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- Straßen -

ADAC Umfrage 2013: Fit in Erster Hilfe?


Was muss ich tun, wenn ich als Erster an einen Unfallort komme? Wie war das doch gleich mit der Rettungskette? Und wie helfe ich einem Verletzten möglichst wirkungsvoll? Wir alle haben das einmal gelernt - in dem Erste-Hilfe-Kurs, der für den Führerschein absolviert werden musste. Das liegt unter Umständen ein paar Jährchen zurück. Deshalb ging der ADAC gemeinsam mit dem Roten Kreuz im Rahmen des EuroTest-Programms in 14 europäischen Ländern auf die Straße und befragte die Autofahrer vor Ort, was sie wissen in Sachen Erste Hilfe. Die Antworten sollten die Grundkenntnisse widerspiegeln. Doch selbst die liegen im Argen.

Redaktion: Sabine Behr


Die deutschen Ergebnisse:
Meister in Sachen Rettungskette

An Selbstvertrauen fehlt es nicht: Fast drei Viertel der Autofahrer, die in Deutschland an der europaweiten Umfrage von ADAC und Rotem Kreuz teilgenommen haben, trauten sich zu, im Ernstfall Erste Hilfe leisten zu können. Nur rund 13 Prozent glaubten, dass sie dazu nicht in der Lage wären, etwa 14 Prozent waren unschlüssig. Im Rahmen der EuroTest-Studie, die in insgesamt 14 Ländern durchgeführt wurde, waren hierzulande 200 Autofahrer an eigens aufgebauten Ständen auf der Rastanlage Sindelfinger Wald in Baden-Württemberg, in der Innenstadt von Borken in Nordrhein-Westfalen, in einem Einkaufszentrum im thüringischen Leinefelde-Worbis und auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernsttal in Sachsen befragt worden.
  • Große Unterschiede in den Altersgruppen
    Bei fast der Hälfte der deutschen Befragten war der Erste-Hilfe-Kurs nicht länger als fünf Jahre her, bei rund 38 Prozent allerdings mehr als zehn Jahre. Hier lohnt sich ein Blick auf die Altersstruktur. Dass bei den meisten der 18- bis 25jährigen ein entsprechender Kurs maximal fünf Jahre zurückliegt, überrascht nicht, sind sie doch relative Führerschein-Neulinge. In der Gruppe der 26- bis 59jährigen liegt der Anteil schon nur noch bei knapp 42 Prozent, bei den über 60jährigen gar nur noch bei knapp zwölf Prozent. Tatsächlich haben mehr als zwei Drittel der befragten Autofahrer über 60 ihren Kurs schon vor mehr als zehn Jahren absolviert. Die 26- bis 59jährigen sind mit rund 43 Prozent dabei. Interessant: Nur bei knapp 62 Prozent war der Führerschein Anlass für die Kurs-Teilnahme. Immerhin gut ein Viertel absolvierte ihn aus beruflichen Gründen und rund 16 Prozent aus Eigeninteresse.
  • Wenig Sicherheitsbewusstsein
    Beim Abwickeln der Rettungskette schafften die Deutschen zwar Spitzenwerte im europäischen Vergleich und wurden damit Europameister. Trotzdem konnte nur ein Drittel alle Glieder der Kette nennen. Dabei sah es bei einzelnen Teil-Antworten durchaus gut aus: Fast drei Viertel, und damit mehr als irgendwo anders in Europa, hätten die Unfallstelle abgesichert. Ebenso viele hätten Erste Hilfe geleistet, fast 80 Prozent einen Notruf getätigt. Bei all dem gingen allerdings auch die Deutschen zu selbstlos vor: An die eigene Sicherheit dachte nämlich auch hierzulande nur gut die Hälfte der Autofahrer – dennoch lieferten sie auch in dieser Hinsicht europaweit das beste Ergebnis. Erfreulich auch: genau 91 Prozent kannten die europaweit gültige Notfallnummer 112.
  • Gut, aber nicht gut genug
    Auch bei den weiteren Fragen waren die deutschen Autofahrer zwar bei fast allen Punkten um bis zu zehn Prozent besser als ihre europäischen Kollegen, aber bei Weitem nicht richtig gut. So wussten fast 62 Prozent nicht genau, wie man den Zustand eines Verletzten überprüft. Rund 81 Prozent hätten ihn angesprochen, um zu erfahren, ob er bei Bewusstsein ist. Auf die Atmung hätten allerdings nur gut zwei Drittel geachtet. Und nach starken Blutungen oder schweren Verletzungen hätten nur noch rund 61 Prozent gesucht. Bei einem bewusstlosen Verletzten, der nicht mehr atmet, nannten 59 Prozent nicht alle notwendigen Schritte. Ein noch schlechteres Bild bei der Versorgung einer stark blutenden Wunde: Knapp 70 Prozent konnten nicht alle Punkte aufzählen.
  • In der Praxis nicht fit
    Auch in der Praxis konnten die Deutschen nicht überzeugen. 54 Prozent der Probanden wussten nicht genau, was man beachten muss, wenn man einen bewusstlosen, aber normal atmenden Verletzten in Seitenlage bringt. Hingelegt und auf die Seite gedreht, hätten ihn immerhin gut 81 Prozent. Dann aber wäre es für den Armen gefährlich geworden, denn nicht einmal mehr die Hälfte der potentiellen Helfer hätte kontinuierlich die Atemwege überprüft und offen gehalten. Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung versagten gar 80 Prozent der Befragten und platzierten sich damit auf europäischem Niedrig-Niveau: Lediglich rund 57 Prozent konnten im Praxistest die Hände richtig aufsetzen, etwa 47 Prozent wussten, dass man das Brustbein 30 Mal nach unten drücken muss. Nur unwesentlich mehr Autofahrer machten bei der Atemspende alles richtig. Und zuletzt hätten nur rund 37 Prozent der Befragten solange weitergemacht, bis die Rettungskräfte eintreffen und übernehmen können.
  • Jeder will Hilfe – jeder sollte helfen können
    Das hätte der Verletzte vielleicht nicht überlebt – oder nur mit schweren gesundheitlichen Schäden. Denn wenn im Körper kein Blut mehr fließt, arbeitet das Gehirn nicht mehr ordnungsgemäß. Es dauert nur rund zehn Sekunden, bis der Patient bewusstlos wird. Deshalb zählt nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand buchstäblich jede Sekunde: Je länger kein Blut im Körper zirkuliert, desto mehr wird das Gehirn geschädigt, falls der Patient überhaupt überlebt. Wenn der Sauerstoffmangel nur fünf Minuten dauert, wird das Gehirn dauerhaft geschädigt.

    Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Ersthelfer mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, bis professionelle Rettungskräfte an der Unfallstelle angekommen sind. Jeder von uns hofft auf Hilfe im Notfall. Deshalb sollte auch jeder von uns effektiv helfen können.

Blick auf Europa:
Viele wollen helfen, doch die wenigsten wissen wie

Sie fahren eine einsame Landstraße entlang. Plötzlich taucht ein Auto auf: im Straßengraben, es hat sich überschlagen. Die Insassen sind verletzt. Was tun Sie? Anhalten und irgendwie helfen, natürlich. Aber wie? Da wird es kritisch, denn: Fast zwei Drittel der europäischen Autofahrer trauen sich zwar zu, Erste Hilfe zu leisten, aber lediglich rund 18 Prozent wissen genau, was sie tun müssen, wenn sie die ersten an einem Unfallort sind. Sprich: Die Selbsteinschätzung überwiegt die tatsächlichen Kenntnisse bei Weitem. Das ist das zentrale Ergebnis der Umfrage, die der ADAC und seine Euro-Test-Partnerclubs gemeinsam mit dem Roten Kreuz in 14 europäischen Ländern durchgeführt haben.
  • Die Rettungskette
    Da wäre zunächst die Rettungskette, die man abwickeln muss, wenn man als Erster an einen Unfallort kommt. Dass man auf seine eigene Sicherheit achten muss, wusste gerade mal ein gutes Drittel der befragten Autofahrer, dass man die Unfallstelle absichert, nicht einmal die Hälfte. Ebenso wenige hätten im Ernstfall den Zustand der Verletzten überprüft oder sofort Erste Hilfe geleistet. Immerhin etwas mehr als zwei Drittel hätten einen Notruf getätigt. Gut, aber nicht gut genug, zumal nur etwas mehr als die Hälfte die europaweit geltende Notrufnummer 112 richtig angab. Rund 40 Prozent nannten eine national gültige Nummer, fast elf Prozent konnten gar keine Nummer nennen.

    Erschreckend: Etwas mehr als 71 Prozent der befragten Autofahrer waren sich nicht sicher, wie man den Zustand eines Verletzten im Einzelnen kontrolliert. Ihn ansprechen, um zu klären, ob er bei Bewusstsein ist, sagten immerhin fast drei Viertel. Überprüft, ob er atmet, hätte nur mehr gut die Hälfte der Teilnehmer. Und starke Blutungen oder Verletzungen festgestellt nur noch knapp 45 Prozent.
  • Lebensnotwenige Maßnahmen
    Was tun, wenn der Verletzte bewusstlos ist und nicht mehr atmet? Gut 71 Prozent wussten es nicht genau. Drei Viertel der Autofahrer fiel zwar die Herz-Lungen-Wiederbelebung ein. Dass man den Verletzten dazu auf den Rücken legen muss, daran erinnerte sich nur noch ein gutes Drittel. Soweit die Theorie. In der Praxis konnten die Herz-Lungen-Wiederbelebung mehr als 80 Prozent nicht richtig ausführen.

    Auch zur Versorgung einer stark blutenden Wunde am Arm muss der Verletzte auf dem Rücken liegen. Daran dachten nur rund 30 Prozent der Befragten. Den Druckverband hätten immerhin fast 80 Prozent angelegt. Dennoch bleibt unter dem Strich: Gut drei Viertel wussten es nicht genau.

    Der Verletzte ist bewusstlos, atmet aber normal. Wie bringe ich ihn in die Seitenlage? Ganz einfach: hinlegen und auf die Seite drehen, was fast 70 Prozent der Befragten in der Praxis richtig machten. Dass man aber auch unbedingt die Atemwege kontrollieren und offen halten muss, daran erinnerten sich nur mehr rund 42 Prozent. Beide Punkte zusammen führten also nur etwa 36 Prozent aus.
  • Regelmäßige Auffrischung der Kenntnisse notwendig
    Die Ergebnisse verwundern nicht angesichts der Tatsache, dass fast ein Drittel der befragten Autofahrer noch nie an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen hat. Bei gut 22 Prozent lag der Kurs bereits mehr als zehn Jahre zurück. Nur für ein gutes Drittel galt er als verpflichtende Voraussetzung für den Führerschein. Und genau hier lohnt sich ein erster Blick auf die Länderebene. Denn vor allem in Portugal, Italien, Spanien und Belgien lag die Quote derer, die noch nie an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben, deutlich über dem europäischen Schnitt, auffallend hoch war sie auch in Frankreich und Finnland. Und das sind allesamt genau die Länder, wo die Teilnahme nicht verpflichtend ist.

    Allerdings ist eine verpflichtende Teilnahme noch längst kein Garant für Erste-Hilfe-Kenntnisse, die ein sicheres und souveränes Handeln ermöglichen, insbesondere, wenn der Kurs schon länger zurückliegt. Auch das zeigt die Umfrage. Grundkenntnisse sind vorhanden. Unsicherheit herrscht jedoch vor allem bei komplexen, aber lebenswichtigen Maßnahmen wie zum Beispiel einer Herz-Lungen-Wiederbelebung. Da tut regelmäßige Auffrischung Not.
  • Jeder kann zum Retter werden
    Denn: Auch der best ausgebildete und schnellste Rettungsdienst kann nur noch den Tod eines Opfers feststellen, wenn zum Beispiel eine starke Blutung nicht sofort gestoppt wird. Dabei ist das Anlegen eines Druckverbands keine Hexerei. Wenn man sich denn daran erinnert. Dann kann jeder die wertvolle Zeit, bis die Rettungskräfte eintreffen, überbrücken und damit die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls zumindest mindern helfen, wenn nicht gar zum Lebensretter werden.

Reise durch die Partnerländer:
Auf kompetente Hilfe wartet man zu oft vergeblich

Wir starten unsere Reise durch die europäischen Partnerländer, deren Ergebnisse an der einen oder anderen Stelle besonders auffällig waren, im tiefen Süden, wo Portugal ein überraschendes Ergebnis lieferte: Fast drei Viertel der befragten Autofahrer, und damit wesentlich mehr als in den anderen europäischen Ländern, haben noch nie an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. Dennoch waren die Portugiesen bei der Frage, wie man den Zustand eines Verletzten kontrolliert, am sichersten. Mehr als die Hälfte konnte alle Punkte nennen. Beim Teilaspekt Überprüfung starker Blutungen oder schwerer Verletzungen erreichten sie sogar eine Quote von fast drei Viertel. Auch mit einem bewusstlosen Verletzten, der nicht mehr atmet, konnte mehr als die Hälfte richtig umgehen, ebenso viele nannten sogar den Punkt, den Verletzten hinzulegen. Lediglich beim Druckverband patzten die portugiesischen Umfrage-Teilnehmer: Nur rund 58 Prozent erinnerten sich an ihn.
  • Spanier trauten sich wenig zu
    Ein ganz anderes Bild im Nachbarland Spanien. Hier gab mehr als ein Drittel der befragten Autofahrer zu, sich definitiv nicht zu trauen, Erste Hilfe zu leisten. Noch schlechter: Nur rund 43 Prozent hätten im Ernstfall einen Notruf getätigt. Nicht einmal die Hälfte hätte den Verletzten angesprochen, um zu überprüfen, ob er bei Bewusstsein ist. Und nur sage und schreibe rund neun Prozent hätten den Verletzten auf starke Blutungen oder schwere Verletzungen hin kontrolliert. In der Praxis konnten knapp 40 Prozent den Verletzten nicht in die Seitenlage bringen. An die Herz-Lungen-Wiederbelebung dachten knapp 45 Prozent, richtig durchführen konnte sie fast keiner der Probanden.
  • Franzosen lernten Erste Hilfe im eigenen Interesse
    Etwas weiter nördlich, in Frankreich, haben gut 46 Prozent der Umfrage-Teilnehmer aus Eigeninteresse einen Erste-Hilfe-Kurs belegt, der höchste Wert im europäischen Vergleich. Mit insgesamt gut 38 Prozent richtiger Antworten wurden die Franzosen bei der Versorgung einer stark blutenden Wunde Europas Beste, wobei fast 44 Prozent auch berücksichtigten, dass man den Verletzten dafür auf den Rücken legen muss. Unser nächster Stopp: Belgien. Hier hätten immerhin gut 88 Prozent der Befragten den Verletzten angesprochen, um zu klären, ob er bei Bewusstsein ist – so viele wie sonst nirgends in Europa. Auf der anderen Seite wussten gerade mal rund 28 Prozent, wo am Körper man bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung ansetzen muss.
  • Österreicher kannten die 112 nicht
    Der Blick über die Alpen nach Österreich zeigt: Knapp ein Viertel der Teilnehmer hat hier vor höchstens zehn Jahren an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. Fast 85 Prozent nannten die Erste Hilfe als ein Glied der Rettungskette. Erschreckend: 93 Prozent kannten die europaweite Notrufnummer 112 nicht. Knapp ebenso viele patzten bei der theoretischen Frage, was genau bei einem bewusstlosen Verletzten zu tun ist, der nicht mehr atmet. In der Praxis versagten bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung mehr als 85 Prozent. Und nur einer von Hundert wusste, wie man Schritt für Schritt eine stark blutende Wunde versorgen muss.
  • Tschechen bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung, Kroaten bei der Seitenlage Spitze
    In Tschechien war ein knappes Drittel der Umfrage-Teilnehmer unschlüssig, ob sie sich Erste Hilfe zutraut oder nicht. Nur knapp zehn Prozent schlossen es definitiv aus. Auf die eigene Sicherheit hätten dabei lediglich rund 17 Prozent geachtet. Gutes Abschneiden hingegen beim Praxistest: Knapp 39 Prozent und damit europaweit am meisten konnten alle notwendigen Handgriffe bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung richtig ausführen, wobei sogar drei Viertel daran dachten, die Maßnahme so lange fortzuführen, bis der Rettungsdienst übernimmt. Wir fahren weiter nach Slowenien, wo sich nur gut 40 Prozent der Befragten zutrauten, Erste Hilfe zu leisten. Aber immerhin fast drei Viertel hätte bei einem Verletzten in Seitenlage die Atemwege überprüft und offen gehalten. Und fast zwei Drittel drückten bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung das Brustbein 30 Mal nach unten. Über der Grenze in Kroatien haben zwar fast alle befragten Autofahrer angegeben, schon einmal an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen zu haben, allerdings war das bei genau der Hälfte vor mehr als zehn Jahren. Bei der überwiegenden Mehrheit war er für den Erhalt des Führerscheins notwendig. Auch hätten immerhin 95 Prozent im Ernstfall einen Notruf getätigt. Was man bei der Seitenlage alles beachten muss, wussten spitzenmäßige fast 63 Prozent. Etwas mehr als 72 Prozent platzierten ihre Hände bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung richtig, allerdings konnten lediglich knapp acht Prozent alle nötigen Schritte durchführen.
  • Italiener patzten mehrfach
    Ein beherzter Sprung über die Adria bringt uns nach Italien. Hier konnte fast keiner alle Glieder der Rettungskette aufzählen. Insbesondere, dass man die Unfallstelle absichern muss, nannten nur gut 14 Prozent, dass man Erste Hilfe leisten sollte nur sage und schreibe 17 Prozent. Das bescherte den italienischen Teilnehmern in dieser Hinsicht die Rote Karte. Verheerende Ergebnisse auch bei der Überprüfung des Zustands eines Verletzten. Hier konnten gut 93 Prozent nicht alle notwendigen Punkte nennen, an die Atmung dachten gar lediglich rund 22 Prozent. Ein normal atmender, aber bewusstloser Patient hätte ebenfalls schlechte Karten gehabt: Zwar hätten ihn gut 60 Prozent hingelegt und auf die Seite gedreht. Dann hätten aber nur noch rund 17 Prozent die Atemwege überprüft und offen gehalten. Dass beides nötig ist, wussten nur acht Prozent.
  • Finnen machten Kurs aus beruflichen Gründen
    Zu guter Letzt eine weite Reise in den hohen Norden, wo Interessantes aus Finnland zu berichten ist: Nur gut zwei Prozent der befragten Autofahrer haben wegen des Führerscheins einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert – aber drei Viertel wegen ihrer beruflichen Tätigkeit. Europameister wurden die Finnen auch in Sachen Selbsteinschätzung: Gut 85 Prozent trauten sich zu, Erste Hilfe zu leisten. Und fast alle hätten unter der Notrufnummer 112 Hilfe angefordert. Bei der Überprüfung des Zustands eines Verletzten haben 91 Prozent auch daran gedacht, die Atmung zu kontrollieren. Genauso viele nannten die Herz-Lungen-Wiederbelebung als Maßnahme, wenn der Verletzte bewusstlos ist und nicht mehr atmet. Gut 96 Prozent hätten eine stark blutende Wunde am Arm mit einem Druckverband versorgt. In all diesen Fragen setzten sich die Finnen an die europäische Spitze.

    Fehlen Dänemark, die Schweiz und Serbien. In allen drei Ländern gab es weder im positiven noch im negativen Bereich Spitzenwerte.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse europaweit aufrüsten
    Die Ergebnisse der Erste-Hilfe-Umfrage fielen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich aus. Für einen Verletzten darf es jedoch keine Rolle spielen, ob er auf einer Straße in Spanien, Deutschland oder Tschechien verunglückt. Ein lebensbedrohlicher Zustand kennt keine Nationalität. Deshalb muss europaweit in Sachen Erste-Hilfe-Kenntnisse mächtig aufgerüstet werden.
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