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– Straßen –

ADAC Umfrage 2013: Schilderwald in Deutschland

Zwischen 20 und 25 Millionen Verkehrsschilder stehen auf Deutschlands Straßen. So genau weiß das keiner. Wie findet sich der Autofahrer in diesem Schilderwald zurecht? Ist er nützlich oder schafft er eher Verwirrung? Das wollte der ADAC wissen und befragte rund 1 000 Autofahrer mit Hilfe eines Online-Fragebogens.

Redaktion: Sabine Behr

Schilderwald in Deutschland kräftig durchforsten

Es gibt zu viele Verkehrsschilder in Deutschland. Dieser Meinung waren knapp zwei Drittel der mehr als 1 000 Autofahrer, die an einer Online-Befragung des ADAC teilgenommen haben. Rund ein Viertel hielt die Anzahl der Schilder für genau richtig, acht Prozent meinten, es könnten mehr sein. Ein Dorn im Auge war der Schilderwald vor allem Männern, älteren Autofahrern und Vielfahrern.


  • Nicht nur die Verkehrszeichen stören
    Dabei waren es noch nicht einmal nur die Verkehrszeichen selbst, die die Autofahrer am meisten aufregten. Fast drei Viertel der Befragten waren der Meinung, dass die Flut von Werbeschildern und -plakaten eingedämmt werden muss. 38 Prozent meinten, der Wald aus Park- und Halteverbotsschildern gehöre kräftig durchforstet, insbesondere in den Großstädten. 28 Prozent hielten die Schilder zur Geschwindigkeitsregulierung für zu dicht gesät, gefolgt von den Vorfahrtsschildern (zwölf Prozent), den Hinweisen auf Gefahren (neun Prozent) und den Wegweisern (acht Prozent).

    Fast drei Viertel der Umfrage-Teilnehmer konnten in so manchem Park- und Halteverbotsschild keinen Sinn erkennen: Es diene nicht der Verkehrssicherheit, sondern dazu, das kommunale Geldsäckel zu füllen. 39 Prozent haben bereits einen Strafzettel bekommen, insbesondere in den Großstädten, weil die Park- und Halteverbotsregelungen nicht eindeutig waren, zum Beispiel auf reich bestückten Schilderbäumen. Besser als Schilder fand gut ein Drittel der Befragten Linien am Boden, die Park- und Halteverbote markieren. Ein Viertel, und zwar vor allem Jüngere und Vielfahrer, wünschte sich die Ausweisung von Parkzonen. Nur jeder Sechste sprach sich für Schilder aus.
  • Kreisverkehr oder Stadion statt Zentrum
    Abgefragt wurde auch, wie gut die Autofahrer einzelne Schilder kennen (siehe Grafik am Ende des Artikels). Insgesamt wurden fünf Schilder vorgestellt – und nur fünf Prozent der Umfrage-Teilnehmer konnte sie alle richtig interpretieren. Das Schild für „Zentrum“ zum Beispiel verstand gerade mal ein knappes Viertel, darunter überdurchschnittlich viele jüngere Fahrer. Bei einer ADAC Umfrage im Jahr 2008 waren es übrigens genauso viele. Das damals bereits international gültige Zeichen wurde im Jahr 2007 auch in Deutschland eingeführt. Doch noch heute hielten es die befragten Autofahrer schon mal für einen Hinweis auf einen einspurigen Kreisverkehr oder den Weg zum Stadion. 60 Prozent der Befragten sagte das Schild gar nichts. Das spricht nicht gerade für die Eindeutigkeit des Symbols.

    Das relativ neue Zusatzschild „Inlineskater frei“ begriffen nur 37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Es tauchte erstmals im Jahr 2009 im Zuge der Schilderwaldnovelle zur Straßenverkehrs-Ordnung auf, die allerdings wegen formaler Fehler erst zum 1. April 2013 rechtsgültig wurde. Das Zusatzzeichen für eine Verbots- oder Gefahrenstrecke auf 800 Meter Länge erkannten rund 46 Prozent, ebenso viele lagen beim Zusatzschild für ein Verbot oder eine Gefahrenstelle nach 200 Metern richtig. Allerdings wurden diese beiden Schilder gerne verwechselt, wie übrigens auch die beiden Schilder für Steigung und Gefälle. Zwölf Prozent vertauschten die Bedeutung.
  • Wegweiser zeigen nicht immer den besten Weg
    Wir kommen zur Wegweisung. Ausgesprochen unzufrieden damit waren zwar nur knapp fünf Prozent der befragten Autofahrer. Aber: eine Mehrheit von knapp 60 Prozent gab an, meist zwar gut anzukommen, aber nicht immer auf dem besten Weg. Keinerlei Probleme mit der Wegweisung hatten 36 Prozent, und zwar deutlich mehr Männer als Frauen.

    Ein knappes Drittel der Umfrage-Teilnehmer ist durch eine unklare Wegweisung schon einmal in eine gefährliche Situation geraten. Kein Wunder: Fast zwei Drittel der Befragten bemängelten, dass die Wegweiser nicht konsequent fortlaufend aufgestellt sind und an wichtigen Stellen fehlen. Ebenso verwirrend seien Stellen, an denen zu viele Wegweiser aufgestellt sind, sagte ein knappes Drittel der Autofahrer. Rund 28 Prozent gaben widersprüchliche Informationen auf den Schildern als Ursache für Irrfahrten an. Vor allem Frauen und jüngere Fahrer, insgesamt etwa 22 Prozent, wünschten sich mehr Wegweiser. Jeweils 19 Prozent kritisierten, dass die Wegweiser in schlechtem Zustand und falsch aufgestellt sind.
  • Immer mehr verlassen sich auf das Navi
    Der Siegeszug des Navi kam auch in der ADAC Umfrage zum Tragen. 84 Prozent der Teilnehmer verfügten über ein solches Gerät. Bei einem knappen Drittel, vor allem Männern, kam es auch regelmäßig zum Einsatz. Rund 62 Prozent benützten es nur, wenn sie in einer unbekannten Gegend unterwegs sind. Nur sechs Prozent waren so gut wie nie mit der Navigationshilfe unterwegs. Und wie reagierten die befragten Navi-Besitzer, wenn Gerät und Wegweiser auf der Straße einander widersprechen? Gut die Hälfte vertraute dem elektronischen Fahrtbegleiter, 38 Prozent der Beschilderung. Hier sei nochmals der Blick auf die Zahlen aus der ADAC Umfrage 2008 erlaubt: Damals nutzten gut ein Drittel der Befragten ein Navigationsgerät. Aber 80 Prozent von ihnen vertrauten den Schildern, wenn sich ein Widerspruch auftat. Mit der Etablierung des Navis wuchs also auch das Vertrauen in diese Technologie.

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