– Verkehrsmittel –

ADAC-Umfrage 2017: Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Welches Verkehrsmittel nutzen die Einwohner von zehn deutschen Großstädten auf dem Weg zur Arbeit, für private Besorgungen oder in der Freizeit? Fahren sie mit dem ÖPNV? Und wenn nicht, warum? Wären sie bereit umzusteigen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Diese und noch mehr Fragen stellte der ADAC in seiner Umfrage.  

Redaktion: Sabine Behr

Mit günstigeren Preisen ließen sich Fahrgäste gewinnen

Zu teuer, ungeeignet für den Transport von Gegenständen, zu langsam und zu voll. Das sind die Hauptgründe, warum die rund 3.100 Teilnehmer einer ADAC-Umfrage in zehn deutschen Großstädten den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht nutzen. Rund 1.400 von ihnen wären allerdings bereit umzusteigen – mehrheitlich, wenn sich die Preisspirale nach unten bewegen würde.


Nach bevorzugtem Fortbewegungsmittel gefragt
Von den knapp 7.000 Auserwählten, die zunächst befragt wurden, ob sie überhaupt in den ÖPNV einsteigen, gaben 43 Prozent an, nie oder nur gelegentlich mit ihm zu fahren. Führend auf der Unbeliebtheitsskala: Dortmund mit 60 Prozent der Befragten, Bremen und Leipzig mit jeweils 53 Prozent. In München, Berlin und Hamburg konnten sich wesentlich mehr mit ihren öffentlichen Verkehrsmitteln anfreunden. Hier lag die Quote derer, die ihn nie oder nur gelegentlich nutzen, bei rund einem Drittel.  


Teilgenommen an der weiteren Umfrage haben dann lediglich die, die angaben, den ÖPNV nie oder selten zu nutzen. Von diesen knapp 3.100 Befragten bevorzugten fast zwei Drittel das Auto. Sie empfanden den ÖPNV als zu teuer (62 Prozent), ungeeignet für den Transport von Gegenständen (60 Prozent), zu langsam (56 Prozent) oder zu voll (51 Prozent). Ausfälle und Unbequemlichkeit spielten dagegen insgesamt eine eher untergeordnete Rolle. Mangelnde Sicherheit war vor allem bei Frauen ein Thema. Eine lange Fahrtzeit störte besonders auf dem Weg zur Arbeit, der umständliche Transport von Gegenständen bei privaten Erledigungen. 


ÖPNV trifft Lebensgefühl nicht

Auch ein Teil der Wenig- oder Nichtnutzer sagt: Der ÖPNV steht für eine sinnvolle Nutzung der Fahrzeit, geringe Unfallträchtigkeit und wenig körperliche Anstrengung. Aber: Er trifft nicht ihr Lebensgefühl und kann in punkto Spaß, Freiraum, Komfort, Preisen und Fitness nicht punkten. Wobei die Befragten in Hamburg und Dresden ihre öffentlichen Verkehrsmittel insgesamt noch relativ positiv sahen, die Kölner hingegen besonders kritisch. Für ihren Geschmack fehlt es vor allem an Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Sicherheit.     


Unzuverlässigkeit und ungenügende Sauberkeit störten auch die Dortmunder am meisten, dazu kamen Langsamkeit und mangelnder Komfort. Die Frankfurter mokierten sich ebenfalls über Unzuverlässigkeit und Langsamkeit, aber auch über zu hohe Preise. Letztere wurden auch in Leipzig besonders häufig ins Feld geführt.

Preise nach unten – Fahrgastzahlen nach oben

1.370 der 3.100 Befragten konnten sich allerdings durchaus vorstellen, auf den ÖPNV umzusteigen. Das Zünglein an der Waage sind dabei die Preise, denn: Vor allem günstigere Tarife würden sie in die öffentlichen Verkehrsmittel locken. Fast drei Viertel der Umsteigewilligen wären dann dazu bereit. Mit großem Abstand standen danach höhere Pünktlichkeit (41 Prozent), ein individuelleres Ticketsortiment (37 Prozent) sowie einfachere und schnellere Verbindungen (36 Prozent) auf der Wunschliste. 


Sind diese Voraussetzungen erfüllt, würden vor allem Befragte in Leipzig und Frankfurt am Main auf den ÖPNV umsteigen. Für rund die Hälfte von ihnen wären die öffentlichen Verkehrsmittel dann attraktiv. Das sind in jeder der beiden Städte jeweils um die 100.000 zusätzliche Fahrgäste. In Berlin und Hamburg ist diese Bereitschaft mit jeweils 42 und 37 Prozent zwar geringer. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet ergibt sich jedoch ein Wechselpotenzial von rund 390.000 Menschen in Berlin und 170.000 in Hamburg. Über alle zehn Städte der Umfrage hinweg liegt das Potenzial bei rund 1,4 Millionen Menschen, die unter bestimmten Bedingungen zum Umstieg auf den ÖPNV bereit wären.     


Aber: Jeder Fünfte Befragte würde selbst bei Leistungsverbesserungen nicht in den ÖPNV einsteigen. 


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