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ADAC-Umfrage: Das wissen die Autofahrer


Jahr für Jahr spulen wir Autofahrer Tausende von Kilometern ab. Und wenn wir ehrlich sind: Nicht immer haben wir alle Regeln und richtigen Verhaltensweisen verinnerlicht. Ganz zu schweigen vom technischen Verständnis für unser Auto. Wie groß unsere Wissenslücken sind, hat der ADAC jetzt mit einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Das Ergebnis ist nicht nur im Hinblick auf den Unterschied zwischen Männern und Frauen interessant.  


Testen Sie sich selbst - hier geht's zum Fragebogen

Redaktion: Sabine Behr


Es gibt noch Luft nach oben

Um das Wissen der Autofahrer ist es nicht schlecht, aber auch nicht allzu gut bestellt. Immerhin: Etwa die Hälfte der theoretischen Fragen rund um Verkehrsregeln und Fahrverhalten im Rahmen der ADAC-Umfrage konnten die 1 008 Interviewten richtig beantworten. Im praktischen Teil lag der Anteil der richtigen Ausführungen sogar bei 83 Prozent. Insgesamt hatten die Männer (67 Prozent) die Nase deutlich vorn, die Frauen machten keine so gute Figur. Allerdings schätzten sie ihr Wissen wesentlich realistischer ein als ihr männliches Pendant. Während sich nämlich nur zwölf Prozent der Autofahrerinnen für besser als die anderen Autofahrer hielten, bewertete sich fast die Hälfte der Männer als besser oder gar viel besser. Die nackten Tatsachen sprechen allerdings eine andere Sprache: In der Realität waren 42 Prozent der Männer schlechter als ihre Selbsteinschätzung. Bei den Frauen waren das lediglich 29 Prozent.
  • Die Haben-Seite
    Zur Einstimmung zunächst die erfreulichen Tatsachen. 82 Prozent der Befragten wussten, dass Kinder unter drei Jahren in einem passenden Kindersitz gesichert werden müssen. Immerhin fast zwei Drittel waren sich darüber im Klaren, dass man nur bei ausgeschaltetem Motor Nachrichten schreiben oder Apps nutzen darf, und fast so viele, dass ab 0,5 Promille das Autofahren nicht mehr erlaubt ist.
  • Die Soll-Seite
    Wir blicken auf die Soll-Seite. Als Ursache vieler Staus besonders ärgerlich ist die Unkenntnis in Sachen Reißverschlusssystem: Nein, man wechselt nicht so früh wie möglich auf die übrig bleibende Spur. Vielmehr bleibt man auf seiner Spur bis kurz vor der Sperrung und wechselt dann erst auf die andere Spur. Und nein, das ist dann kein unverschämter Drängler: Die Autofahrer auf der nicht gesperrten Spur müssen den Spurwechsel ermöglichen. Fast drei Viertel der Befragten hätten sich hier falsch verhalten.

    Besonders tragisch, weil Rettungsfahrzeuge behindert werden, ist die Unkenntnis in Sachen Rettungsgasse. Dass man sie auf einer dreispurigen Autobahn zwischen der linken und der mittleren Fahrspur bildet, wussten 61 Prozent der befragten Autofahrer nicht.
  • Unsicher bei Kreisverkehr, Winterreifen und an der Bushaltestelle
    Am schlechtesten abgeschnitten hat die Frage nach der Vorfahrt im Kreisverkehr: 86 Prozent dachten, der Verkehr im Kreisel habe immer Vorfahrt, auch wenn bei der Einfahrt keine dementsprechende Beschilderung angebracht ist. Das stimmt nicht: Es gibt sogenannte Kreisfahrbahnen, meist kleine Kreisel in Wohngebieten, bei denen die Regel „rechts vor links“ gilt. Mehr als drei Viertel waren sich auch bei der Winterbereifung nicht sicher. Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: Wer bei Eis und Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. Auch Ganzjahresreifen zählen dabei zu den geforderten Winterreifen.

    Die Aufzählung der Stellen, an denen man generell nicht überholen darf, gelang bei fast ebenso vielen nicht ganz. Dazu zählen Fußgängerüberwege und unübersichtliche Stellen. Viele nannten aber auch Bushaltestellen. Hier darf man grundsätzlich langsam und vorsichtig vorbeifahren. Es sei denn, der Bus hat die Warnblinker eingeschaltet. Bei der Anfahrt an die Haltestelle darf er dann nicht überholt werden. Steht er, darf man ihn in Schrittgeschwindigkeit passieren, auch in der Gegenrichtung. Bei der Absicherung eines Pannenfahrzeugs auf einer Autobahn ohne Standspur konnten 65 Prozent der Interviewten nicht alles aufzählen, oder sie nannten zu viele Punkte: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Passagiere zum Beispiel hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen und schließlich Warndreieck mindestens 100 Meter hinter dem Fahrzeug aufstellen.
  • Wenige Probleme im praktischen Teil
    In der Praxis schnitten die Befragten deutlich besser ab. So fanden fast alle die Batterie ihres Wagens auf Anhieb. 83 Prozent wussten, wo sich ihr Warndreieck versteckt, und konnten es ohne Schwierigkeiten aufbauen. Drei Viertel konnten die Nebelschlussleuchte ohne langes Suchen anschalten. Gut die Hälfte wählt bei einem Unfall mit Verletzten die 112 und 39 Prozent die 110.
  • Die größten Aufreger
    Die ADAC-Interviewer fragten aber nicht nur die Kenntnisse der Autofahrer ab, sondern wollten auch wissen, was sie am meisten aufregt, wenn sie unterwegs sind. Dichtes Auffahren stört fast alle der Befragten, gleich dahinter rangieren gewagte Überholmanöver. 88 Prozent der Interviewten ärgert, wenn sie andere Autofahrer nicht die Spur wechseln lassen, fast ebenso viele, wenn jemand nicht blinkt. Mehr als die Hälfte ärgert sich über Autofahrer, die zu langsam fahren. Und immerhin ein gutes Viertel nervt, wenn sich jemand streng an die Verkehrsregeln hält.
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