unfallfahrzeuge können aber bei Fahrtüchtigkeit von der Fahrbahn entfernt werden, um den Verkehr nicht weiter zu behindern. Für eine Schadensregulierung ist ein Polizeibericht erforderlich. Es ist davon auszugehen, dass dies auch in den Mietwagenbedingungen der Vermieter als Klausel vorhanden ist.

Mit Material von dpa.

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Katharina Dümmer
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